Totengräber

Die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland kondolierte dem französischen Staatspräsidenten in einem persönlichen Schreiben. „Dass Frankreich erneut von menschenverachtendem Hass heimgesucht wurde,“ so Frau Merkel in ihrem Wisch, der einem Standardbrief von der Stange glich, “erfüllt uns alle in Deutschland mit tiefer Trauer.“ Uns alle – damit waren also wieder WIR gemeint. Natürlich durfte dieses ätzende, allzu abgewetzte Wörtchen im Folgenden nicht mehr unausgesprochen bleiben: „Wir nehmen besonders Anteil an der Ermordung eines Mannes des Friedens und der Barmherzigkeit.“ Dann, als ginge es um irgendeine Randgruppe oder Minderheit: “Wir (sic!) verurteilen den Angriff auf gläubige Christen in Frankreich auf das Schärfste.“ Klingt fast, als gäbe es da eine peinliche Kluft zwischen uns (wir) und denen (gläubige Christen). Den meisten Europäern ist der Glaube an den lieben Gott ohnehin längst abhanden gekommen. Das WIR ist nur ein bequemer Schutzpanzer, hinter dem sich der Einzelne aus Angst oder Verlegenheit versteckt. So auch die Mutti der Nation. Der Rest ihres braven, irgendwie müde wirkenden Gestammels rückte nichts mehr zurecht, presste vielmehr die üblichen Floskeln in drei unverbindliche, abschließende Sätze: “In diesen Tagen gemeinsamer Herausforderungen ist Deutschland seinen französischen Freunden auf das Engste verbunden. Uns eint die Trauer und die Anteilnahme für die Opfer. Uns eint aber auch die feste Überzeugung, dass wir den Terrorismus gemeinsam besiegen werden.“ Zusammengefasst: Wir sind Mensch.

Ich will niemandem vorschreiben, wie er oder sie eine Kondolenz zu notieren hat. Es gibt Dinge, die haben in einer Beileidsbekundung nichts zu suchen. Aber jenseits der üblichen Phrasen, die keiner mehr hören kann, hätte man von der mächtigsten Frau der Welt, zu der sie das Forbes-Magazin gleich sechsmal kürte, immerhin erwarten können, dass sie sich zum Vorgang als solchen äußert: konkret und ohne die üblichen Verallgemeinerungen. Wie ordnet sie eine Tat wie diese überhaupt ein? Lesen sie genau: davon ist bei Mama Merkel keine Rede. Hinter einem Schleier aus wohltönenden Unverbindlichkeiten verschwindet das nordfranzösische Saint-Étienne-du-Rouvray gleich einem Spuk: so austauschbar wie kaum zu greifen. Das die begleitende Blasphemie ohne Beispiel, ohne Vorbild ist (im Europa der Neuzeit), will der Pastorentochter aus der Uckermark nicht in den Sinn kommen. In ihrer ´Traueranzeige´ bleiben folglich auch die Täter anonym. Ihr ´menschenverachtender Hass´ wird erwähnt, nicht aber sie selbst. Dies geschieht weniger aus Abscheu, mehr aus Kalkül: damit spricht man automatisch den Rest der Menschheit frei, auch wenn eine beachtliche Minderheit dieser Menschheit die Tat für einen Segen, die getöteten Menschen für Kafire und die Töter selbst für Lieblinge des Einen, Einzigen hält. So empfinden sie das tatsächlich, das darf nicht verschwiegen werden, das muss endlich einmal klipp und klar heraus, die ´Gelegenheit´ war insofern mehr als günstig, aber WIR – unser Name sei Mensch – wollen doch bitte nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen. Fein raus.

Von den Opfern wird immerhin das tödlich getroffene, nein: rechtgläubig massakrierte gewürdigt, wiewohl erneut in diffuser Verallgemeinerung (ein Mann des Friedens und der Barmherzigkeit), die auf Lebenszeit Traumatisierten aber trächtigen schon keinerlei weitere Beschäftigung mehr. Bekanntlich floriert in Deutschland die Täterfürsorge, den Opfern spucken schon die gesetzlichen Krankenkassen in die trübe Suppe.

Oft reichen wenige Worte, um der Wahrheit auf die Schliche zu kommen. Oft fehlen sie auch – um Tatsachen zu verschleiern. Konkret: Muttis Geschwiemel kommt ohne ´Kirche´, ´katholisch´ oder einfach nur ´Gottesdienst´ aus. Vom IS und dem Islam darf, sind wir so richtig traurig, auch und erst recht nicht die Rede sein. Dass in Europa erstmals Priester und Nonnen angegriffen werden, weil sie Priester und Nonnen sind, wird also nicht thematisiert, hier errichtet die verbandsoffizielle Sprachregelung eine weitere, sehr strenge Bannmeile. Wer sie hinter sich lässt muss feststellen: Jene, die sich auf den Islam berufen, morden Menschen, die sich noch als Christen empfinden.

