Liebet die Flüchtlinge, insbesondere eure Glaubensbrüder!

Diese Aufforderung stammt aus dem 5. Jahrhundert von Augustinus von Hippo, der bis heute im katholischen Köln ein anerkannter Kirchenlehrer ist. Er schreibt dies in „Ordo amoris“ (Die Rangordnung der Liebe). Auch Kirchenlehrer Agustin hat über Flüchtlinge und ihr Schicksal nachgedacht! Leider werden seine tiefen Einsichten im katholischen Köln und in Deutschland nicht beachtet. Schade. Es hätte vielen Menschen in Deutschland und einem Kölner Polizeipräsidenten viel Ärger erspart.

Augustins Worte lassen erkennen, dass er die Aufnahmebereitschaft der Menschen für begrenzt hält. Deshalb schlägt er vor, diejenigen Flüchtlinge zu bevorzugen, die gleiche oder ähnliche Wertvorstellungen wie einer selbst hegen. Würden sich alle Menschen egal welcher Religion oder Ideologie an Augustins Regel halten, dann gäbe es keine unversorgte Flüchtlinge!

Doch in Deutschland herrscht die inordinatio migrationis. Wir wissen nicht, wie viele Flüchtlinge zu uns bereits gekommen sind und noch kommen werden, da wir nur den kleineren Teil der notwendigen Papiere bereitgestellt haben. Die offiziellen Zahlen des Jahres 2015 sprechen von 1,1 Millionen Asylsuchenden. Liest man sich in die verschiedenen sich widersprechenden offiziellen Statistiken ein, so kommt man nach einigem Aufwand auf die Zahl von 1,6 Millionen, die der heruntergerechneten tatsächlichen Zahl der Flüchtlinge in vielen Städten und Gemeinden entspricht. Bei diesem Tempo und gutes Wetter vorausgesetzt, welches die Auguren des Klimawandels versprechen, wird 2016 die Zahl der neuen Flüchtlinge die Zwei-Millionen-Grenze bei weitem übersteigen.

Es ist rechtlich bedeutend schwieriger, Flüchtlinge auch nach Gesetzesverstößen auszuweisen, als sie à priori an der Grenze abzuweisen. Die von uns gewählten Gesetze-Erzeuger haben derart viele sich widerstrebende, widersprechende und gegenseitig einschränkende Gesetze und Verordnungen verfasst, dass nichts mehr geht und alles steht. Das beliebte Motte „Wir schaffen das“ bedeutet, sich über die von Menschen erschaffenen Gesetze hinwegzusetzen. Die Aufforderung der Kanzlerin ist vernünftig, jedoch für uns einfache Bürger gefährlich. Nicht einmal gewiefte Politiker dürfen en passant europäisches und deutsches Recht missachten (s. Griechenland). Unsere Regierung schafft das, weil sie keine Opposition befürchtet, da sie im Sinne der demokratischen Opposition handelt, wenn sie geltende Gesetze bricht. Letztendlich haben wir uns verfangen in den Gesetzen, die kein Politiker abschaffen will, weil er den Verlust der Macht befürchtet.

Es ist nicht möglich, guten Gewissens und Rechts Asylsuchende abzuweisen, die schweres Ungemach in ihrem Heimatland erwartet, selbst wenn sie in Deutschland einen Mord aus niedrigsten Beweggründen begangen haben. Das Recht des Flüchtlings ist heilig und geht vor. Zurecht. Der Diebstahl einer Geldbörse und die Vergewaltigung einer deutschen Frau wiegen niemals den Tod eines Asylanten auf. Die Täter scheinen es Dank Internet und juristischer Unterstützung, die vom deutschen Staat bezahlt wird, genau zu wissen.

Die logische Konsequenz besteht in der Einschränkung der Personen, die wir aufnehmen. Die Frage ist, ob diese Logik sich durchsetzt. Schon Hegel hat gewusst, dass wenn Theorie und Praxis sich wiedersprechen, die Praxis verliert. Marx will dies widerlegen, indem er es beweist. Alle „Ossis“ können ein Lied davon singen.

Die Politik, die mit ihr verbündeten Industrie und die abhängigen Medien wiederholen ständig das Mantra, dass wir die flüchtenden Menschen brauchen, um unseren Wohlstand zu halten und zu überleben. Wir brauchen dem Gejammer nicht zu gehorchen. Schon im 18. Jahrhundert erscheinen Schriften die den Untergang der Deutschen vorhersagen. Schließlich bedeutet das Mantra, dass wir unseres Vorteils wegen Menschen zur Flucht ermuntern sollen. Sind deshalb die Griechen von den reichen Europäern gedemütigt worden, damit sie den Lebensstandard Deutschlands erhalten mögen? Reichen die vielen griechischen Einwanderer in Deutschland nicht aus? Müssen wir deshalb Syrien und den Irak entvölkern? Wozu bekämpfen wir, wenn auch gegen unsere pazifistische Überzeugung, den Islamischen Staat, wenn wir dessen Bewohner bei uns integrieren wollen? Wer soll nach der Vertreibung des IS die Staaten im Nahen Osten aufbauen? Etwa die wenigen Abgeschobenen, die Geldbörsen stehlen und deutsche Frauen unsittlich berühren und vergewaltigen? Wenn wir Einwanderer brauchen, dann müssen wir um sie werben! Welcher Deutsche will heute noch um junge, kräftige und alleinstehende Syrer werben und zu sich nehmen, wenn im Hause noch Frauen wohnen?

Es ist schwer verständlich, warum wir nicht Christen aus dem Nahen Osten bevorzugt aufnehmen und integrieren. Diese Christen werden von allen verfolgt. Im Gegensatz zu den Juden und zu den Kurden werden sie niemals einen eigenen Staat im Nahen Osten erhalten und stets verfolgt sein. Nicht nur, dass wir ihnen nicht helfen, wir vernachlässigen und benachteiligen sie. Wir sperren sie zusammen mit ihren Peinigern in Flüchtlingslagern und wundern uns, wenn sie geschlagen werden. Wie viele Tote hat es in deutschen Flüchtlingsunterkünften aus religiösen Gründen gegeben? Werden die Zahlen besser vertuscht als die des Silvester-Ereignisses von Köln?

Hinzu kommt, dass wir den Kriegstraumatisierten nicht helfen können. Sie brauchen kompetente professionelle ärztliche Hilfe, die wir nicht anbieten. Helfen wollen, reicht nicht aus. Wir wissen nicht einmal, ob die jungen, stehlenden und Frauen sexuell bedrängenden, muslimischen Araber überhaupt kriegstraumatisiert sind. Die wenigsten Auffälligen sind fachmedizinisch untersucht worden, wahrscheinlich keiner. Wir wissen nicht einmal, ob bei den Kriegstraumatisierten der Krieg Auslöser oder gar Ursache ist für ihr sexistisches und diebisches Verhalten. Ist nicht eher ihre Kultur, die die Täter von Köln ein Leben lang zivilisiert hat, für ihr Verhalten verantwortlich, das uns gar nicht so fremd anmutet?

Einem Kriegstraumatisierten kann man an sich medizinisch erfolgreich helfen. Aber einem Kulturgeschädigten? Mit Hilfe von Teddybären, Weihnachtsmännern und bald auch Osterhasen, die man an nach ihnen wirft? Oder lieber mit Volksweisheiten und dümmlichen Politiker-Sprüchen, die überall frei und billig zugänglich sind?

Deutschland verhält sich wie ein Krankenhaus in Geldnöten, das Patienten des Geldes wegen aufnimmt, ohne sie je behandeln zu können. Solche Behandlungsbedürftigen dürfen wir nicht aufnehmen. Wir schaden ihnen und tun uns nichts Gutes an. Wir helfen nicht, wir täuschen Hilfe vor. Wie die Gaffer bei einem Unfall, die die Sanitäter am Helfen hindern.

Wir hören Argumente, dass wir viel mehr Russland- und DDR-Deutsche integriert haben. Wir vergessen dabei die Worte Augustins, der uns in „Ordo amoris“ auffordert, unsere Brüder zu bevorzugen. Mit ihnen werden wir gute Erfolge vorweisen, nicht jedoch mit den kranken Arabern. Diese müssen sich im Gegensatz zu den Deutschen aus Russland und der DDR die deutsche Staatsbürgerschaft verdienen. Es sieht nicht danach aus, als ob die Diebe und Sexualtäter vom Kölner Hauptbahnhof daran interessiert sind.

Europa ist eine Figur der griechischen Mythologie, die aus dem heutigen Libanon stammt, also aus Assyrien, was dem heutigen Islamischen Staat ungefähr entspricht, den jetzt auch Deutschland bekämpft, indem es den türkischen Verbündeten Informationen darüber gibt, wo Kurden kämpfen, damit die Türken unsere kurdischen Verbündeten gegen den IS umbringen. Die Welt ist in Unordnung geraten. Kehren wir zurück zu Augustinus von Hippo. Nach mehr als 1½ Tausend Jahren brauchen wir ihn.

Veröffentlicht unter

https://www.fischundfleisch.com/anti3anti/liebet-die-fluechtlinge-insbesondere-eure-glaubensbrueder-14683

http://www.huffingtonpost.de/nathan-warszawski-/fluechtlinge-glaubensbrueder_b_8950086.html?utm_hp_ref=fluechtlinge

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144 Antworten zu Liebet die Flüchtlinge, insbesondere eure Glaubensbrüder!

  1. Aristobulus schreibt:

    … habe im vorigen Sommer eine Kirche besichtigt, ja wegen der Kunst und jaja in Schwaben, wo kirchliche und politische Kreise häufig in kunstkreisende Kirchen gehen, um da politisch und kirchlich wegen der Kunst zu kreisen, aber ungleich mehr noch um Politik.
    Redete dorten mit zweien von solchen, einer war Großkünstler, der bei der Kasseler Documenta ausgestellt hatte und unentwegt davon redete, wenn er nicht grad gegen Israel redete, was er fast noch gernerer und vielerer tat, als noch vieler über die Documenta zu reden.
    Der Andere pflichtete ihm ständig bei und verehrte ihn sichtlich, ja seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten. Als er schließlich zu Wort kam, brach es stolz aus ihm heraus, er sei einer der Organisatoren des letzten Kirchentags gewesen, dessen Motto gar von ihm stamme. Von ihm selbst. Er selbst, so er, habe sich dieses Motto ausgedacht, und ja, es sei von ihm.
    Dieses Motto, man wird es nun wissen wollen, geht wie folgt: „Liebet das Fremde!“

    Weil mir da plötzlich schlecht wurde, nicht nur wegen zuviel Documenta und viel zuviel Egoisiererei im Doppelpack, sondern nun wegen der nun gar bibloesk daherkommenden Nötigung, dass man das Fremde lieben möge, sagte ich, dass man, wenn man das Fremde um des Fremden Willen liebe, ein romantisierender Exotengutfinder und Paternalist sei, der das Eigene ablehne, und wer das tue, der werde verlorengehen.

