Eine Lanze für Korruption

Laut Transparency International TI ist kein Staat dieser Welt frei von Korruption. Eine interessante wissenschaftliche Studie hat festgestellt, dass dort, wo die Habsburger kontinuierlich über Jahrhunderte geherrscht haben, es weniger Korruption gibt und das Vertrauen zu Behörden höher ist als außerhalb der K+K-Monarchie. Die ehemalige Grenze der K+K-Monarchie innerhalb Polens oder der Ukraine lässt sich am Korruptionsindex ausmachen. Natürlich herrscht die Korruption auch innerhalb der Grenzen der K+K-Monarchie. Daraus lässt sich schließen, dass, wenn wir Menschen eines fernen Tages Kontakt mit Außerirdischen aufnehmen werden, wir sofort ein gemeinsames und interessantes Thema haben.

Die Korruption ist somit das Schmiermittel, welches notwendig ist, damit Gesellschaften funktionieren. In Griechenland hat die Korruption mittels „Fakelaki“ besonders in Krankenhäusern lebensrettend gearbeitet. Der verantwortliche Arzt hat einen Umschlag mit einer von allen anerkannten Höhe erhalten und die notwendige Operation ist zeitgerecht eingeleitet worden. Heute im Zeitalter der unbestechlichen Troika stirbt der Patient trotz Fakelaki, weil in den Krankenhäusern kaum noch operiert wird.

Nach sehr groben Schätzungen werden weltweit 7% aller BSP für Korruption ausgegeben, bzw. eingenommen. Korruption erhöht die Preise, da die Bestechungsgelder erarbeitet werden müssen. Ein plötzlicher Wegfall der Korruption würde zu einer langanhaltenden Deflation führen. Draghis Bemühungen könnten durch etwas Menschlichkeit in wenigen Tagen ersetzt werden und zum gewünschten Erfolg führen. Wir kleinen Bürger könnten unser vom Mund erspartes mehr oder minder Schwarzes Geld zur Bank unseres Misstrauens bringen und endlich Zinsen kassieren.

Obwohl Deutschland – wie auch alle anderen Länder der Welt – niemals frei von Korruption sein wird und innerhalb der heutigen Grenzen der BRD die Habsburger nicht über Jahrhunderte geherrscht haben, erfährt der Bürger auf Schritt und Tritt, dass deutsche Beamten, Politiker und Vorsitzende gemeinnütziger Vereine nicht bestechlich sind, dass die ihnen anvertrauten Gelder nicht in die Privatschatulle oder aufs Bausparkonto landen. Is dem so? Wer unter „Gemeinnützigkeit – Aberkennung“ googelt, wird reichlich Anwälte finden, die ganz gut davon leben, dass genügend Vereine warum auch immer Angst davor haben, die Gemeinnützigkeit zu verlieren. Und da wir Bürger wissen, dass Angebot und Nachfrage sich die Waage halten, dürfen wir uns unseren Teil denken, aber nicht aussprechen.

Auch Politikern und Beamten wird in Deutschland Korruption vorgeworfen, doch glücklicherweise (?) äußerst selten. Hier wirken öffentliche Kontrollen schnell. Derzeit existieren in Deutschland 600.000 Vereine, die 90 Milliarden Euro erwirtschaften, was 4,1 % des BSP entspricht. Diese Vereine stellen 2,3 Millionen sozialversicherungspflichtige und 300.000 Arbeitsplätze für 400-Euro bereit (diese Zahlen sind schon zwei Jahre alt!).

Das Geld der Gemeinnützigen ist gewöhnlich von Steuern befreit. Bei Korruption entfällt die Gemeinnützigkeit, häufig rückwirkend. Wie viele zusätzliche Milliarden könnte der Staat einnehmen, wenn jeder 10. gemeinnützige Verein korrupt wäre? Antwort: Null! Denn es genügt nicht, dass der Verein korrupt ist, es bedarf auch einer Anzeige beim Finanzamt, die – wenn gestellt – gewöhnlich zügig bearbeitet wird.

Nun wissen wir Dank TI, dass bei Weitem nicht jeder Verein wegen Korruption angezeigt wird. Das kann mehrere Gründe haben:

  • Der Verein ist nicht korrupt.
  • Niemand weiß, dass der Verein korrupt ist.
  • Einige wissen, dass der Verein korrupt ist, und schweigen.

Im Land der Vereine ist es eine Schande, wenn ein Verein wegen Korruption auffliegt. Es ist keine Schande, wenn die Korruption unbekannt bleibt, weil sie vertuscht wird. Bei den meist geringen Summen an Geld, um die es geht, ist weder eine Haft-, noch eine exorbitante Geldstrafe zu befürchten, so dass auch keine Einsicht für ein Fehlverhalten besteht. Die Gefahr besteht darin, dass die Korruption bekannt wird und auch unschuldige und unbeteiligte Vorstände, Beisitzer, Schatzmeister, Kassenprüfer und einfache Mitglieder in den Sog der negativen öffentlichen Meinung herabgezogen werden. Bekannte und weniger bekannte Politiker, die es unter den Vorständen, Beisitzern, Schatzmeistern, Kassenprüfern und einfachen Mitgliedern gibt, erhalten beim Bekanntwerden der Vereinskorruption in ihrer Partei einen schweren Stand, da der Parteifreund schon lange auf eine solche Gelegenheit gewartet hat.

Und wozu das alles? Ohne Korruption ist ein friedliches Miteinander nicht möglich! Das sollte uns 7% des BSP Wert sein? Alle Gesetze, die die Unterschlagung und die Bestechlichkeit regulieren, gehören ersatzlos abgeschafft! Wollt ihr den totalen Frieden, ohne Kirchensteuer zu zahlen? Na also!

