Baal

Baal wird über Jahrtausende als oberster Gott rund ums Mittelmeer in Asien und in Afrika, ja sogar kurzzeitig in Rom verehrt. Es heißt, dass er böse und blutrünstig ist und nach Menschenopfer verlangt. Aus dem Alten Israel lässt sich Baal nicht vollkommen verbannen. Der Prophet Elijahu kämpft im 9. Jahrhundert v.Z. gegen dessen Priester. Noch heute finden Archäologen in ganz Israel kleine Statuen, die den Götzen Baal darstellen.

In Palmyra (Tadmor, früher Tamar) haben mehrere Baal-Tempel gestanden, den die Islamisten des IS bis zur Unkenntlichkeit zerstört haben. Nach der Befreiung Palmyras durch Assad den Schlächter seines eigenen Volkes will der Westen das UNESCO-Weltkulturerbe schnellstens an Ort und Stelle wiederaufbauen.

Im Orient geschieht nichts ohne Hintergedanken. Dem einfachen Europäer, der den IS fürchtet, wird nichts Überlegenswertes am Wiederaufbau eines alten Tempels in Syrien in den Sinn kommen. Deshalb hier die Fragen:

Warum haben die islamistischen Kämpfer des IS die Baal-Tempel bis zur Unkenntlichkeit zerstört?

Der IS hat auch andere Kulturgüter vernichtet, indem er sie zerlegt hat, um die Teile gewinnbringend in Europa und in den USA gegen Geld und Waffen zu tauschen. Die Baal-Tempel wurden nicht allein des Geldes wegen zerstört. „Baal“ wird im Koran als Teufel gehandelt. Baal wird bis zum Einzug des Islams im heutigen Syrien und Irak angebetet. Der IS demonstriert mit dem Untergang der Baal-Tempel den Untergang des großen Widersachers Allahs.

Baal werden Grausamkeiten nachgesagt, zu denen sich der IS offen bekennt. Liegt es da nicht nahe, dass die Islamisten des IS selber Baal als Gott verehren? Warum zerstören sie dann seine letzten Tempel? Um davon abzulenken, dass sie an Baal glauben und Heiden sind! Gewaltbereite Islamisten wären somit keine Muslime und ein Islam ohne gewaltbereite Islamisten entpuppt sich als Friedensreligion. Es sei denn, dass Baal und Allah ein- und derselbe Gott sind.

Warum will der Westen in Palmyra die Baal-Tempel so schnell wie möglich wiederaufbauen?

Wäre es nicht einfacher und kostengünstiger, die Palmyra-Anlage in einem amerikanischen Disneyland wiederauferstehen zu lassen? Entsprechende echte Sand- oder Plastiksteine werden sich in den Weiten der USA finden lassen. Der Tourist würde sein Eintrittsgeld im Westen lassen. Eine Reise zu einem US-Disneyland ist bedeutend sicherer als ein Flug nach Palmyra, wo sich die Syrer und deren russische Verbündete bereichern. Andrerseits versprüht eine Reise nach Syrien den Geruch von Abenteuer. Nach dem Besuch von Palmyras Disneyland darf der zahlungsfähige Tourist kriegsbereite Gasanlagen besichtigen und für ein kleines Entgelt echte Fassbomben auf zerschundene Städte abwerfen! Oder will der Westen sein Disneyland nur deshalb in Syrien aufbauen, um den Einfluss der Russen in Syrien zu schmälern?

Die dargebrachten Antworten befriedigen nicht. Es ist nicht Palmyra und nicht das syrische Erdöl, was den Westen erregt, sondern der Gedanke, einen Baal-Tempel im 21. Jahrhundert n.Z. zu errichten. Baal, dem Teufel und Widersacher des monotheistischen jüdischen Gottes, soll eine Gebetstätte in der vom IS befreiten Zone errichtet werden. Sehnen sich die Abendländer zurück zu ihren Wurzeln? Wollen sie endlich die lästigen und überholten, aus dem Orient importierten Moralvorstellungen des Monotheismus ablegen?