    Das Gespräch war damit sofort beendet, der Großkünstler verkrümelte sich sofort zu seiner Großkunst oder wohin auch immer, und der Großmottoerfinder war zu erblichen, um noch was reden zu wollen.
    Nicht mal über sich selbst mochte er noch reden.

    Konnte ich also endlich die Kirchenkunst bewundern, die dortige.
    Verkrümelte mich jedoch lieber schnell ins nächste Café.

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    • Aristobulus schreibt:

      Waah, pardon!, habe wohl einen Slash vergessen?, das Großgeschreib hab ich nicht gewollt!, es ist doch schon in Gestalt des Mottos und überhaupt in Gestalt jener Gestalten zur Genüge und größest passiert😦

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    • Gutartiges Geschwulst schreibt:

      Sie müssen Ihren Geist nicht verschwenden, lieber Aristobulus. Bevor Sie mit Aktionskünstlern diskutieren, sollten Sie besser mit einem rostigen Scharnier um die Wette quietschen.

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    • schum74 schreibt:

      Aristobulus, eins muss ich los werden, auf die Gefahr hin, Einigen hier auf den Nerv zu gehen.

      Die Fremdtümler in Kirchenkreisen verweisen gerne – ein Mal ist kein Mal – auf das ‚Alttestamentarische‘ „Und liebt den Fremden denn Fremde wart ihr im Land Ägypten.“ (Deut 10, 19).

      ואהבתם את הגר כי גרים הייתם בארץ מצרים

      We-aháwtem et ha-Ger ki Gerim hejitem be-Erez Mizrájim.

      Das Wort ‚Ger‘ für ‚Fremder‘ deutet auf den Mitbürger hin, der sich Rechte und Pflichten mit dir teilt. Es meint nicht den Ausländer (‚Nochri‘), der Freund oder Feind sein kann. Die Hebräer, die anders als die sektiererischen Christen in Judäa oder Rom, an Staatserhalt zu denken hatten, machten da genaue Unterschiede.

      Aber warum ich Altbekanntes wiederhole? Wegen des umwerfenden, völlig unerwarteten Raschi-Kommentars. Dass er anders ausfallen würde als ein Käßmann- oder Merkel-Kommentar, konnte man sich denken. Aber das –
      Also, zu „ki Gerim hejítem“ (denn Fremde wart ihr):

      מום שבך אל תאמר לחברך

      Mum sche-bechá al tomár le-Chawerchá ‒ Den Makel, den du hast, sage nicht deinem Chawer.

      *baff*, nicht?
      Kann das eventuell heißen: Den eigenen Makel unterstelle nicht dem Fremden? Also: Den behaupte nicht von einem Fremden? Steht aber nicht: *al tomár be-Chawerchá, sondern: al tomár le-Chawerchá, sage nicht deinem Chawer. (Drei Mal hingeguckt)
      Oder heißt es: Gib dir keine Blöße? Und wenn ja, warum nicht?

      Hier sieht man übrigens für wie nah Raschi den ‚Ger‘ hält. Bei ihm ist er schon Chawer, Kamerad; kein mohämmischer Syrer. (‚Ger‘ im Tanach ist noch nicht ‚Konvertierter‘.)
      Ok, aber wo ist der Zusammenhang zu unserem Passuk da oben? Du als Kirchgänger hast vielleicht eine Idee?🙂

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @schum74: „…, eins muss ich los werden, auf die Gefahr hin, Einigen hier auf den Nerv zu gehen.“

        Keine Sorge! Ihre Kommentare sind stets lesenswert und gehen allenfalls dem auf die Nerven, der es auch verdient.

        @schum74: „Die Fremdtümler in Kirchenkreisen verweisen gerne … auf das ‘Alttestamentarische’ „Und liebt den Fremden denn Fremde wart ihr im Land Ägypten.“ “

        Sofern mir die betreffenden Bibelstellen noch erinnerlich sind, hatten die Fremden im Land Ägypten weder freiwillig die Grenzen dorthin überrannt noch trugen sie falsche Pässe bei sich noch belasteten sie das ägyptische Sozialsystem.
        Offenbar blieben die alttestamentarischen Fremden auch an ägyptischen Hauptbahnhöfen recht unauffällig, sonst hätte die Bibel doch mal was moniert.

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      • Aristobulus schreibt:

        Hmähm, nix da mit Kyrchgänger😀, alors, zumindest der ins-ägyptische-Museumgänger in mir fragt beim Satz ואהבתם את הגר כי גרים הייתם בארץ מצרים, „Und liebt den Fremden, denn Fremde wart ihr im Land Ägypten“ (Deut 10,19), welche Art Gerim wir in Ägypten also gewesen sind, indem Ger ja Freund (Beisasse) bedeutet, und nicht Fremder (Nochri).
        Wir waren Sklaven in Ägypten, und man wollte uns ausmorden. Gleichwohl steht da, wir seien Gerim in Ägypten gewesen, Beisassen!, Freunde, die praktisch zur Familie gehören.
        Fehlt da was?
        Oder zielt der Pasuk auf’s reflektierte Publikum, das nicht Fremder mit Fremdem gleichsetzt, sondern der vorschreibt, dass wir einen Freund (oder einen Fremden, der sich freundlich verhält) nie als Fremden behandeln dürfen? Weil er laut Raschi ein Chawer ist, er gehört zur Familie.

        Nur Raschis Assoziation mit dem eigenen Makel verstehe ich nicht. Was sagt er sonst über eigene Makel?
        Es bedeutet vielleicht, dass man den Chawer (in Wien heißt es der Haberer) nicht verschrecken soll, indem man als a Jid schlecht über die Jidn redet🙂

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @Aristobulus: „Wir waren Sklaven in Ägypten, …“

        So ist es, lieber Aristobulus! SKLAVEN, keine brünstigen Leistungsempfänger.

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      • Aristobulus schreibt:

        Yeppp, Gutartiges. Du (sie) haben/hast die Sache mit Ägypten/Gerim sofort erfasst.
        Ich sah’s erst nach Abschicken meines Kommentars.

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @Aristobulus: „Yeppp, Gutartiges. Du (sie) …“

        Gerne DU, lieber Aristobulus.

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      • schum74 schreibt:

        Guter Einwand, Chawer!

        Eine Idee: Ob „Gerim hejitem be-Erez Mizrájim“ (denn Fremde wart ihr im Land Ägypten) sich auf die Periode vor der Sklaverei bezieht?
        Bekanntlich haben die Hebräer im ägyptischen Flecken Goschen eine gute Zeit verbracht. Das war unmittelbar, nachdem Jossefs Pharao die 70 Mitglieder seiner Familie ins Land geholt hatte.
        Richtig: Weder überrannten die Hebräer die Grenzen noch trugen sie falsche Pässe bei sich. Auch versorgten sie sich mit dem, was ihre Schafsherden hergaben, so dass sie das ägyptische Sozialsystem nicht belasteten.
        Irgendwann kam ein neuer Pharao auf, der „Jossefn nicht gekannt“ hatte (Ex 1, 8). Ihm waren die Fremden zu zahlreich, zu erfolgreich und überhaupt. Dann kamen die verschiedenen Verordnungen, jede schärfer als die vorige, schließlich die totale Versklavung.
        Gesamtdauer des Aufenthalts in Ägypten: 210 Jahre.

        Also: Behandelt die Fremden so, wie man euch in Ägypten zunächst behandelt hat? Unsinn! Welcher Jid verbindet Mizrajim mit der Zeit davor?
        Und Raschi? Weiterhin mystère et boule de gomme.

        A suivre.

        P.S. Danke für die Freundlichkeit, G. G.

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      • Aristobulus schreibt:

        Stimmtstimmtstimmt!, zu Jossefs Zeiten war es gut in Ägypten.
        Irgendwie wie in der Weimarer Republik. Etwas Zeit verging, bis das Böse zuschlug.

        *kaut weiter an der boule de gomme*

        Es fällt auf, dass in Deut.10,19 zweimal der Ausdruck Ger steht (den Fremden und Fremde), einmal ist der umherziehende, wohl freundliche Fremdländische gemeint, ein anderes Mal sind die Jidn in Ägypten gemeint.
        Es fällt ferner auf, dass Raschi mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit den Ausdruck Ger im Sinne von Chawer begreift, Beisasse, Freund, Schwager.

        Wie kam Raschi auf dieses? Er hat die Pogrome am Rhein während des ersten Kreuzzugs erlebt. Vielleicht hat er sich verstecken müssen, vielleicht wurde ihm von Nichtjuden geholfen, und er traf wohl andere verfolgte und versteckte Jidn? Chawerim.

        Hans Rosenthal s’l hat von 1943 bis 1945 versteckt in einer Berliner Kleingartenanlage überlebt, drei großartige Berlinerinnen haben ihm geholfen. Er hat in seinem Buch über diese Zeit das Wort Chawer verwendet (das Wort und wie er es verwendet hat schlug sehr bei mir ein!, als ich es so mit 20 gelesen habe). Für Rosenthal war ein Chawer jemand, dem er sein Leben anvertraut, indem die Chawerim auch ihre Leben ihm anvertrauten. Einer, der ihm hilft, obwohl er sich durch diese Hilfe selbst in Lebensgefahr bringt.
        Mir scheint, dass dieses Verfolgungs- und Versteckerlebnis und damit der Gebrauch des Ausdrucks Chawer auch Raschis Verhältnis zu Chawerim beschreibt, tausend Jahre zuvor.
        Kann es sein, dass nichtjüdische Gerim sich um Raschi gekümmert und ihm geholfen haben, als er sich vor dem pogromenden Mob verstecken musste?

        Seit den Pogromen im ersten Kreuzzug bis in die Neuzeit hat jede Generation der Jidn in Europa erleben müssen, was das heißt, dass es Gerim gibt, die einen Trotz Lebensgefahr verstecken und einem Essen bringen, wenn man sich nicht vor die Tür wagen darf. Wie unendlich wertvoll also ein Ger ist-.

        So könnte sich erklären, weshalb Raschi den zweifache Verwendung von Ger in Deut.10,19 nicht als Zweifaches auseinanderrechnet, sondern weshalb er den Ger auf das Einfachste und Nächstliegenste bezieht, nämlich auf den, der einem in der Not hilft.

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      • schum74 schreibt:

        Ouais…
        Welchen Sinn hätte das, zu den israelischen Juden zu sagen: Liebe Jidn, seid freundlich zum arabischen Mitbürger denn auch ihr wart Fremde in Deutschland? – Wobei die Haltung besagten Mitbürgers nicht ganz unwichtig ist, nicht?

