Auch ein Papst kann irren

Papst Franziskus bezeichnet während einer Messe im Petersdom die Massaker an den Armeniern als Völkermord. Die Menschheit habe im vergangenen Jahrhundert drei große, unerhörte Tragödien erlebt, sagt der Papst. Die erste der Tragödien habe das armenische Volk getroffen und gelte weithin als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts. Für die beiden anderen Völkermorde des 20. Jahrhunderts seien der Nazismus und Stalinismus verantwortlich.

Millionen Armenier werden während des Ersten Weltkriegs aus dem Osmanischen Reich vertrieben oder ermordet. Nach unterschiedlichen Schätzungen kamen bei den Deportationen 1915/1916 bis zu 1,5 Millionen Menschen ums Leben. Die Türkei als Rechtsnachfolgerin des osmanischen Imperiums lehnt es ab, von Genozid zu sprechen.

Erdogan weiß aus eigener Erfahrung, dass wenn ein Politiker über Geschichte referiert, nur Blödsinn herauskommt. Die Türkei will die Papst-Rede verhindern, da sie einen groben Irrtum enthält. Doch es gelingt der Türkei nicht, die Rede des Papstes aufzuhalten:

Der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts ist der Völkermord an den Herero. Dieser findet in Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, zwischen 1904 und 1908 statt. Die Auftraggeber der Morde sind Deutsche, die später ihre Taktik optimieren. Über 85.000 der 100.000 Herero kommen durch Flucht, Vertreibung, Mord und Hunger um.

Erschienen unter

https://www.fischundfleisch.com/anti3anti/auch-ein-papst-kann-irren-19701

 

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108 Antworten zu Auch ein Papst kann irren

  1. schum74 schreibt:

    Hat die Türkei die Papst-Rede wirklich verhindern wollen? Das wundert mich, weil ich Erdogan für einen schlauen Mann halte, der genau weiß, bis wohin man zu weit gehen darf. Einem Sultan in spe müsste eins auffallen: Zwar spricht Franziskus von Völkermord an den Armeniern, auch bezeichnet er die sogenannte Flüchtlingskrise als das, was sie ist, nämlich als „arabische Invasion“ (Die Welt, 03.03.2016), aber: Er will diese Invasion und hat auch gegen türkische Invasoren nichts einzuwenden.
    Aus Lesbos hat der Papst nicht etwa 12 Christen in den Vatikan geflogen, sondern 12 muslimische Einwanderer. Dafür kann man schon die eine oder andere folgenlose Aussage überhören.

    Auf RTL (April 2016) erinnert Eric Zemmour daran, dass Franziskus ein Jesuit aus Südamerika ist, der in den 70er Jahren den marxistischen Thesen nahe gestanden hat. Was kümmert so einen die Religion? Auf die Revolution kommt es an. Für ihn wie für die Weltlinke sind die Mohämmer das neue messianische Volk, das den Kapitalismus und den westlichen Individualismus zu stürzen aufgerufen ist.

    Armenier-Schmarmenier: Sei kein Kamel, Erdogan! Erkenne deine Freunde!

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  2. Thomas ex Gotha schreibt:

    Dem Blogger sei gedankt sei gedankt für seinen Hinweis darauf, dass es die Deutschen waren, die den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts verübten.
    Eher verwirrend fand ich die Aussagen einer Kommentatorin, es hätten sich der Katholizism und der Islam verbündet, um, gemeinsam mit der „Weltlinken“, was immer das sein mag, „den Kapitalismus und den westlichen Individualismus zu stürzen“. Grund: Der derzeitige Papst habe „in den 70er Jahren den marxistischen Thesen nahe gestanden“, womit offenbar die „Befreiungstheologie“ gemeint ist.
    Warum ausgerechnet zwei reaktionäre Religionen eine vernünftige Sache – nämlich den Sturz des Kapitalism, welcher übrigens selbst dafür sorgt, dass es so etwas wie „westlichen Individualismus“ erst ab einer gewissen Einkommens- oder Vermögensgrenze gibt – zuwege bringen sollen, ist damit nicht gerade schlüssig erklärt, zumal Bergoglio, nach allem was man von ihm weiß, allenfalls eine Äquidistanz zwischen Militärdiktatur und Befreiungstheologie einhielt. Und warum sollten 2013, nach einem Papst, der sich rühmte, den Kommunismus aus der Welt geschafft zu haben, und nach einem ehemaligen Hitlerjungen, der es an die Spitze der Inquisition geschafft hatte, die Kardinäle ausgerechnet einen Marxisten wählen?

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    • Gutartiges Geschwulst schreibt:

      @Thomas ex Gotha: “Dem Blogger sei gedankt sei gedankt für seinen Hinweis darauf, dass es die Deutschen waren, die den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts verübten.”

      Auch ich danke dem Blogger, dass er diesen Massenmord in Erinnerung bringt, von dem sich “die Deutschen” übrigens auch dann nicht freisprechen können, wenn sie links sind.

      @Thomas ex Gotha: “… um, gemeinsam mit der “Weltlinken”, was immer das sein mag, …”

      Was immer das sein mag? Womöglich eine Verallgemeinerung, wie “der Kapitalismus”.

      @Thomas ex Gotha: “.., dass es so etwas wie “westlichen Individualismus” erst ab einer gewissen Einkommens- oder Vermögensgrenze gibt – …“

      Individualismus, egal ob westlich, ist eine Frage der Geisteshaltung, nicht des Einkommens, was allerdings nur derjenige begreift, der jemals eine Geisteshaltung hatte.

      @Thomas ex Gotha: “…, und nach einem ehemaligen Hitlerjungen, der es an die Spitze der Inquisition geschafft hatte, …”

      Ratzinger war ein unmündiges Kind, als er Hitlerjunge war. Das entschuldigt ihn gegenüber selbstgerechten, erwachsenen Linkswichsern, die einer massenmörderischen Ideologie frönen, nur weil der rote Stern davor steht, statt des Hakenkreuzes. Letzteres würden diese armseligen Kreaturen genauso ablecken, wenn der Zeitgeist es ihnen abverlangte.

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      • Thomas ex Gotha schreibt:

        „Linkswichser“, „armselige Kreaturen“ – woher kommt dieser ebenso pein- wie lächerliche Impetus, das eigene Trolltum mit Pöbeleien und Gepolter martialischer wirken lassen zu wollen? Über den Grund resp. die Abgründe für den Zwang, stets latent sexualisiert zu schimpfen, breitet man besser den Mantel des Schweigens, ansonsten muss wohl die derzeit zu beobachtende Faschisierung des nicht nur deutschen politischen Diskurses zur Erklärung dienen.
        Die trauen sich eben jetzt etwas mehr, die ach so besorgten Bürger.

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        Warum wiederholen Sie hier das gleiche Geschreibsel, auf das ich Ihnen bereits in einem anderen Blog geantwortet habe?
        Offenbar stimmt meine Vermutung, dass die Altersschlichtheit von Ihnen Besitz genommen hat.

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @Thomas ex Gotha: „… woher kommt dieser ebenso pein- wie lächerliche Impetus, das eigene Trolltum mit Pöbeleien und Gepolter martialischer wirken lassen zu wollen?“

        Nun ja, Herr ex Gotha, das ist eben die Diktatur des Proletariats. Darauf seid Ihr Linken doch angeblich so scharf.

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  3. schum74 schreibt:

    Thomas Ex-Gotha ist dankbar für den Hinweis, dass die Deutschen den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts verübt haben. Wie denn nicht?
    Von der vermeintlichen Erkenntnis, dass es auf der ganzen Welt und seit Schöpfungsbeginn keine schlimmeren Geschöpfe als die Deutschen gegeben hat und geben wird, leben hierzulande Millionen von Leuten nicht schlecht. ‚Sündenstolz‘ nennt es Broder mit Recht.
    Nun, Ex-Gothas Stolz kratz‘ ich ungern an, doch die Konkurrenz wird immer härter. Nicht nur Lord Weidenfeld (s’l) hat in Kenntnis der Geschichte die größte Angst vor den muslimischen Menschenvernichtern zu erkennen gegeben (Die Welt, 13.12.2015):

    „Der Dschihadist – das möchte ich ganz klar sagen – gehört für mich in den untersten Kreis von Dantes Hölle. Er ist noch tiefer gesunken als die anderen beiden antihumanistischen Ideen und Bewegungen, die ich erleben musste: Nationalsozialisten und Bolschewiken.

    Schlimmer als die Nazis? Wie meinen Sie das genau?

    Die Nazis haben die Vernichtung ihrer Feinde, zuvördert der Juden, als industrielle Maßnahme organisiert. Es war ein widerliches, kaltes Morden ohne große Emotionen. Die Bolschewisten haben bei den organisierten Hungerkatastrophen, mörderischen Umsiedlungen und Exekutionen ganz anonym Millionen umgebracht. Grauenvoll genug. Aber nun kommen diese Dschihadisten als fröhliche Sadisten und sagen der freiheitlichen Lebensform ebenfalls den Kampf an. Was tun sie? Sie köpfen und kastrieren ihre Opfer, sie schänden Frauen nach Belieben, kreuzigen die Menschen, verstümmeln sie systematisch – und das alles mit obszöner sexueller Freude. Das ist moralisch für mich die unterste Stufe des Menschseins.“
    http://www.welt.de/kultur/article149916657/Der-IS-gehoert-in-den-untersten-Kreis-der-Hoelle.html

    Es geht mir nicht anders. Bei allem, was ich von den Eltern und Anderen erfahren habe: lieber durch die Hand von Deutschen und Österreichern zugrunde gehen.

    Aber schon in frühen Zeiten, wenn auch nicht bei den Herero, haben sich die Mohämmer als Völkermörder ausgezeichnet:

    The Hindu Kush, the vast, 500-mile long, 150-mile wide mountain range stretching from Afghanistan to Pakistan, was populated by Hindus until the Muslim invasions beginning around the year 1000. The Persian name Hindu Kush was proudly given by Muslims. It means “Hindu-killer.” At least 60 million Hindus were killed by Muslims during the thousand years of Muslim rule. Though virtually unknown, it may be the greatest mass murder in history next to Mao‘s.
    (Dennis Prager, ‚Not Islamic‘?, Townhall, 23.09.2014)

    Es sieht so aus, als ob die hiesigen Gutmenschen sich eine andere Spezialität suchen müssten, um wieder Welt-Erste zu sein. Aber was sage ich? Haben sie schon gefunden. Jetzt sind sie die „Weltmeister der Herzen“, die Besten, wo gibt. Dasselbe in Grün, und vermutlich mit ähnlichem Ergebnis.

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    • Gutartiges Geschwulst schreibt:

      @schum74: „Die Nazis haben die Vernichtung ihrer Feinde, zuvördert der Juden, als industrielle Maßnahme organisiert. Es war ein widerliches, kaltes Morden ohne große Emotionen.“

      Dem kann ich nur zustimmen, liebe @schum74, auch wenn dieses kaltblütige Mordsystems naturgemäß Sadisten beherbergte, die heißen Blutes ihre triebhaften Emotionen befriedigten, wie Josef Mengele, Amon Göth, Hildegard Lächert u.s.w.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Und Hitler selber, auch Göbbels, kommt mir, gerade in der Frage, nicht wirklich emotionslos vor… Die Und es ging auch primär nicht um Feinde, sondern um Menschen, deren Feinde zu sein, die Nazis sich zuerst entschieden hatten. Bei aller Verehrung für Lord Weidenfeld, aber hier geht die Argumentation mit ihm durch, scheint mir.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Da ist ein Die zuviel.

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    • Clas Lehmann schreibt:

      Nur dass den Dschihadisten, soweit ich sehe, der Sündenstolz fehlt, weil die Einsicht, es sei ihr Tun sündhaft oder sonstwie falsch, denen doch offenbar nicht zugänglich ist.

      Auch scheint mir die Rangierung von Mördern nach moralischen Kriterien… irgendwie akademisch? Und vielleicht auch prinzipiell unmöglich, aus der Opferperspektive? Weil mir eine Schwelle zu existieren scheint, unterhalb derer Niedertracht ordinal nicht mehr zu unterscheiden ist, weil bereits Unendlichkeit erreicht ist?

      Jetzt schlimmer, eigentlich: als Problem dringlicher als die Nazis, weil man den Opfern jetzt helfen könnte, aber schlimmer als die Nazis damals: Das sehe ich nicht

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @Clas Lehmann: „…, aber schlimmer als die Nazis damals: Das sehe ich nicht.“

        Nicht schlimmer, sondern unverhohlener und schamloser.

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      • schum74 schreibt:

        Ob die Dschihadisten moralisch tiefer stehen als die Nationalsozialisten, kann vermutlich nur Satan entscheiden. Mir geht es aber nicht um Moral. Worum es mir geht, hab ich vor langer Zeit auf Numeri zu sagen versucht. Darf ich den Kommentar noch einmal posten?

        Abgesehen davon, dass NS-Deutschland alles andere als theokratisch und steinzeitlich war, unterscheiden sich die Diktaturen bis in die Art ihrer Grausamkeit hinein.
        „ Ich bin der Herr über Leben und Tod“ ist bei beiden. Doch die Menschenbilder sind verschieden: Der europäische Nazi sieht den Menschen als ein nicht zu teilendes Ganzes, als In-dividuum. Für ihn besteht der Mensch nicht aus Einzelteilen. Daher tötet er ihn als Ganzes oder lässt ihn als Ganzes leben.
        Nicht so der orientalische Mohammedaner. Der hat für den Menschen den Blick des Metzgers: Er setzt ihn geistig aus Teilen zusammen, schnippelt herum: Mal schneidet er ihm eine Hand ab, mal die Nase, zuerst den linken, dann den rechten Fuß… Was machen wir heute: die Augen oder die Ohren?
        Ein Bewacher in Auschwitz gönnte sich gerne vor dem Frühstück Tontaubenschießen mit Juden. Auf die Idee, jeden Morgen zum Spaß 10 oder mehr Leute zu verstümmeln, ist er nicht gekommen. Nicht weil er dem IS-Kollegen moralisch überlegen gewesen wäre: Es ist ihm einfach nicht eingefallen. Anderes Menschenbild.
        Ergebnis: Wer die NS-Zeit überlebt hat, hat sie als Ganzer überlebt. Elie Wiesel hatte seine Glieder beisammen. Wer Mordors Feldzüge – oder irgendein Scharia-Regime ‒ überlebt, kriegt seine Teile nicht zurück. Was hieße unter diesen Umständen „Befreiung“?

