Wer ist ein Terrorist?

Die bekannteste Luther-Theologin Margot Käßmann mahnt an, nicht mit Rache und Hass auf die Anschläge von Brüssel zu reagieren.

Jesus hat eine Herausforderung hinterlassen: Liebet eure Feinde! Betet für die, die euch verfolgen!

Nun weiß jeder Abendländer, dass Jesus Frieden gepredigt, jedoch furchtbare Kriege entfacht hat. Für einen Gott der Beweis, dass Er weder allwissend, noch allmächtig ist – oder kein Gott.

Doch lassen wir Jesus beiseite und konzentrieren wird uns auf Käßmann, die in die moralischen Fußstapfen ihres Angebeteten tritt. Es geht hier nicht darum, was Jesus gesagt oder gemeint hat oder auch nicht, sondern was Käßmann daraus fabriziert.

Zunächst geht die Bischöfin davon aus oder befürchtet zumindest, dass die Islamisten unsere Feinde sind und uns hassen. Das darf ein europäischer Christ aus Brüssel, der gerade einen wertvollen Teil seiner Familie verloren hat, so sehen, auch wenn es eine persönlich gefärbte Einstellung ist, die nicht zutrifft. Der Islamist, der im Namen seines Gottes mordet, hasst nicht den Christen. Er liebt alle Christen! Der Islamist weiß, dass der Christ, so er nicht bereut, nach seinem Tod in aller Ewigkeit in der Hölle schmoren wird. Es gibt nur einen Ausweg, der Rache Allahs zu entgehen: Man bekenne sich zum Islam (frau auch). Die Terrorattacken in Brüssel, Paris, London etc. verfolgen nur ein Ziel: Christen, gebt euren falschen Glauben auf und werdet Gläubige, also Muslime. Das Leben auf Erden ist zwar anschließend für die meisten Muslime erbärmlich, dafür kurz. Anschließend bekommen alle Rechtgläubigen lebenslänglich Paradies: Jungfrauen, Alkohol, IPhones …

Wir erkennen nun, dass es für ungläubige Christen keinen vernünftigen Grund gibt, mit Rache und Hass auf die islamistischen Anschläge von Brüssel zu reagieren. Christen müssen mit Liebe und Dank reagieren und mit dem Übertritt zum Islam. Ob Käßmann noch vor dem Lutherjahr als loderndes Beispiel vorgeht?

PS:

Laut offiziellen Verlautbarungen aus dem Friedensstaat Palästina steckt Israel hinter den Brüsseler Anschlägen. Schließlich steht Brüssel hinter den berechtigten Forderungen der Palästinenser nach einem unabhängigen Terrorstaat, der das Ende des Judenstaates einläuten soll. Sollte diese Annahme zutreffen oder von der EU übernommen werden, steht einer Aussöhnung zwischen dem IS und der EU in Brüssel nichts mehr im Wege. Nach Palästina wird die EU konsequenterweise den IS anerkennen. Hierfür hat der IS signalisiert, dass er für eine noch zu bestimmende absehbare Zeit damit einverstanden ist, wenn Käßmann ihrem Irrglauben nachgeht.

Erschienen unter

https://www.fischundfleisch.com/anti3anti/wer-ist-ein-terrorist-18317

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198 Antworten zu Wer ist ein Terrorist?

  1. Bachatero schreibt:

    Also Rache und Hass muss nicht nur nicht sein, es führt ja auch zu nix. Aber gnadenlose Härte und militärische Präzision und Einsatz aller Mittel and full metal jacket, das schon. Cromwell soll gesagt haben: Trust in God and keep youyr powder dry – der Mann war schließlich Christ.

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    • mike hammer schreibt:

      wer interessiert sich für die weltsicht der schnapsdrossel?
      jede schandtaat ist der anderen wert, das ist stammeskrieg
      und da gilt auge um alle feindlichen köpfe und ebensoviele
      um ein zahn.

      willst du ruhe müssen sie dich fürchten denn liebe hält nicht immer ewig.

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      • Aristobulus schreibt:

        Pardon – doch nochmal eine halbe Frage wegen der Schiböfin Käßmann.

        Was genau versteht sie unter Liebe:
        – Bezogen auf sich selbst versteht sie darunter eine Waffe, um damit Andere totzulieben oder sie so zu beschämen, dass sie ihrerseits Käßmannchristen werden, um dann wieder Andere totzulieben oder sie so zu beschämen, dass sie. Usf. Liebe sei also um’s Totmachen Willen da.
        – Bezogen auf Andere versteht sie darunter Sadismus, also Massenmorde um der Konversion und um der ewigen Seligkeit Willen, weswegen die Terroristen also aus Liebe 31 Passanten zerfetzt haben.
        – Bezogen auf Mitchristen sieht sie die Liebe als Gebetszwang: Die haben gefälligst Julius Streicher und Darth Vader zu lieben.
        – Bezogen auf den dérangierten Rest und auf den Kern des Selbsts: Verstehen wir denn nicht, dass jemand so käßmännisch Verschämtsadistisches einfach schluggn-schluggn-schluggn muss, um sich selber noch grad so zu ertragen?
        Doch, das verstehen wir.

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      • mike hammer schreibt:

        ich glaub sie hat HIV&Syphilis womit sie Terroristen anstecken mag

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      • Aristobulus schreibt:

        … ’s wird deutlichst schlymmber sein: Der Dame ist alles, aber auch alles egal.

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      • mike hammer schreibt:

        es ist jedenfalls unmenschlich wie sie der moslemiker speichel leckt,
        ihre füße küsst und sich erniedrigt die amtskirche,
        priamos wollte ja wenigstens den
        leichnam von hektor,
        es ist widermenschlich.

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    • manfredklaus schreibt:

      Israel musste schon vor 3000 Jahren seine Felder und Weinberge mit der einen Hand bearbeiten, mit der anderen die Waffe bereithalten, um die neidischen hassenden Mitbewohner des Landes abwehren zu können.

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      • mike hammer schreibt:

        haben damals alle müssen und ob es da weinberge gab bezweifle ich,
        eher wohl einige felder, die waffe diente zum schutz vor feind und tier.
        eisen war da der letzte schrei und wer es sich leisten konnte trug
        einen helm zu seinem schild.

        man sollte sie sich in etwa so vorstellen, wenn auch nicht von der hautfarbe.

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      • Bachatero schreibt:

        Ist das jetzt ein echt authentisches Foto aus dem Familienalbum? Die Farben lassen da oft nach mit der Zeit.

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    • aurorula a. schreibt:

      Pardon – doch nochmal eine halbe Frage wegen der Schiböfin Käßmann.
      Was genau versteht sie unter Liebe:

      Grade eben habe ich diesen Artikel gelesen: http://www.israellycool.com/2016/03/27/special-guest-post-mark-pellegrino-sounds-off-on-the-arab-israeli-conflict/ und denke mir, daß es mindestens genauso interessant ist sich zu fragen, was sie unter gut und böse versteht. Oder wenigstens unter richtig und falsch, schließlich handeln Leute nicht nach den Abstrakta gut und böse, sondern nach dem was sie konkret als richtig ansehen (meistens, zumindest).

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  2. schum74 schreibt:

    „Der Islamist, der im Namen seines Gottes mordet, hasst nicht den Christen. Er liebt alle Christen! Der Islamist weiß, dass der Christ, so er nicht bereut, nach seinem Tod in aller Ewigkeit in der Hölle schmoren wird.“

    Der Islamiker hasst nicht den Christen. Das glaube ich auch. Doch kümmert den Islamiker das Schicksal seiner toten Opfer? Wohl kaum. Der Akbarist mordet nicht, um Christen die ewige Dschehenna zu ersparen. Er mordet nicht, um Seelen zu retten. Das ist ein christliches Motiv, kein mohämmisches. Der Akbarist mordet, um zu siegen: vollständig, unbestritten, bis die ganze Welt Allahs ist.
    Nein, Hass ist es nicht. Der Akbarist schwankt, wie mir scheint, zwischen Neid und Verachtung. Was ihm sein Wüstenprophet für später in Aussicht stellt: blühende Landschaften, Jungfrauen, Alkohol…, das hat der Ungläubige schon jetzt. Weshalb man den Ungläubigen nicht genug verachten kann. Affen, Schweine, unreine Tiere allesamt.

    Aber auch diese Schilderung trifft nicht die Verfassung der Terroristen aus dem Mittelstandsmilieu oder sozial noch höheren Schichten; und erst recht nicht die Verfassung der Konvertierten. Das Paradies auf Erden haben/hatten sie ja schon. – Oder doch nicht?

    Was braucht der Mensch noch außer Fressen und Ficken? Richtig: Sinn. Einen Sinn im Leben. Den gibt dir der Dschihad. Du hast einen Auftrag, dafür kämpfst du bis zum Tod.
    Im Niedergang des Christentums und im Niedergang der großen Ersatzideologen (Kommunismus, Faschismus) liegt vielleicht die größte Gefahr für den Westen: seine leerlaufenden Söhne und Töchter brauchen Ersatz für den Ersatz. Sie könnten ihn im Islam finden.
    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein: Wer hätte das gedacht?

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  3. schum74 schreibt:

    Auch wenn die Passage über die mohämmische Christenliebe ironisch gemeint war – sicher war sie das –, ändert das nichts an der Nützlichkeit einer Motivanalyse.
    Was, zum Teufel, bringt Leute dazu, weltweit beinah täglich, und im Westen immer häufiger, Andere zu entleiben? Man kann natürlich sagen: Mir doch wurscht, was Nazis glauben oder nicht glauben – Hauptsache mein Pulver liegt im Trocknen. Aber, was ist, wenn zu Wenige bereit sind, von ihrem Pulver Gebrauch zu machen? Wenn die Akbaristen nicht nur bezwingen und einschüchtern, sondern auch verführen? Weil sie das haben, was Millionen in Europa nicht haben: einen Glauben. Kann man schon den deutschen Bewillkommnern ansehen, wie happy sie sind, was Sinnvolles gefunden zu haben. Das werden sie sich nicht nehmen lassen. Das Hochgefühl, das Richtige zu tun, die Gestimmtheit des Unentbehrlichen. Was können dagegen deine Sorgen, deine Warnungen? Aus dir spricht der Satan, der Rassist, der Phobe an sich. Du bist der Dunkle, er ist der Helle. Und diese noch Käßmannsche Befriedigung, Caritas zu üben, ist noch nichts gegen die Befriedigung, für das Gute zu töten und getötet zu werden. Die ist wie 40%-Rum gegen 90%-Rum. Qui vivra verra.

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    • schum74 schreibt:

      Ein toller Artikel übrigens. Danke.

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    • Bachatero schreibt:

      „Kann man schon den deutschen Bewillkommnern ansehen, wie happy sie sind, was Sinnvolles gefunden zu haben. Das werden sie sich nicht nehmen lassen.“ Never ever, denn in den Abbiss des Entschwundenen muss was rein, es geht nicht anders, wir sind Menschen. Gutmenschentum, -ismen, alles verstrahlte Mutanten eines einstens Gewesenen, weder Engel, noch Teufel, aber des Eigenen. Wenn das mal weg ist, dann hilft kein Gott mehr, nur noch Alla, basta.

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    • aurorula a. schreibt:

      Du bist der Dunkle, er ist der Helle.
      Wenn ich Batman bin und er der Luzzie bin aber auch ich dunkel und er hell… [/offtopic-Bemerkung]

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    • Gutartiges Geschwulst schreibt:

      @schum74: „Was, zum Teufel, bringt Leute dazu, weltweit beinah täglich, und im Westen immer häufiger, Andere zu entleiben? … Das Hochgefühl, das Richtige zu tun, die Gestimmtheit des Unentbehrlichen.“

      Nein, liebe @schum74, was diese Kreaturen antreibt, ist nicht das Hochgefühl, das Richtige zu tun, sondern das Hochgefühl ihre widerlichen Triebe ausleben zu können, unter scheinheiliger Berufung auf einen ebenbürtig säuischen Gott, Allah geheißen.
      Menschen, sofern sie Menschen sind, haben Mitgefühl angesichts leidender Menschen, keine Machtgelüste oder erigierten Schwänze. Letztere können nicht aus göttlichem Befehl erfolgen, sondern nur aus eigenem Drang.

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      • Bachatero schreibt:

        Jeder Gott hat die Gläubigen, die er verdient.

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      • aurorula a. schreibt:

        Was nichts darüber aussagt, ob er nur die hat, oder andere auch nehmen muß.

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      • aurorula a. schreibt:

        (letzteres bezog sich nicht auf das Lah, das eine Maus ist, natürlich.)

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      • Bachatero schreibt:

        Je nachdem, wie einer als Gott so ist, hat er es schwer jemanden zu finden, der ihn nimmt. Der Alla stände ohne seinen Mohaemme im Staub (Regen gibt’s ja nicht in der Wüste) und dieser, passend zu sich und Alla, hat dann die richtigen feligreses zusammengesucht. Die Juden haben ja damals schon (dankend?) abgelehnt.

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      • Aristobulus schreibt:

        Während Mohämme schwitzend begierig nach Eigenem und immer Eigenerem also Sure um Sure ausschwitzte und ausspie und so, hockte Allah himself bebend auf einem wüsten Hügel, lauschte, bebte, bebte wieder und rief verzagt und immer verzagender, ach mach das doch nicht!, bitte!, sei nich‘ meschigge, Momo!, komm zu dir!
        Aber weil Momo einfach nicht hören wollte, kam Allah zu eben solchen und also zu nix.

        Bei den Christen war es wohl anders, aber wie, weiß man immer nicht genau, weil dazwischen zu viele dunkle Jahrzehnte und abreißende Evangelien und moorige Johannesapokalypsen liegen, und obschon Ho’Schejm wohl versucht haben könnte, da noch Stellen und weitere Stellen und überhaupt sehr viele Stellen zu ändern oder besser zu verhindern!, flatterten ihm andauernd so eine wildgewordene weiße Taube und asoj a meschiggener Jid mit komischem Heiligenschein dazwischen, und je mehr Ho’Schejm sie auch wegwedelte und lieber was verhindern wollte, nope!, die tanzten einfach weiter Kasatschok. Woraufhin dann die heilige Teresa von Ávila und auch jene von Konnersreuth und bis zuletzt die heilige Margöttin von Käseburg usf. das Taubenwedelflattern ganz besonders und das Heiligenschein-Bumerangwerfen des meschiggenen Jidn ganz besonders besonders fanden & finden, und ach, sie kommen und kommen nicht drüber weg.

        Dabei war ursprünglich alles ganz gut gegangen!, Moische auf dem großen Berg hatte ja nicht so völlig Alles an den Steintafeln selber gemacht und so, und die Jidn unten haben zwar seitdem kaum was davon befolgt, aber zwischendurch haben ein Raschi und ein Gaon von Wilna und ein Emanuel Lévinas usw. usf. dann doch mal wieder nachgelesen, was da auf den Tafeln überhaupt so draufstehen könnte, wenn ihre Zeit und ihre Ferien und ihre Frauen es zuließen.
        Nur gab’s dann immer wieder so Jidn wie Noam Chomsky, Karl Radek, Trotzki und Shlomo Sand und so, die nichtmal auf ihre Frauen hörten, sondern dauernd auf ein erratisches Ding, das Marx heißt, und deren Verstand sich desob in Dauerferien wälzte. Tja.

        Weswegen sowas von sowas kommt.

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      • Bachatero schreibt:

        Traurig das. Wer mochte da noch Gott sein. Vielleicht hört man deshalb schon lange nix mehr von denen und man hat nur noch die Käsefrauen und -männer am Hals und nicht mal den wird man noch lange behalten können.

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      • Aristobulus schreibt:

        Jedes Décolleté ist in diesem Sinne vom Übel.
        Diese da wissen’s und passen auf:

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      • Bachatero schreibt:

        Ja, wenn diese herrlichen Rollkrägen aus Kevlar wären … aber sie werden eher aus Kevelaer sein.

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      • schum74 schreibt:

        „… was diese Kreaturen antreibt, ist nicht das Hochgefühl, das Richtige zu tun, sondern das Hochgefühl ihre widerlichen Triebe ausleben zu können“

        Nein, GG., das glaube ich nicht: Wer seine Triebe nur ausleben will, geht dafür nicht freiwillig in den Tod.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Hmmh, dafür vielleicht schon, aber nicht dazu?

        Wobei, weiß man da näheres über die Beschaffenheit dieser Triebe? Und über die Zielrichtung und Verbogenheiten, die sich aus jahrelangen äußersten, vor primär legitimen Zielen errichteten Verbotenheiten so ergeben können? Bei Prügel als, mindestens, Bestandteil innerfamiliär wie koranschulisch downgrade gerichteter Kommunikation, wo nicht gar als deren Ersatz?

        Daraus möcht sich schon eine starke Note Abscheulichkeit und Abscheu in der M#elange ergeben können und eine Verknotung mit eben Gewalt, scheint mir.

        Die eiigene Verantwortung für die eigene Erektion… Erstens: siehe oben, und zweitens sieht man die dorten nicht, da alles Allahs Wille sei.

        Es bleibt also schwierig.

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @schum74: “Nein, GG., das glaube ich nicht: Wer seine Triebe nur ausleben will, geht dafür nicht freiwillig in den Tod.

        Vielleicht haben Sie recht, liebe @schum74. Doch für welche Verheißung geht der fromme, islamische Märtyrer in den Tod? Sein erwartetes Paradies ist ein ewig währendes Bordell mit natürlich erneuerbaren Jungfrauen. All you can fuck, Allah pays!*
        Ist das wirklich noch Religion, keine Triebhaftigkeit?

        *Wahrheit kennt keine Geschmacksfragen.

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      • schum74 schreibt:

        Nicht die Jungfrauen sind erneuerbar, lieber GG. – die Jungfernhäutchen sind es. Versprechen Sie sich nicht zu viel!

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      • Bachatero schreibt:

        Alla betriebt eine ökonomisch nachhaltiges Jungauen recycling Paradies. Ich habe den Verdacht, das es insgesamt nur 70 sind und die Klapptuerer es wegen der Schleier gar nicht merken. Außerdem gucken die sowieso nicht auf die Gesichter, nur auf die Hymen und die sind immer frisch von heute, wogegen die Virgonen hunderte von Jahren aufm Buckel und 1000e von Klapptuerern intus haben. Wattn Beschiss bei diesem Alla.

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @schum74: „Nicht die Jungfrauen sind erneuerbar, lieber GG. – die Jungfernhäutchen sind es. Versprechen Sie sich nicht zu viel!“

        Abgesehen davon, dass mein Alter eine gewisse Bescheidenheit erzwingt, bin ich noch nicht einmal Moslem. Insofern halten sich meine Selbstversprechungen in realistischen Grenzen.
        Ihre Kommentare sind höchst lesenswert!

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  4. mike hammer schreibt:

    Was würdet Ihr zu einem Affen sagen der in mitten des gedenkplatzes in Brüssel Plastelina brüllt?

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    • Clas Lehmann schreibt:

      Passt zu den Leuten mit der Fahne unter den Füßen und dem Lappen am Stiel in der Hand…

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      • mike hammer schreibt:

        # Clas Lehmann
        komisch das es nie in der tagesschau kommt.
        es ist zeit aus pflügen schwerter zu schmieden.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Und immerhin hat man ihn, auf einem anderen Video sieht man das, hinweg geführt, zwei Beamte, und sie sahen nicht sehr freundlich und mit reichlich abgebröckeltem Verständnis auf ihn. Wie auch Umstehende, Trauernde, Gedenkende sich doch immerhin missgefällig äußern.

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  5. aurorula a. schreibt:

    Wenn die Käsefrau hier von „Liebe“ spricht, dann meint sie wohl so eine Art Stockholm-Syndrom. Darum strickt sie noch einen esoterischen (respektive, als Bischäfin, pseudotheologischen) Überbau nach der christlichen Definition – aber im Grunde hat das worauf sie hinauswill eben soviel mit „Liebe“ zu tun wie Stockholm-Syndrom im individuellen. Daß sie Liebe definiert (nach der Definition die sie kennt) macht ein kollektives identifizierendes Anschleimen an jemanden der einen (metaphorisch oder tatsächlich) im Würgegriff hat noch lange nicht dazu. Genau wie es jede andere Definition von Liebe auch nicht täte.

    Hier aber liegt das Problem. Wenn sie als Bischöfin das tut (und nicht z.B: als entführte Privatperson) macht es das schon quasioffiziell. Es gibt auch Christen die sich als Anhänger Christi und nicht des Christentums sehen (soll heißen sich ihren eigenen Kopf machen, unabhängig von Autoritäten) – Das Gewissen der übrigen die das nicht so sehen nimmt sie damit selbst wieder in Geiselhaft wenn sie mit Definitionen von „gut“ und „böse“ um sich schwafelt. Selbst wenn sie – sollte das wirklich in die Richtung Stockholm-Syndrom gehen und nicht nur im übertragenen Sinne (weiß ich ja nicht) – vielleicht garnicht anders könnte. Wenn sie anders könnte ist sie dafür zu verurteilen!