Wenn der Wiederaufbau gelingt, wird der Baal-Tempel in Palmyra viele Nachahmer finden. Dort werden sich ehemalige Atheisten, Christen, Muslime und auch Juden vereinigen, um die alt-neue Religion und den Weltfrieden zu feiern. Irgendwann wird es Baal nach Menschenblut gelüsten. Ab diesem Moment sind wir wieder im jetzt und hier angelangt.

Erschienen in

https://www.fischundfleisch.com/anti3anti/baal-18468

http://www.tabularasamagazin.de/artikel/artikel_6974/

http://www.huffingtonpost.de/nathan-warszawski-/baal_b_9583468.html

 

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49 Antworten zu Baal

  1. Hessenhenker schreibt:

    Wo wäre da eine Verschlimmerung zu jetzt, wenn Baal nach Menschenblut dürstet?
    Im Süden Thailands schlachten über die Grenze wandernde Wandersmänner ständig Frauen und Kinder. Das wird ganz bestimmrt im Namen Baals geschehen, in wessen sonst?

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  2. Lancelot schreibt:

    Der IS erhofft sich, dass die Gegner lieber aufgeben, als zuzulassen, dass zukünftig noch mehr Weltkulturerbe zerstört wird.
    Baal ist ursprünglich auch ein Gott gewesen, der in der Antike regional angebetet wurde. Erst später wurde er zum Teufel .Tatsächlich ist aus historischer Sicht der Baalskult einer von mehreren Religionen, die das Judentum beeinflussten. Gott bzw. Jahwe ist also eine Zusammenfassung verschiedener kleinerer Gottheiten.

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    • anti3anti schreibt:

      Auf Hebräisch heißt „Baal“ „Herr“, welches auch für Gott benutzt wird.

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      • mike hammer schreibt:

        es stellt sich mir die frage ob es ursprünglech einen unterschied zwischen
        herr und gott oder ob aus dem gott ein herr wurde um worte neu zu besetzen.
        im alten israel finden sich viele jüdisch namen mit baal
        und der wohl bekannteste der baalis
        dürfte „Baal Schem Tow“ sein,
        was extrem interpetiert so viel wie -Baal ist ein guter Gott- bedeuten kömmte.

        das der ISIS kulturgüter pulverisiert liegt in der wahabitischen tradition.
        die saudis haben systematisch alle pilgerstätten die auf mohammeds
        lben deuten, moscheen usw. planiert, man soll nicht mohammel
        verehren sondern seinen koran, was natürlich bei
        jerusalem ne ausname ist…..

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      • aurorula a. schreibt:

        Irgendwo hatte Schum angemerkt daß „achbar“ nicht nur „größer“, sondern auch „Maus“ heißt. Jedenfalls habe ich in ein Hebräisch/Englisch-2Sprachen-Kinderbuch geschmökert (ein Geschenk😀 ) – und siehe da, irgendwo mittendrin tatsächlich:

        „Achbar“ ist eine Maus!

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      • aurorula a. schreibt:

        P.S: schön finde ich auch den Siebenpunktkäfer

        der „Moseskäfer“ heißt…

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      • aurorula a. schreibt:

        … und am allerbesten den freundlichen kleinen Kläffer, den Hund:


        😀

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    • aurorula a. schreibt:

      das der ISIS kulturgüter pulverisiert liegt in der wahabitischen tradition.
      die saudis haben systematisch alle pilgerstätten die auf mohammeds
      leben deuten, moscheen usw. planiert, man soll nicht mohammel
      verehren sondern seinen koran, was natürlich bei
      jerusalem ne ausname ist…..

      Ausnahme Jerusalem:
      http://www.israelhayom.com/site/newsletter_opinion.php?id=16907
      Aber hier ist das Nicht-pulverisieren Mittel zum Pulverisieren der nicht-islamischen Geschichte; das ist was anderes.

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  3. schum74 schreibt:

    Wieder ganz groß in Form, lieber Nathan Warszawski!

    Baal und Allah, ein Gott? Unbedingt; weshalb sich der Name Ballah-Ballah empfiehlt.