        Diese Lust am Verstümmeln, die man schon im Koran und in den Hadithen findet, die flößt mir animalische Angst ein. Kann es sein, dass Lord Weidenfeld eben diesen Stil-Unterschied meint? Dass er nur falsch argumentiert?

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Lust am Verstümmeln und überleben als Verstümmelte…

        Da kenne ich eine alte Dame, die hatte so um 1938 herum einen nervlichen Zusammenbruch, Eltern in Scheidung, beide zerrten an ihr, der Vater wollte sie als Haushälterin, sie wollte einen Beruf lernen, minderjährig ging da dies und das auch nicht so: kurz, sie verkroch sich in ihr Bett im Schwesternwohnheim, zog die Decke über den Kopf und wirkte antriebslos, eines Morgens. Ehe sie sich versah, saß sie einem Arzt gegenüber, der sie als typischen Fall, von was auch immer, bezeichnete und landete in Lüneburg in der Psychiatrie… Damit man sie wieder rausließ, statt sie zu vergasen oder sonst zu vergiften, wie man dann mit anderen Patienten getan hat, sollte sie sterilisiert, genauer: kastriert werden. Der Arzt tat es, nicht ohne sie zuvor noch zu vergewaltigen, Frisch zugenäht, wurde sie ihrer Mutter in die Hand gedrückt und reiste mit dem Zug von da nach Wilhelmshaven…

        Kinder konnte sie nie kriegen, ihre Ehen gingen schief und familiär ging der Makel, sie habe irgendwie gesponnen auch jahrzehntelang nicht richtig ab von ihr.

        Sie will in der Frage ihre Ruhe, wer dieser Arzt war, steht wohl noch in den Akten, aber ohne ihren Wunsch und Willen kommt da keiner dran, bis auf weiteres. Lüneburger Psychiater aber hatten nach dem Krieg florierende Praxen, und man empfand ihre Strafverfolgung weithin als Frevel am Guten Menschen. Besonderen Sündenstolz hatten die auch nicht, hingegen eine schwere Pflicht erfüllt…

        Einzelfall? Jedenfalls verschwimmen da für mich die Unterschiede.

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @Clas Lehmann

        Die Euthanasieverbrechen der Nazis sind ja gerade ein zusätzlicher Beleg für @schum74s Auffassung, da diese Verbrechen bekanntlich nach Möglichkeit verheimlicht wurden.
        Darin unterscheidet sich der Naziterror vom Terror fanatischer Moslems, die ihre Greultaten (Steinigungen, Enthauptungen, Pfählungen u.s.w.) zumeist wie Volksfeste zelebrieren, während sich die Zuschauer dabei amüsieren.

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      • schum74 schreibt:

        Man muss sich schon blind stellen, um den qualitativen und quantitativen Unterschied in der Vorgehensweise von westlichen und östlichen Barbaren nicht zu sehen:

        Aus: Stefan Frank, „Eine zweite Shoah“, Lizas Welt, 02.12.2014:

        Aus Gründen, die uns verschlossen sind, bevorzugen muslimische Terroristen, die Juden ermorden, prinzipiell die grausamste Art. So taten es die pakistanischen Jihadisten, die am 28. November 2008 sechs Juden im Haus der Chabad-Lubavitch-Gemeinde in Mumbai zu Tode folterten. So taten es die Mitglieder einer muslimischen Gang, die 2006 in Paris den Juden Ilan Halimi entführten und 24 Tage lang mit Messern, Säure, brennenden Flüssigkeiten und Zigaretten folterten und dazu ihre Freunde einluden, bevor sie ihn töteten. So taten es die Bewohner von Ramallah, die im Oktober 2000 zwei Israelis, die sich dorthin verirrt hatten, in einer Polizeistation lynchten: Sie rissen den Juden die Augen und inneren Organe heraus, einer der Täter zeigte am Fenster der begeisterten Bevölkerung seine blutigen Hände, woraufhin frenetischer Jubel ausbrach. Der leblose Körper wurde aus dem Fenster geworfen, wo er von der Menge weiter geschändet wurde; manche rissen Stücke von Fleisch heraus und hielten sie wie Trophäen in die Höhe.

        So taten es auch die beiden palästinensischen Araber Amjad Awad und Hakim Awad; sie drangen im März 2011 in das Haus der jüdischen Familie Fogel ein, während diese schlief, und töteten die Eltern, zwei kleine Kinder sowie ein Baby. Dem Baby schnitten sie den Kopf ab. Die „Al-Aksa-Märtyrerbrigaden“, die von Deutschland und der EU finanzierte Terrororganisation von Mahmoud Abbas, priesen die „heroische Tat“. (Laut einer Umfrage begrüßte jeder dritte Palästinenser das Massaker.) So taten es die Araber, die im April 1948 am Mount Scopus in Jerusalem einen Konvoi von jüdischen Ärzten und Krankenschwestern überfielen und 80 Menschen mit Messern in Stücke schlugen oder bei lebendigem Leib verbrannten.

        Und so verfuhr ein arabischer Mob im August 1929 mit den Juden Hebrons. Den Männern wurden die Genitalien abgeschnitten, den Frauen die Brüste. Der Bäcker Noah Immerman wurde in seinem Ofen lebendig geröstet; Rabbi Ya’akov Orlanski HaCohen, der islamische Schriften studiert hatte, wurde das Gehirn aus dem Kopf geholt. Dem betagten und gehbehinderten Apotheker Ben-Tzion Gershon schnitten sie die Nase und die Finger ab, bevor sie ihn töteten. Insgesamt 67 Juden wurden 1929 in Hebron ermordet, Dutzende weitere in Safed und anderen Städten Palästinas.
        https://lizaswelt.net/2014/12/02/eine-zweite-shoah/

        Aber Stefan Frank irrt. Abschlachtereien sind nicht nur Juden vorbehalten:

        „Augenzeugen berichten von Fällen, in denen IS-Terroristen Frauen, die sich nicht ergeben haben, die Brüste abgeschnitten und ihre Körper zerstückelt haben. Um diesem Schicksal zu entgehen, wählten Hunderte Frauen den Selbstmord.“ (Emma, 25.08.2014)

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      • schum74 schreibt:

        http://www.emma.de/artikel/sex-dschihad-der-heiligen-front-317595

        Weitere Nachrichten über mohämmische Zerstückelungskünste – überall

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Kann es sein, dass der Unterschied in der Modernität liegt und sich im übrigen vom, pardon, mir scheint, es sieht so aus, vom Tierschutzgedanken herleitet? Oder aus der gleichen Wurzel sprießt? Der ja nun was sehr deutsches ist, und etwas sehr unislamisches dazu?

        Furchteinflößender: Ja. Aber doch auch, weil seit jeher und eben zur Zeit auch in Vielzahl im aktiv barbarischen Modus, wogegen die Deutschen derzeit nicht einmal nach dem Potential aussehen, das sie seinerzeit doch bewiesen haben.

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      • schum74 schreibt:

        Was für Tierschutzgedanken? Wie erkläre ich das meinem unschuldigen Clas?

        Wie oft haben Wehrmachtsoldaten Zivilisten mit Äxten bearbeitet? Wie oft haben sie ihren Opfern die Nase, die Ohren, die Genitalien herausgeschnitten (Archives de la préfecture de police 1958 über die Verbrechen der algerischen Front de Libération Nationale auf französischem Boden)?
        Wie viele Hände und Füße haben die Deutschen und Österreicher schätzungsweise abgehackt? Wie viele Augen herausgerissen?
        So traktieren sich aber Mohämmer gegenseitig und oft ganz legal (Scharia) in den 57 OCI- Staaten.
        Zurückgebliebenheit? Nicht vielmehr ein anderes Verhältnis zum Menschen und seinem Körper?

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      • Thomas ex Gotha schreibt:

        „Wie oft haben Wehrmachtsoldaten Zivilisten mit Äxten bearbeitet? (…) Wie viele Hände und Füße haben die Deutschen und Österreicher schätzungsweise abgehackt? Wie viele Augen herausgerissen?“ Es fällt schwer, liest man solche Sätze, nicht ironisch zu werden, denn Sie scheinen der Mär von der sauber kämpfenden Wehrmacht aufgesessen zu sein. „Ein anderes Verhältnis zum Menschen und seinem Körper“ vermag ich beim besten Willen nicht zu erkennen. Schwache Typen panzern ihre Körper und wünschen sich nichts sehnlicher, als andere Körper zu zerfetzen, was eben auch mit Kanonen und Maschinengewehren geht. Ob SS oder IS oder Anders Breivik: es geht allenfalls um Nuancen, um die Frage, ob man eher effizient töten oder das Töten inszenieren möchte.

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      • schum74 schreibt:

        Wer redet von Sauberkeit? Seien Sie versichert, Thomas Ex-Gotha, dass ich über Wehrmacht, SA und SS von Ihnen nichts Wesentliches zu lernen habe. Was meinen Sie, wie aufgeklärt ich da bin – und nicht durch Wikipedia?
        Doch bei Ihnen scheint der Glaube über das Wissen zu herrschen, wenn Sie in einem Atemzug „SS oder IS oder Anders Breivik“ nennen.

        Haben Sie einen guten Tag!

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Doch, ein anderes Verhältnis zum menschlichen Körper, eine ursprungsnähere Form der Barbarei, kann ich da schon sehen, und eben das völlige Fehlen eines Tierschutzgedankens. Ein kultureller Unterschied, den ich durchaus zur Kenntnis nehme, und wo es an meiner Achtung für Andershenkende deutlich fehlt. Aber nicht, weil ich deutsche Art zu henken prinzipiell besser fände. Ich halte vom Henken überhaupt wenig, Hessen ist gelegentlich eine Ausnahme.

        Tierschutz, in seiner Gesetz und Nationalcharakter gewordenen Form, verhndert ja nicht die Tötung von Nutztieren, gerade, wenn sie industriellement vorgenommen wird. Er soll aber das sinnlose Quälen verhindern, wobei Sinn und Unsinn da oft auch recht pragmatisch definiert werden, und ein ökonomischer Vorteil schon als Sinn interpretiert wird, aber das Gewissen entlastet… Also jetzt übertragen auf die Mörderei: Das Bestreben, das ordentlich zu machen, nur in notwendigem Umfang zu quälen, unter eigenen Opfern zu morden, diese Sache mit der Heinrichhaftigkeit, mit dem Ruhmesblatt.

        Folter, Geiselerschießungen: Das konnten Deutsche, auch die Wehrmachtsoldaten konnten das. Folter und Menschenrechtsverletzungen jeder Art ignorieren, wenn man die Täter apeasen möchte und den Opfern eh nicht zu helfen ist und das Recht sowieso im Arsche… Das geht bei jeglicher Anwanzerei, wie auch beim Verschweigen von Morddetails.

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      • schum74 schreibt:

        Klasse-Kommentar, Clas – und „Andershenkende“, ah! *notiert*🙂

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      • Clas Lehmann schreibt:

        „Achtung vor Andershenkenden“ habe ich irgendwann irgendwo gelesen, es schien mir hier zu passen…

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  4. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    @schum74

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    • schum74 schreibt:

      Vom Gutartigen dazu ermutigt will ich erklären, was an Ex-Gothas erstem Satz für mein Empfinden nicht stimmt.

      Ex-Gotha hätte sachlich anmerken können, dass es richtig war, an die Verbrechen der Deutschen Anfang des 20. Jahrhunderts zu erinnern.
      Doch Ex-Gotha merkt nicht an; er bedankt sich – und vor Aufregung gleich zwei Mal.

      Wobei auch Dank am Platz gewesen wäre: dafür, dass Dr. Warszawski die oft vergessenen Herero dem Vergessen entreißt.
      Doch um die Herero geht es Ex-Gotha nicht. Er erwähnt sie nicht einmal. Weil nur eins zu zählen scheint: die Nationalität der Täter.

      „Dem Blogger sei gedankt sei gedankt für seinen Hinweis darauf, dass es die Deutschen waren, die den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts verübten.“

      Der Dank gilt allein der Erwähnung der Deutschen. Und das finde ich verdächtig – bei einem Deutschen. Man ahnt irgendwas Unsympathisches.

      Umso besser, wenn ich mich irre. Wenn sogar ein Papst irren darf…

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @schum74: „Umso besser, wenn ich mich irre.“

        Nach meiner Befürchtung irren Sie sich nicht – so gerne ich Ihnen eine positivere Antwort geben würde.

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      • Thomas ex Gotha schreibt:

        „Man ahnt irgendwas Unsympathisches“, etwas Verdächtiges. Warum? Kann ich etwas dafür, dass ich mit dem, was man „Patriotismus“ nennt, nichts anzufangen weiß? Muss ich mich für mein Misstrauen gegen Zeitgenossen rechtfertigen, die, z.B., den Mord an den Herero als Lüge bezeichnen und spotten, „dass Deutsche irgendwie für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich waren“?
        Im übrigen gehen Sie dem albernen Begriff „Sündenstolz“ zu leicht auf den Leim: erst als die Täter gestorben waren, begann man sich mit deren Taten genauer zu befassen, erst als kaum noch Zwangsarbeiter lebten, rang man sich zu Almosen durch, und zog dann unter der Parole „Nie wieder Auschwitz“ in den Krieg. Ein widerliches Schauspiel: die Export- als moralische Weltmeister.