    Das waren die druckreifen zwei Minuten, kürzer gesagt ist die Frau einfach durchgeknallt, bösartig oder himmelschreiend uninformiert. Oder bösartig.

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    • Bachatero schreibt:

      Zu viel Profil und Analyse für den arme alte Frau, auro, sie ist verwirrt – die hat ihren „Glauben“ liquidiert, er zerfließt zwischen ihren Händen und rinnt nun als Alk in ihr bischöfliches Maul und als Käse daraus hervor. Schahudder.

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      • Aristobulus schreibt:

        Ja, und sie ist so jenseitig selbstbezogen, dass sie mitten im glaubensabgegebenen Loch nicht einmal das erhalten will, das Andere aufgebaut haben. Sie sieht es nichtmal.
        Dabei schreibt sie jedoch Ratgeber , einen Ratgeber nach dem Nächsten. Die Dame gibt Ratschläge? Drin geht es oft um Tod.

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      • Bachatero schreibt:

        „Gib nicht den Weibern deine Kraft, noch deine Wege den Verderberinnen der Könige“ , aber vor schlymmen Käseweibern hüte Dich dreifach, denn aus ihrem Maul kommt nicht Rat und Weisheit sondern stinkenden Ideologiekäse und ihr weindunstiger Atem reißt Dich in den Scheol. Und kauf‘ Dir bloß keinen Ratgeber der käsigen Pissschöffin, sondern spring lieber gleich von der Bordsteinkante oder rauch‘ Crack.

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      • Aristobulus schreibt:

        Ach, man sollte sich nur noch mit schön sinnvollen Dingen Umgang pflegen, und naturgemäß mit dem treuen Smith und dem freundlichen Wesson.

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      • Bachatero schreibt:

        … ungleich effektiver, als Dupont & Dupont.😉

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      • Aristobulus schreibt:

        …pardon, ein ’sich‘ wegsicheln bidde. Das soll da nich‘.

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  6. aurorula a. schreibt:

    Wer ist ein Terrorist?

    Das fragt Pamela Geller auch. Weniger sich, mehr die belgische Polizei:
    http://pamelageller.com/2016/03/teacher-tweets-muslim-students-cheered-brussels.html/

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    • Aristobulus schreibt:

      Danke, Gutartiges. Da redet jemand der Käßmannischen mitten hinein ins nichtvorhandene Gewissen. Wer hätte gedacht, dass ein Artikel just bei PI so den Nagel auf Selbigen trifft🙂

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @Aristobulus: „Wer hätte gedacht, dass ein Artikel just bei PI so den Nagel auf Selbigen trifft?“

        Na eben. Ausgerechnet in dieser Kloake!

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  7. schum74 schreibt:

    Kann sich jemand an den erstmals 1924 erschienenen Fotoband „Krieg dem Kriege!“ von Ernst Friedrich erinnern? Was er zeigt, gibt am besten Kurt Tucholsky wieder:
    „Die Fotografien der Schlachtfelder, diese Abdeckereien des Krieges, die Fotografien der Kriegsverstümmelten gehören zu den fürchterlichsten Dokumenten, die mir jemals unter die Augen gekommen sind. Es gibt kein kriminalistisches Werk, keine Publikation, die etwas ähnliches an Grausamkeiten, an letzter Wahrhaftigkeit, an Belehrung böte.“
    Diese Fotos hat der Pazifist Ernst Friedrich gesammelt, um die Regierungen zu beschämen, die das sinnlose Gemetzel veranlasst hatten. Hinter dem Krieg, den Friedrich beklagt, stehen Staaten, die er anklagt.
    Das Buch hat eine immense Resonanz gehabt, wurde in 50 Sprachen übersetzt, war das „Nie wieder“ der damaligen Nachkriegslinken.

    Noch einmal: Wessen wurden die Staaten angeklagt, die den Ersten Weltkrieg geführt hatten? Der Tötung und Verletzung von Millionen für nichts und wieder nichts. Die Fotos dienten als Beweismaterial, hielten die Empörung wach.

    Sprung in die Gegenwart, zu den Schauplätzen mohammedanischer Attentate. Die Bilder dürften sich ähneln: Leichen, Verstümmelte, zerstreute Gliedmaßen. „Manche verloren Arme oder Beine, anderen zerriss es das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit“ (Thomas Rietzschel über die Attentate von Brüssel). Die Zahl der Toten und Verletzten gehen zwar nicht in die Millionen, aber dafür sind es Morde und Mordversuche, nicht Tötungen und Tötungsversuche.

    Müsste man nicht erwarten, dass die heutigen Linken Anklage erheben, die Weltöffentlichkeit alarmieren? Aber Pustekuchen. Die Linken klagen nicht nur nicht an, sie verteidigen die Täter, finden zumindest mildernde Umstände, wenn nicht gar gute Gründe.

    Das aber wirft ein anderes Licht auf das Motiv von Ernst Friedrich & Co., nicht? Kann es sein, dass nicht die Metzgereien die Linken auf die Barrikaden brachten, sondern die Identität der Metzger; dass der Krieg nur ein Vorwand war, die Staaten zu diskreditieren, die ihnen schon vorher verhasst waren? Kann es sein, dass sie den Krieg anprangerten und die Demokratie – die französische, die englische, die Weimarer Republik ‒ meinten? Kann es sein, dass Tucholsky heute ein Islamiker-Versteher wäre? Man weiß schon nicht mehr.

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    • Clas Lehmann schreibt:

      Also, zumindest auf deutscher Seite und auf österreichischer waren die kriegsbetreibenen ja die Monachien, also nicht die Republiken, die ann folgten.

      Tucholsky, denke ich, in mittlerer Belesenheit, wollte schon die Weimarer Republik, aber er hätte sie gerne anders, als radikaleren Bruch zum Kaiserreich, sozialistischer und entschiedener ihren Feinden gegenüber gehabt. Wobei er die Feinde hauptsächlich rechts sah: Deutschnationale, Militaristen und Nazis.Nicht vollkommen abwegig. Was er aus eigener näherer Anschauung zu Bolschwiken gesagt hätte, weiß ich nicht.

      Und nun gar zu Islamisten…?

      Aber bekämpfen die denn den Feind der Linken, wenn sie irgendwo in der U-Bahn Bomben zünden? Mir scheint, da haben viele immer noch den Augenkleister von der antikolonialistischen Erhebung seit der Zeit der großen Entenpest hinter der Brille, und sehen einfach nicht, was jene wirklich tun und anstreben. Und der passt so schön zu familiär und kulturell älteren Ressentimentsschichten…. und dann ist man also solidarisch und kritisiert/boycottiert Israel.

      Tja. Aber wie bekommt man diesen Augenkleister von ihnen?

      Wie war es denn in der Sovietunion? Die Muslime lebten da doch durchaus in der Furcht der Partei und nachdem die nicht mehr war, kamen ja die Kasachstandeutschen, durchaus auch aus Furcht vor den Muslimen, und weil sie es konnten hierher. Und nicht unbeträchtlich geht bei einigen die bekannende Stalinnostalgie und wachsende Putinhoffnunf just darauf zurück: Dass man da sich vor Muslimen nicht zu fürchten brauchte, in Kasachstan. Und Putin zu Hoffnung Anlass bietet.

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      • Aristobulus schreibt:

        … wie Ernst Friedrichs Buch zum Westen stand, ob es mehr aus westlichem Selbsthass oder mehr wegen der Ablehnung sinnloser Kriegsschlächtereien der Europäer untereinander gemacht worden ist: Es lässt sich herausfinden. Sind darin auch die Massaker abgebildet, die Bolschewisten 1917-21 getan haben?
        Wenn nicht, isses klar.
        Wenn jedoch ja, ist das Buch wohl so gemeint, wie es aussieht, nicht?

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Ganz klar auch noch nicht.

        Es könnte dann noch eine territoriale Eingrenzung sein oder ein blinder Fleck bezüglich dessen, was die „eigenen“ so morden…. Der muss noch nicht Selbsthass sein, da geht auch Eigenliebe, halt ein anderes Eigen betreffend.

        Sind Bilder aus Fernost dabei, russisch-japanisch, etwa? Oder aus irgendwelchen Kolonien? Aber eben nicht? Oder gerade doch? Ich habe das Buch nicht hier.

        Und leigitim wäre ha auch, einfach das selber gerade überlebte Grauen und Entsetzen aufarbeiten und für die Zukunft diskreditieren zu wollen…

        Im Westen nichts Neues spielt halt auch im Westen; bolschewistische Greuel sind da nicht drin. Ist es deshalb übel?

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Wieder ohne Brille: legitim wäre halt…

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      • schum74 schreibt:

        Habe Friedrichs Fotoband vor Jahren weggegeben, kann also nicht mehr feststellen, welche Opfer darin vorkommen und welche nicht.
        Clas, es ist richtig, dass nicht die Weimarer Republik, sondern das Kaiserreich den Ersten Weltkrieg geführt hat, doch die Linken machten die Republik dafür mitverantwortlich: Hatte nicht die SPD für die Kriegskredite gestimmt?
        Und Tucholsky überließ der Roten Fahne Artikel umsonst. Die Rote Fahne: kein Schutzwall gegen Despotie, nicht?

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      • Thomas ex Gotha schreibt:

        zu Tucholsky: Könnte ja sein, dass er die SPD nach der Zustimmung zu den Kriegskrediten für desavouiert hielt. Und nach dem Bündnis mit den Freikorps nach dem Krieg noch viel mehr. Könnte ja sein und wer würde es ihm verdenken?

        zu Ernst Friedrich: dem haben die Nazis gleich zweimal das Anti-Kriegsmuseum zerstört. Honoriger Mann, befreundet mit Erich Mühsam. Um so merkwürdiger die Frage, „wie Ernst Friedrichs Buch zum Westen stand“ – der Westen, das war damals allenfalls die Entente, aber die ideologischen Gegensätze des Kalten Krieges existierten doch noch nicht. Der 1. Weltkrieg, das waren Imperialisten, die aufeinander eindroschen, einerseits logisch, dass die sich in die Quere kamen, andererseits komplett sinnlos.
        Und wenn einer ein Buch zu einem Thema schreibt, dann schreibt er eben ein Buch über dieses Thema. Daher sollte man nicht in vorwurfsvollem Ton fragen: „Sind darin auch die Massaker abgebildet, die Bolschewisten 1917-21 getan haben?“ Wohl eher nicht, auch die zahlreichen Pogrome, welche die vom „Westen“ unterstützten Weißen verübten, werden fehlen.

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      • schum74 schreibt:

        Ein Buch zu einem Thema ist ein Buch zu einem Thema: d’accord. Doch einseitige Empörung macht den Empörten unglaubwürdig: Wo bleibt der Aufschrei der Linken angesichts der verkohlten Körper und der süppigen Reste auf den Schauplätzen mohammedanischer Attentate?

        N.B. für eilige Leser: Bei der Anprangerung des Ersten Weltkrieges liegt die Betonung auf „komplett sinnlos“. Richtig, Thomas Ex Gotha; weshalb sich die Gleichsetzung mit dem einen oder anderen Krieg von allein verbietet.

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    • Gutartiges Geschwulst schreibt:

      @schum74: „Kann es sein, dass Tucholsky heute ein Islamiker-Versteher wäre?“

      Können Sie Sich ernsthaft vorstellen, dass ein Freigeist wie Tucholsky Sympathien für den Islam aufbringen könnte?

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  8. schum74 schreibt:

    Margot Käßmann ist, wer sie ist, aber das Gebot „Liebet eure Feinde“ (Matthäus 5, 43) hat sie nicht erfunden. Sollte die verbreitete Irritierung über diese allerchristlichste Aussage einen evangelischen oder katholischen Theologen nicht dazu veranlassen, eine zeitgemäße Interpretation der Feindesliebe zu geben? Mag sein, dass er am Ende die Vermutung der Kollegin Käßmann bestätigt, wonach Jesus „den Terroristen mit Beten und Liebe begegnen“ würde. Aber dann wüsste man, an wen man sich zu halten hat: nicht an das arme Weib.

    Eine interessante Stelle, übrigens, dieser Matthäus 5, 43:
    Ihr habt gehört, daß gesagt ist: „Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen“. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen…

    Wo steht, bitte schön: „Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen“? Wann sollen die Juden den Satz schon gehört haben?
    Guckt man nach den Querverweisen, so findet man unter den AT-Zitaten erstens nichts dergleichen, zweitens das Gegenteil davon:

    Sprüche 25, 21:
    Hungert dein Feind, so speise ihn mit Brot; dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser.

    אִם רָעֵב שנַאֲך הַאֲכילֵהו לָחֶם וְאִם צָמֵא הַשְקֵהו מָיִם. (משלי כה, כא)

    Im ra’éw Ssona‘ách ha‘achiléhu Láchem we-im zamé haschkéhu Májim.

    Immerhin bereitwillig von „Bibel Text“ (iwritfrei) gepostet:
    http://bibeltext.com/matthew/5-44.htm

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    • Clas Lehmann schreibt:

      „…habt gehört, dass gesagt ist…“ : Die Quellenlage ist also überaus unklar; flüchtig das gesagte Wort….

      Oder Strohmannargument? Widerspruch zu etwas gar nicht gesagtem?

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      • schum74 schreibt:

        „Ihr habt gehört, dass gesagt ist… Ich aber sage euch…“: Das ist die – pardon – hoffärtige Formel, mit der Jesus einen Einspruch gegen die Tora einzuleiten pflegt. Das heißt nicht, dass die Quellenlage unklar sei.
        Unten paar Beispiele, die schon eins zeigen:
        1. dass Jesus von der mündlichen Tora keine Ahnung hatte – erstaunlich bei Einem, der schon als Kind ob seines profunden Wissens das Staunen der Rebbes erregt haben soll.
        2. dass Jesus nicht zu unterscheiden weiß zwischen Moralgebot und Rechtsbestimmung. „Du sollst nicht ehebrechen“ z.B. ist kein Moralgebot, sondern eine vom Talmud unwirksam gemachte Rechtsbestimmung. – Ja, der Pentateuch enthält nebeneinander sowohl Moralgebote wie Rechtsbestimmungen, die man säuberlich voneinander trennen muss. Ein Bürgergesetzbuch/Strafgesetzbuch ist kein Moralkodex.
        In Matthäus 5, 27-28 verlangt Jesus konkret, dass Einer vor Gericht soll, weil er eine Frau mit Begehr ansieht – da kannste dich frisch machen!
        In Matthäus 5, 21-22 soll nach seinem Willen Einer vor Gericht, weil er zu irgendwem „Nichtsnutz!“ gesagt hat? Meine Herren! Und wer „Blödmann!“ gesagt hat, soll dafür in die Hölle? Aber sonst was Jesus der Gerechteste und der Sanftmütigsten Einer, ja?

        Ihr habt gehört, dass gesagt ist (2.Mose 21,24): „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“
        Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. (Matthäus 5, 38-39)

        Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist (2.Mose 20,13; 21,12): „Du sollst nicht töten“; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein.
        Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig. (Matthäus 5, 21-22)

        Ihr habt gehört, dass gesagt ist (2.Mose 20,14): „Du sollst nicht ehebrechen“.
        Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. (Matthäus 5, 27-28)

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      • aurorula a. schreibt:

        1. dass [der Verfasser der Textstellen] von der mündlichen Tora keine Ahnung hatte [und] nicht zu unterscheiden weiß zwischen Moralgebot und Rechtsbestimmung.
        Nachdem die erste Version des Textes frühestens siebzig Jahre nach dem worüber geschrieben wird entstanden ist, so genau dann auch nicht bekannt ist wer das als „Mattäus“ verfasst und auch später öfter daran umgeschrieben wurde; halte ich das für überhaupt keine abwegige Idee daß wer auch immer das schreibt tatsächlich keine Ahnung hatte von dem was er hier bei dieser Rede in den Mund legt.
        Die Adressaten des Textes sind denke ich zudem nicht ganz unwichtig – wenn das nicht die waren die keine Christen waren (im Sinne eines Geschichtsbuchs), sondern die die es schon waren und es bleiben wollten; dann kommt ein „warum unsere Religion besser ist als andere“ in Geschichtenform heraus.
        Normalerweise kann man ein Geschichtsbuch in dem das Wort „Narrativ“ überhaupt nur steht schon gleich auf den Müll tun, ein modernes zumindest; oder man muß es sehr sorgfältig zerpflücken.

        Wenn ich raten müßte welcher Text da durch die Flüsterpost-Zeit-Botschaftauflade-Narrativ-Mangel gedreht wurde könnte es genausogut das hier titelgebende Numeri 24:9 sein (wer Dir flucht, sei verflucht), so sehr ist es umgebogen.

        Welchen Zweck verfolgt so ein Text? Zu zeigen daß das eigene Rechtsystem einen Fortschritt darstellt. Diejenigen, denen das so gezeigt wurde, hatten wohl mehrheitlich auch wenig Ahnung vom Rechtssystem das hier ersetzt werden sollte. Oder das was die mit Ahnung geschrieben haben wurde später entfernt (z.B. als das Christentum römische Staatsreligion wurde), verlorengegangen, totgeschwiegen, nicht dazugenommen – oder alles.

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      • schum74 schreibt:

        Wow, Aurore! J’aime ton tempérament.

        Tatsächlich sind nach Religionswissenschaftler Guy Fau (Renan-Schule) die vier Evangelien zwischen 150 und 180 verfasst worden, so dass die Autoren den Helden der Geschichte schwerlich gekannt haben können – sofern dieser Held in Fleisch und Blut gelebt hat. Wobei man sich klar machen muss, dass nicht eine Originalschrift bis zu uns gekommen ist.
        „Die aktuelle Version der Evangelien ist also diejenige, die aus der Revision des 4. Jahrhunderts resultiert: Alle vorherigen Kopien sind verschwunden“ (Guy Fau, La Fable de Jésus-Christ, Les Editions de l’Union Rationaliste, Paris1963, S. 113).
        Und nicht genug damit: Ende des 2. Jahrhunderts beklagt der römische Philosoph Celsus aus Alexandria die schlechte Gewohnheit der Christen, ihre Evangelien nach Kontroversen-Bedarf zu modifizieren (S. 34).
        Kurz: Man kann ruhig davon ausgehen, dass die Herren Autoren nicht allzu viel von Tora verstanden.

        Was den titelgebenden Numeri 24:9 (wer dir flucht, sei verflucht) anbelangt: daneben geraten, möcht‘ ich meinen – aber herrlich selbständig gedacht.🙂

        Allein das archaische Verb ‚arár‘ fur ‚verfluchen‘ (statt alltäglich: ‚kilél‘) zeugt dafür, dass gerade dieser Text durch keine „Flüsterpost-Zeit-Botschaftauflade-Narrativ-Mangel gedreht wurde“. Hier die Passage:

        מְבָרֲכֶיך ברוך וְאורֲרֶיך אָרוּר. (במדבר כד, ט)

        mewarachécha waruch we-orarécha arúr ‒ Wer dich segnet, ist gesegnet, wer dich verflucht, ist verflucht (Zunz)

        ‚arár‘ (auch in Haschems Segen für Awraham, Gen 27, 29), das ist nicht einfach: die Pest an den Hals wünschen; das ist wirklich und wahrhaftig, Pest auslösen. Dieses ‚arár‘ versetzt uns in Zeiten, da Wörter scheinbar die Macht hatten, den Naturlauf zu beeinflussen. Womöglich hat der Voodoo diese Vorstellung beibehalten.

        „Wer dich verflucht, ist verflucht“: Modern ausgedrückt: Wer Juden nach dem Leben trachtet, ist des Todes. Wie wir sehen können. Hitler-Deutschland hat die Schoa kein Glück gebracht. Und was bringt es Europa, Israel zu verheizen? Den speziellen Dank der Islamiker.

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      • Bachatero schreibt:

        Im Gilgameschepos (und auch sonst in diesen Sphären) gibt es doch die wichtige Dame Aruru (Akkadisch), die den wilden Enkidu durch fortgesetzte Zufuhr von körperlicher Liebe zu einem zivilisierten Menschen macht (da muß man ja direkt mal zustimmen). Sie wird als Hure bezeichnet, erscheint aber auch als Göttin (da ist oft kein Unterschied, z.B. bei der hl. Inanna, die Vagina des Himmels und als Furche, die gepflügt werden will). Die Bedeutung von etwas hurigem, nackten, sterilen … ist also schon im Akkadischen vorhanden und feuert ins Hebräische hinein.