        Hat Raschi den ersten Kreuzzug 1095 erlebt? Hängt davon ab, ob er 1090 oder später gestorben ist. Wikipedia gibt sich erstaunlich sicher, aber genau das ist schanuj be-Machloket. Man weiß es nicht.
        Was sicher ist: Raschi hat den masel gehabt ‒ womöglich bis zuletzt ‒, eine gute Zeit in Troyes zu erwischen. Die Beziehungen zwischen seiner jeschiwe und dem Bischofssitz schräg gegenüber waren so gut, dass Geistliche nicht selten herüberkamen, um sich das eine oder andere Bibel-Wort erklären zu lassen.

        Was noch sicherer ist: Der Talmud, die Kabbalisten, und natürlich die Modernen, waren sehr bestrebt, den Geltungsbereich des Gebots „Und liebe deinen Nächsten (‚Réa‘) wie dich selbst“ zu erweitern. Der Punkt ist, dass ‚Réa‘ nicht der Nächste ist, sondern der nahe Mitmensch, der Kumpel. Auf einer Sympathieskala rangiert ‚Rea‘ zwischen ‚Chawer‘ (Kamerad, Genosse) und ‚Jadid‘ (Busenfreund).

        So unterstreicht der Kabbalist Jacob Emden im 18. Jahrhundert, dass die Liebe „le-Reachá“, zu deinem Mitmenschen, sogar die Götzendiener („afilu Owdé Elilim“) einschließe.
        Und wie kommentiert der Talmud Davids Bitte

        הֵיטִיבָה ה‘ לֵטובִים וְלִישָרִים בלִבותָם. (תהלים קבה, ד)

        Hetiwa Haschem la-Towim we-li-(Je)scharim be-Libotam

        [Erweise Gutes, Haschem, den Guten und den Geraden in ihrem Herzen. (Ps. 125, 4)]

        Fragen Chasal (Jesu Pharisäer): Wer sind die Guten? Steht etwa da: die Söhne Aharons oder die Söhne Mosches? Nichts dergleichen. Alle geradlinigen, gütigen Menschen, die sind es, die Haschem liebt.

        Und im Traktat Ssuka 25b erinnern dieselben Pharisäer daran, dass Israel alle Jahre wieder zum Laubhüttenfest 70 Stiere für das Wohlergehen aller 70 Völker der Welt (symbolische Zahl) zu opfern pflegte. Und sie fügen hinzu:

        אוי להם לגוים שאבדו ואין יודעין מה שאבדו, בזמן שבית המקדש קיים ‒ מזבח מכפר עליהן, ועכשיו מי מכפר עליהן.

        Oj lahém la-Gojim sche-awdú we-ejn jod’in ma sche-awdú. Bi-Sman sche-Bet ha-Mikdasch kajám – Misbéach mechapér ale´hen, we-achscháw mi mechapér ale´hen.

        [Oj den Völkern, die verloren haben, und nicht wissen, was sie verloren haben. Als es den Tempel noch gab, beschützte der Altar sie, und wer beschützt sie heute?]

        Wenn ich mir Merkels Europa so anschaue, frage ich mich das auch.

        P.S. ‚Chawer‘ ist ‚Schwager‘? Ah bon! Wenn also Obama von „Chawer Mao“ redet, meint er nicht „Genosse Mao“, sondern gibt familiäre Beziehungen bekannt?

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Es gibt ja auch den Fall, dass einer ein Wort gebraucht, ohne des Bedeutungsspektrums inne zu sein…

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  2. Bachatero schreibt:

    „Der Diebstahl einer Geldbörse und die Vergewaltigung einer deutschen Frau wiegen niemals den Tod eines Asylanten auf. Die Täter scheinen es Dank Internet und juristischer Unterstützung, die vom deutschen Staat bezahlt wird, genau zu wissen.“

    Wahrscheinlich bin ich primitiv, rustikal, man möchte gar krude sagen, aber muß ich’s nicht sein? Ich lebe in Krudistan, wo die Eier der Männer ständig gegen ihre Kniescheiben klatschen, nicht schlecht zuweilen, ich wollte meine wären so lang, ich ziehe manchmal dran, straff nach unten. Aber worum geht’s? Just ums Zitat. Die (Asyl)-Haitianer haben es sich hier gemütlich gemacht und entgegen der GM Propaganda behandelt der Dom. Staat sie gut und sensibel (die Domis sind selber sehr sensibel in Bezug auf Behandlung, halt Machos). Einer der Haitianer, in einem Dörfle, tat nun, was nur krude und primitive Rustikalos tun, er vergewaltigte ein dominikanisches Mädchen. Daraufhin wurde er zum Ehrenbürger ernannt und bekam 1 Mio. Pesos Sonderprämie … oder? Nun, die Dorfbewohner, nicht daran gewohnt, die staatlichen oder sonstige Autoritäten in ihre Überlegungen miteinzubeziehen, lösten das Problem, indem sie dem Täter weitere Taten definitiv verunmöglichten und gaben den anderen Haitianern des Dorfs 1 Tag um sich zu verdünnisieren. Eine unverdächtige haitianische Familie durfte bleiben, die Doerfies sind ja nicht ungerecht, Ein grauenhaft krasser Fall von Selbstjustiz, daß sich die Menschen- und alle sonstigen rechte biegen. Zivilisationsbruch, was sag‘ ich, -explosion. Aber es hat hier seitdem wenig Ärger mit den Haitianern gegeben. Kein Einzelfall und oft gelangen solche Vorfälle nicht mal bis in die Nationalmedien. Frage: wer wiegt wieviel und wo? Ja, es gibt ein leben außerhalb Deutschlands.

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  3. mike hammer schreibt:

    150 polizisten zur beendigung des „tahar-rusch gah-mea“ genanntem „Muslim-Rape-Jihads“
    und
    1500 polizisten um die dagegen demonstrierenden deutschen in schach zu halten. Komisch?

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  4. mike hammer schreibt:

    Ihr wollt ISIS zerstören?
    Ersetzt Al Bagdadi durch Merkel!

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    • Aristobulus schreibt:

      Entsetzlich, dann würde die Kalifin Al-Merkdadi die vor dem Islam flüchtenden Franzosen, Norweger, Deutsche und Eskimos nach Syrien ’neilosse. Würde die UNO und überhaupt die Weltöffentlichkeit diese mutwillige Zrstörung der syrischen Kultur und der syrischen Gesellschaft zulassen??, na niemals nich‘.

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  5. Bachatero schreibt:

    Oum Al Merk’il muß zahlen für Palmyra.

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  6. mike hammer schreibt:

    OK, doch nix mit Abu EU Al Merkel’i, OK! ;(

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  7. schum74 schreibt:

    Dieser und Trdic‘ voriger Artikel passen ausgezeichnet zueinander. Danke dafür Ihnen Beiden.

    Anders als Jesus war Augustinus von Hippo (354-430) ein lebenserfahrener Mann: Bevor er mit 32 Jahren zum Christentum konvertierte, hatte er kurzfristig einer Straßenbande angehört, noch kurzfristiger einem Mädchen ein Kind gemacht, dafür aber 15 Jahre lang mit den Beiden zusammen gelebt. Er hatte zudem einen ordentlichen Beruf als Professor für Rhetorik, hatte Länder und Leute (heutiges Algerien, Rom, Mailand, Karthago) kennengelernt und verschiedene Lehren miteinander verglichen. Kurz: Der Heilige stand fest auf dem Boden. (Quelle: Heiligenlexikon)

    Bezeichnenderweise folgen die Demonstranten aus Trdic‘ Artikel, die „Nein zu Gewalt gegen Frauen, egal ob in Köln, beim Oktoberfest oder im häuslichen Schlafzimmer“ rufen, nicht dem Bischof von Hippo nach, sondern dem Traumwandler Jesus.
    Sie interessieren sich weder für spezifische Tatmerkmale – Umzingelung der Beute wie auf dem Tahrir-Platz ‒, noch für spezifische Menschen mit ihrer jeweiligen Sozialisation. Sie vermischen alles: Länder und Leute, Freund und Feind, Opfer und Täter.
    Das haben sie mit Jesu gemeinsam, dem ungenannten Vorbild der westlichen Gutmenschen. Jude/Römer, Besetzter/Besatzer, Naher/Ferner – ihm doch egal. Hauptsache: das freundliche Gesicht zu Jedermann, die Umschlingung der Millionen. Wenn die eine Hälfte die andere Hälfte ein Bisschen vergewaltigt und köpft: Was kann Jesus dafür? Er hat’s nur gut gemeint.

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    • Bachatero schreibt:

      Na na, Gut gemeint? Ich will ja nicht der Spekulation erliegen, aber vielleicht hätte sein Ratschlag speziell an die strenggläubigen ISIStiker gelautet: „Wenn dich der Kopf eines Dhimmis ärgert, dann reiß‘ ihn ab und wirf ihn von Dir. Abhacken geht auch.“ Man darf da nicht zu weich sein.

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    • caruso schreibt:

      @liebe schum74 – der Augustinus kann mir gestohlen bleiben, auch wenn er manch Kluges, Richtiges gesagt hat. Warum? Weil er derjenige war, der die Idee von Paulus von der Erbsünde ausgearbeitet hat. Eine Idee, die ich als zutiefst menschenfeindlich empfinde.
      Er hat u.a. über diese Idee 10 Jahre lang mit einem Amtskollegen Briefe gewechselt. Der hieß Julianus, war auch Nordafrikaner und verheiratet. Seine Briefe sind nicht erhalten geblieben, nur das was der Augustinus zitiert. In einem dieser Zitate wirft J. dem A. vor, daß er die Menschen nicht liebt. (Also das, was ich auch empfinde). Woher ich das alles weiß? Aus Kurt Flaschs Buch: Kampfplätze der Philosophie. Von Augustinus bis Voltaire. Es ist vor einigen Jahren erschienen.
      Den Namen von K.F. kannte ich von 2-3 Artikeln, Interviews, so wußte ich, wer er ist. Es gefiel mir, was er sagte. Darum kaufte ich das Buch. Viel habe ich davon nicht profitiert, fehlt mit doch eine jede Vorbildung. Einiges doch. Und vor allem war mir diese Bestätigung meines Gefühls wichtig. Nämlich: Ich mag nicht Leute nicht mögen…. obwohl das manchmal unvermeidbar ist. Genug gequatscht.
      lg
      caruso

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      • schum74 schreibt:

        Ist die Erbsünde eine paulinische Erfindung oder hat unser Heiliger die Idee aufgegriffen und liebevoll ausgearbeitet? So oder so: Sie ist in der Tat menschenfeindlich und deshalb denkbarst unjüdisch.
        „Aber“, fragt Paulus listig, „was ist mit den berühmten Worten aus den Zehn Geboten, in denen Gott bei Feuer und Flamme mitteilt, er ahnde die Schuld der Väter an Kindern in der dritten und vierten Generation (‚pokéd Awón Awot al Banim al Schileschim we-al Ribe’im‘)? Ist das nicht auch ‚zutiefst menschenfeindlich‘, um Caruso zu zitieren“?

