Offener Brief an den Rat der Stadt Düren

An die Mitglieder des Rates der Stadt Düren
& whom it may concern

Betr.: Ehemalige Gedenktafel an die ehemalige Synagoge an der Ecke Schützenstraße / Kölnstraße

Sehr geehrte Ratsdamen und Ratsherren der Stadt Düren,

– ich bitte um Verzeihung, wenn ich Mitglieder der LGTB nicht korrekt angesprochen habe –

da ich nicht in Düren wohne, die Stadt auch nicht täglich aufsuche, darf ich objektiv anmerken, dass es mit der Sanierung der Fußgängerzone in der Kölnstraße nicht gerade flott vorangeht. Insbesondere bei oder nach dem Regen müssen viele Pfützen umgangen werden, was den älteren Mitbürgern sehend Schwierigkeiten bereitet.

Doch das berührt mich nicht primär, obwohl ich öfters einige Geschäfte dort aufsuche.

Was nicht nur mir auffällt, sondern auch meinen Judenfreunden und jüdischen Freunden, die um Düren herum wohnen, ist das Fehlen der Gedenktafel an die abgebrannte Synagoge. Sicher hat man die Gedenktafel sicher verwahrt, damit sie nicht mit dem Dixi Klo kollidiert, welches für die Arbeitenden am Straßenbau wichtiger ist.

Meine Judenfreunde und jüdischen Freunde haben mich gebeten, dem Hohen Rat der Stadt Düren folgendes Angebot zu unterbreiten.

Wir sind bereit, die Gedenktafel an Dürens ehemalige Synagoge zu übernehmen und sie auf einen würdigen Platz in einem gepflegten und zugänglichen Garten in einem Ort des Kreises Düren aufzustellen. Wir versprechen, die Gedenktafel nicht zu beschädigen und sie derart anzubringen, dass kein Hund dort sein Geschäft verrichten wird, was bisher – bevor die Gedenktafel Ecke Schützenstraße / Kölnstraße verschwunden ist – nicht der Fall gewesen ist. Auch wollen wir den Interessierten objektive und nicht-israelkritische Informationen aus erster Hand über das ausgestorbene jüdische Leben in Düren überbringen und zusätzlich über den Neuen Antisemitismus und Israelhass informieren, die sich in der Stadt Düren sowohl unter den Alt-, wie unter den Neubürgern ausbreiten.

Sie werden einwenden, dass die Gedenktafel am Ort der ehemaligen Synagoge stehen müsste. Einigen von Ihnen ist sicherlich bekannt, dass die Gedenktafel aus welchen politischen, juristischen oder judenfeindlichen Gründen auch immer, nicht dort angebracht worden ist, wo die Synagoge einst gestanden ist. Somit erübrigt sich dieser Einwand.

Ich erhoffe von Ihnen einen positiven Bescheid zu erhalten und verpflichte mich bereits jetzt, die Gedenktafel der Stadt Düren zurückzugeben, wenn sie am richtigen Platz der Untat angebracht werden soll, was sicherlich noch einige Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird.

Mit den besten Grüßen

 

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