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      • aurorula a. schreibt:

        „Wer dich verflucht, ist verflucht“
        Es mag durchaus sein, daß die Formulierung die dem Original am nächsten kommt „verflucht sich damit selbst“ ist (siehe auch die Sache mit der Grube) – welche derjenige der als Matthäus schreibt (mit H, übrigens, oben sehe ich habe ich H-Spalterei betrieben) kannte oder hatte sagt das aber nicht. Nun kann ich weder Latein noch Griechisch, aber auch dort wird es vielleicht möglich sein etwas ähnliches wie „sei“ (Futur) und „sei“ (Imperativ) durcheinanderzuwerfen? Ganz besonders dann, wenn jemand sowieso aufs diskreditieren aus ist. Dann werden natürlich die Stellen herausgestellt in denen es darum geht daß segnen Segen nach sich zieht und fluchen Flüche – und die mit Wasser und Brot fallen unter den Tisch.
        Wie ernsthaft konnte man schließlich erwarten daß jemand genau nachgelesen hat – oder das überhaupt konnte, was das angeht?

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Wir sind uns doch also einig, dass hinsichtlich der lückenlosen Überlieferungssicherheit und der Möglickeit, den Text am Original zu verifizieren, das, von Käßmann aus gesehen: AT, die deutlich bessere Quellenlage hat.

        Das NT hingegen:

        Wir wissen nicht, wer schrieb, was er wußte, was er wollte, wer revidierte und was der wollte: Das nenne ich unklare Quellenlage, und wenn die behauptet, es habe wer gesagt, es sei gesagt worden, wird es nicht besser.

        Denn auch von den anderen Hoffärtigkeiten ist ja nichts wirklich belegt. Man weiß nur, dass es so auf uns gekommen ist, aber das ist die Geschichte vom Rotkäppchen auch:

        Hörensagen.

        Was wir dagegen wissen: Da wollten welche sich abgrenzen, welche, die ja zunächst das Jüngste Gericht und die eigene Errettung sehr zeitnah erwartet hatten. Nun kam es nicht, und wenn nun also auf einstweilige Dauer gedacht werden musste, verschoben sich Gewichte und man musste schreiben…

        Ob die Evangelisten schon zu echtem Antisemitismus gediehen waren, weiß ich nicht. Antijudaismus aber bezieht sich auf sie. Passionsoratorien und Krippenspiele beziehen sich auf sie und sind stark deutungsbedürftig, wenn man keinen Antisemitismus drin sehen möchte. Dass Antijudaisten in der Darstellung dessen, was Judentum sei, auch bei äußerster Vorsicht nicht zu genießen sind, sondern jede ihrer Behauptungen sorgfältig überprüft werden müsste, ehe man sie übernähme, ist Binse.

        Christlich evangelisch-lutherisch ist jeder nicht so Getaufte ganz und gar verloren und muss in der Hölle braten; unabhängig von persönlicher Schuld und eventueller Verdienstlichkeit: Keine Gottesnähe ohne evangelisch lutherische Taufe. Sondern ewige Verdammnis ohne dieses Sakrament. So habe ich es im Religions- und Konfirmandenunterricht gelernt, und mir schien das mit der Vorstellung eines gerechtien Gottes nicht zusammen zu passen.

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      • aurorula a. schreibt:

        und mir schien das mit der Vorstellung eines gerechtien Gottes nicht zusammen zu passen.
        Obacht, jemand wie die Käsefrau wird dann gleich wieder die [Zwischendenerwartetenzeiilenzitat] reformatorische Zentralaussage [/Zwischendenerwartetenzeiilenzitat] in Gefahr sehen und etwas schreiben a la es gebe keine Möglichkeit von sich aus gerecht zu sein ohne etceterapp – also [wieder zwischen den erwarteten Zeilen] braucht das auch garnicht mit „gerecht“ zusammenzupassen. Womit elegant umgangen wird daß sich das genauso mit Vorstellungen von liebend, barmherzig, gnädig oder was immer in den erwarteten Zeilen [nicht dazwischen] sonst als Gegenbild zu „gerecht“ aufgebaut wird eben nicht deckt. Sondern im Grunde Erpressung mit der Hölle ist. Das ist dann aber nicht Zeilenabsonderers ihr Problem.
        (Ich habe auch Religions- und Konfirmandenunterricht gehabt *seufz* – wenigstens hatte ich das Glück etwas von ersterem bei jemandem zu haben der vom ehemaligen Pfarrersein so gefrustet gewesen war daß er letztenendes Mathelehrer wurde, das hilft gegen Käsefrauen…)

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      • schum74 schreibt:

        Was Clas und Aurore im Religionsunterricht auch gelernt haben mögen: Seit einigen Jahrzehnten scheint alles Makulatur zu sein. Es ist sehr verwirrend.

        Vorher und beinah 2000 Jahre lang galt, was Elie Benamozegh beschreibt: Für den Christen ist der Feind derjenige, der sich ihm verweigert; für den Juden ist der Feind derjenige, der ihn töten will.

        Jetzt scheint das Christentum gar keinen Feind zu kennen. Siehe den päpstlichen Tweet vom 24.12.2015: „Gott ist verliebt in uns“.
        In uns Alle: Christ, Jud‘, Satanist. Es gibt keinen religiösen Feind mehr, und wie schon gehabt keinen politischen Feind.

        Mehr noch, und dafür steht Margot Käßmann programmatisch da: Wer mich töten will, der ist nicht nur kein (politischer) Feind; er ist der Nächste, dem ich die zweite Backe hinhalten muss.
        Hier macht sich die von Benamozegh (Morale juive et morale chrétienne, 1867) herausgestellte Unfähigkeit des wesensmäßig unpolitischen Christentums bemerkbar, in politischen Kategorien zu denken. Weil das Christentum keinen Unterschied macht zwischen strenger Privatmoral (die zweite Backe hinhalten) und notwendig lascher, auf das Überleben eines Kollektivs ausgerichteter Staatsmoral, bietet es dem Tötungswilligen die zweite Backe hin. Sehr ungesund, das.

        Ja, das Judentum unterscheidet streng und von Anfang an zwischen den Bereichen: viel Politik und wenig Moral in der Bibel; wenig Politik und viel Moral im Talmud. Schon deshalb gehören die schriftliche und die mündliche Tora unzertrennlich zusammen. Und daher ist es ein an Verleumdung grenzendes Unding, die reine Moral des Christentums mit der politischen Moral (Jurisprudenz) des Judentums zu vergleichen, um daraus zu schließen – was wohl? – dass Erstere der Letzteren überlegen sei. Aber das ist ein anderes Thema.

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      • aurorula a. schreibt:

        Jetzt scheint das Christentum gar keinen Feind zu kennen.
        Was die Käsefrau bei Erklärungen (in beidem Sinne) von „liebet Eure Feinde“ eigentlich in ernsthafte Kausalitätsprobleme bringen sollte, wenn man sich das so überlegt.

        (;

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      • Bachatero schreibt:

        Wäre es nur Margot (sie hat got im Namen), könnte man es als Privatmeinung abtun, aber es ist ja z.B. Matthäus 5:
        43Ihr habt gehört, daß gesagt ist: „Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.“ 44Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, 45auf daß ihr Kinder seid eures Vater im Himmel; denn er läßt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.…
        Der letzte Teil “ … denn er läßt …“ suggeriert, daß der Schreiber die Bos – und Gutheit von Freund und Feind nicht so ganz schrecklich sieht. Ja die Sonne geht auf, aber so was richtig schlimmes, eine kleine Ausrottung, Vertreibung, was weiß ich, mußt Du von den Feinden nicht erwarten. Etwa so ein böser Nachbar, der seine Gartenzwerge mit nacktem Arsch auf meine Terrasse ausrichtet, wie putzig, richtig liebenswürdig, das. Vielleicht sind hier nur die Feinde des täglichen Lebens gemeint, die einen anpissen, ärgern und maximal zur Weißglut reizen. So einen richtigen Bösewicht, der einen vom Planeten putzen will, hatte der olle Matthäus offenbar nicht aufm Radar. Wenn doch, ja dann hatte er sie nicht alle und hat’s der käsigen vererbt.

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      • aurorula a. schreibt:

        [hier Kate Blanchett als Galadriel im Herrn der Ringe einfügen mit „…beautiful and terrible as the dawn…“]

        Wegen dem Sonnenaufgang über Ungerechte.
        Wegen

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      • aurorula a. schreibt:

        (streiche ein „wegen“, war ein Versehen!)

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      • Bachatero schreibt:

        Wo ist Kate?

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      • schum74 schreibt:

        Ein glänzender Einfall, ‚arar‘ mit Dame Aruru in Verbindung zu bringen. Egal, ob richtig oder falsch.

        Mit Sicherheit richtig und verbürgt ist der akkadische Ursprung von ‚Nefesch‘ (‚Seele‘ auf Iwrit). Und was heißt ‚Nefesch‘ oder ein ähnlich klingendes Wort im Akkadischen? ‚Kehle‘.
        Und das hat eine dicke Spur im Iwrit hinterlassen.
        Wie sagt man alltäglich: Das Wasser steht ihm bis zum Hals? „Bá’u Majim ad Néfesch“ – wörtlich: das Wasser kam bis zur Seele. Oder eben nicht bis zur Seele: bis zur Kehle; obwohl ganz zum Schluss auch die Seele Gefahr läuft, nass zu werden, nicht?

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      • schum74 schreibt:

        Seele/Kehle: die Sprachverwandtschaft lädt zu freien Assoziationen ein, nicht? Kehle – Laut: Das Wort, die Seele des jüdischen Volkes. Schma Israel.

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      • Bachatero schreibt:

        Wäre doch ein netter Name, Rotkehlchen – Rotseelchen für unseren Indianer TexGo.

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    • Lancelot schreibt:

      Jede Religion hat das Ziel, unter den Menschen für mehr Zusammenhalt zu sorgen, anstatt, dass jeder Mensch nur an sich denkt und es nur zu Streitereien kommt. Wer über Käßmann lästert, sollte lieber nachdenken, dass sie nicht das Christentum und die Nächstenliebe erfunden hat. Jeder Bischof der Kirche würde wohl das gleiche sagen. Aber ich vermute, die meisten Deutschen würden selbst über Jesus lästern, wenn er heute leben würde.

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      • schum74 schreibt:

        „Jede Religion hat das Ziel, unter den Menschen für mehr Zusammenhalt zu sorgen“

        Zum Beispiel der Islam, der für mehr Zusammenhalt zwischen Muslimen und Nichtmuslimen und zwischen Mann und Frau sorgt?

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      • mike hammer schreibt:

        # Lancelot

        klar würden sie über Jesus lästern aber wenigstens würden sie ihn nicht vergasen.
        tät ja noch fehlen das so ein judenbengel sich in innerchristliche nächstenliebe
        dreinredet.

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @Lancelot: „Jede Religion hat das Ziel, unter den Menschen für mehr Zusammenhalt zu sorgen, …“

        Die Aussage, dass Andersgläubige niedriger sind als Affen und Schweine, kommt diesem Zusammenhalt sicherlich zugute.

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      • Lancelot schreibt:

        @schum74
        @Gutartiges Geschwulst
        Der Satz war allgemein gemeint, aber korrekt heißt es besser, dass Religionen für Zusammenhalt unter den Anhängern sorgen sollte. Das Verhältnis zu anderen Religionen ist immer schlecht, da sich jede Religion für die beste hält.

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      • aurorula a. schreibt:

        Das Verhältnis zu anderen Religionen ist immer schlecht, da sich jede Religion für die beste hält.
        Dem muß ich allem dreien widersprechen:
        Viele fernöstliche Religionen haben kein Problem damit, daß ihre Anhänger mehreren Religionen gleichzeitig anhängen (Buddhismus, Konfuzianismus, Taoismus, Shintoismus, …) – was auch oft der Fall ist (gerade bei Religionen die keine Götter kennen). Nicht nur wird jemand der mehreren Religionen gleichzeitig anhängt wohl keine davon für „die Beste“ halten (sonst würde er nur der folgen, schließllich); auch Religionen wo es öfter der Fall ist daß sie eine von mehreren sind werden sich nicht als Konkurrenz verstehen.
        Daneben gibt es doch einige Beispiele guter Verhältnisse zwischen Religionen, die keinen Synkretismus mit anderen kennen.
        Das Lah das eine Maus ist ist eben kein Beispiel das für alle anderen gilt.

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      • schum74 schreibt:

        Schon was von Bujuden gehört? Das sind buddhistische Juden. Laut Rodger Kamenetz (Le Juif dans le Lotus) hat ein Drittel der Anführer des Westbuddhismus jüdische Wurzeln. Das Meditationszentrum Vipassana neben Dharamsala (Indien) besteht zur Hälfte aus Juden. Die meisten Plakate in den Dharamsala-Straßen sind hebräisch beschriftet. Nach einer Schätzung sind 3 von 4 westlichen Besuchern des tibetanischen Buddhismus-Zentrums und der Dalai-Lama-Residenz Juden. Der Jerusalem Report hat dem Thema eine Reportage gewidmet. (Quelle: Sara Levinsky Rigler, « Bouddhisme et Judaïsme », Lamed)

        Daraus erhellt, dass auch eine monotheistische Religion kein Problem mit fernöstlichen Religionen haben muss. Das geht natürlich nur, weil letztere keine Götter kennen, wie Aurorula richtig schreibt.

        Das heißt natürlich nicht, dass die buddhistische Weltanschauung mit dem Judentum übereinstimmt. Weit davon entfernt: Während der Buddhismus die Flucht aus dieser Welt anstrebt, hat das Judentum das Ziel, die Welt mit ihrer materiellen, alltäglichsten Seite durch mitzwes zu heiligen. Lekadésch et ha-Chómer, heißt das Programm. Oder wie Levinsky Rigler, die selbst 17 Jahre Vedanta-Meditation betrieben hat, schreibt: Die fernöstlichen Religionen – wie übrigens auch das Christentum – sind Himmelsreligionen, während das Judentum eine Erdreligion ist. Man könnte auch sagen: Den Buddhisten, Konfuzianisten… ‒ und auch den Christen ‒ die einsame Erhöhungen bzw. das individuelle Heil suchen, rufen die Juden zu: Erhebt die Welt mit euch! Lasst sie uns zu einem besseren Ort machen!

        Natürlich sind Bujuden keine praktizierenden Juden mehr, aber sie dienen auch keinen fremden Göttern. Der vom Jerusalem Report interviewte buddhistische Mönch Tenzin Josh (vormals Stevens Gluck) aus London ist nicht konvertiert; eben so wenig wie Ruth Sonam (Ruth Berliner) aus Nordirland und der Israeli Itamar Sofer.

        Über Woody Allen, der sich eine Weile in buddhistische Klausur zurückgezogen hatte, lief das Gerücht, er sei zum Buddhismus „konvertiert“. – „Aber nein“, dementierte er das Gerücht. „Ich komme mit dem Judentum zurecht.“ Trifft sich gut: Wir mit Woody Allen auch.

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    • Gutartiges Geschwulst schreibt:

      @schum74: “ „Sprüche 25, 21: Hungert dein Feind, so speise ihn mit Brot; dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser.“ “

      Könnte die Feindschaft nicht gerade dadurch entstehen, dass einer weingeistigen Geistlichen Wasser angeboten wird?

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    • Clas Lehmann schreibt:

      Aber in diesem Falle mit der Feindesliebe steht es doch eben nicht in der Tora, ist also ein anderweitiges, unverbürgtes on-dit? Und Matthäus, kannte der ihn überhaupt noch persönlich? Oder war er ihm literarisches Subjekt? Jemand, von dem er hatte sagen hören? Und was wußte der von der Tora?

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      • schum74 schreibt:

        „Wer ist ein Terrorist?“, fragt oben Nathan Warszawski. Andere Frage: Wer ist ein Feind? Judentum und Christentum haben unterschiedliche Gestalten vor Augen. (Hier halte ich mich an das Buch des italienischen Rebben und Philosophen Elie Benamozegh (1822-1900): Morale juive et morale chrétienne, Ed. Press 2000.

        Kurz gesagt: Das Judentum kennt keinen religiösen Feind; er kennt nur den politischen Feind. Das Christentum kennt keinen politischen Feind; er kennt nur den religiösen Feind.

        Das Judentum hält sich nicht für das einzig Wahre: Nach dem Talmud kann jedermann, sofern er die sieben elementaren Gebote (nicht morden, nicht stehlen…) einhält, Gott ebenso nah kommen wie ein Jude. « … tout Israélite est tenu … de croire que Socrate, que Platon, que Marc-Aurèle siégeront dans le paradis au même titre qu’Abraham, qu’Isaac ou que Moïse » ‒ Jeder Jude ist angehalten … zu glauben, dass Sokrates, Plato, Mark-Aurel dasselbe Recht haben im Paradies zu sitzen wie Abraham, Isaak oder Moses.
        Nach einer Talmud-Legende hat jedes Volk einen Engel-Fürsprecher vor dem göttlichen Thron. Israels Engel ist Michael.
        Man macht eben Ernst mit dem Glauben, dass der Mensch – jeder Mensch – in Ebenbildlichkeit erschaffen wurde. Andersgläubige sind für Juden keine Feinde.

        Feinde sind diejenigen, die bis zur Zerstörung des zweiten Tempels ihr Land bedroht und schließlich erobert haben: die Assyrer, die Babylonier, die Römer.

        Dem supranationalen Christentum sind Römer, Griechen, Samariter alles eins – sofern sie den allein selig machenden Glauben annehmen. Denn so Jesus:

        „Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.“ (Matthäus12, 30)

        „Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben; und sie haben‘s angenommen und erkannt wahrhaftig, daß sie glauben, daß du mich gesandt hast.
        Ich bitte für sie und bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein.“ (Johannes 17, 8-9)

        Der Pflicht, den Feind (genauer: den ‚Hasser‘, Ssoné) zu speisen und zu tränken, kommt Israel heute nach, indem es die Fantastinenser – auch Terroristen ‒ kostenlos in seinen Krankenhäusern behandelt.

        Jetzt, wo das geklärt wäre, könnte man anfangen, über Feindesliebe zu diskutieren, nicht?

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      • Bachatero schreibt:

        „Man macht eben Ernst mit dem Glauben, dass der Mensch – jeder Mensch – in Ebenbildlichkeit erschaffen wurde.“
        Darf ich mich da ausnehmen? Nach meinen Unterlagen, inklusive der Berichte meiner Eltern etc., wurde ich von meinem Vater gezeugt (hatte er Zeugen dabei?) und meiner Mutter per Kaiserschnitt (Riesenkopf) zur Welt gebracht (sie hatte welche). Inwieweit zwischen mir und der möglicherweise am Anfang dieser Reproduktionskette stehenden Originalerschaffung ein Zusammenhang besteht, ist zumindest mir unklar. Zu denken gibt mir dabei die Veränderung eines Originals nach x-hundertfacher Kopie der Kopie der Kopie. Der Glaube würde mir helfen, mich trotz aller Degeneration (oder Evolution?) immer noch als strahlendes Kind Gottes zu sehen, allein er fehlt mir, er hat sich wegkopiert, um im Bilde zu bleiben.

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      • schum74 schreibt:

        Aha! Auf den Riesenkopf legst Du wert. Recht haste. Wobei es noch pessimistischere Thesen gibt als Deine. Zum Beispiel die des Universalgenies Seyfi Sahin:

        Sahin explains that the chromosomal anomalies between monkeys and humans prove “that humans are not derived from monkeys, but that monkeys come from humans. There are many factors in the creation of such anomalies, among them divine, environmental, and chemical.”

        Sahin quotes four Koranic passages as evidence that monkeys are derived from Jews, including the verse “Whomever Allah has cursed and punished, and those he turned into monkeys, pigs, and Satan worshipers, occupy the worst place [in his eyes], and they are perverts that have deviated from their path.”

        http://www.breitbart.com/jerusalem/2016/02/14/turkish-islamist-darwin-jew-targeted-muslims-gorillas-mutated-jews/

        Weißt Du was, Bachatero: in dubio pro Ebenbildlichkeit.

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      • Bachatero schreibt:

        Da schmerzt mein dicker Kopp, wenn Du mich in die Illustre Gesellschaft dieses Seyfigen Schwahin bringst. Bei allem Zweifel. a goog thing, seine Affentheorie ist wahrlich koranisch und damit per se dummes Zeugs. Also nee …

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      • aurorula a. schreibt:

        Nett finde ich auch eine Formulierung, die ich so ähnlich entweder bei Neil Gaiman oder bei Terry Pratchett gelesen habe (ich lese zuviel Fantasy und SciFi, fürchte ich):
        Mensch sein heißt den Platz zu behaupten an dem der gefallene Engel dem emporgekletterten Affen begegnet.

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      • Bachatero schreibt:

        Der Mensch als permanenter Arschkartenzieher, hat die beiden Definitionsgrenzen Affe < Mensch < gefallener Engel (Betonung auf gefallen). Da hätte man grad Lust (wieder) Christ zu werden, da ist man wenigstens Kind Gottes, dafür aber kein Mensch. Jimbo. was machenmer?

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      • aurorula a. schreibt:

        emporklettern?

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      • Bachatero schreibt:

        Wer weiß, was Dich da erwartet. Til Lindemann will auf jeden Fall kein Engel sein.