        P.S.: Sympathie ist eine völlig irrelevante Kategorie. Sind wir hier bei der Zahnpastawerbung?

        P.P.S.: Was ich mir in der Tat nicht verzeihe, ist die von Ihnen angesprochene Doppelung. Flüchtigkeit, sehr unhöflich.

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  5. ceterum censeo schreibt:

    „Sündenstolz“ ist gut. Hoffentlich findet die Wissenschaft eines Tages heraus, daß Deutsche irgendwie für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich waren, (So etwas kann ja eigentlich sowieso nur industriell geschehen sein!) damit wir noch viel stolzer sein können.
    Im Übrigen bitte bei diesem Thema sorgfältig recherchieren! Der „Völkermord“ an den Hereros ist eine Lüge.

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    • Gutartiges Geschwulst schreibt:

      @ceterum censeo: „Hoffentlich findet die Wissenschaft eines Tages heraus, daß Deutsche irgendwie für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich waren, …“

      Wer sollte denn sonst dafür verantwortlich gewesen sein? Es waren Deutsche, die dem Hass auf jegliches Leben die größtmögliche Geltung verschafften – rote und braune Sozialisten.

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      • ceterum censeo schreibt:

        „Wer sollte denn sonst dafür verantwortlich gewesen sein?“

        Der Raubtierkapitalismus käme mir noch in den Sinn, liebes Gutartiges.

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @ceterum censeo: „Der Raubtierkapitalismus käme mir noch in den Sinn, …“

        Wurde der nicht auch in Trier erfunden?

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    • schum74 schreibt:

      Aus: Süddeutsche Zeitung, 28.04.2015: „Der andere Völkermord“

      „In den Jahren 1904 bis 1908 ermordeten kaiserliche Truppen im heutigen Namibia etwa 90.000 Angehörige der Herero und Nama – aus Vergeltung. Die Stämme hatten sich gegen die Kolonialherren erhoben. Wer nicht erschossen wurde, den trieben die Deutschen zum Sterben in die Omaheke-Wüste. Auf der Haifischinsel errichteten sie ihr erstes Konzentrationslager, die Gefangenen arbeiteten sich zu Tode oder verhungerten. Nicht einmal ein Drittel der Herero und nur die Hälfte der Nama überlebten.“

      http://www.sueddeutsche.de/politik/hereros-in-deutsch-suedwestafrika-der-andere-voelkermord-1.2454826

      Ceterum, woher willst Du wissen, dass der Völkermord an den Herero eine Lüge sei? Quelle?

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      • ceterum censeo schreibt:

        https://phinau.de/jf-archiv/archiv14/201403011055.htm

        Wissen weiß ich gar nichts, liebe schum74, vor allem nicht, wer die sueddeutsche ist. 🙂

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      • schum74 schreibt:

        Lesenswerter Beitrag.
        Bin natürlich nicht in der Lage, ein eigenes Urteil zu fällen, doch präzise Angaben wie die folgenden

        Die Stammeskrieger erschlugen ihre Opfer zumeist mit Streitkeulen oder folterten sie zu Tode, teilweise vor den Augen der hochgradig traumatisierten Angehörigen. Zudem wurden die Männer nicht selten noch durch Abschneiden von Nase, Ohren und Genitalien verstümmelt. Hieran beteiligten sich auch und gerade die Frauen der Herero, was natürlich Auswirkungen auf deren spätere Behandlung durch die Schutztruppe hatte: „Sollten in dem einen oder anderen Ausnahmefalle Frauen erschossen worden sein, so ist zu bedenken, daß Frauen sich nicht nur an den Kämpfen beteiligt haben, sondern auch die hauptsächlichsten Urheber der grausamen und scheußlichen Martern waren, denen unsere Verwundeten oft unterworfen worden sind.“ So Generalstabschef Alfred von Schlieffen in einer Stellungnahme gegenüber Reichskanzler von Bülow im Dezember 1904.

        Des weiteren gehört die Zahl der Toten zu den „ungewissen Gewißheiten“, wie die frühere Leiterin des Windhuker Nationalarchivs, Brigitte Lau, feststellte.

        (…) Die einzige „Quelle“ hierzu ist das „Blaubuch“ der britischen Regierung von 1918, dessen propagandistischer Zweck darin bestand, die deutsche Kolonialpolitik in Südwestafrika derart zu diskreditieren, daß nur eine Lösung übrigblieb: Großbritannien die Aufsicht über das rohstoffreiche Schutzgebiet anzuvertrauen. Diese bis heute gern zitierte Quelle wurde bereits 1926 von der gesetzgebenden Versammlung des nach dem Ersten Weltkrieg Südafrika zugeschlagenen Mandatsgebietes zur Fälschung erklärt.

        klingen nicht nach Fingersaugerei.

        Warum bloß fügt der Autor keine Literaturliste hinzu? Damit entwertet er selbst eine bedenkenswerte Argumentation.

        Fragen: Wo sind die Schwachstellen des Artikels? Kann jemand begründet widersprechen?
        Natürlich kann von Schlieffen als interessierte Seite gelogen haben, doch seine Aussage klingt nicht wie: „Die Polen haben die Sicherheit des Deutschen Reiches gefährdet“.

        Anders als die Urheber des Gayssot-Gesetzes in Frankreich (Holocaustleugnung) halte ich nichts davon, Geschichtsforschung – so sie Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt –, dem Zeitgeist zu unterwerfen. Wer die Wirklichkeit und damit die Wahrheit auf seiner Seite hat, hat nichts zu befürchten.

        So finde ich z.B. Bernard Lewis‘ Argumentation bedenkenswert, wonach die Definition von „Völkermord“ im Falle der Armenier eine andere sei als im Falle der Juden. Während der Holocaust „dadurch bestimmt war, die Endlösung nicht zu stoppen, solange auch nur ein einziger Jude noch am Leben ist“ (Leonidas Donskis), war der Völkermord an den Armeniern anderer Art:

        „(…) [Hans-Lukas] Kieser erwähnt dies nicht, aber die Armenier in den Städten Istanbul und Izmir wurden nicht deportiert. Diejenigen in Aleppo überlebten ebenfalls. Wenn man den Vergleich mit dem Holocaust anstellen will, dann ist dies, wie wenn die Juden von Berlin, Wien und Frankfurt verschont worden wären.“ (Die Weltwoche, 25.10.2006, Ausgabe 43/06)

        http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2006-43/artikel-2006-43-es-war-kein-voel.html

        Tatsächlich hat die UN nach 1945 den Tatbestand Völkermord erweitert. Wer auf der früheren engen Definition beharrt, ist deshalb kein Genozidleugner; nicht wenn er wie Prof. Bernard Lewis von den Fakten nicht abweicht. Dass die enge Definition Erdogan gefallen muss, auch wenn sie die Juden allein „begünstigt“, ist eine andere Sache.

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      • schum74 schreibt:

        PS. Ergänzend, um einem Missverständnis zuvorzukommen:

        Die Drohung mit dem Staatsanwalt, wenn sie Geschichtsforschung flankiert, ist eine Konzession an den Zeitgeist und lädt zum Missbrauch ein. So das französische Taubira-Gesetz, das sich an das Gayssot-Gesetz (Holocaustleugnung) anlehnt, und die Leugnung von Sklaverei als Verbrechen gegen die Menschheit untersagt. Aber attention!: nur die Leugnung des transatlantischen (weißen) Sklavenhandels. Der Verkauf von Sklaven aus Schwarzafrika in den Orient und in die arabisch-muslimische Welt, der mehr Opfer gekostet hat, ist nicht Gegenstand des Taubira-Gesetzes.

        Aus: „Sklaven für den Orient“: Dokumentation von Antoine Vitkine, ARTE France, Frankreich 2008:

        „Jeder weiß Bescheid über den von den Europäern organisierten Sklavenhandel von Afrika nach Amerika und über die elf Millionen Afrikaner, die unter schlimmsten Bedingungen wie Vieh auf Sklavenschiffen verfrachtet wurden. Dieser Menschenhandel ist heute Gegenstand einer aktiven Vergangenheitsbewältigung. Weniger bekannt ist jedoch der Verkauf von Sklaven aus Schwarzafrika in den Orient und in die arabisch-muslimische Welt. Schätzungen zufolge wurden im Laufe von 14 Jahrhunderten insgesamt 17 Millionen Afrikaner als Sklaven in muslimische Länder verkauft.
        Außerdem befasst sich die Dokumentation mit dem der Öffentlichkeit noch weniger bekannten innerafrikanischen Menschenhandel, den afrikanische Königreiche Jahrhunderte lang betrieben – lange bevor die Europäer die afrikanischen Küsten für sich entdeckten. Ferner veranschaulicht die Dokumentation durch bisher unveröffentlichte Fotos, dass der Sklavenhandel in der muslimischen Welt und Schwarzafrika bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts weiterblühte.“

        http://www.reportagen-archiv.com/2010/02/19/sklaven-fur-den-orient/

        Nachträglich wirkt auch das Gayssot-Gesetz verdächtig: Hat man die toten Juden unter Gesetzesschutz gestellt, um die Lebenden umso unbeschwerter fertig zu machen? Sieh Frankreichs Ja zur UNESCO-Festlegung, wonach die Juden keine historische Verbindung zum Tempelberg in Jerusalem hätten.

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        Hier sind noch zwei weitere interessante Artikel, die das Thema kontrovers behandeln:

        http://www.preussische-allgemeine.de/nachrichten/artikel/krieg-gegen-den-terror-statt-voelkermord.html

        http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45763653.html

        Letztendlich lässt sich nicht bestreiten, dass es Morde an den Hereros gegeben hat, in welchem Umfang auch immer.

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      • Thomas ex Gotha schreibt:

        Ja, so ein Artikelchen aus der hochausgewogenen „Jungen Freiheit“ wiegt natürlich ein paar Regalmeter historischer Forschung auf. Und schon müssen sich zehntausende Kollateralschäden kaiserlicher Kolonialpolitik zerknirscht eingestehen, dass sie sich das eigene Verrecken selber eingebrockt haben.

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @Thomas ex Gotha

        Können Sie klare Argumente dafür erbringen, dass der Artikel in der JUNGEn FREIHEIT unseriös ist? Ihr persönlicher Unfehlbarkeitsanspruch ersetzt keine Begründung.
        Auch wenn mir der SPIEGEL-Artikel von 1969 plausibler erscheint als der Artikel der JUNGEn FREIHEIT, bin ich dennoch nicht so großkotzig, dass ich meine Einschätzung für allgemeingültig halte.
        Übrigens glaube ich auch nicht, dass „ein paar Regalmeter“ automatisch die Wahrheit garantieren, sonst wäre vermutlich die BILD-ZEITUNG der Gipfel allen Wissens. Die bringt es sicherlich auf ein paar Regalkilometer.

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      • ceterum censeo schreibt:

        Gutartiges, bei unserem Thomas kommen zur gesammelten Weisheit noch ein paar Regalmeter mit dem „Schwarzen Kanal“ hinzu, die er auf VHS-Kassetten aufgenommen hat, welche die Westtante seinerzeit schicken mußte.
        Damit bist du unschlagbar!

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        : D

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      • Thomas ex Gotha schreibt:

        Ach, den beiden Kichertrolls, die selbst dann, wenn es um Völkermord geht, um Witzchen nicht verlegen sind (und der Unappetitlichere der beiden entblödete sich auf einem anderen Blog nicht, einen Kalauer über die Hinrichtung zweier Schwuler im Iran zu reißen), wird es wohl schwerfallen zu begreifen, dass es dem Autor des deutschnationalen Blättchens um nichts weniger ging als um historische Objektivität: Massive Kritik einzelner Quellen erfolgt mit Hilfe von Zitaten (befangener) Zeitgenossen, Quellenangaben fehlen gänzlich. Lügenpresse, wie sie leibt und lebt.

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @Thomas ex Gotha: “Ach, den beiden Kichertrolls, die selbst dann, wenn es um Völkermord geht, um Witzchen nicht verlegen sind …”

        Wenn Sie des Lesens mächtig wären, Herr ex Gotha, hätten Sie bemerkt, dass sich die “Witzchen” nicht auf den Völkermord bezogen, sondern auf Sie, der sich mit Hilfe dieses Völkermordes moralisch aufplustert.

        @Thomas ex Gotha: “(und der Unappetitlichere der beiden entblödete sich auf einem anderen Blog nicht, einen Kalauer über die Hinrichtung zweier Schwuler im Iran zu reißen), …”

        Es liegt erwartungsgemäß nicht in Ihrem geistigen Ermessen, den Unterschied zwischen Ironie und Kalauer zu begreifen.
        Trotz Ihrer außergewöhnlichen Wahrheitsliebe, verschweigen Sie übrigens, dass ich auf diesem “anderen Blog” ein Bild veröffentlicht habe, auf dem Claudia Roth und ein iranischer Schwulenmörder zu sehen waren – in gemeinsamer Heiterkeit vereint.
        Über welchen Kalauer werden die wohl gelacht haben?
        Wahrscheinlich über die Behauptung Thomas ex Gotha interessiere sich für Menschenrechte.

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        P. S.
        Da hätte ich natürlich auch gelacht.