Die Kanzlerin der Herzen hat in der Vergangenheit allzu oft von einer europäischen Wertegemeinschaft philosofaselt. Der Terror rechtgläubiger Häscher macht vor den Grundlagen dieser allzu diffus gefassten Werte nicht länger halt. Wer aber fühlt sich jenseits abgedroschener Beteuerungen den jüdisch-christlichen Wurzeln abendländischen Selbstverständnisses noch verpflichtet? Der Brief der Kanzlerin beweist, dass schon als peinlich empfunden wird, sie überhaupt zu benennen. Damit hat gerade die Gegenseite überhaupt kein Problem. Von den sehr konkreten Motiven der Mörder und ihren noch viel konkreteren Angriffszielen sprechen sicher auch die Geheimdienste in austauschbaren Metaphern. Wie anders tönt die (ver)öffentliche Meinung, wenn rechte Idioten zu randalieren beginnen. Die üblichen Sprachverbote haben dann keine Geltung mehr und jeder kann mit den erprobten Begriffen unbekümmert um sich werfen. Murkst aber einer von den Erwählten den Priester in der Kirche ab, hält man sie ängstlich unter Quarantäne. Hinter derlei Phrasen-Selektion kommt weniger Dummheit, sehr viel mehr die Feigheit jener zum Ausdruck, denen der Hintern schon auf Grund gegangen ist.

Selbst das Oberhaupt der katholischen Kirche, in dieser ´Angelegenheit´ wahrlich berufen, mahnend das Wort zu ergreifen, macht sich die Kunst des Verschweigens zu eigen. Auch sein ´Beitrag´ gleicht einem kalten Furz: sang- und klanglos abgesondert. Der selige Franz bezeichnete, wie uns in einem irrsinnig kurzen, knappen Statement mitgeteilt wird, den Anschlag als ´sinnlose Gewalt´, teile ´Schmerz und Entsetzen´ der Betroffenen und bete für die Opfer. Fertig. Bezeichnend, dass dann einer seiner Hofschranzen wieder das übliche WIR bemüht, um immerhin etwas konkreter zu werden, unter Erwähnung jener Substanz, von der die größte Glaubensgemeinschaft der Welt an wahrlich letzten Resten zehrt. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi: “Wir fühlen uns eng mit der französischen Kirche, dem Bistum von Rouen und dem französischen Volk verbunden. Wir sind besonders betroffen, weil diese entsetzliche Gewalt mit der barbarischen Ermordung eines Priesters in einer Kirche stattgefunden hat, einem heiligen Ort, wo die Liebe Gottes verkündet wird.”

Sie haben längst gemerkt, was auch hier schon wieder fehlt. Keiner verlangt vom Kirchenstaat, das er wie weiland Clairvaux einen Kreuzzug verkündet. Aber man kann, man muss einfach erwarten, dass die Schuldigen, die unsere Feinde sind, immerhin benannt werden. Auch von den Vertretern des Allmächtigen auf Erden. Wenn von Taten die Rede ist, dann bitte auch von den Tätern! Keine Schuld ohne Schuldige, deren Schande weiß Gott nicht einzig die ´entsetzliche Gewalt´ ist, derer sie sich immer wieder mit Hingabe widmen. Dieselbe ist ja im Ergebnis nur Folge eines ungleich größeren Frevels, der ganz einfach darin besteht, dass solche Menschen freien Willens, ja: fröhlichen Herzens entschieden haben, Unschuldige zu morden: für den IS – und ja: für den Islam. Dass der Vatikan, dem die Gläubigen Europas schon seit Jahrzehnten in Scharen weglaufen, diese ´Sache´ nicht einmal dazu nutzte, sein weltanschauliches Selbstverständnis in Erinnerung zu bringen, zeigt an, dass er die sakrale Deutungshoheit entweder auf jene Ärgerlichkeiten reduziert, mit denen er die verbliebenen Gläubigen so gerne ärgert (Gebrauch von Pille und Kondom usw.) oder aber in Konkurrenz zur humanitären Weltverbesserungsanstalt das Einmaleins von Friede, Freude, Eierkuchen herauf und herunter betet. Damit ist uns aber sowas von geholfen.

Was die deutsche mit der französischen Nation verbindet reicht weit in die Vergangenheit zurück. Aber jene von Historikern alter Zunft beschworene karolingische Schicksalsgemeinschaft ist im Windschatten schnöder Geschäfte und Abmachungen zunehmend dem Verfall, der Erosion ausgesetzt. Passend zu den Beileidsbekundungen, die man zur Not auswendig lernen kann, krankt Kerneuropa an Altersgicht und Greisenstarrsinn. In der Begegnung mit dem wirklich Bösen bleibt guter Rat teuer. Zwar fuhrwerken die Regenten unserer Nationen zunehmend in aller Welt herum und kitzeln damit üble Antagonismen aus der Reserve, aber deren grausigen Erscheinungen oder Inkarnationen tatkräftig zu begegnen will ihnen auch nicht glücken.