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  9. mike hammer schreibt:

    seht mal da
    Die Welt schwadroniert von den Weisen von Ziyon.:

    GESCHICHTE GEHEIMDIENSTE 14:47 Tötete Hitlers Held Otto Skorzeny für Israel? Der SS-Offizier inszenierte sich als Experte für Spezialeinsätze des Dritten Reiches. Jetzt spekulieren Medien, der überzeugte Nazi sei 1962 als Killer für den Mossad tätig geworden……

    http://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article153771122/Toetete-Hitlers-Held-Otto-Skorzeny-fuer-Israel.html

    was für wiederliche säcke, rudern zurück aber die SCHLAGZEILE ist was 90% lesen.

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    • Thomas ex Gotha schreibt:

      Ach Hammer, so eine Agentenstory befriedigt doch nur zwei ganz spezielle deutsche Bedürfnisse:
      1.) die Faszination, die durch alle Sorten von Nazi-Trash hervorgerufen wird,
      2.) den unerschütterlichen Glauben daran, dass der Mossad alles darf und alles schafft.

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  10. mike hammer schreibt:

    was ein türke zusammen türkt um türken zu türken
    kommt so getürkt daher das ich
    nur krutzitürken sag.

    interessant ists trozdem.

    übrigens, der chinese ist getürkt!

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  11. mike hammer schreibt:

    Van Dame an der Kotel!

    hoffentlich will er sie nicht einschlagen.

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  12. schum74 schreibt:

    Das BamS-Interview mit der „bekannteste[n] deutsche[n] Theologin“ schlägt weiterhin hohe Wellen.

    Noch einmal Käßmann im O-Ton:
    „Jesus hat eine Herausforderung hinterlassen. Liebet eure Feinde! Betet für die, die euch verfolgen! Er hat sich nicht verführen lassen, auf Gewalt mit Gewalt zu antworten. Für Terroristen, die meinen, dass Menschen im Namen Gottes töten dürfen, ist das die größte Provokation. Wir sollten versuchen, den Terroristen mit Beten und Liebe zu begegnen.“

    Interessant, die Erwiderung von Rudolf Taschner auf der Achse des Guten (02.04.2016):
    „Natürlich stört es Käßmann nicht, wenn sie das von ihr zitierte Jesuswort durch die Versetzung aus der Kategorie des Existenziellen in die Kategorie des Politischen frevelhaft missdeutet.“

    Nur dass Taschner nicht in der Lage ist, politische Aussagen von Jesus oder Paulus gegenzuzitieren. Und das liegt nicht daran, dass er Mathematiker ist und kein Theologe: Mit Politik, mit Angelegenheiten des öffentlichen Lebens hatte Jesus nichts am Hut. Eben so wenig der ihm unbekannte Paulus.
    Das, was Taschner das „Existenzielle“ nennt, nennt Elie Benamozegh das Moralische. Beide sind sich einig, dass AT-Aussagen buchstäblich nicht gesellschaftsfähig sind.

    Was Hannes Stein (Die Welt, 31.03.2016) in einem sehr guten Artikel indirekt bestätigt. Womit kontert er Käßmann auf theologischem Terrain? Nicht mit Jesus und nicht mit Paulus: mit Augustinus und seiner Lehre vom gerechten Krieg.

    Korrigieren Sie mich, wenn ich irre: Jesus als Gott schlägt Mensch Augustinus, nicht? 1:0 für Margot.

    http://www.achgut.com/artikel/was_wuerde_jesus_dazu_sagen_die_frau_hat_keine_ahnung_wovon_sie_redet

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    • aurorula a. schreibt:

      Jesus als Gott schlägt Mensch Augustinus, nicht? 1:0 für Margot.

      Nachdem sich Augustinus widerum auf die Bibel beruft, eher 1:1 by proxy. Die Artikel habe ich noch nicht gelesen, aber Augustinus hatte in der Politik vor allem diese Textstelle im Sinn, Lukas 22:35 ff 35 Dann sagte Jesus zu ihnen: Als ich euch ohne Geldbeutel aussandte, ohne Vorratstasche und ohne Schuhe, habt ihr da etwa Not gelitten? Sie antworteten: Nein. 36 Da sagte er: Jetzt aber soll der, der einen Geldbeutel hat, ihn mitnehmen und ebenso die Tasche. Wer aber kein Geld hat, soll seinen Mantel verkaufen und sich dafür ein Schwert kaufen. 37 Ich sage euch: An mir muss sich das Schriftwort erfüllen: Er wurde zu den Verbrechern gerechnet. Denn alles, was über mich gesagt ist, geht in Erfüllung. 38 Da sagten sie: Herr, hier sind zwei Schwerter. Er erwiderte: Genug davon!
      (in der Übersetzung die ich kannte heißt es: „das wird genügen“, aber jemand hats modernisiert für die Onlineausgabe; zitiert nach bibleserver. com)

      Rudolf Taschner könnte zum Beispiel das „soll seinen Mantel verkaufen und sich dafür ein Schwert kaufen“ direkt ziteren, dann steht es wieder 1:1. Alles zu seiner Zeit ist, scheint es, auch den christlichen Schriften nicht fremd, wenn es heißt „Jetzt aber soll…“.

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      • aurorula a. schreibt:

        Nachklapp: grade eben fällt mir auf „habt ihr da etwa Not gelitten?“. Der linksgrüne Zeitgeist könnte das als Aufruf zu mehr Vertrauen interpretieren. Was im griechischen Original stand, weiß ich nicht; es könnte aber genausogut die Frage sein, ob das etwa in Notzeiten passiert ist – sprich frei zusammengefasst: in Notzeiten das Bettel-Bafußpredigen lieber bleibenlassen, Vorräte mitnehmen und ein Schwert anschaffen.
        Wird der Käsefrau nicht gefallen. (:

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      • Bachatero schreibt:

        Waffen tragen war wohl zu keiner Zeit ein Privileg des kleinen Mannes, sei er Fisherman oder Zimmerman, das haben erst die amis in großem Stil populär gemacht, aus Gründen. Jemandem zu raten, sich zu bewaffnen, z.B. auf’s heutige Europa bezogen, ist ein Ratschlag, der aus Sicht der Autoritäten, keine Guter ist. Ruft Mr. J. da nicht schlichtweg zu bewaffneten Widerstand (gegen wen) auf? Peace man.

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      • schum74 schreibt:

        „Ruft Mr. J. da nicht schlichtweg zu bewaffnetem Widerstand (gegen wen) auf?“

        Tut Mr. J. das? Liest man im 22. Kapitel weiter („Der Verrat des Judas“ nennt es „Bibel Online“), so erfährt man, dass die Jünger die gegen ihre Mäntel getauschten Schwerter auf keinen Fall benutzen dürfen. Das ist die berühmte Szene von der Verhaftung durch „die Hohenpriester“ (ah bon! Es amtierten mehrere Hohepriester gleichzeitig?), „die Hauptleute des Tempels“ und „die Ältesten“ (alles zu Pessach, weil der Seder bekanntlich niemanden zu Hause hält) – also: Es nähern sich die Bösewichte

        „Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: HERR, sollen wir mit dem Schwert drein schlagen? Und einer aus ihnen schlug des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so machen! Und er rührte sein Ohr an und heilte ihn.“ (Lukas 22, 49-51)

        Und darauf soll Augustinus seine Lehre vom gerechten Krieg stützen? Ist es nicht wahrscheinlicher, dass er die toranische Unterscheidung zwischen Verteidigungskrieg ums Überleben („Milchémet Chowa/Milchémet Mizwa“: Pflichtkrieg) und Angriffskrieg zu territorialer Erweiterung („Milchémet Reschút“: fakultativer, von der Zustimmung des Sanhedrins abhängiger Krieg) übernimmt?

        Nee, von Mister J. haben die Käßmännischen definitiv nichts zu befürchten.

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      • schum74 schreibt:

        D’accord mit Buurmann (TiN, 02.10.2016):
        „Viele können das [Käßmanns Einstellung] nicht verstehen. Ich auch nicht. Deshalb stelle ich mich aber nicht hin und behaupte, das Evangelium predige das Gegenteil.“

        Was für ein Zufall! In einem Vortrag von Juni 2005 behandelt Philosophieprofessor Claude Birman nacheinander die Spezifizität des Judentums und Käßmanns evangelischen Pazifismus. (Die obigen Themen.)

        Zuerst stellt er fest, dass die Tora ein gewisses Misstrauen gegen Religion im Allgemeinen hegt. Ein schönes Beispiel ist der Text, den man zu Jom Kippur liest.
        Was lässt Haschem an diesem Fasttag durch Jeschaja (Kap. 58) den Blassen und Geschwächten bestellen? Dass sie nicht fasten sollen:

        „Ist das ein Fasten, das ich verlange? Ein Tag, wo sich der Mensch kasteit, zu krümmen dem Schilfe gleich sein Haupt, und daß auf Sack und Asche er sich lagere, – das magst du ein Fasten nennen und einen Tag des Wohlgefallens für den Ewigen?
        Ist nicht das ein Fasten, das ich verlange? Öffnen die Schlingen des Frevels, lösen die Bande des Joches, und frei entlassen Unterdrückte, und daß ihr jegliches Joch abreißt;
        Nicht (das): Dem Hungrigen dein Brot brechen, daß du umherirrende Arme in das Haus bringst; so du siehst einen Nackten, daß du ihn bedeckst und deinem Fleische dich nicht entziehst.“
        [Jes 58, 5-7; Leopold Zunz)
        Anm.: staubige Verb-Endungen modernisiert: ‚bedeckst‘ statt ‚bedeckest‘. Iwrit ist eine junge Sprache.

        Juden kommen also am Fasttag zusammen, um zu hören, dass sie nicht fasten sollen. Kein Woody-Allen-Einfall; ein Chasal-Einfall. In der Selbstverspottung des Rituals (« une auto-dérision du rite ») steckt die Aufforderung, Kritik zu üben bzw. dessen Sinn zu bedenken.
        Was sagt Jeschaja ha-Nawi in aller Kürze? Dass es auf Gerechtigkeit ankommt: Zédek, Zédek tirdóf (Gerechtigkeit, Gerechtigkeit verfolge). Die ganze Tojre in drei Wörtern.

        Oder mit Birmans Worten :
        « Le vrai problème n’est pas la pratique rituelle, mais la pratique tout court, c’est-à-dire le combat pour la justice, dont le rite est en quelque sorte l’indication, le signe. Nous avons besoin de rites pour nous rappeler que les rites ne suffisent pas. »
        Wir brauchen Riten, um uns zu erinnern, dass Riten nicht ausreichen.

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      • schum74 schreibt:

        Die Gerechtigkeitsfrage führt naturgemäß zur Gewaltfrage – und damit zu Lady Margot.
        Gerechtigkeit ist ein Kampf, der Gewalt einschließt. Daher lautet das Problem nicht: Gewalt oder Gewaltlosigkeit. Es ist nicht so, dass die Gerechtigkeit auf Seiten der Gewaltlosigkeit stünde. Worauf es ankommt? Auf angemessene, genau abgemessene Gewalt.

        In einer gewalttätigen Welt kann es keine Gewaltlosigkeit geben – dazu müsste die Welt frei von Gewalt sein. Pazifismus hat gute Aussichten, auf unterlassene Hilfeleistung hinauszulaufen. In einer gewalttätigen Welt sind die Pazifisten nicht neutral: Sie stehen objektiv auf der Seite derer, die in einem gegebenen Augenblick die Macht innehaben.
        Der Klerus ist oft pazifistisch; und genau so oft eine Stütze der Macht. Nicht zufällig steht Bil’am, ein echter Seher, im Dienste des Königs von Moaw.

        Der religiöse Mensch, vor dem die Tora warnt, wähnt sich „au-dessus de la mêlée“, über dem Getümmel. Weil er den unparteilichen Standpunkt seines Gottes einnimmt, unterscheidet er nicht zwischen den Guten und den Bösen. Er verweigert das Urteil, daher nimmt er kein Anteil am Kampf gegen das Unrecht.
        Sein Ziel sind nicht die Bösen, sondern die Sünder. Seine Ablehnung des Übels ist allumfassend, theoretisch. Ethische oder politische Fragen interessieren nicht in ihrer Situationsbedingtheit. Indem er nicht entscheidet, handelt der Religiöse unverantwortlich.
        Wobei der Pazifismus seine Grenze hat, wenn es darum geht, die Sünder/Abweichler zu bekämpfen. Die bloße Aufstellung des Absoluten gegen die Wirklichkeit wird zur Quelle maßloser Gewalt.

        PS. Caruso lebt und postet, Jeschu sei Dank.🙂
        Von hier aus: Schalom u-Wracha!

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      • Bachatero schreibt:

        „Wir brauchen Riten, um uns zu erinnern, dass Riten nicht ausreichen.“ Das ist eine sehr subtile Exegese für den Weisen, er wird viel davon lernen können, er, der von Einsicht und Verständnis Geleitete. Joe SIxpack dagegen braucht Riten zur Konditionierung, weil seine Einsichts– und Erkenntnisfähigkeit sich in jeweiligen Grenzen hält und sein Interesse daran ebenso. Da hat der Ritus heilende und gestaltende Wirkung, er ist geradezu unverzichtbar, aber mehr auch nicht.

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  13. aurorula a. schreibt:

    Auch mit Informationen geht durchaus die Der-Westen-ist-an-allem-schuld-Masche:

    .

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  14. aurorula a. schreibt:

    Das wars, Poes Gesetz (Alles was Satire ist nimmt irgendwer ernst, und alles was ernstgemeint ist hält umgekehrt irgendwer für Satire) hat mich voll erwischt.
    Jedenfalls kann ich beim folgenden Artikel beim besten Willen nicht erkennen, ob der nun ernstgemeint ist oder nicht:
    http://www.thegatewaypundit.com/2016/03/precsious-snowflakes-as/

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    • Bachatero schreibt:

      Liegt das Problem bei Dir oder beim Artikel😉 ?

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      • aurorula a. schreibt:

        Noch ein drittes: bei dem über das der Artikel berichtet. Daß eine Wahlkampf-Aussage wie „Trump 2016“ plötzlich rassistisch sein soll erwartet man inzwischen schon fast. Bei dem alles und nichts was der Begriff „rassistisch“ inzwischen bezeichnet. Also: Satire oder nicht? Ich weiß es nicht!

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    • Clas Lehmann schreibt:

      Sintemalen das eine Farauencollegin ist, in dem Land, wo einst an einer solchen erkannt wurde, dass history in herstory umzubennen sei, für einen dem Ausgleich ausreichenden Zeitraum, in dem dann auch der genderneutrale Begriff für danach gefunden werden könnte, ist das zumindest gut erfunden. Aus früherer Zeit erinnere ich eine Reihe von WG-Sitzungen, in denen der Vorwurf einer Vergewaltigung besprochen wurde, die darin bestand, dass ein männlicher Mitbewohner mit einer weiblichen Mitbewohnerin klären wollte, wo denn die Grenzen ihrer beider Beziehung denn nun sein sollten, auf dass er sie respektieren könne. Sie aber wollte ihm das nicht sagen, er bestand darauf, das wissen zu müssen, wenn er sich danach richten solle… Daraufhin sollte die WG beschließen den männlichen Mitbewohner hinauszuwerfen und sich von ihm, dem Vergewaltiger, öffentlich, jawohl: öffentlich! zu distanzieren…

      Soweit kam es nicht, aber es wurde etliche Stunden an mehreren Tagen ernstlich bekakelt…

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      • schum74 schreibt:

        Köstlich, die Beschreibung des WG-Palavers! Wie deutlich wird im Nachhinein, dass angeblich ehrliche Aussprachen in Anwesenheit Dritter (Gruppenmitglieder) nicht selten dazu dienten, das Trivialste zu verdecken und zu behübschen. Was könnte trivialer sein als Begehr, Unbeherrschtheit, Kränkung, Groll, Ambivalenz – all die Dinge, wovon schon zu reden öde ist? Doch im zeremoniellen Rahmen eines Progressiven-Things, das sowohl als Gericht wie zu wechselseitiger Bestätigung der eigenen Wichtigkeit zusammenkommen konnte, bekam das Platte den Anstrich des Tiefen und Erforschungsbedürftigen.

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      • Bachatero schreibt:

        „Warum haben Sie sich mit 17 in der Fahrschule angemeldet?
        Ich wollte unabhängig werden von meinen Eltern. „

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Danke für die Blumen!

        Ein gewisses Aufkeimen von Zweifeln, ob das meine Daseinsform wäre, verspürte ich schon da. Die verdeutlichten sich dann im Weiteren, so dass ich heute nicht recht weiß, ob eine Alten-WG das richtige wäre oder werden könnte. Es ist schon was dran, an dieser Stachelschweinfabel.

        Immerhin, die Kritik, die ich vielleicht dran hätte, könnte ich dann nicht mehr differenziert formulieren, und insofern wäre dann wohl alles gut…

        Was aber wären die Alternativen? Und vor allem: Was könnten sie werden?

        Aktuell ist es ja nicht, aber doch irgendwie absehbar.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Und was die Trivialitäten betrifft: Vor allem ja dann, wenn sie einen gar nichts angehen! Und die Teilnahme an der Sitzung natürlich Pflicht ist, sehr deutsch aufgefasst, diese.

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      • schum74 schreibt:

        Gibt es keine WG für freie Alte, die nur das Praktische miteinander besprechen? Muss man gleich ein Mal wöchentlich Psychokrämerei betreiben?
        Und die Trivialitäten – nun ja: Man weiß um die häufige Trivialität der eigenen Leidensgründe und leidet trotzdem.

        In einer Evangelien-Kritik vor einem christlichen Kreis meinte R. Yeshaya Dalsace, dass ihn das ständige Ich-Ich-Ich der Hauptfigur dolle nerven würde. Kein Buch der hebräischen Bibel dreht sich ausschließlich um eine Zentralgestalt, die nur von sich redet.
        Ja, ich bleibe beim Thema: die Trivialität der meisten Ich-Belange; vor allem die Entnervung über das eigene Ich, wenn es zum Ich nur von sich redet. Fehlt nur noch eine WG, die auch das bekaspern würde.

        Aber stell Dir vor, was ich (schon wieder!) beim Politikwissenschaftler Raphaël Draï finde. In einem Artikel für das jüdische Magazin Arche (Oktober 2003) setzt er zwei verschiedene Aussagen aus ganz verschiedenen Welten in Parallele zueinander:
        einmal den bekannten Hillel-Satz aus der Mischna Awot: Wo keine Menschen (Anaschim) sind, trachte, ein Mensch (Isch) zu sein;
        zum anderen den noch bekannteren Programm-Satz von Freud: Wo Es war, soll Ich werden.

        Draï entdeckt da eine analoge Satzführung und einen analogen Gedanken. Und was ihm aufstößt: der Beinah-Gleichklang zwischen Hillels Isch (Mensch) und Freuds Ich. (Wie spricht der Franzose ‚Ich‘ aus?). Spannend, nicht?

        Was Draï meint, ist klar: Lass das Ich zum Isch werden; das Partikulare zum Allgemeinen; den Irgendwer zum echten Wer. Dann ist es weniger unerträglich. Und vor allem: Es nützt den Anderen.

        Um jedem Missverständnis vorzubeugen: Dein Ich interessiert mich, weil es für mich ein Du ist, ja? Erzähl weiter, Clas! ’s gefällt.🙂

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  15. Bachatero schreibt:

    Clas, da gibt es ja offensichtlich Perioden des Grauens in Deiner (WG) Vergangenheit. Bei mir ging’s ganz ohne WG, nur mit Farau. Das Eheleben als Ratespiel. Warum der Blick jetzt – das weisst Du nicht, nein, sag’s mir, nein … Schweigsam, mürrisch, hysterisch … warum … ja, wenn Du’s nicht selber weißt … und gestern, schon vergessen … ach das, aber das war doch gestern … ja Duuu, fuer Dich ist das erledigt … Gott vergibt, die Farau nie. Immerhin blieb mir die WG Passion erspart, da bin ich schon fast dankbar für.

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    • Clas Lehmann schreibt:

      Ja, gab es, jedenfalls anstrengend; und man kann auch beides haben… gehabt haben, inzwischen, in meinem Alter, und daher kann ich die Erinnerungen auf ihren Unterhaltungswert und ihre Eignung zur Belehrung Jüngerer, jedenfalls solcher, die diese Erfahrung nicht machten, hin, hin und wieder hervorzukramen.

      Und, nein, ich war da nicht der Angeklagte, hatte aber natürlich das Problem, als Mann, sowieso Partei und eigentlich nicht meinungsberechtigt, hingegen aber in der WG-Versammlung Inhaber von Sitz und Stimme zu sein.