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      • ceterum censeo schreibt:

        Also sprach Thomas:
        „Bestrafe einen, erziehe hundert …
        denn der Tod eines Mannes ist eine Tragödie, aber der Tod von Millionen nur eine Statistik. Wehe aber ihr Kleingläubigen, flüchtet euch nicht in Witzeleien, sondern nehmt die Strafe mit dem angemessenen Ernst an, denn wisset, daß es zu eurem Besten sei! „

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  6. Lancelot schreibt:

    Ich kapiere nicht, warum der Mord an Hetero und Nama kein Völkermord sein soll? Es wird immer argumentiert, dass die UNO 1948 eine Resolution über Völkermord beschlossen hatte und daher würde es angeblich erst ab 1948 Völkermord aus rechtlicher Sicht geben. Da lachen ja die Hühner, der Holocaust war auch vor 1948 und ist trotzdem ein Völkermord, gleiches gilt daher auch für die Hetero und Nama. Zumal beide Verbrechen vom selben Land, Deutschland, begangen wurden. Vielleicht mögen die Deutschen die Kaiserzeit so sehr, dass sie nichts Negatives anhängen wollen?

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    • ceterum censeo schreibt:

      Ich glaube nicht, daß die Deutschen die Kaiserzeit so sehr mögen. (Obwohl es sicher schlimmere Zeiten in Deutschland gab.) Es ist nur so, daß die Deutschen mit dem furchtbaren Holocaust gewissermaßen das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte begangen haben, wenn man einmal die Geschichte des Kommunismus und des Islams außer Acht läßt. Nun kramt man verhältnismäßig kleine Kriege der Vergangenheit heraus, weil die Schuld einfach noch nicht groß genug zu sein scheint. Dabei stellt der Schuldige bzw. Erbschuldige jedoch regelmäßig fest, daß andere Völker ihre teils viel schlimmeren Verbrechen und Völkermorde abstreiten oder gar feiern. Und daher, vermute ich, denken viele Deutsche: „Ihr könnt mich alle mal am Arsch lecken!“
      Und wenn sie dann dummerweise noch den Wikipediaeintrag zu Ende lesen, was manchen wohl nicht gelingt, stellen sie fest, daß die armen Farbigen sich auch sehr gut ohne deutsche Hilfe gegenseitig ausrotten konnten und können.
      PS.: Mit einer Sache haben Sie wohl allerdings Recht: Wenn der ganze Genderirrsinn so weiter geht, kommt es tatsächlich noch zum Völkermord an den Heteros.

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      • Lancelot schreibt:

        Ach jetzt kapier ich, was Sie meinen. Ich habe versehentlich „Hetero“ statt „Herero“ geschrieben. Fehler von mir. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Mord an Herero (!) und Nama ein Völkermord ist.

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      • ceterum censeo schreibt:

        War nicht hämisch gemeint. Konnte ihn mir bloß nicht verkneifen.

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  7. caruso schreibt:

    Liebe schum74, gerade las ich die Leserkommentare durch. Du schriebst in einem „Die Nazis haben die Vernichtung ihrer Feinde, zuvördert der Juden, als industrielle Maßnahme organisiert.“ Ich nehme an, Du meinst mit „industriell“ die Gaskammern und vielleicht die Bu:rokratie. Fu:r mich ist nicht das der Punkt, so furchtbar es auch ist. Mehr als furchtbar, nur finde ich kein Wort dafu:r.
    Ich denke, sowohl die Gaskammern als auch die tadellos organisierte Bu:rokratie Mittel sind, die durch die Moderne ermöglicht wurden. Was hinter diesen Mitteln standen, waren der alte Judenfeindlichkeit und der im 19. Jh. entstandene Antisemitismus.

    Meine Frage. In der Mitte des 20. Jh.s, in Europas Mitte, entschloß sich die Regierung eines der fortgeschrittensten Länder (weltberu:hmte Unis, weltberu:hmte Industrie, weltberuhmte Denker, Wissenschaftler, Ku:nstler etc.) einer Menschengruppe das Menschsein, damit auch das Lebensrecht abzusprechen. Und wollten allen Mitgliedern dieser Gruppe den Garaus machen. Diese
    Gruppe waren die Juden. Sie waren die einzigen, die man vom Säugling bis zum Greis umbringen wollte. Weder bei den Slawen noch bei den ‚Zigeunern‘ noch bei anderen war das der Fall.

    Daß es um ein solches Land geht, um Deutschland, wie es (auch) war, macht fur mich den Holocaust unvergleichlich, einzigartig, beispiellos – ich finde wieder kein Wort dafu:r, was ich sagen möchte. Viel weniger die Gaskammer und so.

    Wie war das möglich, gerade in d i e s e m Land? Was in Rußland geschah, war in vieler Hinsicht
    eine Fortsetzung des Zarismus‘. Außerdem gehört Rußland nicht zu Europa. Das ist nicht nur meine
    unmaßgebliche Meinung, sondern auch von Dostojewski. Und er mußte es doch wissen.
    lg
    caruso

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    • schum74 schreibt:

      Liebe Caruso, der Satz: „Die Nazis haben die Vernichtung ihrer Feinde, zuvördert der Juden, als industrielle Maßnahme organisiert“, ist nicht von mir, sondern von Lord Weidenfeld im zitierten Spiegel-Interview – aber unwichtig.

      Gerade über die Frage, die Dich umtreibt: Wie war das möglich, gerade in d i e s e m Land? hab ich mich vor Jahren mit einer klugen Jiddene aus Czernowitz unterhalten. Und weißt Du, was sie zum Schluss gesagt hat? Wenn das in Deutschland, einem der fortgeschrittensten Länder der Welt, möglich war, dann ist es überall möglich. Ist – im Präsenz.

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      • caruso schreibt:

        Danke!!! Ja, so viel ich es auch drehe und wende, es ist tatsächlich so.
        lg
        caruso

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      • schum74 schreibt:

        Mit diesem Kontrast zwischen kultureller Höhe und moralischer Tiefe hat sich schon die jüdische Tradition beschäftigt. Und zwar verweist sie auf den doppelten Bericht von der Erschaffung des Menschen im Buch Bereschit. – Was Bibelkritiker dazu sagen, ist nicht uninteressant, doch philosophisch wenig anregend.

        Im ersten Bericht (Gen 1, 26-28) heißt es in der Übersetzung von Buber/Rosenzweig:

        „Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, männlich, weiblich schuf er sie. Gott segnete sie, Gott sprach zu ihnen: Fruchtet euch und mehret euch und füllet die Erde und bemächtigt euch ihrer!“

        Im zweiten Bericht (Gen 2, 7) immer noch nach Buber/Rosenzweig:

        „Und ER, Gott, bildete den Menschen, Staub vom Acker (Afár min ha-Adama), er blies in seine Nasenlöcher Hauch des Lebens (Nischmat Chajim), und der Mensch wurde zum lebenden Wesen (le-Nefesch chajá – wörtlich: zu einer lebenden Seele).“

        Adam I (vom ersten Kapitel) und Adam II (vom zweiten Kapitel) sind zwei Aspekte derselben Person: Adam I soll die Erde erobern, d.h. sie durch Wissenschaft, Technik und Kunst zu einem besseren Ort machen. Der Schöpfer, der sich nach dem sechsten Tag zurückgezogen hat, um dem Menschen Platz zu machen, ruft Adam I ausdrücklich dazu auf, das Werk zu vollenden.
        Doch ohne Adam II, der um seine Endlichkeit und um seine lebende Seele weiß, wird Adam I das gefährlichste Tier auf Erden.

        Und das ist in Deutschland passiert. Das passiert, wenn Wissen und Gewissen auseinanderklaffen. Oder mit der Tora gesprochen: wenn man nur den einen Auftrag erfüllt: we-chiwschú’ha ‒ und erobert sie (die Erde) ‒, aber den zweiten überhört: kedoschim tiheju ki kadosch ani Haschem Elokechem – werdet heilig denn Ich Haschem euer G‘tt bin heilig.
        Dabei geht es um Ebenbildlichkeit, nicht? Wa-jiwra Elokim et ha-Adam be-Zalmó ‒ G‘tt schuf den Menschen in seinem Bilde. Wann ist der Mensch ebenbildlich? Wenn er die Natur mit Kultur ergänzt und die Gebote einhält.

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  8. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    @caruso
    @schum74

    Ihr Dialog ist mir ein Genuss!

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  9. schum74 schreibt:

    Immer noch zum Thema Völkermord –

    Diesmal hat es mich zu Jom ha-Schoa we-ha Gwura erwischt. Wegen eines Zwischenfalls, den Europe-Israël (04.05.2016) Stunden zuvor gemeldet hatte.

    Die Szene spielt im Flughafen von Barcelona. 180 jüdische Passagiere sitzen schon in einer Easy-Jet-Maschine, die sie nach einer Pessach-Woche in Spanien nach Paris zurück fliegen soll, als unerwartete Schwierigkeiten wegen eines 15-jährigen Jungen auftauchen, der Anweisungen auf Englisch und Spanisch nicht versteht.
    Die Fluggäste werden alle hinunter geholt, zum Flughafen zurückgebracht und dort Stunden lang in einer Halle festgehalten. Nach einer Weile kommt Panik auf. Wann? Nachdem man ihnen die Reisedokumente weggenommen hat? Unerträgliche Hitze, Kinder weinen, eine Frau fällt in Ohnmacht. Um sie herum Polizisten der Guardia Civil; Keulen kommen zum Einsatz. Gegen wen? Es sind nur friedliche Familien mit Kindern und Babies da.
    Am nächsten Tag dürfen sie nach Paris fliegen – mit einer anderen Crew, nicht mehr die mit „Omar“ und „Christina“.
    „Man hat uns wie Terroristen, wie Tiere behandelt“, sagen die Zeugen.

    Ich glaube, man hat sie einfach wie Juden behandelt.
    Wissen Sie, was mich daran erschüttert? Das Alltägliche, das in Europa zur Normalität werden könnte. Das Nicht-Greifbare, Nicht-Bestimmbare. Missverständnisse kommen vor, oder nicht? Beweisen Sie, dass es keine mexikanische Reisegruppe hätte treffen können.

    http://www.europe-israel.org/2016/05/antisemitisme-easy-jet-debarque-250-passagers-juifs-de-retour-dun-sejour-de-pessah-a-barcelone/

    Es gibt Zustände, an die man sich wieder wird gewöhnen müssen. In Deutschland und in Österreich war das Ende des 19. Jahrhunderts das niederträchtige Hepp-hepp, bei dem auch niemand weiter zu Schaden kam. Theodor Herzl hat das in seinen Tagebüchern 1895-1904 festgehalten:

    In Paris geriet ich ‒ wenigstens als Beobachter ‒ in die Politik. Ich sah, womit die Welt regiert wird. Ich starrte auch das Phänomen der Menge an; lange Zeit, ohne es zu begreifen. Ich kam auch hier in ein freieres und höheres Verhältnis zum Antisemitismus, von dem ich wenigstens nicht unmittelbar zu leiden hatte. In Österreich oder Deutschland muß ich immer befürchten, daß mir hepp-hepp nachgerufen wird. Hier gehe ich doch „unerkannt“ durch die Menge.
    Das Hepp-hepp hörte ich mit meinen Ohren bisher nur zweimal. Das erstemal in Mainz auf der Durchreise 1888. Ich kam am Abend in ein billiges Konzertlokal, trank dort mein Bier, und als ich aufstand, und durch den Lärm und Qualm zur Türe ging, rief mir ein Bursche „Hepp-hepp“ nach. Um ihn herum entstand ein rohes Gewieher.
    Das zweite Mal wurde mir in Baden bei Wien „Saujud“ nachgerufen, als ich im Wagen aus der Hinterbrühl von Speidel kam. Dieser Ruf traf mich stärker, weil er das merkwürdige Nachwort zu dem Gespräche war, das ich in der Hinterbrühl geführt hatte, und weil er auf „heimischem“ Boden ertönte.

    Zitat Ende.

    Jom ha-Schoa we-ha Gwura: eine gute Gelegenheit, die Nase wieder in ein Herzl-Buch zu stecken.

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    • Gutartiges Geschwulst schreibt:

      Ihr Bericht ist erschütternd, @schum74. Dennoch vielen Dank!

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    • Thomas ex Gotha schreibt:

      Die „Hepp-Hepp“-Rufe, das wissen Sie gewiss, waren im 19. Jahrhundert schon früher zu hören gewesen: 1819 hatten sich nach dem bayrischen Judenedikt von 1813 400 Juden in der Stadt, die 20.000 Einwohner zählte, angesiedelt. Die besorgten und überforderten Bürger von damals plünderten die Geschäfte, verprügelten deren Besitzer und demolierten ihre Häuser. Die verängstigten Juden flohen aus der Stadt. Von Würzburg aus breiteten sich die Unruhen erst in Bayern und dann über ganz Deutschland aus.
      Die Zeit war danach: Mit der endgültigen Niederlage Napoleons, dem Wiener Kongress und der Restauration war jede Hoffnung auf Emanzipation begraben worden, gleichzeitig drangen die germanomanen Kräfte auf die Erfüllung des Versprechens von einem einigen, rassereinen Deutschland. 1815 bzw. 1816 veröffentlichten der berliner Professor Rühs und der jenaer Professor Fries Schriften, in denen sie jeweils forderten, dass man Juden durch ein Kennzeichen an ihrer Kleidung erkennen solle, 1817 veranstalteten, unterstützt durch Fries, Luden, Oken et al. die deutschen Burschen das Wartburgfest, auf dem diese, schwer besorgt um die Identität des deutschen Volkes, ein Buch von Saul Ascher verbrannten, schließlich gehe es nicht an, dass die Juden „Volksthum und Deutschthum spotten und schmähen“. Im Frühjahr 1819 ermordete der Bursche Carl Ludwig Sand, ein Schüler von Fries, August von Kotzebue, im Sommer folgten besagte Unruhen, im selben Jahr veröffentlichte von Hundt-Radowsky den „Judenspiegel“, einen Bestseller seiner Zeit.
      Wenn man sich fragt, zu welchen Zeiten der latente Antisemitismus gewaltsam ausbricht, könnte das Jahr 1819 eine Antwort liefern: Wenn das Krisenbewusstsein auf nationales Hochgefühl trifft. Wer Ähnlichkeiten zur Jetztzeit sieht, liegt, befürchte ich, nicht ganz falsch.