    Was den Wiederaufbau des Baal-Tempels betrifft: Besser als in Palmyra ist er allemal im Vatikan untergebracht. Wozu labile Juden in Versuchung führen, dem neuen Kalb zu huldigen?
    Aber Moment mal! Geht es am Ende nicht grade darum, Israel auf diese Weise zu schwächen? Baal-Kult als neue Kriegswaffe?🙂

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  4. aurorula a. schreibt:

    … und in der nächsten Folge sehen Sie: den neuen Tempel des Moloch, komplett mit der Forderung nach Kinderopfern! Wie – Kinder opfern schiebt der IS nur anderen unter? Mist aber auch.

    Abrreißen und als Disneyland wieder aufbauen haben die Araber sogar mit ihren eigenen Heiligtümern gemacht, wenn Mekka irgendein Anhaltspunkt ist.

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    • Bachatero schreibt:

      Disneyland: Mohi ist der Charakter, der in der Familie Duck noch fehlt. Die sind völlig areligiös bisher. Da verdienen sie als Familienmitglied den Mohammed Duck plus, wir müssen die Ducksche Familientradition – kein Väter, Mütter und so’n Quatsch – berücksichtigen, seine Ncihte Haditha, suesse 7, die Mohi sehr nahe liegt. Beide haben natürlich nur 4 Finger an jeder Hand, an den Fuessen faellt’s bei Enten nicht so auf. (Ich weiß nicht, ob der Duckran (Kuhran kommt bei Enten nicht in Frage) das erlaubt, aber Ente ist Ente. Und was Onkel Dagobert sein Geldspeicher ist, das ist Mohi Duck sein Duckran … ok, bis hierher, aber könnte lustig werden, a.B. wenn die Panzerknacker dem Mohi Duck den Duckran klauen wollen … ? Auro, ein Comic?

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      • schum74 schreibt:

        Aurore soll Mohi ZEICHNEN?? Nach allem, was den Mohi-Karikaturisten passiert ist? Y’a bon Brugal Siglo de Oro, wie?

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      • Bachatero schreibt:

        *schlugg*, Y’a Brugal Carta Dorada, mittlerer Preis , aber durchaus trinkbar. Autsch, da haettich die Aurore ja fast in eine explosive Lage gebracht. Bleibt vielleicht nur, ihn als schwarze entenartige Wolke mit Schwefelgeruch darzustellen oder als ein vom Himmel kommendes Schnattern (in Entenarabisch), bei dem alle Entenhausener sich auf den Boden werfen muessen um mit den Füßchen zu patschen. Der macht immer nur Probleme.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Nee, ist nun wohl zu spät. Gedacht ist gedacht, und der Gedanke ist bereits Tat, wie wir festgestellt haben, z. B. in Sachen Ehebruch.

        Und da es außerdem nach jüngerer (neuestestamenarischer und kabinettsentwürflicher) Auffassung nicht mehr darauf ankommt, was wer wohl getan hat, sondern darauf, wie sich das Opfer fühlte, dabei, dadurch, damit…: da so triffte es wohl nioch am ehesten:

        Nee, da kommt man nicht mehr raus.

        Mir scheint, das Problem seien weniger die monotheistischen Religionen, als vielmehr die monothematischen Religieusen….

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      • Bachatero schreibt:

        Ich hab’s ja nicht richtig gedacht, es war nur so ein dummes Geplapper, halb unbewusst und ich meine auch fühlen zu können, das es mir vom … ahem … Du weißt schon wem, eingegeben wurde. Ich wollte schon meine Maus nach ihm werfen (drahtlos), aber er hat mir die Sinne verwirrt. Bin ich jetzt immer noch schuldig? Außerdem, aurore hätte sich beim zeichnen sicher sehr gut gefühlt, was auch für meine Unschuld spricht. In zitternder Erwartung des Urteils.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Maus werfen gewollt zu haben, nützt Dir auch nichts: Es fehlt dann der Fleck, den man der Nachwelt zeigen kann.

        Du kannst ja versuchen, eine schlichte Bronzetafel fertigen zu lassen und sie an der Stelle in die Wand einlassen, wo die Maus getroffen hätte. Ob da aber überzeugf?

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      • Bachatero schreibt:

        Ich bin sans doute fichu und der Züchtigung durch Alla angängig. Immer noch besser, als Allahus Paradies, 72 Virginias, immer dieselben, in Ewigkeit, nur frische Hymen (wer weiß, woraus die sind?), da vergeht Dir das Absingen von Hymnen.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Also, singen: das fällt doch sowieso in die Kategorie der verbotenen Musikgeräusche, tut es nicht? Und Hymnen? Ham die Hymnen?