      Ich erzählte das ja auch nur, um deutlich zu machen: Soetwas könnte durchaus ernst gemeint sein, und das Leid, das erfahrene, nur mühsam und mit viel Verständnis und etwelchen zu trocknenden Tränen wieder zu bändigen…

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      • Bachatero schreibt:

        Lieb gemeint, das mit den Jüngeren, aber die sind so weit weg, die erreicht kein Schrei und keine Träne mehr. Wenn die wichtigen frühkindlichen Rituale erst einmal wegfallen und die Konditionierung nur noch aus Indoktrinierung besteht, dann sieht ein Gesicht aus, wie das von Angela Merkel, schlimmer als 1000 WGs, in Anlehnung an Robert Jungk, der ja auch schon lange mit Überschallgeschwindigkeit fliegt.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Nu, weit weg war ich auch, und unzugänglich für Schareie und Taränen, die ich nicht hören und sehen wollte.

        Natürlich sind meine wesentlich fundierter und sicher und überhaupt echter, um nicht authentischer zu sagen, aber vom Adressaten aus gesehen…

        Zum Glück verstehen wir still zu leiden.

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      • Bachatero schreibt:

        Still leiden? Snakeoil salesman😉 . Leid, Schmerz, Krankheit, Tod und Unbill allsonstiger Art muß sofort aufhören. Ewige Revolte dem nicht Schönen, Edlen Guten und Gesunden (reich geht auch). Wer ein appes Bein braucht, um zur Einsicht zu kommen, das Krieg gefährlich ist, der sollte das Dranne auch noch appmachen, dann wird die Einsicht tiefer. Der Mann hier hat sich mit seiner Lage arrangiert und ist nicht einmal bereit, still zu leiden, das muß man ihm lassen. Aber daraus ein Zukunft für alle Menschen ohne Beine und Arme abzuleiten, ist doch sehr progressiv, obwohl, er lebt ja gut damit.

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      • schum74 schreibt:

        Ein *gefällt mir* auch für die Stern-Befrager

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      • Bachatero schreibt:

        „Warum haben Sie sich mit 17 in der Fahrschule angemeldet?
        Ich wollte unabhängig werden von meinen Eltern. „

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  16. schum74 schreibt:

    „Wer ist ein Terrorist?“ fragt Warszawski. Ergänzungsfrage: Wer ist ein potentieller Terrorist?

    Während die allerchristlichsten Linken damit beschäftigt sind, den Kampf gegen Rechts zu führen, unterstützt in Europa jeder 5. junge Mohämmer Selbstmordaktionen im Namen Allahs: zwischen 22% in Deutschland und 29% in Spanien. In den Niederlanden zeigt eine Umfrage, dass 80% der Niederländer türkischer Herkunft „nichts Verwerfliches“ finden an den Großtaten des Islamischen Staates.

    Solange die heimischen Mohämmer für die Judenmörder in Israel schwärmten, war alles gut, nicht? Jetzt wollen sie auch noch Margot Käßmann weg haben. Das geht zu weit.

    http://www.desinfos.com/spip.php?article52717

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  17. schum74 schreibt:

    Auf das Risiko hin, nur Wenige zu interessieren – aber was der „konservative“ (massorti) Raw Yeshaya Dalsace (Paris) zu Jesus sagt, verdient Aufmerksamkeit. Und Jesus/Käßmann ist das Thema, nicht?

    Allgemeine Bemerkung:
    Wunder spielen in Jesu Geschichte die allergrößte Rolle. Engel und Dämonen begleiten seinen Weg. Damit knüpfen die Evangelien an abgelegene Zeiten, da der Glaube an übernatürliche Kräfte in Israel lebendig war. Das ist geistesgeschichtliche Regression.
    Die Sprache der Evangelien ist unerhört gewalttätig, von Groll unterlegt. Merkwürdig, bei einer Liebesreligion.

    Jesus ist kein Rabbiner, stellt R. Dalsace fest:
    Seine Ansprachen appellieren an Emotionen, nicht an den Verstand; er fordert nicht Nachdenken, sondern Zustimmung, und zwar mit unduldsamem Nachdruck: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Er stellt Glauben unjüdisch in den Mittelpunkt.
    Seine schlichten, volkstümlichen Parabeln haben nichts gemein mit den geistig anspruchsvollen Talmud-Midraschim aus derselben Zeit.

    Ist er ein nachbiblischer Prophet? Nein.
    Abgesehen von einer immer und überall willkommenen Kritik an den Institutionen hat er für die Juden rundherum keine Botschaft: Was ist zu tun, um die nahende Zerstörung des Tempels zu vermeiden? Was unternimmt man unter Besatzungsbedingungen?
    Auch widersprechen die vielen Wundertaten, die Jesu Legitimation gründen sollen, dem Selbstverständnis der jüdischen Propheten. Zwar gibt es auch Wunder um Elijahu ha-Nawi: Er hält den Regen 7 Jahre zurück und erweckt ein totes Kind zum Leben. Doch ist in jedem Augenblick klar, dass nicht er die Wunder bewirkt, sondern Haschem, dessen Vermittler er ist. Und wichtiger noch: Die Wunder sind Beiwerk, nicht die Quelle von Elijas Autorität.
    Doch was Jesus in erster Linie als Propheten disqualifiziert, ist sein Mangel an Liebe zum jüdischen Volk. Ahawat Israel, ein wichtiger Wert im Judentum, zeichnet alle Propheten aus. Sie bricht noch durch die schwersten Vorwürfe hindurch. Nichts dergleichen bei Jesus. Er redet zu den Juden in aller Feindseligkeit, als gehörte er nicht dazu.

    Man kann noch weiter gehen und sagen: Jesus ist nicht nur kein Rabbi und kein Prophet. Er ist der Beschreibung nach nicht einmal jüdisch.

    Ob die Mohämmer am Ende Recht haben, und Jesus ist einer von ihnen?

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    • caruso schreibt:

      Liebe schum74, ich hoffe Du liest es noch. Ich hatte keine Zeit zu schreiben, u:berhaupt etwas zu denken, kaum etwas zu lesen. Ich hatte sehr viel Besuch (wurde vor kurzem 85) und so schön es auch war – und es war seeeehr schön -, so ermu:dend war es auch. Bin noch immer mu:de.
      Deine Beschreibung Jesu ist fu:r mich ganz neu. Ich habe verschiedentlich gelesen, was fu:r ein guter Jude Jesus war. Allerdings nicht von orthodoxen sondern von Reform-Juden, wie z.B. Schalom Ben-Chorin einer war. Oder von Pinchas Lapide. Der war zwar kein Reformjude, orthodox aber auch nicht. Beide zitieren eine Menge aus den Evangelien, um dies zu beweisen. Zwei Fragen hätte ich: 1. Wieso haben die beiden nicht bemerkt, was Dir
      auffiel? 2. eine noch du:mmere Frage: Wieso hast Du bemerkt, woru:ber Du schreibst? Was stand bei den anderen im Wege, was bei Dir nicht der Fall war? Hast Du eine Idee?

      Anderes. Als ehemalige Gesangspädagogin haben mich Deine Worte u:ber „nefesh“ und Kehle zutiefst beru:hrt. Diesen Zusammenhang habe ich im Lauf meiner Arbeit auch erkannt. Präziser: schon mein Vater erkannte es. Was ich nicht wußte (und er auch nicht)
      auf welch fru:he Zeiten diese Erkenntnis zuru:ckgeht. Wunderbar!
      Viele lg
      caruso

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      • schum74 schreibt:

        Liebe Caruso,
        So bist Du also 3085 geworden. Masel tow! Ein Achtung gebietendes Alter.
        Wieso 3085? Nun, Du weißt ja: Zu den Jahren eines Juden muss man immer 3000 Jahre Geschichte hinzufügen.
        In diesem Sinn: bis 3120!🙂

        PS. Zu den Fragen später, ja?
        Gut Schabbes und Neschikot, Caruso.

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      • Bachatero schreibt:

        Ich schließe mich den guten Wünschen für Caruso an, kein Alter eigentlich, das wird das Rentenalter von 2050 sein😉 . Zu Mr. J., ich habe ein paarmal was geschrieben und wieder gelöscht. Es geht nimmer – nur eins halte ich für sicher, den Mohämmern gehört er nicht, sein Reich war nicht von dieser Welt. Ob er ein guter Jude war, werden die Juden nie herausfinden, den es gilt doch, wo 2 oder 3 Juden versammelt sind, gibt es bis zu 20 Meinungen.

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      • aurorula a. schreibt:

        Auch von mir alles gute zum „halbrunden“ Geburtstag!😀
        Many happy returns!

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      • schum74 schreibt:

        Caruso, lieb
        Halwaj ich wäre imstande gewesen, eine solche Analyse der Evangelien vorzunehmen, wie der französische Raw Yeshaya Dalsace sie liefert. Es handelt sich um einen Vortrag, den er auf Einladung eines jüdisch-christlichen Kreises in Marseille gehalten hat; auf der Webseite „Massorti“ zu hören.

        Mein Beitrag hierbei? Nur die Zusammenfassung und die Schlussbemerkung.🙂
        Dalsaces eigener Schluss fiel höflich aus: Er könne verstehen, dass sich Literatur und Film für Jesus interessierten. Der sei „eine romaneske Figur“.

        Ja, auch mir leuchtet die Argumentation ein, die zu der Schlussfolgerung führt: Wer auch immer den Evangelien-Helden gezeichnet hat, hatte für die Juden nichts übrig. In Dalsaces Worten:

        « Il faut regarder les évangiles pour ce qu’ils sont pour nous juifs : un texte écrit dans un contexte historique juif très précis, cherchant à appuyer un point de vue idéologique polémique face à la synagogue et utilisant la personne de Jésus comme figure fondatrice d’une nouvelle religion essentiellement tournée vers le monde païen de l’époque. »

        [Man muss die Evangelien als das betrachten, was sie für uns Juden sind: als Text aus einer datierbaren Epoche in der jüdischen Geschichte, der das Ziel verfolgt, einen polemischen Standpunkt gegen das rabbinische Judentum zu stützen; dabei verwendet er die Person Jesus als Stifterfigur einer neuen, hauptsächlich auf die heidnische Welt der damaligen Zeit zugeschnittenen Religion.]

        Was christenfreundliche Rebbes wie Schalom Ben-Chorin und Pinchas Lapide zu Jesus zu sagen haben, deckt sich nicht mit meinem eigenen Eindruck.
        Soll ich was bekennen, Caruso? Jesum als Menschen oder als Helden einer Erzählung fand ich schon mit 11-12 Jahren unsympathisch; ohne tiefere Gründe. Es gibt Helden, die mag man; andere mag man nicht. Um Schimschon ha-Gibor und um Quasimodo (aus Hugos Notre-Dame de Paris) hab ich geweint; um die Feinde des Grafen von Monte Christo fand ichs nicht schad.

        Schalom Ben-Chorins Sohn, der Raw Tovia Ben-Chorin, hat eine Weile in der Reformsynagoge Pestalozzistr. (Berlin) amtiert. Weltgewandtheit, Belesenheit, die Verkörperung der deutsch-jüdischen Symbiose Sichrona li-Wracha.
        Zusammen mit Pfarrer Gregor Hohberg und Imam Kadir Sanci hat er ein Projekt initiiert, das sich „House of One“ nennt: ein Gebäude für die 3 monotheistischen Religionen.
        Weißt Du, was Imam Sanci zu den täglichen Mohämmer-Schlächtereien zu sagen hat:

        „Wenn auch die Anzahl der religiös motiviert Gewaltbereiten unter den Muslimen keine 0,1 Prozent aller Muslime in Deutschland ausmachen, steht der Islam u.a. auch in Deutschland unter Generalverdacht. Dazu tragen ohne Zweifel die Medien stark bei.“ (ARD, 16.05.2015)

        Nicht Saudi-Arabien, nicht der Iran, nicht der IS tragen zum schlechten Ruf des Islams bei. Das tun die Medien. Aber solange R. Ben-Chorin den Islam schau findet, ist alles gut, nicht?

        Zu ‚Nefesch‘ und ‚Kehle‘: Sprachwissenschaftler wissen seit Jahrhunderten um die Verwandtschaft zwischen den semitischen Sprachen; daher überhaupt die Klassifikation „semitische Sprachen“: eine Gruppe mit Untergruppen. So haben sie das Wort ‚Nefesch‘ im Akkadischen ausgemacht, allerdings in der Bedeutung ‚Kehle‘, nicht ‚Seele‘. Und jetzt haben sie Caruso eine Freude gemacht.🙂

        Schabbat Schalom und Chodesch tow, Caruso. Sei gesund.

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      • schum74 schreibt:

        Lustig, was Bachatero über die plurimeinenden Juden schreibt, aber eine Feststellung am Ende leicht nachprüfbarer Belege ist keine Meinung. Und Dalsaces Analyse ist so klar, so evident, dass man sich direkt gram ist, 2 + 2 nicht selbst zusammengezählt zu haben. Mildernder Umstand: Goodwill-Theologie und die ablenkenden Bibelzitate innerhalb der Evangelien trüben die Sicht auf das Wesentliche: Nicht nur das Johannes-Evangelium ist antijudaistisch; das sind die Synoptischen auch: fremd, anmaßend bis judenfeindlich.
        Das heißt nicht, dass Mr. J., sofern denn und überhaupt -, kein Jude gewesen sei: Uri Avnery und die Hechtin sind schließlich welche; außerdem kann bis zur Niederschrift im 2. Jahrhundert vieles passiert sein. Und was ist mit der Text-Revision im 4. Jahrhundert? Ältere Kopien gibt es ja keine.

        Dass Schalom Ben-Chorin & Co. sich nach dem Krieg auf „Bruder Jesus“ stürzen, ist verständlich. Endlich in Frieden leben! Wer möchte das nicht? Und warum sollte die Kirche 2000 Jahre lang ihre im Kern judenfreundlichen Schriften nicht tragisch missverstanden haben? Den friedlichen Koran missverstehen tun ja bis heute die Mohämmer, die Mohamed für einen Kriegsherrn und die Scharia für zwingend halten.

        Was mich aber seehr freut: dass auch Caruso dieses Schuppen-von-den-Augen-Erlebnis mit mir zu teilen scheint. Sie ist der Leser, auf den ich gehofft habe.

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  18. caruso schreibt:

    Liebe schum74, liebe aurolula a., lieber Bachetero, vielen vielen Dank fu:r Eure guten Wu:nsche!! —
    Shalom ben Chorin mochte ich nicht so sehr, auch wenn er, wie ich denke, manches richtig gesehen hat. Fu:r einen Juden war er mir zu christlich. Wegen der Versöhnung, nehme ich an. Pinchas Lapide fand ich viel besser. Die Unterschiede waren ihm viel klarer.So kam es mir vor. —
    schum74 lieb, es ist Dir sicher bekannt: die alten Griechen dachten, wenn man stirbt, verläßt der letzte Hauch den Menschen, d.h. seine Seele verläßt ihn. – Die Seele (Hauch) verläßt den Menschen durch seine Kehle. Zwischen diesen beiden Wörtern besteht also eine gewisse Verbindung. Im Deutschen, soweit ich weiß, nicht. Es sei, es gibt einen älteren Ausdruck fu:r Seele.
    Im Ungarischen ist es klar: le’lek (Seele), le’gze’s (Atmen, Hauchen). Als Drittes ist es die Stimme, die den Menschen durch die Kehle verläßt. Fu:r mich war das in meiner aktiven Zeit ganz besonders wichtig. Atem, Seele, Stimme — Kehle. —
    Genug gequatscht. Ich will Euch nicht langweilen. — Ja, bevor ich es vergesse, Du hast tatsächlich einen Floh in meinen Kopf gesetzt, liebe schum74. Danke dafu:r!
    lg
    caruso

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    • schum74 schreibt:

      Es sieht nicht so aus, als gäbs im Deutschen eine Verbindung zwischen ‚Seele‘ und ‚Hauch‘. Dafür findet man unter ‚Seele‘ im Duden Folgendes:

      „mittelhochdeutsch sēle, althochdeutsch sē(u)la, wahrscheinlich zu See und eigentlich = die zum See Gehörende; nach germanisch. Vorstellung wohnten die Seelen der Ungeborenen und Toten im Wasser“

      Wieder was anderes, wie?

      Besteht im Serbokroatischen eine Verbindung zwischen Duh (Geist/Gespenst) und Duša (Seele)? Was Ähnliches vielleicht auch im Russischen? Mike Hammer können wir nicht mehr fragen: Seit er mit Aristobulus durchgebrannt ist🙂, haben wir keinen Gewährsmann fürs Russische.

      Und Du weißt selbst, dass Iwrit mehrere Wörter für Seele/Geist hat:
      ‚Ruach‘: ‚Geist‘, auch ‚Wind‘; daher das Wortspiel im NT: „Der Geist weht, wohin er will“)
      ‚Nefesch‘
      ‚Neschama‘

      Wobei es die neschume ist, die den Menschen in der Todesstunde verlässt, nicht die Nefesch. Ob durch die Kehle? Bei Mosche Rabenu wars jedenfalls durch den Mund. Nachdem sich der Todesengel geweigert hatte, Mosche zu töten, musste Haschem selbst auf den Berg Newo hinabsteigen. In einem Kuss auf den Mund holte er Mosches neschume zu sich zurück. Ein schönes Ende, nicht?

      Nicht vor 120, Caruso ha-Jekara. Lajla tow.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Aushauchen kann man die Seele auch im Deutschen; womöglich infolge humanistischer Bildung.

        Im Wasser? Die Seelen der Ungeborenen? Wie passt das zu diesen ganzen traditionellen Ertränkungsstrafen? Ist das nicht irgendwie unvorsichtig?

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      • aurorula a. schreibt:

        Demgegenüber war eine Frau (dem Gerücht der Frührenaissance nach) unschuldig, wenn sie dabei ertrank – ertrank sie nicht, war sie eine Hexe und wurde hingerichtet.
        Passt es dann wieder? Oder gerade nicht? Hmm…

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      • schum74 schreibt:

        Hmm… Manifestiert sich Gottes Urteil nicht gerade dadurch, dass die Unschuldige die Prozedur überlebt und die Schuldige untergeht?

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      • Bachatero schreibt:

        Könnte man meinen, aber die Hexigkeit der Schuldigen zeigt sich gerade daran, daß sie Gottes Urteil zumindest temporär widersteht und zwar vermag sie dieses selbstverständlich nicht aus eigener Kraft, sondern nur mit Unterstützung durch den Gottseibeiuns. Dadurch wird ihr Status als „heilige“ des Teufels, Hexe, ja manifestiert, als typische Inversion der richtigen Verhältnisse.. Ich gebe zu, die hatten es nicht einfach, aber sie haben „seine“ üblen Tricks durchschaut.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Hmmh, ja, die christliche Ersäuferei zur Probe….Auch nicht zu Ende gedacht, das Konzept: Denn wenn das Ertrinken der Beweis der Unschuld wäre und das Überleben dieser Probe das todeswürdige Satanistentum belegte und dann im Feuertod die Seele aber vielleicht doch geläutert und dem Herrn der Fliegen entzogen würde: Wüßte der nicht um die Aussichtslosigkeit der Hilfe da zunächst im Wasser? Und sollte man sich den nicht irgendwie ungewaschen und wasserscheu denken?

        Mir ging es aber um die germanische Vorstellung, von der man ja noch weniger weiß, weil die kaum oder gar nicht schrieben… Es gibt die Edda; aber ich wüßte nichts von einer dokumentierten Deutungstradition über die Zeit hin.

        Wir haben aber Moorleichen und ihre kühne Deutung als hingerichtete Verbrecher, Ehebrecher, Unzüchtige… Richtig ersichtlich scheint mir da auch nichts zu sein, das auschließen würde, dass da ein Opfer angewandten Barbarentumes gefunden wurde…

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      • schum74 schreibt:

        Hauptsache, es entstand am Ufer des großen Teichs, in dem die überlebende Blondine in Botticelli-Pose auf die Erlaubnis wartete, auszusteigen, kein Streit zwischen den Gelehrten darüber, ob sie oder die ertrunkene Brünette nun die Schuldige sei.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Tschä. Wer wird provoziert haben?

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  19. schum74 schreibt:

    « peuple-témoin » – Zeugenvolk – nannte man im christlichen Europa den Judenrest, dessen einziger Lebenszweck sein sollte, die Wahrhaftigkeit der neuen Lehre zu bezeugen. Wobei Pierre le Vénérable, einer der großen Meister der Cluny-Abtei im 12. Jahrhundert, hinzufügte, dass die Juden außerhalb der Zeit stünden, weshalb sie niemals irgendeine Form politischer Souveränität beanspruchen dürften, am wenigsten im verlorenen Raum der Reiche von Jehuda und Israel.
    1948 muss nicht nur in Cluny ein Schock gewesen sein.

    Doch folgt man dem Pirke-Awot-Kommentar (Tel-Aviv 1953) von Elieser Levi, stellt man fest, dass die Juden in der Tat ein peuple-témoin sind; und mit Sicherheit kein erwünschtes: Was Schwarz auf Weiß über die Assyrer, die Babylonier, die Römer – und die frühen Christen im Talmud steht, ist ebenso schmeichelhaft wie das, was der Tanach über die Könige Israels und Jehudas zu berichten weiß. Also richtig peinlich. Kein Wunder, dass der Talmud das verleumdetste Werk der Weltliteratur ist.