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      • schum74 schreibt:

        Danke für diesen klaren und faktensatten Abriss, Thomas. Doch die Jetztzeit erscheint mir anders als Ihnen. Nicht nur, dass das Krisenbewusstsein auf kein nationales Hochgefühl trifft; es trifft bei den Meinungsführern in der Politik, den Medien, den Kirchen, den Gewerkschaften… auf nationales Parterregefühl und Selbsthass („Deutschland verrecke“). Die Postkarte „Lass uns nicht allein mit den Deutschen!“ ist für nur 1,00 € zu haben. Schon das Wort ‚Deutschland‘ außerhalb von Sportveranstaltungen wird suspekt gemacht.
        Auch ein Zuwenig an Patriotismus ist nicht gesund, fürchte ich; und für die Juden gar nicht gut: Wer im Nationalstaat die Quelle allen Übels sieht, muss den Nationalstaat Israel verteufeln.

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      • ceterum censeo schreibt:

        Ich weiß nicht, welcher Spleen vor zweihundert Jahren in die Deutschen gefahren ist. In der Jetztzeit jedoch ist die wöchentliche Liste der Gewalttaten von Barbaren, welche erst das Krisenbewußtsein der geschmähten Einheimischen und nicht zu vergessen der integrierten Zuwanderer weckt, so lang wie eine Tapetenrolle. Niemals haben sich Juden so benommen, wie die Gäste der Kanzlerin!
        Das üble Verhalten von Bösartigen und Dummen gegenüber Juden mit der heutigen Angst der Menschen um die Zukunft und um ihre Unversehrtheit zu vergleichen, ist nicht nur eine Frechheit gegenüber den täglichen Opfern von Gewalt, sondern auch eine ziemliche Bagatellisierung des Antisemitismus.
        Natürlich nicht beabsichtigt. Der Thomas wollte die Gelegenheit einfach nur nutzen, um dem deutschen Spießer mal wieder eins einzuschenken.

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      • Thomas ex Gotha schreibt:

        Ein merkwürdiger Kommentar, „cc“. Merkwürdig vor allem deswegen, weil es ja um Antisemitismus ging, Sie aber ohne Umschweife auf das zu sprechen kommen, was man als „Flüchtlingskrise“ bezeichnet. Flüchtlinge, erfährt man weiter, halten Sie für „Barbaren“, deren „Gewalttaten (…) so lang wie eine Tapetenrolle“ seien. Das ist Ihr gutes Recht, Sie dürfen ja schreiben, was Sie wollen, was ja auch anderen die Freiheit gibt, das, was Sie schreiben, für dummes Zeug zu halten.
        Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass ich über den Anlass für den folgenden Satz ein wenig länger nachdenken musste; „Das üble Verhalten von Bösartigen und Dummen gegenüber Juden mit der heutigen Angst der Menschen um die Zukunft und um ihre Unversehrtheit zu vergleichen, ist nicht nur eine Frechheit gegenüber den täglichen Opfern von Gewalt, sondern auch eine ziemliche Bagatellisierung des Antisemitismus.“ Dann wurde mir aber klar, dass es meine Formulierung von den „besorgten und überforderten Bürgern“ war, welche diese Assoziation hervorrief. In der Tat waren die Juden, die sich seit 1803 wieder in Würzburg ansiedelten, Einwanderer, denn seit 1643 war ihnen die Ansiedlung dort verboten. Aber das wissen Sie wohl nicht, ebensowenig wie die Tatsache, dass die Metaphern der Antisemiten des 19. Jahrhunderts verdächtig nach Sloterdijk, Safranski oder (eine Etage tiefer, aber auch auf der riecht es streng) Bachmann klingen: Der widerliche Ernst Moritz Arndt schrieb an den Antisemiten Marcard, es gehe um die „Eindämmung gegen die unreine Flut von Osten her“, und Heinrich von Treitschke konstatierte 1879: „Über unsere Ostgrenze aber dringt Jahr für Jahr aus der unerschöpflichen polnischen Wiege eine Schaar strebsamer hosenverkaufender Jünglinge herein, deren Kinder und Kindeskinder dereinst Deutschlands Börsen und Zeitungen beherrschen sollen; die Einwanderung wächst zusehends“ und Treitschke sah, in Ermangelung des Begriffs „Multikulti“, eine „Mischcultur“ heraufziehen, vor der es ihn gruselte.
        Trotzdem „bagatellisiert“ es nicht den Antisemitismus, wenn man, was ich nun getan habe, auf die Ähnlichkeit von Metaphern hinweist. Den zeichnet eine dynamische, unausrottbare Irrationalität aus, während es sich bei der Islamophobie, i.e. dem Gedanken pardon: dem Gefühl, jeder Moslem sei der Agent eines radikalen politischen Islamismus, nur um eine schwer zu behandelnde Verschwörungsparanoia handelt.
        Sie ist ebenso abwegig wie die Tendenz, sich aus Furcht vor einer „fremden“ reaktionären Ideologie einheimischen Reaktionären anzuschließen. Zumal sich deren Verlautbarungen sehr nach 1819 anhören: „Einen ersten Schritt haben wir am 9. November 2015 gemeinsam bei PEGIDA vollzogen: Wir erklärten den deutschen Schuldkomplex für offiziell beendet. Rational und logisch begründet. Doch diese überfällige Befreiung von den uns aufgezwungenen, kollektiven Schuldgefühlen kann nicht nur im Verstand geschehen. Es geht auch um die Befreiung der herabgewürdigten, deutschen Seele.“ (aus dem Aufruf zur Demo „Festung Europa“, 16.5., Tal der Ahnungslosen.) Wenn Deutsche ihren Schuldkomplex beenden, sich von aufgezwungenen Schuldgefühlen und überhaupt ihre deutsche Seele befreien wollen, werden sie sich schon bald nicht mehr darauf beschränken, Flüchtlingsheime anzuzünden oder Schweineköpfe vor Moscheen abzulegen. Dann wird es wirklich barbarisch.

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      • schum74 schreibt:

        Was für ein Kuddelmuddel plötzlich!

        Thomas, es ist richtig, dass die Juden, die sich nach anderthalb Jahrhunderten Abwesenheit in Würzburg wieder ansiedelten, Einwanderer waren; nur suggeriert das Wort ‚Einwanderer‘ im polemischen Kommentar-Kontext, dass die damaligen Juden den heutigen Muslimen ähnelten. Genauer: dass die muslimischen Einwanderer von heute nicht anders sind als die Juden von gestern: friedlich und um Fortkommen aus eigener Kraft bemüht.
        So ist es aber nicht, wie die Erfahrung lehrt. Was schreibt Professor Bassam Tibi (Die Welt, 08.05.2016), den man schwerlich zu den „Pegidisten“ zuschlagen wird? Zitat:

        Unter den Kriegsflüchtlingen befinden sich nicht nur Opfer der Gewalt, sondern auch viele Täter, ja sogar zahlreiche Islamisten. Hinzu kommt, dass diese vorwiegend jungen Männer im Alter von 14 bis 20 Jahren die Kultur der Gewalt, auch die gegenüber Frauen, mit sich aus Nahost nach Deutschland bringen. Die Silvesternacht in Köln ist nur ein Beweis hierfür und kein Einzelfall, wie uns Politiker vormachen wollen, um die Bedeutung der Angelegenheit herunterzuspielen.

        Unabhängig vom Krieg ist das Frauenbild in der arabisch-orientalischen Kultur patriarchalisch, ja umfassend menschenverachtend. Dieses Frauenbild darf in Europa nicht unter dem Mantel des Respekts für andere Kulturen geduldet werden.

        (…) Köln war nur der Anfang. Wenn Deutschland über eine Million Menschen aus der Welt des Islams holt und ihre Erwartungen nicht erfüllt, muss man sich auf einiges gefasst machen. Aus der Werbung glauben diese jungen Männer zu wissen, dass jeder Europäer eine Luxuswohnung, ein Auto und eine „hübsche Blondine“ hat; sie denken, dass sie dies auch bekommen und am Wohlstand beteiligt werden.

        Wenn aber diese jungen Männer stattdessen in eine Notunterbringung in Schul- und Sporthallen kommen, dann fühlen sie sich betrogen, ja diskriminiert. Also entwickeln sie Rachegefühle gegenüber dem europäischen Mann. Die enttäuschten und wütenden arabischen Männer rächten sich daher in Köln und Hamburg an den deutschen Männern, vertreten durch deren Frauen.

        Als Syrer, der einen aufgeklärten Islam vertritt und für Respekt gegenüber Frauen einsteht, sage ich: Das war ein kulturell verankerter Racheakt. Was hier zu kritisieren ist, ist nicht nur die so oft beklagte falsche Toleranz, sondern auch die Unwissenheit über andere Kulturen.

        Zitat Ende.

        http://www.welt.de/debatte/kommentare/article155134929/Junge-Maenner-die-die-Kultur-der-Gewalt-mitbringen.html

        Mit einem Wort: Deutschland lässt Barbaren herein. Ceterum sagt nichts anderes.
        Was Juden in diesem Zusammenhang zu suchen haben? Nichts.

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      • ceterum censeo schreibt:

        Thomas ex Gotha,
        danke, daß Sie einmal sachlich antworten! Aber wir reden aneinander vorbei. Ich vermute, bei Ihnen ist es wieder einmal nicht unbeabsichtigt.
        Schums Aussage ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen, außer daß man sie mit täglichen Polizeiberichten und der drastischen Veränderung des Lebens von Frauen und jungen Männern zum Negativen hin belegen kann. (Ich werde jetzt nicht hunderte Fälle von Gewalt allein in den letzten Wochen hier verlinken. Der Sommer wird leider ein böses Erwachen bringen.)
        Noch etwas zu den ganzen alten deutschen Judenhassern: Damals wußte man es wohl nicht besser, was keine Entschuldigung ist. Heute aber weiß man es besser, zu was der Antisemitismus letztlich immer führt. Deshalb finde ich auch den Wortlaut der Pegidaerklärung ganz beschxxxen. Ich kann mir vorstellen, wie die es meinen, aber die Formulierung ist voll daneben, um es vorsichtig zu formulieren.

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      • schum74 schreibt:

        Nicht nur Juden, Frauen und Schwule haben Grund, sich vor Mohämmern zu fürchten. Thomas, vielleicht nehmen Sie noch die gestern in Berlin vorgestellte Studie zur Kenntnis, wonach christliche Flüchtlinge – die echten Flüchtlinge unter den Zuwanderern – von ihren muslimischen Nicht-Brüdern gepeinigt werden:

        „Der Studie zufolge wurden 43 Prozent wiederholt beleidigt, 37 Prozent erlitten körperliche Gewalt, 32 Prozent bekamen Todesdrohungen. Nur in jedem fünften Fall wurden die Übergriffe bei der Polizei angezeigt. 45 Prozent der befragten Gewaltopfer gaben an, aus Angst vor Wiederholungstaten von einer Anzeige abgesehen zu haben. Bei 86 Prozent der Flüchtlinge handelt es sich um Konvertiten, die vom Islam zum Christentum übergetreten sind. 69 Prozent stammen aus dem Iran, 13 Prozent aus Afghanistan, fünf Prozent aus Syrien. Die Organisation AVC schätzt, dass in Deutschland bis zu 40.000 Flüchtlinge aufgrund ihrer religiösen Überzeugung drangsaliert werden.“

        http://www.idea.de/menschenrechte/detail/uebergriffe-auf-christliche-fluechtlinge-sind-keine-einzelfaelle-96723.html

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      • schum74 schreibt:

        PS. Um die muslimischen Zuwanderer machen Sie sich keine Sorge, Thomas ex Gotha. Treitschke-Kessel wird es gegen die zu Deutschland Gehörenden nicht geben. Wenn es darauf ankommt, zeigen sogar Pegida-Granden Empathie mit Mohämmer-Leiden.
        Worte des Großen Vorsitzenden Heinz Meyer auf der Pegida-Kundgebung am Ostermontag:

        „Frau Knobloch sollte sich mehr um ihre Glaubensbrüder in Israel kümmern und weniger um uns … Das größte Konzentrationslager der westlichen Hemisphäre steht wo? Nicht in Deutschland. Nein, es steht in Israel. Die scheinbar haben sehr gut gelernt!“

        http://www.sueddeutsche.de/muenchen/heinz-meyer-kz-aeusserungen-des-pegida-vorsitzenden-bleiben-folgenlos-1.2984297

        Wer hätte gedacht, dass Pegida links steht? Das ist in schlicht der Text von KPD-Freund Dieter Kunzelmann:

        „Palästina ist für die BRD und Europa das, was für die Amis Vietnam ist. Die Linken haben das noch nicht begriffen. Warum? Der Judenknax. “Wir haben 6 Millionen Juden vergast. Die Juden heißen heute Israelis. Wer den Faschismus bekämpft, ist für Israel.“ So einfach ist das, und doch stimmt es hinten und vorne nicht. Wenn wir endlich gelernt haben, die faschistische Ideologie ‚Zionismus‘ zu begreifen, werden wir nicht mehr zögern, unseren simplen Philosemitismus zu ersetzen durch eine eindeutige Solidarität mit Al Fatah, die im Nahen Osten den Kampf gegen das Dritte Reich von Gestern und Heute und seine Folgen aufgenommen hat.“

        Ceterum, der Aufruf zur Demo „Festung Europa“ ist nicht aus Unvermögen so ausgefallen, wie er ausgefallen ist. So wie es aussieht, steht Dir eine Entscheidung bevor.