        Hymen!

        Parolen, chorisch-rhythmisch gebrollen, ja, haben sie.

        Aber Gesang? Speziell muslimischen Gesang?

        Da gibt es eine Fatwa gegen, gegen fast jeden Gesang und ich erinnere nicht, dass da was stand, das als Verbotsgrund auf vorweggenommenes Paradies hindeutete… Müsste man sich jetzt durch die Jungfrauen und ihre Euligkeit betreffenden Fatwen fräsen, wie da so die Begründungslage ist… eine geeignete Bußübung, vielleicht?

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  5. mike hammer schreibt:

    Araber nützen von Arabern ermordete Juden um gegen Juden zu Hetzen.

    die Pastilenenser sind wieder mal wiederlich.

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  6. Dandan schreibt:

    Hubal war der Hauptgott der Quraiysch und wohl der Kaaba und entsprach wahrscheinlich Baal: http://www.answering-islam.org/Responses/Menj/hubal.htm

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  7. schum74 schreibt:

    Eigentlich paradox, diese Baal- und Molochkulte, die an Blutvergießen nicht genug haben konnten. Meinen nicht die Prähistoriker übereinstimmend mit den Philosophen, dass die Angst vor dem Tod Religionen erst entstehen lässt? „Christus ist auferstanden; er ist wahrhaftig auferstanden“: Jeder religiöse Glaube scheint sich darum zu drehen. Hab keine Angst: Du stirbst nur scheinbar, deine Seele oder gar dein Körper werden weiterbestehen. Es gibt ein Wiedersehen nach dem Tod. Und da kommen die Baal-Anbeter und verhängen den Tod über Tausende, als müsste das so sein.
    Man überwindet die Angst vor dem eigenen Tod, indem man tötet? Und weil die Angst nimmer aufhört, hört Morderei nimmer auf?

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    • schum74 schreibt:

      PS. Aber stimmt das, dass die Angst vor dem Tod zu Beginn der Religionen stehen? Auf einem Kolloquium über Psychoanalyse und Religionen (Tel-Aviv, Oktober 2015) berichtet der Historiker Raw Alain Michel von einer Ausnahme; womöglich nicht die einzige.

      Gerade das Frühjudentum (‚Hebraismus‘ in Manitous Sprache) hält keine Illusionen hinsichtlich des individuellen Überlebens bereit. So gesehen ist der Hebraismus eine Antireligion. (« Si on se réfère à l’hébraïsme de cette manière là, l’hébraïsme est en réalité une anti-religion. »).
      Nicht nur, dass der Pentateuch nirgends vom ewigen Leben spricht. Im Gegenteil: Was geschieht im Gan Eden? Mit der Erkenntnis von Gut und Böse fängt auch die Erkenntnis von Sterblichkeit an. Der Tod ist eine Tatsache.
      Tatsache ist aber auch, dass sich das Individuum in seinen Nachkommen verlängert, wie die vielen Zeugungen im Buch Genesis zeigen. Was von Kinderlosen übrig bleibt, kann auch das sein, was sie zum Kollektiv beigetragen haben. Wie lässt Jeschaja ha-Nawi Haschem sprechen?

      ונתתי להם בביתי ובחומתי יד ושם טוב מבנים ומבנות שם עולם אתן לו אשר לא יכרת. (ישעיה נו, ה)

      [Ich werde ihnen in meinem Hause und in meinen Mauern ein Denkmal stiften und einen Namen (Jad wa-Schem), besser denn Söhne und Töchter; einen ewigen Namen (Schem Olam) stifte ich ihnen, der unvertilgbar ist. (Jes 56, 5; Zunz)]

      Die Idee von einem Gan Eden nach dem Tod hat das nachbabylonische Judentum unter dem Einfluss der fremden Völker akzeptiert, doch eher als Kompromiss und im metaphorischen Sinn. Im Traktat Ssanhedrin diskutieren die Talmud-Erschaffer nicht ernsthaft darüber.