    So erfährt man, dass die „Jehudim-Nazranim“ – die Christenjuden – im besetzten Judäa als Erstes völliges Desinteresse am Schicksal des jüdischen Volkes bekundeten. Dupont mag 1943 nicht entscheiden zwischen den Deutschen und den Franzosen: Das ist nicht mehr seine Sache.
    Als dann die Römer jeden Juden mit einem Tribut belegten, hatten die beschnittenen Christenjuden eine Idee: „Epispasmus“ heißt die operative Lösung. „Wo sehen Sie hier keine Vorhaut?“
    Warum sie Schabbes in der Öffentlichkeit übertreten mussten? – „Ja, auch die Kohanim halten Schabbes nicht ein“. Sagen sie. Und wenn schon ein Finanzminister sich um Steuerzahlung drückt …
    Aber schmerzlich berühren, tut die Bemerkung: Die „Jehudim-Nazranim“ sahen in den Juden keine Mitmenschen mehr; oder wie es heißt: Sie sahen die Ebenbildlichkeit nicht.

    Wer will, bekommt die Talmud-Stellen mitgeteilt.

    Nein, ich habe nichts gegen Milliarden Christen. Schon gar nicht in einer Zeit, da die Mohämmer deren Ebenbildlichkeit nicht sehen. Und überhaupt. Ich bin nur – wie soll ich sagen: von der Brutalität der Anfänge bestürzt.

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    • caruso schreibt:

      Liebe schum74, sei bitte nicht bestu:rzt u:ber die Brutalität der Anfänge. Mensch ist so, damals wie heute. Nimm weg das du:nne Firnis der Zivilisation und du siehst das. Denn wann war mensch weniger brutal? Im 20. Jahrhundert – von Deutschland bis Japan – sicher nicht. Man kann nur hoffen, daß das Firnis irgendwann dicker wird und irgendwann – weeeeit in der Ferne der Zeiten – kein Firnis mehr wird, sondern Substanz. —
      Falls, wie ich glaube, Atem und Seele miteinander was zu tun haben, dann muß die Seele (Atem, Hauch) durch die Kehle. Anders geht’s nicht, auch wenn irgendwo „Mund“ steht. Unsere Ahnen unterscheiden nicht immer genau, oder sie wußten es nicht. Nur wenn man einem eine tiefe, große Wunde im Brustkorbbereich zufu:gt, kann die Seele (Atem) den Körper anderswo verlassen.
      lg
      caruso

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    • Clas Lehmann schreibt:

      Nu, so als historisch frische Konvertiten und seitherige Inhaber von Glaubensgewissheiten und vermutlich auch als Bessermenschen, sowie als Verächter der Schriftgelehrten… Das ist keine gute Mischung. Nicht weit zum Selbsthass auf die eigenen Wurzeln, und Verleugnung ist auch ein zentrales Thema, so vor Golgatha, und bewegt bis heute. Und irgendwo muss doch der Antijudaismus und der Antisemitismus seine Wurzeln haben, und das Nichtsehen der Ebenbildlichkeit, das sich ja lange und weit über diese ersten hinaus gehalten hat. Ist es ein Nichtsehen, oder eine Verleugnung dessen, was man sieht und weiß?

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      • schum74 schreibt:

        Das hat was, wie Caruso Poetisches/Metaphorisches mit Materiellem verquickt.🙂

        Und was Clas zu Verleugnung als zentralem Thema im NT schreibt, eröffnet Horizonte.
        Ja, Verleugnung bzw. Verrat spielt eine große Rolle in der Jesus-Geschichte. Der Landesverrat, die Kollaboration mit den Feinden, findet in der Doppelgestalt von Judas und Simon/Petrus, die immer zusammen auftreten, ihren versetzten Ausdruck: Judas kollaboriert aktiv mit den Römern, Simon/Petrus tanzt auf zwei Hochzeiten. Wie Jean-Paul Sartre, der während der Besatzung sowohl in Résistance-Blättern als auch in der kollaborationistischen Zeitschrift Comoedia (1941 und 1944) publiziert; und seiner Freundin de Beauvoir zu einer Stelle bei Radio Vichy verhilft (Le Point, 13.01.2012).

        Findet jemand die Gleichsetzung Römer/Deutsche übertrieben?
        Dem römischen Senator und Geschichtsschreiber Cassius Dio zufolge kamen bei Hadrians Operationen während des Bar-Kochwa-Aufstandes (132-135) 1/2 Million Juden um – absolut und relativ zu den damaligen Bevölkerungsgrößen eine niederschmetternde Zahl.
        Und die „Jehudim-Nazranim“ als Judas & Petrus immer vorneweg; beteten mit Käßmann um die Verfolger der Juden. Ganz große Sache, die Feindesliebe; vor allem für den Überläufer.

        Und die Unfähigkeit, im Nebenmenschen die Ebenbildlichkeit zu erkennen, den Zelem Elokim? Es ist nicht so, dass man selbst darüber stünde. Erkenne ich sie noch in den meisten Mohämmern? Nein. Den Zelem Allahs, den erkenne ich.

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      • schum74 schreibt:

        P.S. Warum der Erzböse der NT-Geschichte den Namen des edlen Fürsten Jehuda Ben Jaakow tragen muss? Auf die Schurkerei mochte die Kirche nicht verzichten.
        Die Bemerkung ist nicht neu. Neu ist mir aber die Einsicht, die ich Clas verdanke: In ‚Judas‘ fallen der Name des angeblichen Verräters und der Name des tatsächlich Verratenen (das Land Jehuda) zusammen.

        Bekanntlich hat während der römischen Besatzung kein Durchschnittsjude namens Jehuda (Müller, Dupont) das Land Jehuda verraten; das haben die neuen Christen getan.
        Und das ist das Geniale am Namen ‚Judas‘: Erstens schiebt er die Schuld dem Anderen zu: Nicht wir haben mit den Römern paktiert, das waren die Anderen. Zweitens sorgt er dafür, dass der Landesverrat als solcher unvergessen bleibt.
        Mit Absicht? Vermutlich nicht. Damit kreist das Christentum um seine Ursünde und lässt nicht los. Mit ‚Judas‘ bringt sich via Landesnamen die Kollaboration in unfroher Erinnerung; bringt sich in Erinnerung und wird gleichzeitig abgewehrt.

        Ja, die Geschichte des Christentums beginnt mit einem Verrat; aber nicht mit dem Verrat eines oder mehrerer Juden, sondern mit dem Verrat an Juden im Lande Jehuda.

        Und wozu olle Kamellen aufkochen? Weil es keine ollen Kamellen sind. Oder woher kommt das Feuer in den Augen und in den Texten der BDS-ler? Ist es nicht offensichtlich, dass die Leutchen ebenso fühlen wie Cluny-Großmeister Pierre le Vénérable, dass die Juden kein Anrecht auf ihre alte Heimat hätten? Natürlich nicht, weil sie den Messias nicht anerkannt haben oder so’n Quatsch. Nein: weil es sich um „arabisches“ Land handle. Seit Urväterzeiten.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Römer – Deutsche?

        Nu.

        Nein.

        Nicht übertrieben, aber man muss wissen, was Hadrian da verbrach. Im deutschen Geschichts- sowie Kirchengeschichtsunterricht zeigten sich da die eigentlich charakteristischen Flachstellen, die auf geklitterte und geschönte Darstellung deuten. Aufstand, Niederschlagung und Zerstreuung. Was erheben sie sich auch gegen den Kaiser und in der Kirchengeschichte kam dann noch die Gottesstrafe für den Gottesmord dazu, die, das wollte damals auch keiner hören, ja wenig von anderer Wange an sich hätte…

        Mit der Notwendigkeit des Opfers, die Sünden von der Welt zu nehmen, schieft es auch auf windige Weise.

        Daher waren Glaubenskräfte gefragt und sollten erbetet werden.

        Vor diesem Verbildungshintergrund also vielleicht missverständlich ohne den kurzen Abriss zu Hadrian.

        Was aber ist mit Franzosen – Juden?

        Die Collabos in Frankreich waren doch Bestandteil der Fettschicht der Gesellschaft und schwammen weiterhin oben? Vielleicht mit schmutzigen Händen, aber oben?

        Die Urchristen jedoch waren, nach allem was da steht, nicht jüdisches Estabishment, nicht? Die wollten erst noch wohin, oder auch nicht; hätten wollen sollen, wollten aber eben nicht, weil sie ja glaubten, der Messias sei erschienen, die Welt ginge zu Ende und der jüngste Tag sei angebrochen…

        Dann ging sie weiter, die Welt, und nun fingen sie an, wohin zu wollen, und sie kamen wohin, mit einigen argumentativen Volten, und nicht mehr die selben ursprünglichen. Also musste da manches anders, für eine Staatsreligion des, immerhin, Imperium Romanum. Den bewährten Judenhass behielten sie bei, pflegten ihn ein. Der passte.

        Cluny… dreh sich einer mal jahrelang ausschließlich im Reigentanz in diesen Schriften: Da entsteht mancherlei Gewissheit, die mit Realität außerhalb dieser Texte nichts zu tun hat. Und wenn sie dann noch nur devotest gelesen werden dürfen? Allenfalls unidirektional gedeutet? Dann nähert sich christliches Mittelalter in manchen Aspekten der Korandeutung, oder?

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      • schum74 schreibt:

        Comme d‘habitude legt Clas den Finger auf die richtige Stelle. Eine Fettschicht gab es im römisch verwalteten Judäa tatsächlich. Das waren die in den Evangelien milde beurteilten Zedokim, die sogenannten Saduzzäer, die den Römern die Stange hielten. Sie werden an denen nicht schlecht verdient haben; von den zu ergatternden Posten ganz zu schweigen. Wetten, dass die Zedokim Lateinisch ebenso fließend sprachen wie die DDR-Bonzen Russisch?

        Aber weißt Du, was auffällt? Dass Jesus, der als Sachwalter der kleinen Leute gilt, also als Nicht-Saduzzäer, das Tora-Verständnis der Saduzzäer teilt.

        Hier muss ich eine Klammer öffnen.
        Die Zedokim hielten an der Wörtlichkeit der schriftlichen Tora fest – und zwar an der Wörtlichkeit einiger Passagen bei Auslassung widerstreitender Passagen. Hielten z.B. daran fest, dass „Auge um Auge“ buchstäblich umsetzen sei, wobei es sie nicht kümmerte, dass einige Sätze weiter im selben Buch für das nämliche Delikt Geldstrafe gefordert war.
        Nicht anders Jesus, wenn er großspurig erklärt:
        Ihr habt gehört, dass gesagt ist: „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“
        Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel… (Matthäus 5, 38-39)

        Wenn die schlichten Zuhörer nicht auch noch Ignoranten oder religiös gleichgültig waren, so werden sie von den großartigen Pharisäern, an denen die Evangelien kein gutes Haar lassen, etwas anderes gehört haben; nämlich von der Notwendigkeit, die Tojre zeitgemäß und human zu interpretieren; und zwar mit Erlaubnis der schriftlichen Tojre selbst: „Nicht im Himmel ist sie“, betont das Deuteronomium. Was der Mensch Mosche geschrieben hat, ist Menschenwerk, also diskussionsoffen und anpassbar.

        Die ‚Pharisäer‘, die Pruschim, sind keine Anderen als die Talmud-Erschaffer, denen die Juden in der Diaspora das Überleben verdanken. Sie haben der schriftlichen Tojre die mündliche hinzugefügt; und beide zusammen sind wie die zwei Lungen des Judentums.
        Wie sagt es Einer auf AKADEM, der jüdischen Online-Universität, so schön:

        « La loi orale est ce qui nous affranchit de notre aliénation à un texte qui n’attend qu’à être interprété. »
        Die mündliche Tora ist das, was uns von der sklavischen Bindung an einen Text befreit, der nur darauf wartet, gedeutet zu werden.

        Die Pruschim selbst waren sich dessen bewusst:

        אמר רבי יוחנן: לא כרת הקב“ה ברית עם ישראל אלא בשביל דברים שבעל-פה, שנאמר (שמות ל,ד): “כי על פי הדברים האלה כרתי אתך ברית ואת ישראל“. (בבלי, גטין ס)

        „Sagte Rabbi Jochanan: Nur um der mündlichen Tora willen hat der Kadosch-baruch-hu einen Bund mit Israel geschlossen.“ (Babylonischer Talmud, Gitin 60)

        Würde G‘tt das Gesetz diktieren, wären wir keine Bündnispartner, sondern schlimmer noch als Untertanen: Unterjochte. Wozu dann die Befreiung aus Ägypten?

        Klammer zu.

        Doch die in der Regel ärmlichen Pharisäer waren im Gegensatz zu Jesus und den wohlhabenden Sadduzäern für den Aufstand gegen die Römer. Das allein müsste reichen, um sie bis heute zu disqualifizieren, nicht?

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      • schum74 schreibt:

        Eins muss ich zu dieser frühen Stunde noch los werden: meine Empörung über den abfällig gemeinten Ausdruck „Schriftgelehrte“ für Intellektuelle von Rang, denen Mr. J. nicht bis zum Knöchel reicht.
        Der Originalausdruck mag sein, wie er will, aber enthalten wird er mit Sicherheit die Elemente ‚Buch‘ + ‚Gelehrte’/’Forscher‘. – ‚Tora-Gelehrte‘ auf keinen Fall: Nicht einmal in den Ohren der damaligen Fantastinenser, als da waren die von Mr. J. geherzten Samariter, hätte so ein Name herabwürdigend klingen können.

        In „Schriftgelehrte“ ist ein Doppeltes drin: die Degradierung von Diskussionskünstlern, von Meistern des lebendigen Wortes zu phantasielosen Nachplapperern; und eine zu wundergläubigen Zuhörern passende Intellektuellenfeindlichkeit.
        Zufällig waren die Tanaiten (Mischna-Abschluss um 200) nicht Kopisten von Beruf, sondern Grubenbauer, Schuster, Töpfer. Anders als Mr. J., von dem man nicht recht weiß, wer für sein täglich Brot aufkam, arbeiteten sie den ganzen Tag. Tora, das war die Erholung; doch zuerst kam bei ihnen die Melacha (= maloche), das Handwerk.

        Ihnen und ihren Nachfolgern sei Dank gilt, was R. Léon Askénazi (Manitou) angemerkt hat:
        « Le peuple juif n’est pas le peuple du Livre mais de la parole. » ‒ Das jüdische Volk ist nicht das Volk des Buches (Buchreligion!), sondern des Wortes.

        Wenn R. Chouchani, « le Mozart du Talmud », metaphorisch behauptet, dass jedes Wort in der Tora mindestens 2.400.000 Deutungen zulässt (600.000 Hebräer am Fuße des Berges Sinai x 4 Interpretationsebenen), dann ist klar, dass man das nicht erreicht, indem man am Buchstaben klebt.

        Aber das brauchte Mr. J. alles nicht zu kümmern; nicht einmal ahnen musste er was. Hauptsache: Ich aber sage euch…
        Plato hat gesagt…, Spinoza hat gesagt…, Kant hat gesagt… Aber ich, Dupont, sage euch…

        Nein, beleidigen will ich hier niemanden. Am wenigsten Paul, falls er mitliest. Aber wenn der europäische Christenrest die BDS-Bewegung anführt, und der Papst Füße von im Zweifel antisemitischen Migranten wäscht, dann kann einem schon der Kragen platzen, nicht? Und dann geht man zum Ursprung zurück.

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      • Bachatero schreibt:

        „Plato hat gesagt…, Spinoza hat gesagt…, Kant hat gesagt… Aber ich, Dupont, sage euch…“ y je dirais même plus ….
        Mr. J. hatte mit dem Alten nix zu tun und nur Neues im Sinn (wie wir heute wissen, eine langwährende dreiste Verarschung). Er hat es zwar nicht verworfen, aber als „erfüllt“ betrachtet. Das neue überschreibt das Alte, wie bei einem Palimpsest. Aber wie beim Wein, DAS Symbol schlechthin, der Alte wertvoller ist, als der Neue, so mag es auch hier sein. Ueber das neue in rationaler Weise zu reden ist eigentlich nur Exegeten möglich, auf exegetisch, welches in etwa Knöchelhoehe erreicht, weil ja über nichts exegetiert wird.

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      • schum74 schreibt:

        Et v’lan, passe-moi l’éponge!🙂

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      • Bachatero schreibt:

        Ein Leckerbissen für Knöchel-Exegeten, aber es hat wohl noch niemand die Herausforderung angenommen.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Glaubenskräfte und Verleugnung scheinen mir auch die Schlüssel zum Israelunverständnis der BDSler zu sein: Dass es Gutes tue, glauben sie mit großer Kraft nicht, auch wenn sie sich areligiös definieren. Denken liegt sowieso weithin außerhalb ihrer Sphäre, jedenfalls in dem Kontext ist es nicht die Kategorie…

        (Colorandi causa: Da beklagte letztens einer, die guten Jaffa-Apfelsinen gäbe es ja nun auch nicht mehr, da Israel sich nurmehr in Militarismus und Unterdrückung und Mauerbau ergehe und daher den Obstanbau vernachlässige. Es gehöre dort einfach nicht hin und müsse also boykottiert werden…

        Nu kommst Du und möchtest logisch einhaken…! Außer einem Aufschrei bleibt doch da nicht viel.

        Komm ein weiterer Anlauf, mit Informationen, Artikeln, Videos… Ist dann alles Propaganda, und er, als Hochschullehrer durchschaut’s.

        (Hochschullehrer? Hmmh… 2 Jahre lang einen (einstündigen?) Lehrauftrag, Rockmusik betreffend, führt mit Stolz den Beinamen „Rockpapst“… Ei, freilich. Passt.)

        Samariter… Das wäre ja, wenn nicht sowieso Narrativ, der Text legt das eigentlich nahe, einer, von dem es dann auch bis heute auf uns gekommen ist; und freilich kann und muss man ihn loben, wenn er den unter die Räuber Gefallenen aufhebt, pflegt und heilt… bleiben aber Fragen. Erschöpfend erwörtert sind die, zum Beispiel, hier: http://bibelpraxis.de/index.php?article.11 . Da zeigt sich die knöcheltiefe Exegese, argumentativer Bauschaum, der nun allerdings deutlich höher hinauf alles verkleisternd, große Glaubensblasen im Gefüge…

        Es zeigt aber ganz schön Umgangspraxis mit Inkonsistenzen… Bewertungssauce positiv süßsauer, Bwertungssauce negativ odoreuse, laminierte Patches, Verehrungsforderungen und eine Kritik an den Schriftgelehrten, an die sich bemerkenswert sauber die Israelkritik fügt.

        Man könnte das auseinandernehmen, aber warum sollte man?

        Aber, wer, zum Beispiel, waren die Räuber, die man da so annehmen konnte? Auch Narrativ?

        Und wenn der Samariter Narrativ ist: Was ist dann mit dem Priester und dem Leviten?

        Schriftgelehrte… Zu Zeiten, als das Wort in’s Deutsche kam, war Analphabetismus weit verbreitet, außer eben bei den Juden… Da ist dann für mein Sprachgefühl außerdem noch ein Bildungsneid mit im Spiel.

        So. Meine Maloche ruft.

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      • Bachatero schreibt:

        Ist das bei Dir so mitter maloche, wie bei Luis Trenker mim Berg? Unwiderstehlich? Oder eher unvermeidlich?

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      • Bachatero schreibt:

        „Aber wenn der europäische Christenrest die BDS-Bewegung anführt, und der Papst Füße von im Zweifel antisemitischen Migranten wäscht, … “ Schum, da hast Du die Formel e=mc^2 für Exegeten in schlichten Worten formuliert, wobei „e“ der Energieinhalt des Textes ist (Das sollte Dante wieder auf den Plan rufen😉 ). Immerhin hat Mr. J. gesagt:“Das Heil kommt von den Juden“, auch wenn’s im Johannes steht. Und anstatt das die Hunde von den Krümeln leben, die von den Tischen (der Juden) fallen, werden ihnen jetzt die Fuesse geküsst (kaessmannisch liebend exegetisch). Da steht alles auf dem Kopf, ein Paradigmenwechsel (sorry, aber ist so schön), die Christen sind am Arsch. schade.

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      • schum74 schreibt:

        Was! Keine guten Jaffa-Apfelsinen mehr? Vor drei Wochen auf einem Stadtteil-Wochenmarkt die süßesten Mandarinen (Marke „Oro“, grüner „Jaffa“-Aufkleber) entdeckt, wo gibt. „Ja, aus Israel“, bestätigte der russische Verkäufer nicht einmal leise. Un délice. Und Überraschung: Die gibt es auch bei Kaiser‘s, ohne Herkunftsangabe.

        Wie gut, Deine Antwort zu lesen, Clas! Hatte schon befürchtet, zu weit gegangen zu sein. Bachatero, der alte Heide, machte mir keine Sorgen. Aber was ist mit den anderen Mit-Nutzern? Immerhin, eine Gottheit. Und gehört sich das, den Mehrheitsglauben eines Landes anzugreifen, das Einen aufgenommen hat? Und ist es nicht Öl auf den Judenhass?