        Da bleibt Caruso ganz gelassen. Hat sie doch den Talmud auf ihrer Seite, der eine kleine Ergänzung hinzufügt. Was übermittelt Raschi zur nämlichen Stelle in Ex 34, 6-7?

        פוקד עוון אבות על בנים –
        כשאוחזים מעשה אבותיהם בידיהם

        pokéd Awón Awót al Banim ‒
        ksche-ochasim Maassé Awotehém bi-(Je)dehém

        [Er ahndet die Schuld der Väter an Kindern – wenn sie an der Tat ihrer Väter festhalten.]

        Erzählte einmal – nein, drei Mal – ein hiesiger Raw, wie er vor Jahren in München oder in Berlin mit der U-Bahn fuhr. Kommt ein junger Mann auf ihn zu und bittet um Verzeihung für die Ermordung der Juden in der Schoa-Zeit. Er fühle sich mitschuldig an den Taten seiner Großeltern.
        Verzeihen kann ich nicht in fremdem Namen, antwortete der Raw, aber von Mitschuld kann keine Rede sein. Mitschuldig macht sich nur, wer dem Geschehen zustimmt. Wer sich von seinen Vorfahren distanziert, den trifft ihre Schuld nicht.

        Keine individuelle Großmut, nur Judentum.

        Gute N8, Caruso. Danke für den Kommentar.

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      • Aristobulus schreibt:

        Der Talmud, Raschi, Caruso und Schum habens voll erfasst😀 , nämlich dass es im Judentum allein auf persönliche Verantwortung des Einzelnen ankommt. Also kann es keine Erbsünde geben und kein Karma, aus.
        Paulus und Augustinus haben es freilich in was Schicksalhaftes, Schicksalsgegebenes, Zwingendes und Kollektives umgefälscht…

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      • schum74 schreibt:

        …aber wohl Charisma, nicht?

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      • Aristobulus schreibt:

        Yöbb. Ein Charisma der durchaus kahlköpfigen, asketischen und moralindurchdrungenen Art.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Hmmh… das mit den dritten und vierten Gliedern hatte ich mir bis dahin beschreibend, quasi als Erfahrungssatz, gedacht: Dass es so lange dauert, bis die Folgen der üblen Tat überwunden sind…? Dass man also noch nicht erwarten kann, dass etwa die Deutschen schon ein normales Verhältnis zu sich selber und zu anderen, die sie überfallen und verfolgt und ausgemordet,hatten, überhaupt haben können? Denn das Festhalten muss ja nicht linear sein, es gibt da projektiv verzerrte Wahrnehmungen, blinde Flecken in der Wahrnehmung, denen ich durchaus Heimsuchungscharakter zubilligen würde: Die Tat der Väter steht dem klaren Denken und der Wahrnehmung massiv im Wege. Dies umso mehr, je mehr die Väter kollektiv verbrachen, schon weil sich unklares Denken und gestörte Wahrnehmung bestärken können, je mehr daran leiden.

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      • Dante schreibt:

        An der gestörten Wahrnehmung eines Menschen, der politisch etwas zu sagen hat, leiden meist diejenigen, deren Wahrnehmung korrekt ist.

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      • schum74 schreibt:

        Beide Auffassungen haben ihre Richtigkeit, nicht? Warum zwischen beiden wählen? Einige stehen zu den Untaten ihrer Väter; andere versuchen, sie wiedergutzumachen, doch als „Anormale“, und machen sich ihrerseits schuldig („Palästinismus“ der Linken). Doch lass uns die Söhne und Enkel nicht vergessen, die bei aller Schwierigkeit auf Selbständigkeit im Denken und Tun bestehen. Da sind die, die heute Israel zur Seite stehen. Sie kriegen mit, dass die Juden Unterstützung brauchen und melden sich anwesend.

        Hier als Echo auf Deine Worte das Urteil des französischen Philosophen Alain Finkielkraut (Zeit Online, 10.12.2015):

        „Deutschland bleibt ein von Hitler traumatisiertes Land. Statt eines realistischen Weltbilds pflegen die Deutschen den Antirassismus. Der Jude war im Nationalsozialismus der Andere. Hitler hat aus ihm den absoluten Feind gemacht. Um dieses Verbrechen zu sühnen, entgehen die Deutschen bis heute nicht der Versuchung, den Respekt vor dem Anderen zum moralischen und politischen Kardinalprinzip zu erheben. So aber halten die Deutschen noch heute den tatsächlichen Feind für den Anderen, dem sie Buße schulden. Das Aufwachen aus dieser Art von Weltfremdheit wird für die Deutschen ein extrem schmerzhafter Schock sein.“

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      • Dante schreibt:

        Was soll man sagen: Finkelkraut hat Recht.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Dadervon mal abgesehen, dass es natürlich die Einen wie die Anderen gibt und ihre Art zu reagieren und zu agieren: Schon die etwas vage Angabe „bis in’s dritte und vierte“ deutet ja auf einen möglichen Einfluß auch dieser Glieder, wie der Nachfahren überhaupt, hin. Und natürlich muss man einer Heimsuchung auch nicht erliegen, weil man ja auch selbst noch jemand ist oder zu sein hätte… Vielleicht warnt es also auch vor der Gefahr, irgendwie an der Bosheit der Vorderen zu haften?

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      • Bachatero schreibt:

        Nicht immer hat die Bosheit die Über-Dimension, die in Nazideutschland erreicht wurde. Kann sein, daß die Gliederei sich auf die „Standard Bosheit“ bezieht (The evil is always and everywhere😉 ), initiiert von den Vätern und weitergetragen in der Tradition durch die Nachkommen, sogar noch weiter, als ins vierte Glied. Wenn man aber „Er ahndet …“ wörtlich nimmt, dann gehen solche Interpretationen nicht gut, es sei denn, man bezieht „ER“ auf einen von „IHM“ in die Natur? eingebauten Tatenverfolgungssmechanismus, was sich eher katholisch anhört. Oder aber ER macht sich die Mühe höchstpersönlich und ahndet und ahndet …. Ist das nicht die schon behandelte Höhere Gerechtigkeit?

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      • Aristobulus schreibt:

        Er ahndet es, wie ein Richter die Versäumnisse des Angeklagten (oder Zeugen) ahndet, weil es im Gesetz steht, dass der Richter das zu tun hat.

        – Aber da sitzt keiner wirklich droben auf der Wolke und ahndet. Das wär ja Katholizismus als nettes Deckenfresko😉
        Es findet jedoch ein Ahndungsvorgang statt, der sich im Verstörtsein oder/und in der Realitätsflucht durch Manche aus dem zweiten, dritten odr vierten Glied mitteilt

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Als ich das mal las und lernte, stand da: „… die Sünde der Väter heimsucht…“ Nicht „ahndet“. Gut, es ist beides Übersetzung; mir scheint jedoch eine Heimsuchung dem Heimgesuchten mehr Raum zu bieten, sich dazu zu verhalten, als ein ahndender allmächtiger Gott, der ja viel zu tun hätte, und wo bliebe dann die Freiheit? Die Verantwortung?

        Darauf wußte der Pastor auch keine Antwort, aber auf der Erbsünde bestand er, die nur durch Taufe etwa die ewige Verdammnis von einem sterbend geborenen Säugling wenden könnte, weshalb in diesem Fall der konfirmierte Christ die Nottaufe vollziehen und die Seele retten könne und solle…

        Die Zeichen der dem innewohnenden Allgerechtigkeit und Allgüte erschlossen sich mir schon damals nicht.

        Warum aber sollte eine böse Tat nicht am Täter und seiner Familie haften, Grundlage für ihr weiteres Zurechtkommen in der Welt sein, und damit schwer abzustreifen? Aber eben etwas, wozu man sich unterschiedlich stellen kann?

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      • Bachatero schreibt:

        @Clas. Sie haftet und riecht teilweise sogar (oder stinkt?). Deshalb haben die Übeltäter in Pressephotos immer Balken über den Augen, damit sie nix mehr sehen können und damit ihnen keine niedere Gerechtigkeit (Volkszorn, Lynchjustiz) widerfährt, die ja dann auch Familie und auch noch mehr befallen kann.

        Übrigens, erschließen, wieso sollte ein Dogma sich Dir erschließen? Warst Du schon mal Papst?

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Nein, das dazumalige Bildzeitungswir habe ich murrend von mir gewiesen. Nicht mal Papist, sondern lutherisch-evangelisch getauft, an die Grenze der Diapora gezogen, dort zur Schule gegangen und dann konfirmiert und dann mal ausgetreten dort…

        Es gab da so ein Lehrbuch der Kirchengeschichte, beige mit brauner Schrift bedruckt, und da stand zu lesen, das Karl der Große gegenüber den Sachsen eine, na, in Duktus und Stil quasi islamische Art hatte, zum Christentum allerdings, zu bekehren, Unterwerfung und Taufe zu fordern, sonst Kopf ab. Die so Bekehrten wären hinterher ihres neuen Glaubens sehr froh gewesen… Das wurde da so im Unterricht reihum vorgelesen, dass man es wisse, so weiß ich’s nun.

        Mir schien das Geschichtsschreibung aus der Siegerperspektive zu sein und von daher habe ich es bezweifelt. Der Religionsbeamte verstand das gar nicht: Es stehe doch klar da, im Buch, Herr Martin Rang habe es geschrieben und ergo sei es so. Und nicht anders. Und jetzt werde weitergelesen im Buche der Wahrheit.

        Ein würdiger Nachfahr im Ungeiste des dort beschriebenen Großen Karlen…

        Die Situation jedenfalls gipfelte darin, dass ich Türenschlagend und misstönend lautierend den Unterricht verließ, meinen Austritt dann in Schriftform nachreichte und dem Thema länger ferne blieb, es für erledigt haltend.

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      • Dante schreibt:

        Wir haben im Religionsunterricht gelernt, diese allzu häufig übliche Form der Christianisierung (die mit Feuer und Schwert) extrem kritisch zu sehen.

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      • Bachatero schreibt:

        Yeah, gut gemacht die beiden Austritte. Da wünscht man sich grad, das Illig mit seiner These „De große Karle hatte nixe gegebe“ recht haben möge. Aber wie erklären sich dann die appen Köpfe? Gab es die etwa auch nicht? Schwierig das, die Sachsen zu rechten Christenmenschen zu machen hätte selbst den hl Geist überfordert. So aber, mit Karl, konnte er, der hl.. sagen: Ich habe keine Sachsen gemordet, es war Karl, der sagte, nicht ich, das Schwert und das Schwert sagte sssssst.

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      • Aristobulus schreibt:

        Nochmal zu ahnden und heimsuchen: Na klar, Ahndung ist garnix, hingegen Heimsuchung ist alles. Die Guhgl-Bildersuche entscheidet’s, denn bei „Heimsuchung“ kriegt man etwa Folgendes, bei „Ahndung“ jedoch nix.