      Ist es nicht interessant, dass der aufgeklärteste Voltaire wo gibt, ausgerechnet den Unglauben an ein Leben nach dem Tod den Juden zum Vorwurf macht:

      « Si Moïse avait institué sa religion de lui-même, comme Zoroastre, Thaut, les premiers brames, Numa, Mahomet, et tant d’autres, nous pourrions lui demander pourquoi il ne s’est pas servi dans sa religion du moyen le plus efficace et le plus utile pour mettre un frein à la cupidité et au crime ; pourquoi il n’a pas annoncé expressément l’immortalité de l’âme, les peines et les récompenses après la mort : dogmes reçus dès longtemps en Égypte, en Phénicie, en Mésopotamie, en Perse et dans l’Inde. »
      (Voltaire : Essai sur les mœurs, Édition R. Pomeau, Garnier 1963. Tome I. p. 140)

      [Hätte Moses wie Zoroaster, Thaut, die ersten Brahmanen, Numa, Mohammed und so viele andere seine Religion von sich aus gestiftet, könnten wir ihn fragen, warum er seine Religion nicht als das wirksamste und nützlichste Mittel benutzt hat, um der Habgier und dem Verbrechen eine Bremse entgegenzusetzen; warum er die Unsterblichkeit der Seele, die Strafen und Belohnungen nach dem Tod nicht ausdrücklich verkündet hat; eben die Dogmen, die seit langem in Ägypten, in Phönizien, in Mesopotamien, in Persien und in Indien angenommen worden waren.]

      Es gibt nichts, was Voltaire gegen die Juden nicht verwendet. Hätte Mosche Rabenu von einem Leben nach dem Tod gesprochen, hätte Voltaire ihm Kindischkeit vorgeworfen. Der Mann hat etwas von unseren zeitgenössischen Journalisten.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Aber die Unsterblichkeit der Seele: Wer von deren Verfechtern sagt denn, das sei nur Mittel zum Zweck, Bremse des Verbrechens? Und die wirksamste gar? Ist das nicht eine Erklärung, die sich Voltaire lui-même so zurechtgelegt hat? In der Illusion, Religionsstifter wären zweckorientierte Rationalisten, die ein Gedanken- und Glaubenssatzgebäude zurechtdächten, von dem sie sich versprächen, ihre Anhänger verhielten sich dann in besonders allgemein wünschenswerter Weise?

        Bei Mohammed, den er ja ausdrücklich erwähnt, und seinen Anhängern sehe ich auch wenig, das belegen könnte, dass das eine geheimgehaltene, dem Kundigen aber offenbare Wirkung sei. Ich seh nix davon.

        Im christlichen sehe ich diese Wirkung auch kaum.

        Und was den Voltaire betrifft: Mir scheint, vor allem mochte er keine Juden und durfte die, vielleicht im Gegensatz zu anderen, die er auch nicht mochte, nicht mögen durfte? Und im Frankreich seiner Zeit gab es nicht viele, die er hätte kennen und die die Objektivtät seines Hasses hätten subjektiv eintrüben können?

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      • Clas Lehmann schreibt:

        …und durfte die nicht mögen, vielleicht im Gegensatz zu anderen, die er auch nicht mochte.

        So muss das.

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    • Clas Lehmann schreibt:

      Was heißt konnten? Kultische Blutvergießer und Schlagetoter gibt es doch immer noch in Masse. Sie sagen nicht mehr Baal, sie sprechen nicht vom Moloch, oder vom Ewig Blauen Himmel und wie der Mittelamerikanische hieß, weiß ich im Moment nicht…

      Es ging ihnen jüngst um Reinheit des Blutes, der Rasse oder der Lehre, um Mammon, Raub, Bereicherung und um Macht und um die Vernichtung und Erniedrigung derer, die sie zu Feinden erklärt haben.

      Apropos, wer sind denn, abstrakt gesprochen, die Feinde der Muslimischen? Sowohl der politische Gegner als auch der religiöse? Schlechthin alle anderen oder auch nur anders muslimischen?