        Interessante Leute, diese Samariter ‒ ‚Schomronim‘ pour les intimes. Das sind die Nachkommen der Assyrer, die nach der Eroberung des Nordreichs Israel (722 v.u.Z.) vom Sieger-König Sanherib anstelle der deportierten Juden in Schomron angesiedelt worden sind.
        Diese aus der Sowjetunion bekannte Praxis des Volksaustauschs haben die Assyrer wohl erfunden.

        Die Samariter waren also Fremde, und keine beliebten. Schon gar nicht, nachdem sie bei der Rückkehrer der Judäer aus dem babylonischen Exil (539 v.u.Z.) einen eigenwilligen Standpunkt einnahmen: Wir, die Schomronim, die wir die ganze Zeit an Ort und Stelle geblieben sind, während ihr in Bawel Highlife gemacht habt, wir sind die wahren Juden, die alten Palästinenser sozusagen. Die Herrschaften waren auch gegen den Wiederaufbau des Tempels, versteht sich.
        Das musste Mr. J. naturgemäß gefallen: War ihm selbst der herannahende Untergang des Tempels und des ganzen Landes nicht schnurzpiepe? A propos: Wo sind seine protégés in den letzten 2000 Jahren abgeblieben?

        In seinem bereits zitierten Werk Morale juive et morale chrétienne (1867) merkt Elie Benamozegh an: Jesus, der vom damaligen Juden erwartet, dass er den Samariter liebt, ist wie Einer, der vom Polen erwartet, dass er den Kosaken liebe, und vom Italiener, dass er den österreichischen Soldaten anbete ‒ « qui veut que le Juif aime le Samaritain, c’est-à-dire que le Polonais aime le Cosaque, que l’Italien adore le soldat de l’Autriche… » (Kap. 7).

        Würde Mr. J. selbst seine Gunst unparteilich wie der Regen verteilt haben, könnte man wenigstens von konsequenter Haltung sprechen. Aber nein:
        „… und sie haben‘s angenommen und erkannt wahrhaftig, daß sie glauben, daß du mich gesandt hast.
        Ich bitte für sie und bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein.“ (Johannes 17, 8-9; Luther 1912)

        So unparteilich wie Judith Butler…

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      • Bachatero schreibt:

        Mr. J. spricht wie die „soul snatchers“: Du gibst sie mir, dann geb‘ ich sie dir zurück mit der Bitte um, was …, denn sie sind Dein? Die „Gegebenen“ können da nicht viel machen, alles liegt in SEINER Hand. Scheiß Schicksal, wenn man das so sagen kann. Nun gut, der alte Heide in mir ist nicht unterzukriegen (ich hab’s auch noch nicht versucht😉 ), aber man hat auch als Heide Gefühle und Gedanken, wenn auch nicht immer die Richtigen. Ich bedaure, dass es mit den C’s zu Ende geht, es hätte so schön werden können, nach dem die Kinderkrankheiten ausgemerzt waren. Irgendwas müssen die Humanos ja hören, glauben und tun (Jona 4:11). Da sind mir Sixtinische Kapellen allemal lieber, als Plattenbauten, aber so denken halt nur alte Heiden.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Mit der Maloche… das kommt darauf an. Heute waren es Dinge, die ich wollte, damit ich meine Befreiung vorantreiben kann, von denen, die ich nicht aussitzen und nicht vermeiden kann.

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      • Bachatero schreibt:

        Da wünsche ich Dir gutes Vorankommen bei Deiner Befreiung, das kommt zuerst.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Warum sollte es unhöflich sein, sich um das Verständnis des Mehrheitsglaubens (ist er das noch?) und der dazugehörigen Religion zu bemühen?

        Und der Judenhass ist nicht von Öl, Essig oder irgendetwas, das Juden tun oder lassen, gezielt beeinflussbar. Hass kann nur der Hasser steigern oder mindern. Was der dabei an Laterna magica spielen lässt und ins Spiegelkabinett projeziert: –

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      • schum74 schreibt:

        Schnell ein Letztes zu den Schomronim – nicht um zu langweilen, sondern weil die Gelegenheit zu günstig ist, das Verständnis für den israelisch-palästinensischen Konflikt um einen Aspekt zu erweitern.
        Was den Israelis mit den Fantastinensern seit 1948 passiert, das war schon einmal mit den Samaritern, nur in schwächer. Für die Juden also ein Déja-vu-Erlebnis.

        Noch einmal mit Daten:
        – 722 v.u.Z. besiegt Assyriens König Sanherib das Nordreich Israel, führt 10 Stämme auf Nimmerwiedersehen weg und siedelt soundso viele Assyrer in Schomron an. Nicht anzunehmen, dass die Leute ihre Häuser und ihre ursprüngliche Umgebung freiwillig verlassen haben. Insofern sind sie auch zu bedauern. Es heißt, sie hätten judaisiert, einige Tora-Gebote eingehalten, und sich mehr oder weniger den benachbarten Juden angepasst.
        – Etwa 150 Jahre darauf, 586 v.u.Z., marschiert Newukadnezar in Judäa ein, verbrennt den ersten Tempel und deportiert die Juden in sein heimatliches Babylon. Die Samariter dürfen bleiben, wo sie sind.
        – 47 Jahre später, nämlich 539 v.u.Z., bricht Newukadnezars Reich vor dem persischen Eroberer Koresch (Kyros) zusammen. Koresch, den der Tanach einmal „Maschiach“ nennt, erlaubt den Juden, nach „Erez Israel“ zurückzukehren. Ein Teil von ihnen tut das tatsächlich. Der größte Teil bleibt – wie das so ist ‒, im fortschrittlichen Ausland stecken.

        Von -586 bis -539 waren die Juden aus Judäa weg, ja? Jetzt kommen sie zurück – und wie werden sie empfangen? „Das ist nicht euer Land“, sagt der gute Samariter. „Wir waren zuerst da, wir sind die wahren Juden“.
        Nun gab es damals keine UNO, und auf den Trichter mit den Selbstmordattentaten sind die Schomronim nicht gekommen.
        Aber gegen +30 macht Mr. J. in seinen Geschichtchen keinen Hehl daraus, auf wessen Seite sein Herz neigt. Der gute Samariter ist die Kontrastfigur zum pharisäischen „Otterngezücht“ (Matthäus 23, 33), das „Verdammnis empfangen“ wird (Matthäus 23, 13).

        Troz alledem tun auch mir die heutigen Christen sehr-sehr leid. Was zum Kuckuck bewegt so einen Papst, dem man Schwachsinn und Unbildung nicht unterstellen kann, sich ohne Not zu ergeben? Trägt er nicht Verantwortung für Millionen Seelen – und Körper?

        Ne-nee. Mr. J. spricht nicht wie die „soul snatchers“. Das heißt doch, aber anders. Als Sohn, der gleichzeitig der Vater ist, spricht er zum Vater, der gleichzeitig der Sohn ist. Pauvres de nous! Das ist alles komplizierter als unsere Schulweisheit sich träumt.

        Doch eins sollte man nicht unnötig verkomplizieren: Niemand muss zwischen der Sixtinischen Kapelle (solange es sie gibt – toj toj toj) und Plattenbauten wählen. Jedes ist auf seine Weise schön. Plattenbauten sind Wolkenkratzer, nicht? Warum muss man sie in Deutschland sprachlich mies machen? Das sind tolle Wohnmaschinen, die den Mietern potentielle Freunde frei Haus versprechen, und dazu die tollsten Vogelperspektiven. Nur die Strohdachhütten in der Dominikanischen Republik sollen konfortabler und überhaupter sein.

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      • Bachatero schreibt:

        Tatsächlich interessant, dass die Juden ja Weg- und Rueckfuehrungen schon erlebt haben. Man weiß es natürlich, aber den Zusammenhang zu heute habe ich noch nie hergestellt. Sogar Volksaustausch und die damit verbundenen Situationen waren schon da.
        „Trägt er nicht Verantwortung für Millionen Seelen – und Körper? “ Trägt er? Ich dachte immer, jeder ist für sich selbst verantwortlich, außer denen, die’s nicht können, das sind die , denen man raten muss katholisch zu werden, oder buddhistisch, etc,. ich weiß nicht, ob die Juden solche gerne nehmen? „Plattenbauten sind Wolkenkratzer, nicht?“ Sure, aber auf Knöchelhöhe und kratzen können sie die Wolken, die beim Grillen aufm Balkon entstehen😉 . Nee, ich bleib bei meiner Sextinischen Hütte, die ist genauso, wie ich’s gern habe. Keine Fresken, aber zum fressken schnuckelig, mit haitianischen bunten Schundbildern, karibisch und Noni als knuffelige Putte und 4 Hunden und ich mitten drin als oller Pan mit Plauze.😉 .

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Puuuhh, Plattenbauten… Vom Potential her hättest Du recht, sehr theoretisch.

        Praktisch… wann immer ich mal in solchen Hochhaussiedlungen gewesen bin, habe ich genau das nicht erlebt, nicht gesehen… aber Verwahrlosung, Vandalismus, Anonymität, üble Gerüche. Leute, die da wohnten und das gut fanden, begründeten das mit weitem Blick, oder damit, dass man mit den Nachbarn ja nichts zu tun habe… Ich habe jahrelang nachts Taxi gefahren, dort haust jedenfalls auch ein beträchtliches Elend.

        Dazu kommt, dass ich, wenn ich es eben vermeiden kann, keinen Fahrstuhl benutze und Balkons höchstenfalls im Hochparterre… jahrelang habe ich von abbrechenden Balkons geträumt, es also erlebt, dass die nicht halten: ich bin irgendwie ebenerdig veranlagt.

        Auf die Samariter komme ich noch zurück, jetzt reicht es nicht.

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      • schum74 schreibt:

        Tut sich selbst Bemitleidende, Halb- oder Ganzkriminelle in das Berliner Grunewald-Viertel hinein, und schaut nach einem Jahr nach, was aus den Villen geworden ist: Verwahrlosung, Vandalismus, Anonymität, üble Gerüche.

        Lasst in eine Hochhaussiedlung mit Concierge (gerne in Ostberlin) gut erzogene Heimische, Vietnamesen und SU-Stämmige einziehen, solche, die Etagenmitbewohner zu einem Geburtstag einladen und den Fahrstuhl anhalten, bis ein alter Herr auf Krücken darin Platz genommen hat ‒ und schon ist der Plattenbau ein Wolkenkratzer: kein Fetzen Papier in den Fluren oder in den Anlagen rundherum, freundliches Hallo zu Unbekannten im Vorbeigehen.

        Fazit: Leute machen Häuser. Nichts anderes besagt der heutige Tora-Abschnitt, der hintereinander vom Haut-und vom Wand-Befall erzählt. Wo’s mit den Menschen nicht stimmt, stimmt’s auch nicht mit den Häusern.

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  20. aurorula a. schreibt:

    Nochmal zu der Wasser- und Brotgeschichte von vor ein paar Tagen:

    http://www.israelhayom.com/site/newsletter_opinion.php?id=15759

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    • schum74 schreibt:

      Großen Dank dafür!

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    • schum74 schreibt:

      Bergmans hinreißende Reportage über Israels Güte und Israels Voranstellung der Liebe zum Leben, müsste BDS-Christen vor ein theologisches Problem stellen:

      Entweder die Juden sind das, was Mr. J. ihnen vor 2000 Jahren in Lutherschem Stil vorwarf: „Heuchler“, Recht- und Barmherzigkeit Vergessene (Matthäus 23) – und dann müsste man erklären, wieso die Israelis das Leben der eigenen Soldaten gefährden, um seit 2013 2000 verletzte Syrer, davon 80 % Akbaristen, in den eigenen Krankenhäusern zu retten; oder es stimmte schon damals nicht, dass die Juden den Teufel zum Vater hätten (Johannes 8, 44) und es wäre an der Zeit, Tatsachen auf sich wirken zu lassen, insbesondere über Israel. – Und bei der Gelegenheit auch die zeitgenössischen Predigten zu revidieren:

      http://www.predigtkasten.de/P871118.htm

      Wenn Prof. Shmuel Trigano (Radio TAF, 24.03.2016) Recht hat, dann ist die Wurzel der gewalttätigen Ablehnung des Judenstaates eine theologische – und die Politik nur vorgeschoben:

      « Ce qui turlupine la conscience profonde de l‘identité de l’Occident et de l‘identité de l’Orient, c’est le sentiment que la résurgence d’Israël et du Keter Malchut, de la souverainité, est un tremblement de terre pour leur propre identité. Or, la propre identité de l’Occident comme de l’Orient est religieuse. C’est le christianisme et l’islam. Et ces deux identités se sont construites sur l’hypothèse et l’affirmation que l’histoire d’Israël était finie et qu’ils en étaient la continuité. Si jamais Israël revient dans les habits du roi David, c’est un cauchemar. S’il revient dans les habits rayés des rescapés d’Auschwitz – ok, c’est de notre faute, il faut qu’on le supporte, etc. Mais s’il revient dans les habits du roi David, ça devient un cauchemar métaphysique. Et donc derrière les attitudes pseudo-politiques se jouent des enjeux identitaires qui les dépassent en quelque sorte. Et là, justement, pour pouvoir faire face, il faut retrouver en nous la force de l’Israël éternel (Nezach Jisrael) et non pas celui des rescapés de la Shoa. C’est un enjeu considérable. »

      [Was die Selbstgewissheit von Orient und Okzident in der Tiefe erschüttert, ist die Empfindung, dass die Auferstehung Israels und der Keter Malchut, der Souveränität, ein Erdbeben für die eigene Identität bedeutet. Und zwar deshalb, weil die eigene Identität von Orient und Okzident religiös ist: christlich und islamisch. Und beide Identitäten, Christentum und Islam, gründen auf der Annahme und der Behauptung, dass Israels Geschichte vorbei sei, und dass sie deren Fortsetzung wären. Im Augenblick, da Israel in den Kleidern des Königs David zurückkommt, ist es ein Alptraum. Kommt es zurück in den gestreiften Kleidern der Auschwitz-Überlebenden – ok, wir sind schuld, müssen erdulden usw. Doch kommt es zurück in den Kleidern des Königs David, wird das Ganze zu einem metaphysischen Alptraum. Daher stecken hinter den pseudo-politischen Haltungen Identitätsherausforderungen, die sie gewissermaßen übersteigen.]

      Es war goldrichtig, Margot Käßmann und ihrer Feindesliebe einen eigenen Artikel zu widmen.

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      • schum74 schreibt:

        Kennt jemand Gilles Falavigna? In einem gerade erschienenen Buch, Géopolitique de la Question Juive (Editions L’Aencre 2016), entwickelt er eine ähnliche, wenn nicht die gleiche These wie Shmuel Trigano: Christentum und Islam leben von der Voraussetzung, dass Israel als Staat um 135 gestorben sei; daher sind beide Religionen existentiell auf die Zerstörung Israels angewiesen. « … sans cette destruction d’Israël, il devient impossible de faire valoir sa propre légitimité, la valeur de son message à nul autre comparable » : Ohne diese Zerstörung Israels kann weder Christentum noch Islam die eigene Legitimität und den Wert der eigenen Botschaft geltend machen.
        Einigermaßen erträglich sind nur gedemütigte Juden und eine in jeder Predigt madig zu machende Lehre.

        Das hatten wir schon: Aber Falavigna zieht daraus eine sprachradikale Konsequenz. Und die ist hörenswert.
        Antizionismus, glaubt man, sei die jüngste Form des Judenhasses nach (religiösem) Antijudaismus und (rassischem) Antisemitismus. Irrtum, behauptet Gilles Falavigna. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Antizionismus ist die älteste Form des Judenhasses; sein Sinn und Zweck.

        Denn worum geht es seit 2000 Jahren? Darum, eine Rückkehr des jüdischen Volkes zu seinem Boden, seiner Legitimität und seiner realen Größe zu verhindern. « Or, l’essentiel de l’antisémitisme est d’empêcher tout retour du peuple à sa terre, à sa légitimité, à sa grandeur et puissance réelles… ».
        Darum der Bund zwischen dem katholischen, gemäßigt rassistischen Hitler mit dem mohämmischen Al-Husseini. Wobei Adolf Hitler die theologische Katastrophe zunächst verleugnet: Die Juden „denken gar nicht daran, in Palästina einen jüdischen Staat aufzubauen, … sondern sie wünschen nur eine mit eigenen Hoheitsrechten ausgestattete … Organisationszentrale ihrer internationalen Weltgaunerei“ (Mein Kampf; zit. n. Matthias Küntzel).

        In diesem Licht erscheint Franziskus‘ Politik gleich weniger bescheuert, nicht?

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      • schum74 schreibt:

        P.S.
        Die Bestätigung: The Jewish Press, 16.04.2016:
        UNESCO: Jews have no connection to the Temple Mount

        http://www.jewishpress.com/news/breaking-news/unesco-jews-have-no-connection-to-the-temple-mount/2016/04/16/

        Lässt zwar auch Mr. J. doof aussehen, aber das ist für die gute Sache.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Manchmal muss man, zur Schuhwerdung, die Dinge umkehren…. Ich kannte den nicht.

        Aber es hat was: ein fortbestehendes starkes und jüdisches Israel ist offenbar nicht überholt, und wenn man die Obsoelzenz Israels ins Zentrum des Glaubens stellt, läuft ein Existenzrecht eines überdies existierenden Israel dem Galuben zuwider.

        Aber braucht Glaube Evidenz? Oder nicht vielmehr den Mangel daran?

        Weitere Frage: Sieht man mal vom Papst ab: Wem ist denn, von den biodeutschen BDSlern etwa, diese religionsgeschichtliche Wurzel überhaupt sphärisch zugänglich zu machen?

        Da sind doch Leute dabei, die wären bereit, nicht religiöse Juden, so rein als Menschen gesehen, nicht als Israelis, zu akzeptieren, weil, wie sie meinen, das Übel aus der Religion komme, und aus der Nation… Ja. teilweise auch aus der Religion der Palestinenser, man muss gerecht bleiben, und äquidisitant, le mot me plaît, nicht aber aus deren Nationalismus, Chauvinismus, Hass.

        Und da haben wir vielleicht ein weiteres Glaubensrelikt: Diese Ansichten laufen ja jeder möglichen Realitätswahrnehmung diametral entgegen. Dieser Versuchung durch das, was offensichtlich Fakt ist, wirken sich durch starken Glauben und die gegenseitige Stärkung im Glauben entgegen; und so ist dann Bibi in diesem Kosmos der Antichrist, und es genügt, seinen Namen auzurufen, und jeder argumentative Anknüpfungspunkt versinkt in mit röchelnden Geräuschen hervorgebrachtem Bauschaum. Der besteht aus Polyurethan, also Harnstoff, klebt an, vernetzt sich und härtet aus. Dann ist er nurmehr physikalisch zu entfernen. Vor diesem stofflichen Hintergrund gewinnt der Begriff der Glaubensinbrunst eine Dimension, die bis dahin auch noch nicht gedacht wurde, so weit ich weiß.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Ohne Brille: Wirken sie entgegen…

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      • schum74 schreibt:

        Setz mir die biodeutschen BDSler bloß nicht herab! Haben sie die christliche Botschaft intuitiv nicht besser erfasst als Dietrich Bonhoeffer?

        Wer sind im Frühchristentum die Verkörperungen des Guten in dieser Welt? Der edle Sohn des uralten samaritanischen Volkes und der römische Legionär.
        Der barmherzige Samariter tut für den Beraubten und Geschlagenen das, worauf kein Jud‘ je kommen würde: Er bringt ihn in Sicherheit und lässt ihn auf eigene Kosten pflegen. Der römische Legionär teilt in Gallien seinen Mantel mit einem heimischen Bettler. So isser, der Besatzer: trägt auf dem linken Arm ein kleines, Stulle schmatzendes Mädchen, während der rechte Arm sich schützend um zwei weitere Kinder legt: « Faites confiance au soldat allemand! » – Vertraut auf den deutschen Soldaten!

        Die BDSler erkennen die Guten im veränderten Kostüm wieder: Das sind der edle Sohn des uralten fantastinensischen Volkes und der mohämmische Einwanderer.
        Mr. J. hätte nichts einzuwenden.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Meinst Du den hier mit leider etwas bescheidener Tonqualität besungenen Legionär?

        Den Text schriftlich gibt es hier: http://www.golyr.de/ulrich-roski/songtext-st-martins-blues-581993.html .

        Es gibt also schon mal gelegentlich den Verdacht, es sei das alles doch recht anders.

        Und nein, natürlich will ich sie nicht herabsetzen, wohin denn auch, sie sitzen doch schon unterste Schublade und unterm Bett neben dem Nachtgeschirr…

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      • Clas Lehmann schreibt:

        So, nun aber dann doch noch mal: Das Christentum trägt diesen Keim des Überwundenhabens des Alten in sich und leitet sich historisch so her.