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      • schum74 schreibt:

        Tjark Kunstreich, Befreiung vom „Judenknacks“, Konkret, Heft 08 2005

        http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=befreiungvomjudenknacks&jahr=2005&mon=08

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      • ceterum censeo schreibt:

        Ach schum74,
        ich befasse mich nun schon seit ca. 20 Jahren fast täglich mit dem Islam, der nun auch zu uns gehört. Alles was ich sehe, wie zum Beispiel gestern wieder das Folgende:

        http://www.barenakedislam.com/2016/05/06/worldwide-sharia-compliant-media-exploit-and-omit-certain-pictures-in-order-create-sympathy-for-islam-graphic-images/

        läßt mich befürchten, daß ich es mir nicht mehr aussuchen werde können, mit welchen Verbündeten ich mein Leben und das meiner Familie gegen dieses Übel verteidigen muß.
        Dafür haben gute Menschen zu lange bösen Menschen geholfen, viel zu stark zu werden.
        Es ist sehr sehr traurig, daß solche antisemitischen Auswüchse bei Pegida vorhanden sind. Furchtbar, daß es Leute gibt, die zu verblendet sind, den Feind zu sehen.
        Aber sag mal, welche Entscheidung steht denn eigentlich Deiner Meinung nach zur Debatte, und wie würdest Du selbst entscheiden?

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      • schum74 schreibt:

        Ja, wie entscheidet man? Geschichtsreminiszenzen:

        Gegen die Besatzer haben sich in Frankreich 1940 zwei Welten um den konservativen General de Gaulle zusammengetan: die Leute von der rechtsextremistischen, antisemitischen Action Française und der ebenfalls rechtsextremistischen, dazu offen terroristischen Cagoule („Kapuze“) einerseits und die Juden andererseits. De Gaulle hat es so ausgedrückt: „In London bin ich der Cagoule und der Synagoge begegnet“. Sinngemäß soll er damals gesagt haben: Poliert euch die Fresse, wenn ihr meint – aber erst nach dem Sieg.
        Die Kommunisten ließen sich 1940 entschuldigen: Sie waren noch für Stalins Kumpel Hitler, weshalb der KPF-Vorsitzende Maurice Thorez es für seine Pflicht gehalten hatte, aus der französischen Armee zu desertieren.

        Siehe zu dem Thema das Standardwerk von Simon Epstein: Un paradoxe français – Antiracistes dans la Collaboration, antisémites dans la Résistance (Ein französisches Paradox – Antirassisten in der Kollaboration, Antisemiten in der Résistance), Editions Albin Michel, 2008

        15. Jahrhundert: spanische Reconquista gegen die Mohämmer nach 800-jähriger Besatzungszeit. Löblich-löblich. Warum haben bei der Gelegenheit Ferdinand und Isabella auch die Juden hinausgeworfen, die ihnen nichts getan hatten? Wegen der zionistisch-imperialistischen Israel-Politik?

        *denkt noch nach*

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      • ceterum censeo schreibt:

        Tja schum74,
        dann würde ich dem Ausspruch de Gaulles folgen und zuerst die schlimmste Gefahr bekämpfen. Scheitert man, braucht man sich um andere Dinge nicht mehr zu kümmern, und einzeln haben wir sowieso keine Chance.
        Darf man es nebenbei pikant nennen, daß wir ausgerechnet de Gaulle die ganze derzeitige Katastrophe zu verdanken haben, wenn Bat Ye´or Recht hat?
        Richtig beantwortet hast Du meine Frage übrigens trotzdem nicht, dafür weiß ich jetzt wenigstens, wer Maurice Thorez war, nach dem eine Straße in Leipzig benannt war und wahrscheinlich noch ist.
        PS.: Zu Deiner Belustigung stell Dir einmal die sächsische Aussprache vor!
        Morrisdorreh in einem Wort.

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      • schum74 schreibt:

        Was! Niemand hat Dich dem ruhmreichen Genossen Morrisdorreh vorgestellt, der zusammen mit den Mitgliedern seiner Partei sich 1940 geweigert hat, gegen die Nazis zu kämpfen? Weil nämlich sein oberster Josef und der Adolf von nebenan einige Tage vor Kriegsbeginn einen Nichtangriffspakt und noch paar Geheimverträge unterschrieben hatten, was dem Adolfen die Hand freiließ, am 1. September 1939 in Polen einzumarschieren. Der Josef, nicht träge, folgte 14 Tage später und marschierte ebenfalls in Polen ein – vom Osten her.

        Das muss man sich mal vorstellen! Hätte Hitler den selbstmörderischen Einfall nicht gehabt, die Sowjetunion anzugreifen, hätten die Kommunisten ruhig zugesehen, was weltweit mit Millionen Zivilisten geschieht – und hätten dabei NS-Deutschland die Daumen gehalten.
        Und was macht die mehrheitlich linke Nationalversammlung (Front populaire)? Erteilt ohne Not dem greisen Marschall Pétain die absolute Macht.
        Da fragt man sich wirklich, woher die Linken die Gewissheit schöpfen, in Sachen Anstand die Crème de la Crème zu sein.

        Und zu Deiner Frage: Ich habe keine Antwort.

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      • ceterum censeo schreibt:

        schum74
        Sehr interessant. Da sage ich aber mal nichts dazu, meine Meinung über Kommunisten und andere Nazis kennst Du ja womöglich.
        Vielleicht fühlt sich ja der Thomas bemüßigt, etwas zur Ehrenrettung seiner Kameraden beizusteuern. 🙂

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      • schum74 schreibt:

        Noch was Du Deiner Frage, Ceterum. (Geht einem länger als ein Tag nach.)

        Kann man sagen, dass Du zur Abwehr der von der „Regenbogenwelt“ (Heinz Theisen) verleugneten Islam-Gefahr Dich auch auf NPD-Kameraden einlassen würdest? In Ermangelung einer Wahl? Auf ein nicht unrühmliches Beispiel könntest Du Dich ja berufen: de Gaulle und die Action Française 1940. Wenn dem aber so ist, dann hör auf, von „antisemitischen Auswüchse[n]“ bei Pegida oder anderswo zu reden. Dann sag klar an: Jawoll, so und so viel Prozent meiner Verbündeten sind Antisemiten, aber was für eine Wahl habe ich denn? Wenn Sie als Anti-Antisemit mitmachen wollen, werden Sie mich jubeln hören. Aber les choses étant ce qu’elles sont (ein Lieblingsausdruck von de Gaulle) ‒ da die Dinge so liegen, wie sie liegen…

        Warum ich das sage? Weil ich es wichtig finde, hier unbestochenen Geist zu zeigen. Die Action Française ist kein Gesangsverein, nur weil ich auf sie angewiesen bin.

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      • ceterum censeo schreibt:

        Schum74,
        der Antisemitismus ist nun mal ein Phänomen, dem man immer wieder in verschiedensten Abstufungen und meist unerwartet begegnet. Bei Deutschen übrigens nicht so oft, wie bei Polen oder Russen beispielsweise. (Von den Gästen der Kanzlerin reden wir lieber nicht.) Aber da erzähle ich Dir sicher nichts Neues. Was ich dagegen tun kann? Immer wieder Fakten nennen, mal ein Buch verleihen, etc. Und tatsächlich ist es mir nicht nur einmal gelungen, Leute zum Nachdenken zu bringen, auch welche, die ich als rechts im negativen Sinne bezeichnen würde. Das aber nur am Rande.
        Noch ist es nicht soweit, daß ich mich mit NPDlern einlassen muß, um gegen die Islamisierung zu kämpfen. Ich glaube, diese Dödels werden als erste konvertieren. Bei Pegida oder der AfD ist der Antisemitismus definitiv nicht verbreiteter als im Durchschnitt der Bevölkerung.
        Um zur Frage der Fragen zu kommen: Würdest Du, wenn man Dich überfällt, was ja heute nicht mehr ganz so weit hergeholt ist, die Hilfe eines kräftigen „Kameraden“ zurückweisen? Könnte immerhin Antisemit sein.

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  10. schum74 schreibt:

    Und noch was zum Holocaust – auch wenn er erst zum Schluss namentlich vorkommt:

    Einige Mit-User werden sich an Freund Essaw (Esau) erinnern, dem das Leben so gleichgültig war, dass er seinem Bruder Jaakow das Erstgeburtsrecht mit Schulterzucken überlassen hatte.
    Hine anochi holech lamut we-lama se li Bechora – Ich sterbe ohnehin, was soll mir da ein Erstgeburtsrecht (Gen 25, 32)?
    Worin zeigte sich der Lebensüberdruss? Darin, dass Essaw von der Jagd lebte, meint ein Raw aus dem 16. Jahrhundert: Wer sich hauptsächlich damit beschäftigt, Tiere zu töten und das eigene Leben zu riskieren – Heckler & Koch war noch nicht so weit ‒, der zeigt, was er vom Leben hält: nicht viel.

    Nun gab es zu jedem Jom Kippur, als der Tempel noch stand, von dem die UNESCO behauptet, dass die Juden darin nichts zu suchen hatten, eine beeindruckende Zeremonie um zwei Böcke: den einen Bock opferte der Hohepriester auf dem Altar; den anderen schickte man in die Wüste fort, nachdem man ihn symbolisch mit allen Verfehlungen Israels beladen hatte. Das war der Ssa’ir la-Asasel, der ‚Sündenbock‘.

    ‚Ssa’ir‘, das Substantiv, ist der Bock; ’ssa’ir‘, das Adjektiv, heißt ‚haarig‘. Wer wird in der Tora als ’ssa’ir‘, als stark behaart, beschrieben? Richtig: Essaw, der im Gegensatz zum glatthäutigen Jaakow geradezu wildwüchsig erschien. Daher sagt ein Midrasch: Ejn Ssa’ir éla Essaw ‒ Der (zweite) Bock, das ist Essaw.

    In Klammern: Essaw als (unschuldiger) Sündenbock? Israels Selbstkritik ist nicht von schlechten Eltern, wie? Ein Volk, das das hat, braucht keine verlogenen Kritiker wie Judith Butler.

    Noch einmal zu den beiden Böcken: Während der eine schon geschächtet und verbrannt ist, wartet der zweite, der Sündenbock oder Essaw, „chaj lifne Haschem“ – lebendig vor Haschem. Noch lebendig, aber bereits zum Tod verurteilt; zwischen Leben und Tod, kann man sagen. Eben wie sich der Jäger Essaw gefühlt hatte: Hine anochi holéch lamút ‒ Ich sterbe ohnehin. Wozu ein Leben, das zum Tod bestimmt ist?

    Was sind das für „Sünden“, die das Volk Israel dem Ssa’ir la-Asasel auflädt, bevor es ihn in die Wüste schickt? Antwortet Judaistiklehrer Jean-Claude Bauer (Mai 2016): alles, was uns zum Tod hinzieht; alles, was das Leben wertlos erscheinen lässt. Den Bock wegschicken, heißt, sich symbolisch von der Verzweiflung zu trennen. « C’est la fin du tragique. »

    In diesem Geist appellierte der Raw Jizchak Nissenbaum an die noch lebenden Juden in der Schoa-Zeit, alles zu tun, um am Leben zu bleiben. Der Appell war nicht überflüssig: Unzählige Juden hatten schon im ersten Jahr der NS-Herrschaft Selbstmord begangen. „Es ist der Augenblick gekommen, die Heiligkeit des Lebens (Keduschat ha-Chajim) herauszustellen.“ In dieser Lage am Leben zu bleiben, das ist der wahre Kidusch ha-Schem, denn nur durch das Überleben der einzelnen Juden und des jüdischen Volkes wird der Name geheiligt.
    Das geht einem durch und durch, nicht?

    N.B. Bei dieser Gelegenheit merkt man, wie die Tora-Kommentatoren sich literarischen Gestalten nähern: als echte Literaturkenner. Mit Essaw/Ssa’ir la-Asasel (‚Sündenbock‘) sind wir weit entfernt von Essaw/Rom bzw. Essaw/Christ.
    Dass anscheinend vertraute Figuren immer neue Deutungen ertragen können, das zeigt deren reiche Anlagen. Und was auch die Schriftsteller wissen: Jede ihrer Gestalten, auch abstoßende wie Dickens Bob Fagin, stellt einen Aspekt der Leser dar – und ihrer eigenen Persönlichkeit.

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    • Gutartiges Geschwulst schreibt:

      @schum74: „Jede ihrer Gestalten, auch abstoßende wie Dickens Bob Fagin, stellt einen Aspekt der Leser dar …“

      Zweifellos! Deshalb stand mir selbst der „abstoßende“ Fagin immer noch näher, als der starke Bill Sykes, der zwar unbesiegt blieb, aber letztlich auch ungeprüft.

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    • caruso schreibt:

      Liebe schum74, bin leider erst jetzt dazu gekommen, hier hineinzugucken. Raw Nissenbaum … einfach unglaublich. Wie kann man in einer solchen Situation so denken?
      Aber, er hatte recht. Was Du von ihm zitierst, hat mich zutiefst beruehrt. Schmerzlich. Ich kann es noch gar nicht sagen, was es in mir bewirkt hat. Das braucht Zeit. –
      Das andere, das ich auf eine andere Weise großartig fand, ist die Geschichte mit Adam I
      und Adam II. Seitdem ich Deine (und Aris) Kommentare lese, tut es mir noch viel viiiiiiiiel
      mehr leid, daß ich frueher, als ich noch jung war, nicht so viel Verstand hatte, mich mit
      den juedischen Schriften zu beschäftigen, zu lernen. Schon seit langem weiß ich, was fuer ein Schatzkammer sie sind, nur war es schon damals zu spät, damit zu beginnen. Darum bin ich froh, sehr froh, wenn ich hier von Dir (oder von Ari) etwas erfahre. Danke!!!
      lg
      caruso

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      • schum74 schreibt:

        Dieser Appell des Raw Nissenbaum, den Namen gerade durch das eigene Überleben zu heiligen, hätte für die Überlebenden Folgen haben müssen, die er nicht gehabt hat.