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      • Bachatero schreibt:

        Einer von den Mittlelamerikanischen hieß Huitzilopochtli, ein besonders übler und blutrünstiger Kollege, von dem Baal und selbst Moloch was hätten lernen können, obwohl der Name eher an einen Schweizer Kanton erinnert, mit eigenem Müsli Rezept.

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      • Bachatero schreibt:

        Er hatte ein besonderes Verhältnis zur Liebe. Er wollte, dass ihm alle Herzen zugetan seinen und zwar nicht nur im Geiste, nein, er wollte sie warm pochend, direkt aus dem aufgerissenen Brustkorb heraus, vor sich sehen, damit die Liebe auch tief und echt sei. Viel Vertrauen in die Liebenswürdigkeit seiner Fans schien er nicht zu gehabt zu haben, wobei es andererseits ja heißt, dass er solcherart nur mit den Feinden seiner Fans verfahren lassen wollte. Da kann man ihn wiederum verstehen?

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      • schum74 schreibt:

        „Apropos, wer sind denn, abstrakt gesprochen, die Feinde der Muslimischen? Sowohl der politische Gegner als auch der religiöse?“

        Du hast es erfasst, Clas. Und der Moslem, der das nicht weiß, muss es auf die harte Tour lernen. Aus: Morgenpost, 26.03.2016: „Muslim wegen Ostergrüßen erstochen“:

        Glasgow – Drama am Karfreitag! Weil der Kioskbetreiber und gläubige Muslim Asad Shah seinen christlichen Freunden ein frohes Osterfest wünschte, musste er einen grausamen Tod sterben.

        „Einen schönen Freitag und ein sehr glückliches Osterfest, ganz besonders für meine lieben christlichen Mitbürger“ – Mit diesem Post bei Facebook fing alles an. Denn Asad Shahs (40) fanatische Glaubensbrüder fanden die Glückwünsche ganz und gar nicht verständlich.

        Wenige Stunden, nachdem der Kioskbetreiber aus dem schottischen Glasgow seinen Status im Netz geteilt hatte, soll ein bärtiger Mann im Kaftan Asads Shop betreten und über dreißig Mal mit einem langen Küchenmesser auf ihn eingestochen haben, so ein Augenzeuge und Freund der Familie.
        https://mopo24.de/nachrichten/glasgow-asad-shah-erstochen-ostergruesse-kiosk-muslim-62160

        Trug der Bärtige wirklich einen Kaftan? Nicht vielmehr eine Djellaba? Da geraten dem Schreiber Wunsch und Wirklichkeit durcheinander, wie?

        Woran sind Baal, Moloch, Huitzilopochtli & Kollegen letzten Endes gestorben? An Mangel an Vertrauen zu den Fans, wie Bachatero andeutet? Oder an Blutvergiftung? Da besteht vielleicht Hoffnung für Allah? Das heißt für uns.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Ja, Kaftan weiß er, wie er schreiben soll; Djelladingsbums müsste er erst nachschlagen, wenn ihn der Verdacht, da wäre was, überhaupt mal angewandelt hätte…

        Andererseits müsste doch ein weißgewandeter Messermörder am Heimweg in Glasgow einigermaßen auffallen, oder ist dort die muslimische Mafiositas bereits so fortgeschritten, dass da eine Omertà gilt?

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Och, nö, verstehen nicht. Allein schon ästhetisch nicht. Und damit man so verfahren kann, muss man sie ja schon ganz und gar überwältigit haben, die Feinde, und dann ist das doch überflüssig, oder?… und war da nicht auch was mit von sich aus nicht feindlichen Opfern, die der wollte? Und bekam? Jungfrauen? Oder haben ihm das die Spanier, die ja ihrerseits auch nicht blutrunstfreie Chorknaben gewesen, angedichtet?

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      • Bachatero schreibt:

        Na ja, da es ihm nicht an Fans aber dafür an Vertrauen und immer auch an Blut mangelte, war es natürlich auch den Fans eine Ehre, was zu opfern und da geht unter Jungfrauen gar nichts, weltweit, nicht nur beim Huetzli. Spanier schon und mit mucho gusto, aber in Huetzlis divinem Reich wohl nicht nötig und auch sonst. Er und seine valianten Kollegen sind wohl an den Spaniern ausgestorben (ich wette es gibt noch irgendwo irgendwelche Residen (kein Tippfehler), die blutige Tränen um sie weinen), denn die beanspruchten fortan das Monopol auf den bloody business, nach dem Motto: das Bessere ist des Guten Feind inklusive der möglichen Permutationen.