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      • schum74 schreibt:

        Bachatero, Du machst auf einen wichtigen Punkt aufmerksam: Übersetzungsgeschichte. Was haben wir hier? „pokéd Awón Awót al Banim”

        פוקד עוון אבות על בנים

        Das Verb ‚pakád (lifkod) ist zunächst mal ‚aufsuchen‘, ‚besuchen‘. Von einem regelmäßigen Synagogengänger sagt man in gehobenem Iwrit: ‚poked Bet Knesset‘.

        Gemäß dem Versprechen, das Awrahams Gäste ihrem Gastgeber gegeben haben, wird Ssarah im nächsten Jahr schwanger. Da heißt es in Gen 21, 1:

        „Wa-Haschem pakád et Ssara kaaschér amár“ – Und Haschem suchte Ssara auf, wie er gesagt hatte

        וה‘ פקד את שרה כאשר אמר

        ‚pakád‘: dasselbe Verb
        Leopold Zunz: „Und der Ewige bedachte Sarah, wie er gesprochen“.
        Dasselbe Verb gibt Zunz als ‚ahnden‘ und als ‚bedenken‘ wieder.

        Bei „pokéd Awón Awót al Banim” (Ex 20, 5) hab‘ ich mich an Zunz gehalten:

        „der die Schuld der Väter ahndet an Kindern, am dritten und am vierten Gliede“

        ‚ahndet‘ klingt schön ‚alttestamentarisch‘, nicht? Subjektiv empfinde ich dieses ‚lifkod‘ im einen und anderen Fall als Herannahen einer Wolke zum Heil (Schwangerschaft) und Unheil (Folgen der bösen Tat).

        Auch über ‚Awón‘ (Zunz: ‚Schuld‘) kann man streiten. ‚Awón‘ ist Vergehen, Sünde. Für ‚Schuld‘ gibt es ein anderes Wort; für ‚Sünde‘ übrigens auch.

        Vielleicht sollte man aufhören, in einer Fremdsprache über Tora zu reden. Aber worüber soll man dann reden?

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      • schum74 schreibt:

        Eben lese ich die weiteren Beiträge, in denen von Heimsuchung (Clas) und von Wolke (Aristobulus), von Balken über den Augen und von Karl dem Großen die Rede ist; nicht zu vergessen Clas‘ beide Austritte.
        Nein, Aristobulus, kein Richter auf der Wolke: der Schatten selbst.

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      • Aristobulus schreibt:

        Ja. – Aber höchstwahrscheinlich nicht im jungschen Sinne🙂

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      • Bachatero schreibt:

        @schum. Also vom inneren Auge her komme ich bei der „Heimsucherei“ nicht weiter als bis zu der Idee „der Fluch der bösen Tat“ und das sehr materialistisch mechanisch. Die Tat, einmal ausgeführt, trägt ein riesiges Potential in sich, weder für den Täter noch für Mitwelt oder Nachkommenschaft vollständig übersehbar. Was eintritt, wovon haengt’s ab? Glück gehabt? Scheiße, voll getroffen? Wenn ich den Ölstand im Motor zu weit absinken lasse, dann hat das in direkter Linie nur mit einem Motorschaden zu tun, es kann aber noch Zillionen zusätzlicher Konsequenzen haben, die entweder in der Zeit abklingen, sich aber genausogut aufschaukeln können bis zur Katastrophe oder eben Heimsuchung, die ja keine Ahndung sein muß. Zufall, Schicksal, der Woelki, wer bestimmt, was im Einzelnen passiert? Interessant bleibt’s noch lange. Pechvogel Glückspilz (mit oder ohne Erbsünde)? Da blickste nicht rein.😉

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Also, dieses Filmplakat sollten wir wohl raushalten, da ist eine äußerst freischwebende Übertragung aus dem Englischen im Spiel und es hat wohl wenigst mit dem Thema zu tun… Übersetzungsprobleme haben wir so schon genug. Und dass Tante Google so ein Wort nicht so recht kennt und daher dann auf sowas reinfällt: erwartbar

        Zu den anderen Sachen wohl eher morgen.

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      • Aristobulus schreibt:

        Es ist aber ’ne Heimsuchung😉

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      • Bachatero schreibt:

        Der Symbolwert liegt im Bild, der Text könnte auch fehlen. Ein leerer Strick, ein Symbol der Auferstehung. Der, welcher mal drin hing, ist nicht mehr da. Ist er auferstanden? Wurde er heimgesucht, dann geahndet, endlich erhängt und dann dem Tode entrissen? Oder findet das alles erst noch statt? Ist es ein wartender Strick? Die Parallelen mit DEM leeren Grab sind nicht zu übersehen. Ein Engel ist möglicherweise auch da, als Schatten auf belaubtem Boden. Ist ihm nicht kalt, dort?

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      • schum74 schreibt:

        Aber ja, Bachatero. Die Heimsucherei als Ingangsetzung einer Kettenreaktion. Auch diese Auffassung, die dritte jetzt, lässt sich hören.
        Wie sagte R. Jochanan zu R. Lewi, der sich zu einer scheinbaren Redundanz („Pharao, der König Ägyptens“) ebenso einleuchtend wie phantasiereich geäußert hatte: „Schön gesprochen, schön gedeutet“.
        Mal sehen, was Merkels „Verfassungsbruch“ (Verfassungsrichter Udo di Fabio) für Schwänze nach sich zieht.
        A propos di Fabio – Zitat:

        Der Verfassungsrechtler Udo di Fabio kommt nach juristischer Prüfung der aktuellen Migrationskrise zu einem erschütternden Befund: Die Bundesregierung bricht mit ihrer Weigerung, die Landesgrenzen umfassend zu kontrollieren, eindeutig Verfassungsrecht. In dem Gutachten heißt es: „Der Bund ist aus verfassungsrechtlichen Gründen (…) verpflichtet, wirksame Kontrollen der Bundesgrenzen wieder aufzunehmen, wenn das gemeinsame europäische Grenzsicherungs- und Einwanderungssystem vorübergehend oder dauerhaft gestört ist.“ (n-tv, 12.01.2016)

        Zitat Ende. Empfehlenswerter Artikel.

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      • Aristobulus schreibt:

        … schnell zur Nacht eine Deutung der vielleicht Redundanz des Bildes mit dem Galgenstrick:
        Die Bundesregierung hat jenes Haus hinten verlassen, um Flüchtlinge darin wohnen zu lassen, die den Garten verwildern und verdorren und das Hausdach undicht werden lassen, derweil sie die Bibliothek verfeuern und die Vorräte verderben lassen. Als Menetekel („gewogen und zu leicht befunden“) schaukelt das Henkerseil, man sieht den Schatten der vielen Erhängten, die einst in jenem Haus gewohnt und den Garten gepflegt hatten.
        Die Erhängten suchen nun die Bundesregierung heim

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      • schum74 schreibt:

        Und da sind noch die Auswirkungen der guten Tat, die man bitte schön nicht vergessen sollte. Wie geht der Text weiter: „… we-ossé Chéssed la-Alafim le-Ohawáj u-le Schomré Mizwotáj“ – und erweise Güte den Tausenden, die mich lieben und meine Gebote einhalten (Ex 20, 6).

        עושֶה חֶשֶד לַאֲלָפים לְאוהֲבַי ולְשומְרֵי מִצוותָי. (שמות כ, ו)

        So eine Kettenreaktion sieht man gerade in unseren Tagen:
        – 1938 retten Quäker einen jungen Juden, den künftigen Lord Weidenfeld, aus den Fängen der Nazis.
        – 2015 beschließt der Dankbare, orientalische Christen aus dem Islamischen Staat zu schleusen, und gründet dazu die Stiftung „Save Havens“.
        – Am 10. Januar dieses Jahres marschieren in Warschau Hunderte gegen den täglichen Terror in Israel. Die Demo haben nicht Juden, sondern Christen organisiert.

        So greift das eine ins andere.

        Gute N8.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Hat er also falsch übersetzt, falsch verstanden, der Dr. Martinus? Es ist ja schon ein Unterschied, ob den Tausenden oder bis ins tausendste Glied… (Was mir zum feststellbaren Zustand der Welt schlecht zu passen scheint.)

        Mir im Ohr und Gedächtnis war so etwas, mindestens sekundär aus jüdischer Sicht, der kleine Katechismus eben, den man dazumal noch zur Konfirmation auswendig lernen musste, und den sie wohl, wie so vieles, nochmal überarbeitet haben, ehe er in’s Netz kam, die Evangelen:

        „Was sagt nun Gott zu diesen Geboten allen? Er sagt so:
        Ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der an denen, die mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht bis zu den Kindern im dritten und vierten Glied; aber denen, die mich lieben und meine Gebote halten, tue ich wohl bis in tausend Glied.
        Was ist das?
        Gott droht zu strafen alle, die diese Gebote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht gegen seine Gebote handeln. Er verheißt aber Gnade und alles Gute allen, die diese Gebote halten; darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne tun nach seinen Geboten.“

        Oder vertippt, an der entscheidenden Stelle. Und kein Lektorat. Gelernt hatte ich: „bis in’s tausendste Glied.“

        Wie auch immer: Damit kann man nicht den Originaltext in irgendeine Frage stellen. Das wollte ich auch nicht. Mir ging es um den durch dies auf mich gefallenen Schimmer des urprünglichen Lichtes, mit dem ich mir die Heimsuchung erhellt hatte, nachdem das Nachrechnen der Zahlenverhältnisse schon aus dem Bereich der Empirie herausführte: Würde ja bedeuten, dass sich die absoluten Werte von Übeltätern mal 3 bis mal 4 mit denen der Gottesliebenden mal 1000 in etwa die Waage gehalten hätten, seit Beginn der Zeit, weil sonst eine Seite extrem überwiegen müsste, und das wäre die mit dem Faktor 1000 drin. Tut sie nicht, sieht man gleich.

        Wenn das tausendste Glied nun also ein Übersetzungsfehler ist, ist meine Rechnung auch nicht mehr lästerlich, sondern hätte stutzig machen sollen…

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Was nun das Bild des Galgenstrickes betrifft, so hat mich womöglich meine Filmallergie hingerissen…

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      • Aristobulus schreibt:

        Is‘ doch alles sehr wohlmeinend & wohlgemut, Clas, weil laut dem kleinen Kachetismus (ich wage nicht zu fragen, ob es auch einen großen K. gebe) die Bösen halt nur drei bis vier Gliedlängen abkriegen, die Guten jedoch tausend.
        (Obwohl, nu ja!, zuviel des Guten eben auch etwas zuviel überhaupt sein dürfte🙂 )

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      • schum74 schreibt:

        An Clas Lehmann

        Wenn das der kleine Katechismus ist, wie sieht erst der große aus? Habe für alle Fälle die drei Stellen im Pentateuch nachgeprüft, in dem der Höchste die inzwischen bekannte Formel „pokéd Awón Awót al Banim“ spricht und im Kontrast seine Güte an den Tausenden herausstellt.
        Die Formel kommt in den beiden Versionen der Zehn Gebote vor (Ex 20, 5-6 und Deut 5, 9-10) und zwar in identischer Form; außerdem in Ex 34, 6-7, wobei da statt „erweise Güte den Tausenden“ (ossé Chéssed la-Alafim) „behalte Güte den Tausenden“ (nozér Chéssed la-Alafim) steht.