Nirgends wurde und wird das dieser Tage deutlicher als im Umgang mit unseren ´Verbündeten´ aus der Türkei.

Wir halten es auch weiterhin für geboten, den Henker Erdogan zu kritisieren. Das kostet (uns) nicht viel. Mittlerweile dürfte den letzten Zweiflern und Duckmäusern klar geworden sein, was sich in der Türkei zusammenbraut, dazu hätte es auf lange Sicht keines Putsches bedurft, aber wenn ein Häuflein Verwegener tatsächlich die Kühnheit besitzt, den Leviathan direkt herauszufordern, dann ist das oft erst später und fast nie in Echtzeit eine unerhörte Heldentat (Bsp. Stauffenberg) oder aber ´Stümperei´ gewesen. Frei nach dem Motto: Mal abwarten, wie die Sache läuft. Ob 20. Juli 1944 oder 15. Juli 2016: in beiden Fällen stand die Mehrheit des Volkes NICHT auf Seiten der Empörer, dennoch kommt es am Ende zu jeweils divergierenden Einschätzungen. Bevor sich die Experten ihr schiefes Bild zurechtgeschmiert haben, hat längst jene klammheimliche Zäsur stattgefunden, die von selbst darüber entscheidet, was noch gesagt und geschrieben werden darf und was (besser) nicht.

Keiner, aber nicht ein einziger, der im Anschluss an die Niederschlagung des dubiosen Staatstreiches wagte, den Usurpatoren auch nur ein Minimum an Respekt zuzubilligen. Dass eine Schar zum Äußersten Entschlossener wagte, wider die türkische Volksgemeinschaft (besser: Volksfront) eine Despotie herauszufordern, wurde schnell als peinlich empfunden. Diese Leute, schon jetzt irgendwie namenlos und ´abgebucht´, taugen nur noch dazu, bequeme Vorurteile nebst vorgekauter Floskeln zu bestätigen. Gewiss: Mehr als alle mir bekannten Umsturzversuche der letzten Jahrzehnte krankte dieser an Auspizien, die man eigentlich für obligatorisch hält. Der Versuch, ein verbrecherisches Regime zu stürzen hat dann jenen Putsch von ganz oben begünstigt, den man im Westen kraft einer lauteren Gesinnung wieder richtig böse finden darf. Dass die Lemuren den ´Vorlauf´ auf eigene, sehr dezente Weise mit angezettelt haben, mindert meines Erachtens nicht seine Berechtigung, auch wenn er im Ergebnis nur dazu taugte, jenen ´Volkszorn´ zu entfachen, der uns an Kristallnacht und Karikaturenstreit erinnert. An diesem Punkt geht die beklagte Heuchelei nahtlos in eine nächste über. Demokratie wird nun einmal als Herrschaft des Volkes empfunden (obwohl sie das nie gewesen ist), darum halten sich die alimentierten Kommentatoren auch weiterhin zurück, geht es um die Bewertung erwähnter Volksfronten und ihrer Umtriebe. Man spricht ihnen jedes Eigenleben ab. Sie müssen immer erst angestachelt und aufgehetzt werden. Darum durfte Großdeutschland auch befreit, nicht besiegt werden.

Die Türkei ist dieser Tage dabei, sich selbst zu befreien. Das braucht seine Zeit, auch wenn die Befreiung von langer Hand geplant wurde. Der Putsch lief keine Stunde, da tauchten bereits die bestens ausgerüsteten ´Heimwehren´ auf, genau da, wo man sie brauchte. Und sie werden noch immer gebraucht, während der brave Rest entweder aus Angst schweigt oder bereits seiner Deportation entgegenfiebert. Besagter Mob handelt im Sinne seines Herrn und Meisters und macht so den Werwolf-Einheiten eines Heinrich Himmler alle Ehre, das haben wir ja sogar hierzulande beim ´Sturm´ auf ein Begegnungszentrum beobachten können, aber trotzdem bleibt der Nazi-Vergleich solange verdächtig, bis nicht wenigstens die ersten Gaskammern im Ostanatolien ´befreit´ werden, das ist eben die Messlatte, bis dahin wird gemahnt und ´gezeigefingert´.