Lieber Leser, sollten Sie den tieferen Sinn dieses Artikels nicht verstehen, dann fühlen Sie sich bitte nicht angesprochen.

Erschienen unter

https://www.fischundfleisch.com/anti3anti/eine-lanze-fuer-korruption-18690

http://www.huffingtonpost.de/../../nathan-warszawski-/eine-lanze-fur-korruption_b_9605438.html

 

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7 Antworten zu Eine Lanze für Korruption

  1. Hessenhenker schreibt:

    Im Land meiner Freundin in Asien gibt es keine Korruption.
    Warum nicht?
    Natürlich, weil sie verboten ist.

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  2. schum74 schreibt:

    Auch ich habe ein Herz für Korruption: seit dem Tag, als ich erfuhr, dass kein (vorsichtshalber: so gut wie kein) SS-Mann sich bestechen ließ, einem Juden das Leben zu retten. Die SS war sauber. Auch die österreichische.

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  3. schum74 schreibt:

    Die Korruption in Deutschland soll sich in Grenzen halten. Sehr schön. Aber was ist, wenn eine Demokratie zu Menschenrechtsverletzungen schweigt, weil sie umfangreiche Wirtschaftsbeziehungen zu einer Diktatur unterhält? Kann man nicht sagen, dass Deutschland, dessen Wirtschaft auch zu den Zeiten der Iran-Sanktionen Hochkonjunktur hatte (der Freitag, 06.02.2016), ein korrupter Staat sei? Ist Frankreich, dessen Regierung vom Katar „so abhängig ist wie ein Junkie vom Dealer“ (Christian Ortner) kein korrupter Staat?
    Was der Katar ist, weiß man spätestens seit der FIFA-Entscheidung, die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 im Schatten des Erdgas-Emirates zu veranstalten:

    „Hier herrscht die Scharia statt Demokratie; öffentliche Hinrichtungen wie im tiefsten, von der christlichen Kirche verdunkelten Mittelalter Europas; diktatorische Erbmonarchie statt allgemeiner Wahlen; Staatsreligion statt Glaubensfreiheit; Patriarchat statt Gleichberechtigung von Mann und Frau; sexuelle Diskriminierungen; Zensur statt freier Meinung; brutale Unterdrückung demokratischer Bewegungen. Und nicht zu vergessen: eine moderne Form der Sklaverei. Die Herrscherclans schwimmen im Reichtum, während große Teile der Bevölkerung diktatorisch niedergehalten werden. Millionen Niedrigstlöhner aus Indien, Pakistan, Nepal, Sri Lanka, von den Philippinen und aus afrikanischen Staaten schuften weitgehend rechtlos auf gefährlichen Baustellen und werden wie Gefangene gehalten. Arbeitsrechte gelten nichts, tödliche Unfälle sind einkalkuliert.“
    (Neue Rheinische Zeitung, 06.01.2016)

    Hat man von Messieurs Sarkozy und Hollande irgendein Räuspern dazu gehört? Hat Herzdame Merkel zu Irans Langstreckenraketen ein kräftig Wörtchen gesagt?
    Was sind gegen dieses bezahlte Schweigen die kleinen Entgleisungen im bedauernswerten Griechenland und das deutsche Vereinsleben?

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    • aurorula a. schreibt:

      Das sind auch keine korrupten, sondern Bananenrepubliken (die Regierungen, die sich als ganzes kaufen lassen). Vielleicht gibt es bei TI die stillschweigende Voraussetzung, daß sich „korrupt“ nicht auf Gessellschaften als ganzes, sondern nur auf die Summe ihrer Teile bezieht? Ich werde es nicht rausfinden, genausowenig wie wer TI auf Korruption überprüft.

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    • schum74 schreibt:

      Korruption, „Verderbnis“, ist nicht irgendwas. Ihretwegen kam es schließlich zur Sintflut:
      Wa-tischachét ha-Arez lifné ha-Elokim – Und die Erde wurde korrupt vor dem Elokim (Gen 6, 13)

      Daher kann man nicht genau genug sein:

      Unterscheidet man zwischen staatlicher und (halb-)privater Korruption, so hat man auf der einen Seite Staaten wie Deutschland und Frankreich („Bananenrepubliken“ – danke, Aurore), die gegen Geld zu Verbrechen schweigen, und auf der anderen Seite Durchschnittsgierige wie die Ärzte, die nicht umsonst einen Organspendenbedürftigen ganz vorne auf die Liste der Wartenden setzen.

      Legt man die juristischen Begriffe aktive und passive Bestechung zugrunde, ergibt sich eine andere Klassifikation: Dieselben Staaten, die sich passiv von muslimischen Gespensterregimen bestechen lassen, bestechen auch aktiv. So meldet die Daily Mail vom 26.03.2016, dass Großbritannien den Fantastinensern 90 Millionen Euro geschenkt hat. Der Anstand verbietet, zu fragen: wozu?
      Angesichts der Tatsache, dass die EU und die meisten UNO-Mitglieder zu den Fantastinenser-Bestechern gehören, nimmt sich die Skandalisierung einzelner Bestechungsfälle surrealistisch aus.

      Wieder ist die ganze Erde muschchétet geworden. Gilt noch das Versprechen, dass es keine zweite Sintflut geben wird?

      http://www.dailymail.co.uk/news/article-3510827/Revealed-UK-aid-funds-TERRORISTS-budget-cuts-12bn-taxes-splurged-foreign-hand-outs-militants-killers-Palestinian-palaces-jobs-don-t-exist.html

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