        Der Islam aber gründet doch nicht auf irgendwas, was es vor ihm gab, nach eigenem Verständnis und grenzt sich dann davon ab und erklärt es für veraltet, aber schon für mal richtig gewesen.

        Er saugte auf, verkündete es dann, so wie er es verstanden hatte oder auch nicht, als Eigenes und der Beweis läuft genau rückwärts: Dass etwa Abraham im Koran erwähnt sei, beweise, dass er Moslem gewesen. Auch Mr J., der dorten Isa heißt, war einer. Und die 30 000jährige Standzeit der Moschee auf dem Tempelberg passt auch dazu:

        Der Islam leitet sich nicht historisch her. Der ist einfach, absolut, und alles, was nicht er ist, darf nicht sein. Nicht, weil es durch Neueres ersetzt sei, sondern weil es kein Islam ist. Außerdem ist Geschichte Bildung außerhalb des Koran, und daher im Zweifel haram.

        Einen stillen Ruck in diese Richtung hat auch das Christentum in seiner Geschichte immer wieder gehabt, und man sollte auf die Rückfallgefahr achten. Ganz so grundsätzlich gleich in dieser Frage scheinen sie mir aber nicht.

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      • Bachatero schreibt:

        Man sollte aber das C. des Mr. J. (ist ja eigentlich Mr. P’s C’tum) nicht unterschätzen in seiner Katholizität. Es ist grundsätzlich universell ausgerichtet und Bekehrung ist DAS Zentralthema, wenngleich diese eher über das bußfertige Herz, denn über den appen Kopp zu erlangen sei. Der vom hl. Eifer getriebene missionierende Gottesmann hat das streckenweise nicht so klar gesehen, aber berufen kann er sich bei seinen Exzessen nur schwer auf Mr. J., er muss es auf die eigene Kappe nehmen und als Unwillen Gottes erkennen. Das nach 2000 Jahren nicht nur in Käsmann’s Kopf alles zu Käse verläuft, also die reine Liebe gewonnen hat, wenn wundert’s, es hätte aber nicht müssen sein, ahem.

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      • schum74 schreibt:

        Eine Entdeckung, dieser Roski. Und génial, der Ausdruck „nächster Bester“ zu Beginn der St. Martins Blues:

        „… eine Geschichte, die uns Kinder ein Beispiel für vorbildliches Verhalten gegenüber dem nächsten Besten geben sollte…“

        Was schreibt Heplev in dem unten verlinkten Artikel „Verblödung in Höchstform“:
        „Wer Christ ist, … der kann und sollte Muslime lieben, wie man jeden Menschen lieben sollte…“

        … wie man den nächsten Besten lieben sollte? Wirklich? Auch den Mohämmer, der entre amis die Brüsseler Attentate mit Tanz und Gesang gefeiert hat (La Libre Belgique, 17.04.2016)? Auch die Käsefrau, die den Koran hoch leben lässt?

        Man weiß, woher Heplev die Forderung nimmt, die er wortgetreu zu zitieren meint. Wird Zeit, den Geltungsbereich von „Re’achá“ (deinen Freund) in dem Satz „We-aháwta le-Re’achá ka-mócha ani Haschem“ (Liebe deinen Freund wie dich selbst ich bin Haschem), den schon der Talmud maximal zu erweitern trachtet („auch den Götzendiener“), wieder einzuschränken.
        Nicht auf die Nicht-Götzendiener, natürlich, sondern auf die echt Nächsten.

        So ist man dem Journalisten Marei Bestek direkt dankbar dafür, dass er vom christlichen Standpunkt den ersten Schritt in diese Richtung wagt (Die Achse des Guten, 16.04.2016):

        Wie das Wort ‚Nächstenliebe‘ schon sagt, sollen wir unseren Nächsten helfen. Das sind zum einen einmal Familie, Freunde, Verwandte und Bekannte, zum anderen aber auch die Menschen, die uns in unserem alltäglichen Leben physisch am nächsten stehen. Das kann der Bettler vor unserer Tür sein. Oder die alte Dame an der Supermarktkasse. Aus „Hilf deinem Nächsten“ wird nun aber „Hilf nicht deinem Nächsten, sondern deinem Übernächsten. Am besten aber deinem Überübernächsten.“

        http://www.achgut.com/artikel/neue_serie_vom_falschen_verstaendnis_der_naechstenliebe_1

        Ein Gebot, gegen das sich der common sense sträubt, kann nur falsch ausgelegt sein. „Credo quia absurdum est“, prahlte Augustinus: Ich glaube, weil es absurd ist.
        Es gehört schon was dazu, im Stuss ein Kennzeichen des Wahren sehen zu wollen.

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      • schum74 schreibt:

        Stimmt, Clas, Christen und Mohämmer gehen verschieden vor: Während die Kirche sich auf Allegorisierung und Ersetzung spezialisiert hat, vereinnahmen die Mohämmer alles Zuvorgewesene und „korrigieren“ störende Elemente.

        Wie mohämmische Korrektur sich ausnimmt, erklärt Abbé Alain René Arbez (Dreuz, 06.08.2011) felswasserklar – Zitat:

        Die Christen, die sich etwas zu schnell freuen, Jesus und Maria in der islamischen Religion wiederzufinden, sollten genauer hinschauen. Denn diese Mirjam, auch wenn sie jungfräulich ist, ist Mosis Schwester; und dieser Issa genannte Jesus entspricht nicht dem neutestamentlichen, aus der Bibel stammenden Glauben: Issa ibn Mirjam ist ein guter Muslim, ein Prophet des Islams, von dem die Hadithe sagen, dass er am Ende der Zeiten kommen wird, um „die Kreuze zu zerschlagen, die Schweine zu töten, und die einzig wahre Religion, nämlich Allahs Religion“ (Abu Dawud), zu errichten. [… il viendra à la fin des temps pour « briser les croix, tuer les porcs et instaurer la seule vraie religion, celle d’Allah »]
        Er wird die Juden und die Christen vernichten, um die Welt für Allahs Herrschaft zu säubern. Dieser Issa ist nicht der Jesus der Evangelien. Er ist nicht auf dem Kreuz gestorben, sagt der Koran. Er ist auf keinen Fall der Sohn Gottes, da Gott nicht Vater ist; und da es keine Sünde gibt, gibt es weder Erlösung noch Heil. Hier kann man feststellen, wie sehr der Islam dem Herzen der christlichen Botschaft und den dahinterstehenden biblischen Bezügen widerspricht.
        (« Quel dialogue avec l’islam ? »; eigene Übersetzung)

        http://www.dreuz.info/2011/08/relations-judeo-chretiennes-quel-dialogue-avec-l%E2%80%99islam-par-l%E2%80%99abbe-alain-rene-arbez/

        Was christliche Ersetzungstheologie ist, weiß man zur Genüge: Jeschajas Schmerzensmann (Isch Mach’owot), den die Juden – nicht ohne Recht, wie die Geschichte lehrt ‒ mit dem Volk Israel identifizieren, ist den Christen der Mann Jesus, den das Alte Testament den Unwürdigen ankündigt (Jes 52,13-53,12). Deshalb wird jede Einzelheit, auch die mit dem Essig für den Durstigen, getreulich übernommen.

        Und so geht das Schritt für Schritt:

        Warum muss Joseph, Jesu juristischer Vater, nach Ägypten ziehen? Weil Jossef ben Jaakow, einer der 12 Söhne des Erzvaters Jaakow, nach Ägypten verkauft wurde.

        Warum muss Jesus die Nacht vor seiner Festnahme auf dem Ölberg verbringen? Weil König David auf der Flucht vor seinem Sohn Awschalom (Absalom) dorthin geflüchtet ist.

        Etc. Etc.

        Ja, Christentum und Islam missbrauchen anders, doch beide Religionen können ein starkes Israel nicht zulassen, ein Israel, das in Worten und Taten zeigen würde, wer Herr über den Tempelberg ist; wem die hebräische Tora gehört: dem Volk, das immer noch Hebräisch spricht, oder den elenden Nachahmern.
        Aber so weit sind wir noch lange nicht: Wäre Israel ein Staat wie jeder andere, hätte die jüngste UNESCO-Entscheidung weltweit Lachkrämpfe auslösen müssen. Ach was! Es hätte sie nicht erst gegeben. So weit hätten sich Frankreich und Spanien nicht erniedrigt, ihre über 1000jährige Geschichte mit einem Ja zu Mohämmes Klepper zu streichen.

        Shmuel Trigano hat Recht: Israel muss sich auf sich selbst besinnen.

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    • Clas Lehmann schreibt:

      Man muss das nicht erklären, man kann das abstreiten.

      Man kann einräumend schreiben, das seien einige wenige Alibialeviten, und im Übrigen Propaganda…

      Das theologische Problem zu bemerken, setzt Logik voraus. Da ist aber Judenhass. Insofern ist „müsste“ schon die korrekte Form.

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  21. aurorula a. schreibt:

    Das passt auch zum Thema:
    https://heplev.wordpress.com/2016/04/17/verbloedung-in-hoechstform/
    Warum nur erinnert sie mich an die Käsefrau?

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  22. schum74 schreibt:

    Die Rückkehr des Mr. J.

    In Poznan erschien vor einigen Jahren ein orthodoxer Rabbi namens Yaakov Ben Nistell aus Haifa. Er suchte eine Anstellung in der JG von Poznan und bekam sie: Als Raw der Gemeinde nahm er an ökumenischen Gottesdiensten mit polnischen Bischöfen teil und war für Jugendarbeit zuständig.
    Alle oder fast Alle waren mit dem Mann zufrieden bis zu dem unglücklichen Tag, da Ben Nistell in einer populären Sendung des polnischen Fernsehkanals TVN24 auftrat: Ein Bewohner von Ciechanow erkannte durch den schwarzen Bart und die schwarzen Schläfenlocken hindurch seinen blonden Nachbarn Jacek Niszczota wieder: kein Rebbe natürlich, sondern Koch, und vor allem ein guter Katholik.

    Die Vorsitzende der Poznan-Gemeinde nimmt es sportlich auf:
    “I’m surprised. I never checked his identity document. He said he comes from Haifa, his mother still lives there, and he has an Israeli passport and a son in the army. I believed that he is who he says he is because of how he looked and that he was able to pray in Hebrew and knew Jewish customs,” Kobus told Glos Wielkopolski.

    “I admire his determination ‒ he had learnt Hebrew, the Jewish traditions and prayers, all through listening to Israeli radio,” she said. She bore him no ill will, she added, as he had never accepted any money for his work with the community.

    http://www.dw.com/en/fake-rabbi-in-poland-disappears/a-19202521

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  23. schum74 schreibt:

    Während unsereiner immerhin bedauert, mit seiner Christentum-Kritik den einen oder anderen Leser unverdient zu kränken, hauen die Gutmenschen in Frankreich rein.
    In einem ohne Wissen der Hierarchie in der Kathedrale Notre-Dame de Paris verteilten Buch (272 Seiten) mit dem Namen „Magnificat“ wird u. a. ein alter Text zitiert, in dem Jesus vor Adam klagt: « J’ai été livré aux juifs » ‒ Ich bin den Juden ausgeliefert worden.

    Ah bon! Was ist er denn selbst? Ein Mars-Mensch?

    http://www.europe-israel.org/2016/04/un-pamphlet-antijuif-distribue-pendant-la-semaine-sainte-a-la-cathedrale-de-notre-dame-sans-lapprobation-de-la-hierarchie-de-leglise/

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    • Clas Lehmann schreibt:

      Nu, aber genau davon sich zu distanzieren, abzugrenzen: War das nicht einer der Punkte? Jüdischer Selbsthass, um die Zeitenwende und diese auslösend, also, für die, die es glaubten und für die, die dran glauben mussten? Inzwischen weltweit zumindest parallel zu älteren Zeitrechnungen?

      Und es kommt ja auch die Behauptung auf in der Welt, er sei eben kein Jude gewesen, auch kein Marsmensch, sondern, Du ahnst es: ein Palestinenser… Las ich letztens wo, und wenn Absurdität Bedingung für Glauben ist, wird das geglaubt und zur Gewissheit werden. Einfache Lösungen für das Unverständliche, für das schwer zu denkende.

      Eine solche Klage bestätigt das doch….

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      • schum74 schreibt:

        Jüdischer Selbsthass? Du meinst die Anklage eines jüdischen Jeschu: „Ich bin den Juden ausgeliefert worden“?

        Ist es aber nicht offensichtlich, dass dieses Histörchen, das man schwerlich Midrasch nennen kann, von Christen für Christen erfunden worden ist? Der da klagt, ist so wenig jüdisch wie der letzte Rabbiner von Poznan. Und das lässt sich ohne polemische Übertreibung von der Hauptperson in allen Evangelien sagen. Man lese noch einmal das schwer erträgliche Matthäus-Kapitel 23. Redet so ein Jude von den Mischna-Großen – oder nur von einfachen Rebbes?

        „Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr Land und Wasser umziehet, daß ihr einen Judengenossen macht; und wenn er‘s geworden ist, macht ihr aus ihm ein Kind der Hölle, zwiefältig mehr denn ihr seid!“ (23, 15)
        „Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr gleich seid wie die übertünchten Gräber, welche auswendig hübsch scheinen, aber inwendig sind sie voller Totengebeine und alles Unflats! Also auch ihr: von außen scheint ihr den Menschen fromm, aber in wendig seid ihr voller Heuchelei und Untugend.“ (23, 27-28)

        R. Yeshaya Dalsace hat Recht: Im Tanach werden zwar viele Gewaltszenen beschrieben, doch solche verbale Gewalttätigkeit findet sich nur im Neuen Testament. Die Evangelien versprühen ein Gift, das nach Jahrtausenden seine Wirkung noch entfaltet. Wie jetzt in Notre-Dame de Paris. Dagegen hilft kein „Nostra aetate“ und kein päpstlicher Synagogenbesuch.
        Ein Palästinenser der Neuzeit, dieser Mr. J.? Beinah bin ich geneigt, das zu glauben. Seine Religion ist ebenso eine Liebesreligion wie der Islam eine Friedensreligion ist.

        Binnenjüdischen Hass hat es allerdings nach Aussage unserer Talmud-Weisen viel zu viel gegeben um die Zeitenwende. Dieser Hass für nichts und wieder nicht (Ssin’át chinám) hat uns letzten Endes den Tempel und das Land gekostet.

        Wie schlage ich jetzt den Bogen zu Pessach, das heute Abend mit Schabbes eintritt, und das mit Mr. J.s Unflätigkeiten so gar nichts zu tun hat? Hier ein feines Heine-Zitat – leider in der falschen Sprache:
        « Depuis l’exode d’Egypte la liberté parle avec un accent hébraïque » ‒ Seit dem Auszug aus Ägypten spricht die Freiheit mit hebräischem Akzent.

        שבת שלום
        פסח כשר ושמח

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      • Bachatero schreibt:

        Schabat schalom und frohes Pessach, wenn man’s so sagt?

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Schließe mich dem Bachatero an.

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      • schum74 schreibt:

        Nur noch eine Bemerkung zu dem Vergleich mit den übertünchten Gräbern voller Totengebeine (Matthäus 23, 27-28).
        Die Evangelien rufen nicht wie der Koran zum Mord auf. Sie deuten Todeswünsche an. Hand aufs Herz, mein Christenmensch! Wärs um die so schade? Sind ihre Besten nicht schon jetzt wie die übertünchten Gräber etc.? Und zwar noch vor allem Gottesmord?
        Schwer vorstellbar, dass diese Mischung aus Verachtung und Hass jüdische Eltern hat.

        Was nicht heißt, dass jener Mr. J. die Gestalt ist, die er ursprünglich gewesen sein mag. Wer weiß, wie viele Redakteure sich womit verewigt haben?
        Was wetten wir, dass der Passus mit dem barmherzigen Samariter eine spätere Einfügung ist – ja, gerade der? Inhaltlich passt er zwar zu dem Mann, der kein gutes Haar am jüdischen Volk lässt, aber formal stimmt da was nicht.

        Wie macht man das Nicht-Juden plausibel?
        Denkt an die Dreiteilung des französischen Volkes vor der Revolution: Adel, Klerus, Dritter Stand. Eine Fabel aus der vorrevolutionären Zeit, in der nacheinander ein Graf und ein Pfarrer auftreten, muss als Dritten einen Bürger oder einen Bauer hinzunehmen. Graf/Pfarrer/Bauer: Das ist das Kleeblatt. Wogegen Graf/Pfarrer/Preuße daneben wäre, ja?
        So ein Kleeblatt gibt es auch im Judentum: Kohen/Levi/Israel, wobei Israel alles ist, was nicht Priester oder Levi ist. In dieser Reihenfolge werden heute noch Einzelne zur Tora aufgerufen.
        Die Parabel um einen Menschen, der unter die Mörder gefallen ist, setzt nacheinander einen Kohen und einen Levi in Szene; lässt also einen Israel erwarten. Aber Pustekuchen: Der Dritte ist … ein Samariter. Das geht nicht auf. Das ist zu künstlich, um ursprünglich zu sein. Der Teil geht auf Arafats Kappe.

        „Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halbtot liegen.
        Es begab sich aber ungefähr, daß ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und da er ihn sah, ging er vorüber. Desgleichen auch ein Levit; da er kam zu der Stätte und sah ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reiste und kam dahin; und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Öl und Wein und hob ihn auf sein Tier und führte ihn in die Herberge und pflegte sein. Des anderen Tages reiste er und zog heraus zwei Groschen und gab sie dem Wirte und sprach zu ihm: Pflege sein; und so du was mehr wirst dartun, will ich dir‘s bezahlen, wenn ich wiederkomme. (Lukas 10, 31-36)

        Die Originalgeschichte lässt sich unschwer rekonstruieren: Sozialromantik à la Victor Hugo. Die gesellschaftlich Angesehenen versagen, das einfache Volk ist zur Stelle.
        Spätestens seit der Schoa weiß man, dass Güte unter alle Schichten gleich verteilt ist, aber etwas misérabilisme hat noch keinem Linken geschadet.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Ich verstehe, was Du meinst.

        Nun sind aber ja manche Äußerungen und Taten der Mme. Esox, zum Beispiel, auch so, dass sich mir ihr Wurzeln in jüdischer Tradition daraus nicht mitteilt. Ihr wiederkehrender Trampeltanz auf dem Vatergrab, zum Beispiel.

        Will heißen: Mir scheint, Selbsthass kann da ziemlich weit gehen, und bis zur Verleugnung der eigenen Wurzeln führen. Zumal bei ja doch, historisch gesehen, frischen Konvertiten, die, wenn man sie positiv beschreiben will, ein überdeutliches Bestreben hatten, sich vom Judentum abzugrenzen, im wesentlichen mit dem Argument, sie seien selber besser. Eine Begründung, die zu äußerster Vorsicht mahnt, aber in der christlichen Tradition teifreichende Wurzeln hat und immer wieder Blüten treibt.

        Ist es dabei nicht eigentlich auch egal, wann genau der Antisemitismus und Antizionismus dann integraler Bestandteil und Mainstream wurde, und welche Giftigkeiten wann genau von wem hinzugefügt wurden? Die Suppe insgesamt ist nicht genießbar, weill das drin ist. Wie sie ohne schmeckte und röche, weiß ich nicht, und ich bezweifle, dass die zu retten ist. Und die frühesten dokumentierten Aufkochungen enthielten es bereits. Die 300 Jahre, aus denen nichts schriftlich dokumntiert und erhalten ist: Warum sollte man annehmen, dass in dieser Zeit alles rein und gut und edel gewesen sei? Und dann, plötzlich, mit der überkommenen Niederschrift? Nein. Das muss vorher drin gewesen sein.

        Von Christen für Christen erfunden: Ja.

        Wann aber hört ein messianischer Jude auf, Jude zu sein, siich so zu fühlen, und wann ist er nur noch Christ jüdischer Herkunft und muss sich daher von dieser Herkunft distanzieren? Die christliche Auffassung ist ja doch: Mit der Bekehrung und Taufe ist es vollbracht.

        Und dann: Die Leute wurden verfolgt. Da mag es auch paranoide Übersteigerungen in der Bekenntnisfreudigkeit gegeben haben.

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  24. Heimchen am Herd schreibt:


    Shabbat Shalom
    Glückliches Passah

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  25. Aristobulus schreibt:

    Hi Leute!, hier wurde nach mir gefragt.
    Entschuldigt mich noch für eine Weile, ja?, da ist ein Buch, das fertig werden muss, ich stecke im dreiundvierzigsten nein vierundvierzigsten Kapitel, in dem einer über ’ne Grenze schleicht, zum dreiundvierzigsten oder vierundvierzigsten Mal.
    Wenn er wo ankommt (aber woher soll ich das wissen?, es wird ja nur aufgeschrieben, was da passiert), dann komm ich wieder her.
    Oder früher.
    Das aber auf jeden Fall.

    Alles Gute Euch!, bis balde.

    Gefällt 1 Person

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