        Lass mich eine dieser Stellen (Ex 20, 5-6) jetzt wörtlich übersetzen, ohne Zunz und Luther, ohne Glättung ‒ ja, ohne Deutsch ‒, so dass ein Sprachabzug entsteht:

        פוקד עֲון אבות על בנים על שִלֵשִים ועל רִבֵעִים לְשנְאָי
        ועושה חֶשֶד לַאֲלָפים לְאוהֲבַי ולְשומְרֵי מִצוותָי

        pokéd Awón Awót al Banim al Schileschim we-al Ribe’im‘ le-Sson’aj
        we-ossé Chéssed la-Alafim le-Ohawáj u-le Schomré Mizwotáj

        [… suche auf das Vergehen der Väter auf (bei) den Söhnen auf (bei) den Dritten und auf (bei) den Vierten meinen Hassern
        Und tue Güte den Tausenden den mich Liebenden und den Hütern meiner Gebote ]

        Kein Glied, keine Generation – und erst recht nicht „bis in’s tausendste Glied“.

        Nun, dafür, dass Dr. Martinus nur 12 Hebräisch-Lektionen gehabt hat (Pinchas Lapide, War Eva an allem schuld?, Matthias-Grünewald-Verl. 1995), hat er Beachtliches geleistet. Und wer weiß, was in seiner lateinischen oder griechischen Version gestanden hat?
        Auf jeden Fall hat er sich das Kompliment eines Kenners verdient. Wie sagte noch der Gründer des tausendjährigen Reiches, dem ganze 12 Jahre beschieden wurden:

        „Luther war ein großer Mann, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach der die Dämmerung; sah er den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen.“
        (Dietrich Eckart, Der Bolschewismus von Moses bis Lenin, Zwiegespräche zwischen Adolf Hitler und mir, München 1924; zit. n. Zeitschrift „Der Theologe“, 17.11.2011)

        P.S. Die Verwirrung mit der Ahndung hab‘ ich nur deshalb gebracht, weil ich in meiner Antwort an Caruso den listigen Augustinus habe sprechen lassen. Der hätte so zitiert.

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      • Bachatero schreibt:

        Schum, wenn wir El qana (im Zusammenhang mit der Heimsucherei durchaus interessant) noch mitnehmen und poqed als Partizip sehen, das ja riesige Übersetzungsbandbreite hat, bringt das mehr Licht oder mehr Diskussionen?

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      • schum74 schreibt:

        Nein, das Original klingt nicht so, wie der Abzug schrecklicher Weise vermuten lässt. Es ist nicht Alltagshebräisch, aber durchaus heutiges Hebräisch. In einer Ansprache an das Volk müsste Netanjahu nur den Inhalt ändern.🙂

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Freilich beachtlich, auch die Absicht und Tat, zumindest die Sprachbarriere zwischen Schrift und Volk zu schleifen und nach Kräften ad fontes zu gehen, um selber, als mündiger Christ, sine auctoritates, zu entscheiden, was richtig sei und geschrieben stehe und seine Ablehnung der Tetzelei: Daran finde ich nichts übles, soweit es mir bekannt ist. Beim letzten Punkt könnte es Quellen geben, die den Modus der Ablehnung betreffen…

        Die zitierte Riesenhaftigkeit seines Antisemitismus dagegen:Woher kommt die? Ob er sich da dann auf einmal an der Quelle in einer Nähe fühlte, in der er nicht sein wollte, auch nicht sein zu dürfen dachte, und daher, heftigst diese Nähe bestreitend, ins Riesenhaftige geriet?

        Der große Katechismus? Größer, wortreicher, schimpfender? Ob schon riesenhaft? Den habe ich nicht gelesen, den ganzen, bisher. Vielleicht im Laufe der kommenden Woche…?

        https://www.ekd.de/glauben/grundlagen/grosser_katechismus_0.html

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      • schum74 schreibt:

        Der Antwort erster Teil –

        Ok, Chawerim, va pour „El kana“ (übrigens der Name einer „Siedlung“ in den Gebieten), aber dann das ‚ki‘ (‚denn‘) auch noch davor. Nicht unwichtig, was hier begründet wird, nicht? Darin gründet nämlich meine eigene Auffassung der Passage, unsere vierte. (Ab der 10. Deutung setzt Warszawski eine Belohnung aus oder er schmeißt uns raus.)

        Unser Text steht im dritten ‚Gebot‘, gleich nach der Eröffnung (Anochi Haschem Elokécha… – Ich bin Haschem, dein Gott…) und dem zweiten (Du wirst keine anderen Götter haben vor meinem Angesicht).
        Nebenbei zum zweiten: Das Verb steht im Singular (lo jihejé), das erste Substantiv im Plural (Elohim), daher kann man ebenso verstehen: Du wirst keinen anderen Gott haben vor meinem Angesicht.

        Jetzt das dritte (zunzfrei, aber Deutsch):

        Du wirst dir keine Statue machen und jedwedes Bild … Du wirst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen keinen Kult erweisen denn ich bin Haschem, dein Gott, ein eifersüchtiger Gott, suche auf das Vergehen der Väter bei den Kindern, bei den Enkeln und deren Kindern unter meinen Hassern und erweise Güte den Tausenden, die mich lieben und meine Gebote einhalten. (Ex 20, 4-6)

        כי אָנכי ה‘ אלקיך אֵל קַנָא פוקד עֲון אבות על בנים על שִלֵשִים ועל רִבֵעִים לְשנְאָי ועושה חֶשֶד לַאֲלָפים לְאוהֲבַי ולְשומְרֵי מִצוותָי.

        … ki anochi Haschem Elokécha El kaná pokéd Awón Awót al Banim al Schileschim we-al Ribe’im‘ le-Sson’aj we-ossé Chéssed la-Alafim le-Ohawáj u-le Schomré Mizwotáj

        Bachatero, warum sollte sich nach ‚El kaná‘ (ein eifersüchtiger Gott) irgendwas ändern? ‚Pokéd‘ (suche auf) ist ein sogenannter Benoni, ein Partizip, das auch als Präsens dient. Die einzige Präsensform, die’s gibt. Streng genommen kennt nämlich das Hebräische nur zwei Zeiten: die Zeit des zu Machenden (Zukunft) und die Zeit des Gemachten (Vergangenheit). Ein aktives Völkchen, die Jidn. Das erleichtert die Tanach-Übersetzung nicht gerade. Aber darüber sind schon Tonnen von Büchern erschienen. Bitte nicht jetzt, nicht am Schabbes.🙂

        P.S. Mit dem kleinen und großen Katechismus verhält es sich wohl wie mit dem kleinen und großen Dschihad: Der kleine ist der gefährliche.

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      • Bachatero schreibt:

        Den Schabbes will ich Dir nicht vermiesen, nur dachte ich, die 3 fache Spezifikation (Haschem, Elokécha, El kaná) der Heimsuchung besondere Bedeutung verleihen könnte, eben die, die mit Eifer oder Eifersucht verbunden ist, wenn’s denn so übersetzt wird. Man kann erwarten, das der Eifernde (Eifersüchtige) nicht nur vom Gedanken der Gerechtigkeit geleitet wird, sondern auch rächen will. Guttn Schabbes Dir.

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      • Aristobulus schreibt:

        … weswegen der Papst Franziskus wohl nach dem Lesen von Ex 20, 4-6 nichts verstanden hat, außer dass Ho’Schejm, den er anders nennt, eifersüchtig sei, und weil er alles auf sich bezieht, aber sonst nichts versteht, hat er dann twitternd behauptet, der sei in ihn verliebt.

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      • Bachatero schreibt:

        Ich kann mich daran erinnern, mal als junger Mann kurz Jesuitenhände auf meinen Schenkeln verspüret zu haben.verbunden mit einem liebend fragenden Blick. Warum sollte da ein angejahrter Jesuit (L’amour n’a pas d’âge, là là … ) nicht mal wenigstens von Liebe schwafeln?

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      • Aristobulus schreibt:

        A guttn Schabbes🙂

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      • schum74 schreibt:

        Der Antwort zweiter Teil –

        Ad fontes – schön wär’s. Hier tut sich der Graben auf zwischen Christen und Juden. Dagegen ist die Messias-Geschichte peanut. Was ist die Quelle, die Luther dem Volk zugänglich gemacht haben will?
        Die Tora speist sich aus zwei Quellen, der schriftlichen und der mündlichen, wobei die eine nichts ist ohne die andere.
        Nach den Worten von Judaistik-Professor Catherine Chalier:

        « La lecture juive de la Torah écrite se fait toujours avec à la clé la Torah orale, c’est-à-dire les multiples interprétations des sages à travers les âges. »

        [Die jüdische Lektüre der schriftlichen Tora benutzt immer den Schlüssel der mündlichen Tora, d.h. die zahlreichen Deutungen der Weisen im Laufe der Jahrhunderte.]

        Oder nach R. Arie Lev Heller (zit. n Georges Hansel, « La controverse talmudique, décadence ou progression ? », 05.05.1997) :

        « Il est dit dans la Guemara : Le Saint-Béni-Soit-Il n’a conclu une alliance avec Israël que grâce à la loi orale… Il nous l’a donnée totalement en cadeau et [elle se fixe] selon la décision des Sages. La loi est orale en majeure partie, seule une petite fraction en est écrite… Si tout était écrit de la main de Dieu, nous serions comme des étrangers, car comment relier la pensée humaine et la loi divine. Mais la loi orale nous appartient. »

        [Steht in der Gmara (Babylonischer Talmud, Gitin 60): Amar R. Jochanan: Lo karát ha-Kadosch baruch hu Brit im Jisrael éla bischwil Dwarim sche-be al-Pe – Nur wegen der mündlichen Tora schloss der Heilige-gebenscht-sei-Er einen Bund mit Israel. …
        Er hat sie uns nach der [mehrheitlichen] Festlegung der Weisen ganz zum Geschenk gemacht. Das Gesetz ist zum größten Teil mündlich, nur ein Bruchteil davon [‚Bibel‘] ist geschrieben. … Wenn alles von Gottes Hand geschrieben wäre, wären wir wie Fremde, denn wie sollen sich menschliches Denken und göttliches Gesetz verbinden. Doch das mündliche Gesetz gehört uns.]