        Aber lass uns einen Schritt zurückgehen: Der Begriff Kidusch ha-Schem (Heiligung des [göttlichen] Namens) ist normalerweise mit Tod und Opferung verbunden. So heißt es z.B., dass ein Jude lieber sterben soll, als dass er dem Zwang gehorcht, einem Götzen zu dienen. Er soll eben Kidusch ha-Schem wählen. In diesem Sinn werden auch die bei Pogromen und während der Schoa Ermordeten ‚Kedoschim‘ (Heilige) genannt. Sie haben den Tod zwar nicht gewählt, aber sie sind gestorben, weil sie dem Volk angehören, das Schma Israel ruft, und damit den heiligen Namen und die Tora hochhält.

        Wie beginnt das Gebet ‚Jiskor‘ für die Ermordeten in der Schoa?

        יזכור אלוקים את כל הנשמות של כל קהילות עמך בית ישראל מגולת אירופה שהועלו על מוקד קידוש שמך הגדול בשנים ת“ש-תש“ה.

        Jiskor Elokim et kol ha-Neschamot schel kol Kehilot Amchá Bet Jisrael mi-Golat Eropa sche-ho’alú al Mokéd Kidusch Schimchá ha-gadól ba-Schanim 1940-1945.

        [Erinnere sich Haschem an all die Seelen aus allen jüdischen Gemeinden in der Diaspora, die in den Jahren 1940-1945 auf Kidusch ha-Schem gegangen sind.]

        Und am Ende des Gebetes wird „deiner Söhne und Töchter“ gedacht, die „ha-Kedoschim we-ha-Tehorim“ (die Heiligen und die Reinen) genannt werden.

        Was hat aber R. Jizchak Nissenbaum gesagt? Nicht nur die Ermordeten sind kedoschim. Das versteht sich von selbst. Kadosch ist ein Jeder, der alles daran setzt, in der Zeit der Massenvernichtung sich und sein Volk am Leben zu erhalten – weil das Überleben ein Kidusch ha-Schem ist, eine unter diesen Umständen notwendige Heiligung des Namens.

        Das, meine ich, hätte man nach dem Krieg den Überlebenden sagen müssen, die nicht eben stolz darauf waren, am Leben geblieben zu sein, während die Ihrigen, ihre Freunde und Bekannten, alle tot waren. Man hätte ihnen sagen müssen, dass es nichts gibt, dessen sie sich schämen müssen; dass sie die große mizwe von Kidusch ha-Schem erfüllt haben; dass sie nichts weniger als Kedoschim sind. Das hat man versäumt. Diese Konsequenz aus R. Nissenbaums Appell hat man nicht gezogen.
        Es ist zwar spät, aber für Viele zum Glück nicht zu spät, das Versäumte nachzuholen. Man muss es den Überlebenden sagen.

        Heute ist wieder ein trauriger Tag: Man gedenkt der gefallenen Zahal-Soldaten und der von Terroristen ermordeten Zivilisten in Israel und auswärts.
        Heute Abend aber ab 19 Uhr bei uns: Jom ha-Azma’ut, Feier des Unabhängigkeitstages.

        Chag sameach, Caruso, Dir und ganz Israel!

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  11. Heimchen am Herd schreibt:

    „Heute ist wieder ein trauriger Tag: Man gedenkt der gefallenen Zahal-Soldaten und der von Terroristen ermordeten Zivilisten in Israel und auswärts.
    Heute Abend aber ab 19 Uhr bei uns: Jom ha-Azma’ut, Feier des Unabhängigkeitstages.“

    Miriam Peretz, Mother of Fallen Soldiers: „I Choose Life“

    Es berührt mich sehr!

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    • schum74 schreibt:

      Ja, bewegend, Heimchen. Was sagst Du zu der Antwort auf die Frage: „Was wirst du zu G’tt sagen, wenn du ihm begegnest?“ „Ani lo adaber ito – Mit Ihm werde ich nicht reden.“ Indirekt ja; auf Umweg über das Leben, über die Tojre, über das Land – und natürlich über die Toten.

      Danke!

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      • Heimchen am Herd schreibt:

        Ihr Glaube hat sie nicht zerbrechen lassen, in den schweren Stunden
        ihres großen Verlustes ihrer Söhne und ihres Mannes! Obwohl ihre Stimme
        manchmal die Tränen runterschluckt, ist sie trotzdem voller Zuversicht.

        Sie hadert nicht mit Gott und sieht den Tod ihrer Lieben nicht als sinnlos oder
        ungerecht an. Ihre Söhne und ihr Mann sind für Israel gestorben und in
        deren Kindern leben sie weiter. „Haus des Todes und Haus des Lebens“

        Wunderschön ist das, liebe Schum!

        שיבי קלר – בחסדך

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  12. schum74 schreibt:

    Zum 68. Unabhängigkeitstag des Staates Israel das Gebet für Israel vorgetragen vom Chief Rabbi of IDF Shai Abramson:

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    • schum74 schreibt:

      Wo sind die Youtube-Untertitel geblieben?
      Hier (vom Literatur- Nobelpreisträger Shai Agnon):

      אבינו שבשמים, צור ישראל וגואלו, ברך את מדינת ישראל, ראשית צמיחת גאולתנו.
      הגן עליה באברת חסדך ופרוש עליה סוכת שלומך.
      ושלח אורך ואמתך לראשיה, שריה ויועציה, ותקנם בעצה טובה מלפניך.
      חזק את ידי מגיני ארץ קדשנו, והנחילם אלוקינו ישועה ועטרת ניצחון תעטרם, ונתת שלום בארץ ושמחת עולם ליושביה.

      Awinu sche-ba-Schamajim, Zur Jisrael we-Go’aló, baréch et Medinat Jisrael, Reschit Zemichat Ge’ulaténu.
      Hagén aléha be-Ewrat Chassdécha u-fross aléha Ssukat Schlomécha.
      U-schlach Orchá wa-Amitchá le-Raschéha, Ssaréha we-Jo’azéha, we-takném be-Ezá towa mi-lefanécha.
      Chasék et Jedéj Meginé Erez Kodschénu, we-hanchilém Elokejnu Jeschu’á we-Atéret Nizachón te’atrém, we-natáta Schalom ba-Arez we-Ssimchat Olam le-Joschwéha.

      [Our Father in Heaven, Rock and Redeemer of Israel, bless the State of Israel, the first manifestation of the approach of our redemption. Shield it with Your lovingkindness, envelop it in Your peace, and bestow Your light and truth upon its leaders, ministers, and advisors, and grace them with Your good counsel. Strengthen the hands of those who defend our holy land, grant them deliverance, and adorn them in a mantle of victory. Ordain peace in the land and grant its inhabitants eternal happiness.]

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  13. Heimchen am Herd schreibt:

    Israel gedenkt seiner Gefallenen

    Eineinhalb Millionen Menschen, fast ein Fünftel der Bevölkerung, werden am Mittwoch auf 52 Militärfriedhöfen zu Gedenkfeiern zusammenströmen, wenn Israel der 23.447 Soldaten und zivilen Opfer gedenkt, die es in seinem Kampf für Unabhängigkeit und Selbstverteidigung bisher verloren hat. So etwas gibt es nirgendwo sonst auf der Welt.

    Ein Schleier schmerzlichen Verlusts wird sich nicht nur über die Friedhöfe, sondern über das gesamte Land senken und ein Gefühl der Melancholie, Nachdenklichkeit und Andacht wird den öffentlichen Raum erfüllen.

    Weiterlesen hier: http://www.audiatur-online.ch/2016/05/10/22604/

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  14. Heimchen am Herd schreibt:

    From the depths i called you hashem

    Wunderschön…

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    • schum74 schreibt:

      Schade, dass die Video-Hersteller in Sentimentalität abgleiten. Seit wann verträgt sich Judentum mit Sentimentalität? Wenn man Davids Worte hat oder überhaupt Tora-Worte, was braucht man Pseudo-Illustration? Aus den Tiefen rufe ich… Wie willst du die Tiefen illustrieren, ohne flach zu werden? Hätte der Blick auf den Kotel von weitem nicht genügt? Und da der Psalm den Entführten Ehud Goldwasser, Eldad Regew und dem inzwischen freien Gilad Schalit gewidmet ist, deren Fotos dazu?
      Man richtet nicht die Kamera ins Gesicht eines Ergriffenen: erstens gehört sich das nicht; zweitens verdrängt es den Text, dem man doch dienen will, nicht?
      Aber die Stimmen sind sehr schön – und die Absicht sicher gut.

      Merci, Heimchen.

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      • Heimchen am Herd schreibt:

        „Seit wann verträgt sich Judentum mit Sentimentalität? “

        Wenn ich das schon früher gewusst hätte, liebe Schum, dann hätte ich nicht
        so einen großen Fehler gemacht und meiner jüdisch orthodoxen Freundin
        mit meiner Sentimentalität genervt.
        Überhaupt hatte ich all die Jahre immer große Angst, etwas falsch zu machen.
        Das ist wie mit einem kostbaren Kristallglas, man sieht sich so sehr vor, es nicht
        zu zerbrechen und es passiert gerade deshalb. Nun habe ich sie „zerbrochen“
        und könnte mich selbst dafür ohrfeigen!

        „Wenn man Davids Worte hat oder überhaupt Tora-Worte, was braucht man Pseudo-Illustration? Aus den Tiefen rufe ich… Wie willst du die Tiefen illustrieren, ohne flach zu werden? Hätte der Blick auf den Kotel von weitem nicht genügt?“

        Ja, Du hast recht, das hätte genügt! Genauso hätte sie auch argumentiert.

        „Man richtet nicht die Kamera ins Gesicht eines Ergriffenen: erstens gehört sich das nicht; zweitens verdrängt es den Text, dem man doch dienen will, nicht?“

        Ja, es ist sehr pietätlos.

        „Aber die Stimmen sind sehr schön – und die Absicht sicher gut.“

        Mich bewegt das Lied sehr und es weckt bei mir sehr viele Emotionen. Wenn
        ich Menschen weinen sehe, kommen mir auch immer die Tränen, ich
        kann nichts dafür…

        Musik ist Balsam für die Seele, liebe Schum.

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      • schum74 schreibt:

        „Überhaupt hatte ich all die Jahre immer große Angst, etwas falsch zu machen.“

        Mit dem Judentum oder mit der Freundin? Also ums Judentum, mach Dir keine Sorge: Es ist nicht aus Glas, sondern härter als Diamant. Die Freundin? Nun, musst Du wissen.🙂

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  15. Heimchen am Herd schreibt:

    „Also ums Judentum, mach Dir keine Sorge: Es ist nicht aus Glas, sondern härter als Diamant. Die Freundin? Nun, musst Du wissen.“

    Ich lass mich einfach mal überraschen, was passiert. 😉

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    • Heimchen am Herd schreibt:

      „Die Freundin? Nun, musst Du wissen.“

      Wir beide sind so unterschiedlich, vielleicht fühlen wird uns deshalb so angezogen?
      Sie ist eine orthodoxe Jüdin, ich eine Christin, die vor über dreißig Jahren aus
      der Kirche ausgetreten ist. Ich brauche keine Kirche, Gott reicht mir vollkommen!

      I AM. 365 Names of God wmv

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  16. schum74 schreibt:

    Zum Vergleich mit der Art, wie Israel seine Gefallenen ehrt:

    Was erfährt man auf Boulevard Voltaire (13.05.2016)? Hat sich der Bürgermeister von Verdun tatsächlich einfallen lassen, zum 100. Gedenktag der Verdun-Schlacht (1916), einen Rapper namens „Black M“ einzuladen.

    Etwas Spaß für die Jugend muss auch in Gräber-Nähe sein, nicht? Und wer könnte die Franzosen besser vertreten als ein Typ, der sie in seinen Texten als ‚Kuffar‘ bezeichnet, den Juden ‚Youpin‘ (‚Jud’/’Saujud‘) nennt (Bürgermeister Samuel Hazard auf Europe 1: „nicht zwangsläufig abfällig“) und im Übrigen Frankreich f… will („veut baiser la France“)?
    Sehr nett auch der Ausdruck „cette conne de France“ (Frankreich, dieses Arschloch) in einem der Texte.

    Die allgemeine Empörung hat Samuel Hazard schließlich kapitulieren lassen: Der Künstler wird keine Gelegenheit bekommen, auf Charles Péguy und etwa 163.000 Gefallene (143.000 auf deutscher Seite) zu spucken.

    Was für ein schönes Europa: Deutschland verrecke! Frankreich verrecke!
    Quizfrage: Wer hat die bessere Überlebenschance: Wer seine toten Soldaten liebt oder wer sie offen verhöhnt?

    http://www.bvoltaire.fr/carolineartus/black-m-nira-pas-cracher-sur-leurs-tombes,256501

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    • Heimchen am Herd schreibt:

      „Was für ein schönes Europa: Deutschland verrecke! Frankreich verrecke!“

      Wer Deutschland verrecke schreit, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen!
      Solche Menschen sind es nicht wert, dass man sein Leben für sie einsetzt!

      Das ungeliebte Stiefkind der Bundesrepublik 60 Jahre Bundeswehr: Dass Soldaten nicht Mörder zu nennen sind, bedurfte gerichtlicher Klärung. Gelöbnisse waren nur in der Einöde störungsfrei. Die Reifeprüfung kam nach dem Kalten Krieg.

      Man schaue sich einmal an, was aus der Bundeswehr geworden ist. Sie ist
      genauso heruntergekommen wie unser Land. Aus der ehemals starken
      Bundeswehr, ist in nur wenigen Jahren eine Gurkentruppe geworden, die
      alles kann, außer kämpfen! Und wenn ich an Uschi denke, wird mir ganz
      übel ! Es gehört ein Mann an die Spitze der Bundeswehr. Punkt!