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      • schum74 schreibt:

        Interessante Sicht: Der oberste Spanier im Himmel, was der Nachfolger des durstigen Huitzilopochtli ist, könnte Ende des 18. Jahrhunderts an Blutmangel untergegangen sein? Kein Blut, keine Religion: Da macht auch das Christentum keine Ausnahme.

        Anmerkung zu Schabbes: Da ist das Judentum als „anti-religion » fein raus. Und zwar ist das Judentum nicht nur deshalb keine Religion in klassischem Sinn, weil ihm der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele bzw. an die Wiederauferstehung fehlt. (Jecheskels Prophezeiung von der Belebung der getrockneten Gebeine bezieht sich wörtlich im Text auf die Wiederkehr des jüdischen Volkes auf seinen Boden.)
        Was ist das für eine Religion, deren hervorragender Vertreter, der Maharal von Prag – Rabbi Löw für die Touristen ‒, erklärt, man könne nicht einmal sagen, dass es Gott gebe? Das Gleiche kann man heute beim R. Ouri Cherki, dem inoffiziellen Oberhaupt der französischen Juden in Israel, auf seiner Webseite lesen: Wer an Gott glaubt, irrt; wer an Gott nicht glaubt, irrt auch – aber weniger. Tojre-Lernen setzt keinen Glauben voraus.

        Da erzählt R. Marc-Alain Ouaknin von der Bar-Ilan-Universität (Februar 2016) eine köstliche Anekdote um Hanna Arendt: wie die 12-jährige Hanna damals in Königsberg zu ihrem Rebben gelaufen kam: „Ich kann nicht Bat Mizwa machen, ich glaube nicht an Gott“. – „Aber wer erwartet das von dir?“ (« Mais qui vous le demande? »), gab der Raw zurück.
        Prof. Ouaknin: „Die Glaubensfrage ist sehr christlich.“

        Kein Missverständnis: Man darf. Man muss nicht. Glaube ist Privatsache. Wie Nonismus🙂 etwa.

        Bleibt als Religion unter den Monotheismen nur noch der Islam. Und der ist keine. Too much von allem: von Blut & Glauben.

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      • Bachatero schreibt:

        Diese Blut scheint den Sapiens enorm zu faszinieren. Mich hat’s immer verwirrt, wie die Leute an dem Blut hängen Die US Pentecostals (hier als evangelicos firmierend) freuen sich über gleichbleibend hohe Konversionsraten zu ihrem Glauben. Ich habe so ein Grüppchen hier in 2 Steinwurfweiten von meinem Hause zur persönlichen Bereicherung (akustisch) und zum Studium. Da geht’s pausenlos um Blut. Sein Blut: erlöst uns, spült unsere Sünden weg (ich weiß nicht ob Huetzli bis zum Spülen ging), steht zwischen Gott und uns (so sieht er die Sünden nicht), wurde vergossen … oh das Blut singen sie … Domingo, der gestern noch das aromatische „Blut“ des unheiligen Brugals in sich laufen ließ, beim Dominospiel, bittet heute weinend um Bedeckung durch SEIN Blut und will nicht mehr sündigen, was man ihm ja durchaus wünschen kann. Mein schwatter mudo (Taubstummer Gärtner und Mann für mancherlei) flippt schlichtweg aus bem geringsten Pieckser, bei der auch nur ein Tropfen rotes Blut fließt, wogen es beim „Blute“ des Brugal kaum eine Obergrenze gibt. Ich habe ihn in Verdacht, Voodooist zu sein, da ist ja Blut auch ein Muss, aber er weist das mit einem scheinheiligen Lächeln weit von sich. Ich glaub’s ihm nicht. Vielleicht haben die Okkultisten Recht und das Blut enthält Nahrung für die aus dem au delà und wir müssen liefern.

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  8. schum74 schreibt:

    Pour Aristobulus – à quelques détails près :
    Barbara : Dis, quand reviendras-tu ?

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  9. mike hammer schreibt:

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