        Abgesehen von der Qualität der verschiedenen Bibel-Übersetzungen: Die Christen verhalten sich nicht anders als die Zedokim (Sadduzäer), die darauf bestanden, die schriftliche Tora wörtlich zu nehmen, wobei sie sich davor hüteten, widersprüchliche Textstellen gleichzeitig zu betrachten – Um Himmels Willen! Da hätte man ja debattieren müssen.
        Mehr noch: Mit den Bibelzitaten, die sie den Juden um die Ohren hauen, unterstellt die christliche Sekte, dass auch die Juden besagte Zitate so verstehen, wie Paulus & Co. sie verstehen, nämlich deutungsfrei.
        Sicherheitshalber verbrennen sie den Talmud…

        Ergebnis: Ein kluger, lieber Clas, der von Lästerungen schwatzt: „Wenn das tausendste Glied nun also ein Übersetzungsfehler ist, ist meine Rechnung auch nicht mehr lästerlich…“
        Wo sind wir hier? Im Sklavenhaus?
        Clas, weißt Du, warum man sich beim Hauptgebet Schmojne Essre nicht zu tief verbeugen soll? Weil auch der Mensch seine Würde hat (dixit R. Chajim Halevy Donin).

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      • Bachatero schreibt:

        Nur noch’n Einwurf zum Lutherischen: Mit seinen 10 Lektionen Hebräisch wäre er sich nicht weit gekommen (es sei denn, jede hätte 5 Jahre gedauert). So weit ich erinnere hat er aber doch mit Johannes Reuchlin kollaboriert, der ein Gelehrter Hebraist war. Außerdem hatten sie wohl auch Kontakte zu Rabbinern, die wohl kräftig mithalfen, wer weiß warum? Luthers Verdienst liegt wohl eher auf Seiten der deutschen Sprachschöpfung, wobei Übersetzungsgenauigkeit möglicherweise zweitrangig war, bzw. der dogmatischen Linie prinzipiell untergeordnet.

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      • Aristobulus schreibt:

        … trotzdem hat Chajim Halevy Donin in einem seiner Bücher (einem ganz einfachen, das mir mal einer aufgenötigt hatte) geschrieben, dass man Kinder ‚moderat‘ züchtigen dürfe, ja solle.
        Da wollte er wohl doch, dass Kinder sich tief-tief verbeugen sollen, wohl nicht beim Schmojne-Essre, aber dann doch vor bestimmten Personen. Wenn nicht, setzt’s was.

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      • schum74 schreibt:

        Der Antwort dritter Teil –

        Jetzt auch noch Bachateros Schenkel und ein twitternder Papst – Man kommt zu gar nichts mehr.

        Zuerst einmal: Was habt Ihr Alle mit Eurer Heimsucherei? Hat Haschem die kinderlose Ssara damals heimgesucht („Wa-Haschem pakád et Ssara“) oder hat Er nach ihr gesehen? Wenn man sagt „Ari pokéd et Bet ha-Knesset“, meint man, „Ari besucht die Schul“ oder „Ari sucht die Schul heim“?

        „Haschem, Elokécha, El kaná“:
        ‚Haschem‘ – so lernt man in der richtigen Schul ‒ verweist auf den Höchsten unter dem Aspekt von Chessed (Güte), während die Bezeichnung ‚Elokim‘ ihn als Din (Strenge) ausweist. Man lese noch einmal die Episode von Jizchaks Bindung: Elokim befiehlt scheinbar die Opferung des Sohnes, doch Mal’ach Haschem (Haschems Engel) fällt Awraham in den Arm.
        Haschem/Elokim: Güte und Gerechtigkeit. Das ist der Eine in einem.

        Weshalb die El kaná- und pokéd-Geschichte nichts von Rache erzählen kann. Schon deshalb nicht, weil ein Rache-Gott sich schlecht mit den in Ex 34, 6-7 vorangestellten Worten „Wa-jikra Haschem Haschem El rachúm we-chanún“ (Und Haschem rief: Haschem, ein mitleidiger und barmherziger Gott…) vertragen täte.

        ויקרא ה‘ ה‘ אל רחום וחנון

        (Fragt Ari: Der hat am Jom Kippur jede Silbe durchgemacht.)
        Erst später ist dort von „pokéd Awón Awót al Banim…“ die Rede.

        Daher meint Erel Segal, dass ‚pokéd‘ in den Worten „pokéd Awón Awót al Banim…“ (suche auf das Vergehen der Väter bei den Kindern, bei den Enkeln und deren Kindern unter meinen Hassern) soviel bedeutet wie: „mewi be-Cheschbón“ – stelle in Rechnung, berücksichtige.
        Ich berücksichtige das Vergehen der Väter, wenn Ich die Nachkommen beurteile. Nicht alles geht auf Lasten der armen Kinder. Es ist nicht jeden Tag leicht, Speers Tochter zu sein.
        Ohnehin bestrafe Ich die Götzendiener nur – denn davon handelt das dritte Gebot ausschließlich ‒, wenn sie aus Hass zu Mir handeln (le-Sson’aj ‒ unter meinen Hassern).
        Sonst gilt: Das Gebot der Liebe zum Mitmenschen schließt auch die Götzendiener ein.

        Rambam (Maimonides) versteht „pokéd Awón Awót al Banim…“ (suche auf das Vergehen der Väter bei den Kindern, bei den Enkeln und deren Kindern unter meinen Hassern) als: Ich halte die Strafe bis zur vierten Generation zurück, gebe so lange den Nachkommen Gelegenheit, das Vergehen der Väter wieder gut zu machen. Erst wenn Alle daran festhalten, gibt es dafür die Quittung.

        Raschi macht übrigens darauf aufmerksam, dass das zweite Gebot „Lo jihejé lechá Elohim acherim al Panáj ‒ Du wirst keine anderen Götter haben vor meinem Angesicht

        לא יהיה לך אלהים אחרים על פני

        natürlich nicht heißt, dass es andere Götter außer dem Einen gäbe, sondern dass man Andere nicht zu Göttern machen darf. Welche Andere? Interessante Frage, nicht?

        Kaffee-Pause ?

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      • Bachatero schreibt:

        Ja, please, dann genieße den Schabbes und dann sehnmer weiter. Vielleicht finden wir ja anschließend noch was, bis der anti3anti uns rauskickt. Ich weiß nicht, ob man sich Haschem so „vorstellen“ muß, das er widerspruchsfrei aus meiner Sicht sei? Diese Eigenschaften, die da widersprechen, sind ja menschliche, Ari hat mal was dazu gesagt (keine Eigenschaften!?). Widerspricht heiß denn kalt? Verschiedene Grade derselben Sache (Temperatur), subjektiv aber u.U. Leben oder Tod. Widerspruchsfrei muß man nur bei Ayn Rand sein😉 .

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      • Aristobulus schreibt:

        * kocht einen KFH-Turki🙂 *

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      • schum74 schreibt:

        Der Antwort vierter Teil –

        Korrektur: Wie sind immer noch beim zweiten Gebot, haben das dritte nicht berührt und werden es heute nicht berühren.
        Das zweite, das mit „Lo jihejé lechá Elohim acherim al Panáj (Du wirst keine anderen Götter haben vor meinem Angesicht) beginnt, zieht sich über mehrere Sätze hin. Sorry fürs Durcheinander.

        Hier noch einmal unser Zweites:

        Du wirst keine anderen Götter haben vor meinem Angesicht. Du wirst dir keine Statue machen und jedwedes Bild … Du wirst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen keinen Kult erweisen denn ich bin Haschem, dein Gott, ein eifersüchtiger Gott, suche auf das Vergehen der Väter bei den Kindern, bei den Enkeln und deren Kindern unter meinen Hassern und erweise Güte den Tausenden, die mich lieben und meine Gebote einhalten. (Ex 20, 3-6)

        Nach meinem Verständnis bezieht sich „pokéd Awón Awót al Banim…“ (suche auf das Vergehen der Väter bei den Kindern, bei den Enkeln und deren Kindern unter meinen Hassern) ausschließlich auf Götzendienerei. Das ist das Vergehen (Awon), von dem einzig die Rede ist. Daher die ‚Eifersucht‘. ‚Awón‘ steht nicht irgendwo in der Landschaft, sondern innerhalb des Gebots, das sich mit diesem einen Thema beschäftigt.
        Die ganze Frage ist: Was ist Götzendienerei heute? Unterwerfung unter eine Ideologie, die zu Ideen- und Personenkult verleitet? Jenseits des Verbots merkt ein Jeder, dass so was nicht gut tut. Von den Folgen erholt man sich nicht in einer Generation: siehe aktuell den Islam und den europäischen, aber vor allem deutschen Angelismus. Jeder ‚Fremdling‘ ist der Andere, dem man zu huldigen hat.

        Nur zur Sicherheit: Die mündliche Tora legt das Gesetz fest, sofern es das Tun betrifft. Alles Übrige ist frei. Jeder mit einem min. IQ und Interesse ist aufgerufen, Textdeutungen beizutragen (dixit mein Raw). Was wir hiermit getan haben.

        Doch, Bachatero, ich weiß Luther zu schätzen. Kann man sagen, dass er nach dem MA die deutsche Literatur erneut gegründet hat? Ein Riesensprachtalent gepaart mit der notwendigen Sinnlichkeit. Was sagst Du zu der Briefanrede: „Meiner lieben Hausfrauen Katherin Lutherin, Doktorin, Säumärkterin zu Wittenberg, meiner gnädigen Frauen zu Händen und Füßen“? Das ist schon Büchner, nicht? Der Mann hatte alles für sich: Mut, Geist, Lebensfähigkeit. Was hatte er nötig, sich mit Judenhass zu besudeln? Ein Jammer, wirklich.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Danke Schum, und ich werde es noch gründlicher lesen und zu durchdenken haben.

        Heute nur ganz kurz noch, wegen leider gerade wenig Zeit: Lästerlich fand nicht ich meine Rechnung, sondern das war der pastörliche Kommentar dazu, den ich eben leider, mangels Sprachkenntnis, nicht passend kontern konnte. Ich selber halte es nie für falsch, was nachzurechnen, nachzuschlagen, zu prüfen und zu bezweifeln…

        Ad kann doch auch die Richtung dahin bedeuten, also nicht unbedingt, dass man die Quellen auch erreiche? Und natürlich nur christlich gesehen, da aber doch immerhin, im Vergleich zu dem zeitgenössisch dogmatisch-katholischen ein Streben nach Eigenverständnis, Schriftbezug, ein Zug in diese Richtung, der freilich eben einen unterrichtenden evangelisch-lutherischen Pastor Jahrhunderte später nicht hinderte, meine Rechnung lästerlich zu finden und damit das Sklavenhaus doch auch irgendwie wieder aufzusuchen.

        Anfang der Woche mehr, für jetzt bonne n8!