      „Quizfrage: Wer hat die bessere Überlebenschance: Wer seine toten Soldaten liebt oder wer sie offen verhöhnt?“

      Ich habe immer mehr den Eindruck, die Deutschen wollen überhaupt nicht
      überleben! Sie wollen mit aller Macht untergehen! Sie unternehmen alles,
      damit die Deutschen für immer verschwinden!

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    • Clas Lehmann schreibt:

      Hazard heißt der Mann? Und ist zufällig Bürgermeister?

      Die Liebe zum toten Soldaten…. in Deutschland nach dem Weltkrieg nicht unproblematisch… ich kenne noch den Volkstrauertag, auf dem Land, am Kriegerdenkmal. Dekorierte Veteranen. Der gehabte Kamerad wurde gesungen und der eine oder andere rechte Arm strebte in den Poa nemoralis -Winkel. Und ich hatte immer Mühe, Liebe schien mir das nicht zu sein, jedenfallls nicht nur. Und der Gedanke, sie hätten ihr Leben für ihr Volk, also auch für mich gelassen, schien mir nicht wirklich nachvollziehbar: Was hatten deutsche Soldaten denn dort zu suchen gehabt? Und konnte man es den anderen verdenken?

      Dann sah ich in Frankreich Gedenkstätten und fand die durchweg schwülstiger, kitschig fast, aber auch den Gedanken, die dort Geehrten hätten ihr Land verteidigt und man sei ihnen dankbar nachvollziehbar. Da kam mir dann in den Sinn, wie sich wohl ein den Krieg gewonnen habendes Deutschland aufführen würde, und Eirch Kästners lakonische Feststellung: „Zum Glück gewannen wir ihn nicht.“

      Will heißen: Damit Liebe und Verehrung zu den Soldaten möglich ist, braucht es ein sinnvolles Anliegen, für das sie Soldaten sind. Im Falle Israels ist das so.

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      • Heimchen am Herd schreibt:

        Wir lieben ja noch nicht einmal die lebenden Soldaten, im Gegenteil, sie
        werden verhöhnt und gehasst! Und zwar von diesen Deutschland verrecke
        Schreiern. Dabei verteidigen die verhassten Soldaten auch den Hintern
        dieser dekadenten Gesellschaft! Wie muss sich ein Soldat bloß fühlen,
        bei so viel Ablehnung in der Gesellschaft? Das ist nicht normal in meinen
        Augen, sondern hochgradig krank!

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    • schum74 schreibt:

      Th. ex Gotha würde bei Verdun zu Recht darauf aufmerksam, dass die Ersten, die ihre Soldaten verhöhnt und verramscht haben, die Regierungen sind, die für obskure Interessen Millionen junge Leute in den Krieg geschickt haben. Doch womit haben die Gefallenen es verdient, von einem Black M, der es sich in dieser „conne de France“ mit ihren Kuffar und youpins gut gehen lässt, noch einmal getreten zu werden?

      Im zweiten Weltkrieg lagen die Dinge anders. Niemand hat Grund, die Wehrmachtsoldaten zu ehren, die fremde Länder überfallen haben, um sie anschließend selbst oder mit ihren Spezialisten judenrein zu machen. Mag sein, dass die jungen Leute nicht alle gläubig waren, doch sie standen im Dienste des Bösen ‒ es gibt kein anderes Wort ‒ und mussten mit allen Mitteln gestoppt werden. Dafür wiederum gebührt Ehre den Anderen.
      Aber wem sage ich das?

      Ein sinnvolles Anliegen hat Israel in der Tat, Clas. Wie hat es eine Schoa-Überlebende ausgedrückt?
      „Wir brauchen das Militär wie Luft zum Atmen. Und nicht, weil wir Militaristen wären. Wenn wir hier einen Krieg verlieren, dann leben wir nicht mehr.“
      Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff zitiert sie in seinem überraschend empathischen Artikel „Israel ‒ Auf Posten gegen das Mittelalter“ im Tagesspiegel vom 7. Mai dieses Jahres.

      „Hazard heißt der Mann? Und ist zufällig Bürgermeister?“🙂
      Ja, wie der Zufall so spielt. Angesichts des Skandals will er’s übrigens nicht gewesen sein. Die Anweisung sei von oben, von ganz oben gekommen. Glaube ich ihm. Das werden dieselben gewesen sein, die finden, dass Juden auf dem Tempelberg nichts zu suchen haben. Klagemauer? Was für eine Klagemauer? Sie meinen den Steinhaufen, an dem der Prophet sein geflügeltes Pferd festgebunden hat?

      http://www.tagesspiegel.de/politik/israel-auf-posten-gegen-das-mittelalter/13563978.html

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      • schum74 schreibt:

        PS. Wissen Sie, wie ‚Sturmabteilung‘ auf Französisch heißt? ‚Section d’Assaut‘. Und wie heißt die Musikantengruppe, zu der Rapper Black M gehört? „Sexion d’Assaut“ (identische Aussprache). Lustig, nicht? Dazu die diskrete Anspielung auf den mehr oder weniger freiwilligen Sex dieser connes von Französinnen… *Schenkelklopf*
        Ja, so einen musste man zur Veranstaltung zur Ehre der Gefallenen und inzwischen verstorbenen Verletzten der Verdun-Schlacht einladen.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Was man alles lernen muss und zur Kenntnis nehmen…! Die Dreiifingerregel gilt jedenfalls für M. M. auch, und er beherrscht, nach Fotos, die Google mir raussuchte, den psychotischen Blick mit stillem Ruck in’s Psychopathische. Doch, ja, musste man. Alternativlos, absolument, und dass man ihn jetzt doch nicht eingeladen hat oder wieder aus: Das belegt doch wieder den Rassismus und den Kolonialismus….

        Wobei: Bayreuth habe ich den Schlingensief gegönnt… Mais, c’était autre chose….

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      • schum74 schreibt:

        Haben Sie das Happening zum 100. Jahrestag der Verdun-Schlacht mitbekommen? 3.400 junge Franzosen und Deutsche haben im Tamtam-Rhythmus zwischen den Soldatengräbern getanzt.

        Warum hat man uns zum runden 70. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung um ein ähnliches Event gebracht? Haben die Polen noch nicht an die Modernität angeschlossen?

        Bei dieser Gelegenheit stellt Raphaël Debailiac (Boulevard Voltaire, 31.05.2016) eine interessante Frage:
        Anderthalb Millionen Franzosen sind gestorben, um Europäer und Bürger eines sozial fortschrittlicheren Rechtsstaates daran zu hindern, Paris einzunehmen. Angenommen, die Deutschen hätten gesiegt: Wären die Veränderungen im Alltag halb so gravierend gewesen wie diejenigen, die die Franzosen durch die muslimische Masseneinwanderung mit ihren Diktaten und verschleierten Frauen jetzt erleben?

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Ich habe eine Hörprobe im Radio gehört… Es wurde mit Axtstielen auf Fässer getrommelt. Gedenken ist ja eigentlich eine eher stille Tätigkeit. Also war das keines.

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @schum74
        Zitat: „Angenommen, die Deutschen hätten gesiegt: Wären die Veränderungen im Alltag halb so gravierend gewesen wie diejenigen, die die Franzosen durch die muslimische Masseneinwanderung mit ihren Diktaten und verschleierten Frauen jetzt erleben?“

        Ähnliche Gedanken kommen mir, wenn ich an die deutschen Ostgebiete denke, die nach dem Krieg an Polen und Russland fielen. Welch ein Glück, dass unsere kriminellen Machthaber diese Gebiete nicht auch noch „umgestalten“ können!

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      • schum74 schreibt:

        In Erinnerung an den großen Dichter Charles Péguy, der am 5. September 1914 bei Villeroy gefallen ist:

        « Il faut toujours dire ce que l’on voit : surtout il faut toujours, ce qui est plus difficile, voir ce que l’on voit. »

        [Man muss immer sagen, was man sieht; vor allem muss man, was noch schwerer ist, sehen, was man sieht.] (Charles Péguy, Notre jeunesse (Unsere Jugend), 1910)

        Péguy war ein unglaublicher Mensch: Katholik, Sozialist, Patriot und Dreyfusard. Er ist es, der Jules Isaac, den späteren Initiator des jüdisch-christlichen Dialogs, von Dreyfus‘ Unschuld überzeugt hat.
        Péguys Ideal: « probité intellectuelle et justice sociale » ‒ geistige Redlichkeit und soziale Gerechtigkeit.

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  17. Thomas ex Gotha schreibt:

    Erstaunlich, wie die Diskussion nach einigen irritierenden Abwegen („mit den Nazis gegen die Faschisten? Warum nicht!“) wieder beim Ausgangsthema angelangt ist. Denn die deutschen Kolonialsoldaten, welche die Hereros von den wenigen Wasserstellen vertrieben und damit bewusst deren elenden Tod in Kauf nahmen, handelten ebenso vorsätzlich wie verwerflich und bestätigten damit Tucholskys Satz (einen der schönsten und erhabensten der deutschen Literatur, der ganze Regalmeter kriegsverherrlichender Schmöker einschließlich solcher Jungmännerschmonzetten wie „In Stahlgewittern“ erledigt) eindrucksvoll.
    Dass andererseits ohne Soldaten Soldaten nicht beizukommen ist, dass ohne, zum Beispiel, die Heldentaten und Opfer der Roten Armee Europa vielleicht immer noch unter dem deutschen Faschismus litte, ist eine der traurigen Tatsachen der Geschichte.

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    • schum74 schreibt:

      Es gibt verschiedene Mittel, das Dritte Reich zu verharmlosen. Eins davon ist es, Jeden, der mir nicht passt, ohne schwerwiegende Beweise Nazi zu schimpfen. So machen das die Antifa-Schläger: Stellen sich vor einen Pegida-Zug und schreien „Nazis raus!“ (Schade, dass die Pegidisten nicht ihrerseits „Nazis raus!“ schreien. Das gäbe mehr Zerstreuung für die Menge.)

      Wenn die Juden nichts Schlimmeres erlebt haben als eine Frauke Petry, was nerven sie uns heute noch mit ihrer Geschichte?

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      • Thomas ex Gotha schreibt:

        Wenn ich Sie höflich an Ihren Beitrag vom 12.Mai erinnern darf:
        „Kann man sagen, dass Du zur Abwehr der von der „Regenbogenwelt“ (Heinz Theisen) verleugneten Islam-Gefahr Dich auch auf NPD-Kameraden einlassen würdest? In Ermangelung einer Wahl?“
        Auf diesen erhielten Sie die folgende Antwort:
        „Noch ist es nicht soweit, daß ich mich mit NPDlern einlassen muß, um gegen die Islamisierung zu kämpfen. (Was aber, wenn er meint, es sei soweit? TexG) Ich glaube, diese Dödels (lt. Duden bedeutet „Dödel“ a) Trottel und b) Penis – wusste gar nicht, dass die konvertieren können, TexG) werden als erste konvertieren. Bei Pegida oder der AfD ist der Antisemitismus definitiv (definitiv – er hat nachgezählt, TexG) nicht verbreiteter als im Durchschnitt der Bevölkerung. Um zur Frage der Fragen zu kommen: Würdest Du, wenn man Dich überfällt, was ja heute nicht mehr ganz so weit hergeholt ist, die Hilfe eines kräftigen „Kameraden“ zurückweisen? Könnte immerhin Antisemit sein (erinnert an die berühmten BRD-Gewissensprüfungen für Kriegsdienstverweigerer: Stellen Sie sich vor, eine Horde Islamisten springt aus dem Busch, Sie haben einen Nazi dabei. Was machen Sie? TexG).“
        Es ging also gar nicht um Pegida, AfD und ähnliche deutsche Folkore, es ging um Hardcore-Nazi-Dödel.
        Aber wenn wir schon bei ersteren sind:
        Heute findet in Dresden die „Festung Europa“-Demo statt, die Ausgangspunkt der obigen Diskussion war. Im „Mobilisierungsvideo“ raunt eine Frau Festerling von „globalen Machteliten“ (wen sie wohl damit meint?) und hofft auf „selbstbewusste, komplexbefreite Deutsche“, zitiert also den rechten Krempel von der „selbstbewussten Nation“ und schwadroniert in falschem Deutsch (denn sie können allenfalls deutsch denken, nicht Deutsch sprechen) von einer „Befreiung der uns zu Unrecht aufgezwungenen Verantwortung für Vergangenes“ und von der „Gesundung der verletzten, herabgewürdigten deutschen Seele“. Mir kommen die Tränen. Aber weil in Deutschland die Larmoyanz immer mit der brutalen Drohung einhergeht, endet das Mobilmachungsvideo mit dem Appell, dass Europa „mit vereinten Kräften bis aufs Blut verteidigt“ werden müsse.
        Also, wenn Sie mich fragen: Antifaschismus ist das nicht gerade.

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    • ceterum censeo schreibt:

      Thomas ex Gotha,
      je nun, die Rote Armee hat gewonnen, gut! Unter Nationalsozialisten möchte ich nämlich nicht leben, genausowenig wie unter Islamofaschisten.
      Und „die Heldentaten und Opfer der Roten Armee“ kann man heute noch auf alten Fotos bestaunen: Reihen von kleinen Mädchen mit zerrissenen Unterhosen und Genitalien, Frauen an Scheunentore genagelt. Oder Katyn… eine wahre Heldentat, würdig der mutigsten Mongolenhorden. Geschenkt, Geschichte!
      Heute wünschte ich mir in der Tat das russische Militär an unserer Seite im Kampf gegen die Orks. Ihm ist es wenigstens gelungen, den Kopfabschneidern in Syrien mal kurzzeitig das Fürchten beizubringen.

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