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  8. mike hammer schreibt:

    Flüchtlinge beschimpfen und berauben Juden
    Ein ICE fährt auf das Fährschiff „Prins Richard“ der Reederei „Scandlines“ am Fähranleger in Puttgarden auf Fehmarn. © dpa-Bildfunk Fotograf: Carsten RehderFlüchtlinge sollen auf dem Fährbahnhof in Puttgarden einen Juden ausgeraubt haben.
    Zwei Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan sollen einen Juden aus Frankreich auf der Insel Fehmarn beschimpft, bedrängt und beraubt haben. Nach Polizeiangaben hatte das 49 Jahre alte Opfer eine Kippa getragen und war somit am frühen Sonnabendmorgen im Warteraum des Fährbahnhofs Puttgarden als Angehöriger des jüdischen Glaubens erkennbar. Der 30-jährige Syrer und der 19-jährige Afghane sollen den Geschäftsmann als Juden erkannt und beschimpft haben. Anschließend sollen sie ihn zu Boden gerissen, auf die Hand getreten und ihm eine Umhängetasche mit Bargeld, EC-Karte, Bahnticket und Mobiltelefon gestohlen haben.

    Täter kurze Zeit später festgenommen

    Nach Erkenntnissen der Polizei war den beiden Flüchtlingen zuvor wegen fehlender Reisepapiere die Einreise nach Dänemark verweigert worden. Sie machten sich nach dem Vorfall mit dem Zug auf den Weg zur Erstaufnahme für Flüchtlinge in Neumünster. Soweit kamen sie allerdings nicht. Beamte nahmen das Duo noch im Zug fest. Am Sonntag erließ ein Lübecker Gericht Haftbefehl gegen die beiden Männer. Er wurde unter Meldeauflagen aber außer Vollzug gesetzt.

    Dieses Thema im Programm:
    NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.01.2016 | 16:30 Uhr

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    • mike hammer schreibt:

      Marseilles: Jew targeted in anti-Semitic machete attack

      Jewish teacher attacked by machete-wielding teen on his way to school near community synagogue in Marseilles.

      A terrorist stabbed Benjamin Amsalem, a local Jewish school teacher, who was on his way to work on Monday morning. Amsalem, who is a teacher at the Louis Pasteur school was stabbed in sector-9 of Marseilles outside a local synagogue.

      Amsalem suffered light wounds on his hands.

      The terrorist, who has been apprehended by local police is a 16 year old Muslim. It is rumored that he suffers from a mental disorder. However, the Jewish community fears that this is an anti-Semitic attack.

      The Chief Rabbi of France, Rabbi Haim Korsia, is expected to speak to Amsalem later today, after he visits with the relatives of the victims of last year’s Hyper Cacher attack.

      Tzvi Amar, the President of the Jewish Community in Marseilles said that as of now, Amsalem is receiving medical treatment for his wounds which were very light. He also said that Amsalem was lucky to have received only light wounds as he had attempted to fight off his attacker.

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    • Jan schreibt:

      Die beiden Herzchen gehören damit jetzt zu den zahlreichen „Polizeibekannten“. An ihrer weiteren Karriere als Räuber und Judenschläger soll dies natürlich nichts ändern. Es ist halt nur, weil hier alles seine Ordnung haben muss.
      Für einen Leser, der dem NDR einen Kommentar schrieb, sind – O Wunder – nicht die Juden schuld, sondern die Dänen, die die Beiden vorher nicht haben einreisen lassen. Er kann daher deren „Reaktion“ (!) verstehen.
      Warum kann man nicht wenigstens solche Spackos ausweisen? Nur wohin?

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  9. Hessenhenker schreibt:

    Andere könnten meinen, das Christentum bereite dem Islam den Boden.
    Deshalb wäre eine Wiedereinführung des Missionsverbots für noch nicht infizierte Länder die einzige Rettung.

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    • aurorula a. schreibt:

      Wenn jetzt allerdings die Muselmanen statt zu missionieren gleich Djihad betreiben und die Leute nicht beschwatzen sondern umbringen ist auch keinem geholfen.

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @aurorula a.: „… und die Leute nicht beschwatzen sondern umbringen ist auch keinem geholfen.“

        Außer denen, die dieses Vorbild aufgreifen und ihrerseits umbringen, was ich ausdrücklich für einen Aspekt halte, nicht für eine Gebrauchsanweisung!

        Gefällt 2 Personen

      • mike hammer schreibt:

        Es ist Immer das selbe Schema.
        ______________________________________________________
        also ablauf des islamdings
        _______________________________________________________
        Hidjra- Auswanderung(flucht) nach mohammels vorbild ins Kuffar(ungläubige) land.

        Dawa- einladung zum Islam (einladung ins Paradies)

        [wird der Dawa moslem abgewiesen, sieht mans als vertreibung]

        nun Kommt Jihad.

        _________________________________________________________

        es ist unumkehrbar, war nie anders und es ist unverhandelbar.

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      • Hessenhenker schreibt:

        Unumkehrbar ist es nur, weil „christliche“ Mächte die Umkehr verhindern.
        Angefangen damit haben die Engländer in Indien, gerade als es dort kippte.

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      • mike hammer schreibt:

        # Hessenhenker
        Unumkehrbar bedeutet nicht das es Unschlagbar ist, man kann denen
        so in den Hintern treten das sie in Mecka Glockentürme hinstellen und
        freiwillig in Homoehe leben, das Spagettimonster anbetend.
        Man muß es nur wollen, ziehst du sie am Ohr
        brüllt es Effendy, nein Bruda…..

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      • Hessenhenker schreibt:

        Immer, wenn Israel von Armeen angegriffen wurde,
        kam die UN angerannt und hat verhindert, daß der Rückschlag zu weit erfolgte.
        Das wäre auch nicht anders, wenn China die Terroristen dorthin verfolgt, wo sie herkommen. Die USA würde verhindern, daß das Problem gelöst wird.

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      • mike hammer schreibt:

        ist nur der fall bei israel, keiner hat auf die UN gehört als z.b. deutschland
        belgrad bombte wegen dem kosovo krieg. wie gesagt, man kann,
        man kann die UN zumachen.

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      • aurorula a. schreibt:

        UN zumachen gefällt mir.

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      • Aristobulus schreibt:

        Gutt, es sey, denn das haben wir so beschlossen jezze.

        P.S.
        Noch zwei Dinge, die belegen, dass die UNO bislang keinen einzigen Krieg nicht nur verhindert, sondern Kriege gefördert hat:
        – Ruanda 1994, als der Vorsitzende Kofi Annan dem Chef der UN-Truppen (General Roméo Dallaire) wiederholt verbot, sich einzumischen, worauf das Massakrieren erst so richtig losging, bis eine Million Tutsis abgeschlachtet waren. Dallaire hat ein Buch darüber geschrieben. Es belegt diese Grauenhaftigkeit.
        – Putins Vorgehen in Grosnyi, als er die Stadt dem Erdboden gleichmachen ließ nebst zehntausenden toter Zivilisten, und was tat die UNO derweil: Nichts. Außer wieder Resolutionen gegen Israel zu erlassen, weil die Israelis es gewagt hatten, sich im Kleinkleinen gegen Terror zu wehren.

        Gefällt 2 Personen

      • Aristobulus schreibt:

        pardon, da fehlt ein Nicht: … keinen einzigen Krieg nicht nur NICHT verhindert hat, sondern…

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      • aurorula a. schreibt:

        (das nicht habe ich jetzt einfach gedanklich ergänzt. ich habs nicht mal gemerkt🙂 In diesem Sinne: gute Nacht! )

        Gefällt 1 Person

      • mike hammer schreibt:

        Übrigens, Obama-Hussein Al Bracki möchte UN Generalsippkopf werden. N8

        Gefällt mir

      • Aristobulus schreibt:

        Soll er doch. Er soll ’ne knappe Woche da den großglänzenden Vorsitzenden spielen, woraufhin man ihm dann den Laden zumacht. Zum Ausräumen des Obamabüros vorm Abriss des hässlichen Glanzgebäudes kriegt er’n Karton für seine Sachen (Orden, Arafatfotos, buntes signiertes Bild vom saudischen Oberkönig, gerahmtes Friedenspreisding, gedruckte eigene Reden, halt für das, was er da so rumhängen gehabt haben wird. Zum selber Raustragen.)
        Pleite wird er gehen, ganz groß und ganz glänzend.

        N8!

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  10. mike hammer schreibt:

    Clinton mulled secret plan to spark Palestinian unrest

    Clandestine plan was created in 2011 by her then-advisers to push the Israeli government back to the negotiating table with the PA.

    Four years ago, then-secretary of state Hillary Clinton considered a secret plan created by her advisers to clandestinely foment unrest among Arabs in Judea and Samaria, in order to push the Israeli government back to the negotiating table.

    The revelation arises from emails released as part of the investigation into the Democratic presidential frontrunner’s private email server.

    The Washington Free Beacon reported Monday that in a December 18, 2011, email, former US ambassador to Israel Thomas Pickering suggested that Clinton consider restarting peace negotiations by stirring up Palestinian demonstrations against Israel.

    Pickering described the idea as a potential “game changer in the region.” Clinton reportedly asked that his email be printed.

    http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/206290#.VpQNO_nhCM8

    Gefällt 1 Person

  11. Hessenhenker schreibt:

    Wenn die UN zugemacht wird, kann ich dann einen Teil des deutschen UN-Zuschusses als Ersatz für den beim Nazifotzenbrandanschlag verursachten Schaden bekommen?
    Oder geht dann wieder alles nur in Schäubles Schublade?

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  12. Dante schreibt:

    …was dem heutigen Islamischen Staat ungefähr entspricht, den jetzt auch Deutschland bekämpft, indem es den türkischen Verbündeten Informationen darüber gibt, wo Kurden kämpfen, damit die Türken unsere kurdischen Verbündeten gegen den IS umbringen.

    Einstein hatte eben Recht. Nur zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit – beim Universum war er sich nicht ganz sicher.

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    • mike hammer schreibt:

      # Dante
      es sind einfach beamte, kurden sind freund, türken sind nato also +freund+
      worauf türken feinde killen, schema-f das der feind der türkischen ++freunde
      die kurden sind spielt keiner rolle das eine andere
      handhabe nicht vorliegt.

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  13. mike hammer schreibt:

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  14. mike hammer schreibt:

    deutschland ist vom terror der ISlampandemie
    schwer getroffen worden, 10 tote und etliche verletzte
    in istanbul, der islamane suchte sich gezielt touristen als opfer.

    mein beilei den hinterbliebenen der opfer und genesungswünsche an die verletzten.😦

    Gefällt 2 Personen

  15. mike hammer schreibt:

    für # Aristobulus.
    bill maher wird erwachsen?

    Gefällt 3 Personen

  16. mike hammer schreibt:

    gelernt ist gelernt frau m e r k e l

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