Rundheraus: Erdogans Ausnahmezustand ist auch nur eine Art Ermächtigungsgesetz, sein Staatsputsch gleicht in manchem den Vorgängen rund um die Ermordung des ´Volksgenossen´ Röhm und wenn die fanatisierte Anhängerschaft der AKP randaliert, dann tut sie das wie jene braunen Schlägertrupps von SS und SA. Es dauerte eine Weile, bis die Nationalsozialisten ihre Deutschen verlässlich im Griff hatten. Unsere Vertragspartner von der AKP haben ihre Türken, das wird dieser Tage sehr deutlich, auf jede erdenkliche Art und Weise in den Griff bekommen, und den meisten scheint das zu gefallen.“ Sie sollen sich hüten,“ tönte weiland Goebbels im Sportpalast vor den Seinen, “einmal wird unsere Geduld zu Ende sein und dann wird den Juden das freche Lügenmaul gestopft werden.“ In ähnlichem Tonfall lässt sich der Sultan vom Bosporus schon seit Jahren (auch hier in Deutschland) vernehmen, und dass er es Ernst meint, hat mittlerweile jeder begriffen, aber das rechtfertigt natürlich nichts, was irgendwie weh tut. Kein Umsturz also. Mangels Zivilcourage wird so einer Legendbildung Vorschub geleistet, die keiner mehr in Frage stellt, wiewohl in ihr eine ans Widerliche grenzende Heuchelei kulminiert. In einem bleiben sich also alle so richtig einig: der Aufstand war illegitim – wie überhaupt jeder Putsch ´gar nicht geht´. Keiner von den Guten, die hier anderer Meinung sein möchten. Ein Graf Stauffenberg bleibt trotzdem der Deutschen liebste Heldengestalt, unsere Linken verehren den Maximo Lider und der Herr Sisi wird auch weiterhin mit allen Ehren empfangen. Erinnern Sie sich noch an Pinochet und etliche andere mehr?

Wenn es stimmt, das Erdogan und seine AKP seit Jahren wie eine miese Kamarilla Hof halten, weil in zahllose dreckige Kriege verwickelt, die Republik in einen Gottesstaat  umwandelnd – dann war der Putsch legitim, ein Akt des Widerstandes, egal wer dahinter steckte oder nicht (auch im Dunstkreis Stauffenbergs tummelten sich Nationalisten, Kommunisten und Monarchisten, um nur die zu nennen). Was wüssten wir heute noch über den Commandante Castro, hätte Batista diesen Empörer nach seinem ersten, tollkühn gescheiterten Anlauf einfach exekutieren lassen? Er wäre im Orkus der Geschichte verschwunden. Wie die Clique um Stauffenberg. Aber Sowjets und Amerikaner rangen Großdeutschland dann so gründlich nieder, das sehr spät – im Anschluss an die Auschwitz-Prozesse – eine Geschichtsschreibung möglich wurde, die den armselig inszenierten Staatsstreich doch noch in Glanz und Würden setzte. Mit dem Namen Stauffenberg kann heute jeder etwas anfangen, die Deutschen kriegen nicht genug von dem, aber wer kennt schon Fritz Bauer? So triumphiert am Ende der elitär gesinnte Hochadel über die lautere, wackere Seele eines echten, also wie immer tragischen, weil einsamen Helden. Gewiss: Der halbgare, immerhin mutige Putsch hätte der Türkei einen mörderischen Bürgerkrieg entfacht. Aus einem solchen ging, letzter Vergleich, Lenin – und nicht der russische Zar – als Sieger hervor. Erdogan, das steht mal fest, zettelt auch einen Bürgerkrieg an, aber soweit sind wir ja noch nicht. Das kommentieren wir lieber später, wenn wieder alles zu spät ist und alle Welt fragt, wie es soweit habe kommen können.

Nachtrag. Die Konferenz der mächtigsten Frau der Welt ist eben zu Ende gegangen. Ich habe sie mir nicht im Fernsehen angeschaut. Der Live-Ticker im Netz muss reichen. Mir reicht er auch wirklich. Wie nicht anders zu erwarten gewesen, brach Frau Mutti das Thema (den Terror) auf sicherheitspolitische Aspekte herunter, begleitet von den üblichen Beschwichtigungen, und die ganze abgestandene Betroffenheitsrhetorik rieb sich keinen Moment lang am Islam, der ja mit IS nichts zu tun haben kann. Lohnt es wirklich, ihre neun Punkte einzeln abzuarbeiten? Das überlasse ich gern denen, die mit der Mama noch ein eigenes Hühnchen zu rupfen haben. Sie hat nach Ablauf eines Jahres immer noch keinen Masterplan vorgelegt, vielleicht will sie das auch gar nicht, und statt wirklicher Bekenntnisse bietet sie nur ihr übliches ´Sowohl als auch´. Natürlich wurde auch in dieser Sommerloch-Rede kein wirkliches Täterprofil umrissen. Zwei Flüchtlinge, die uns ´verhöhnen´ – meinte die Kanzlerin. Überhaupt: ist alles ganz schrecklich. Man möchte fragen: ehrlich jetzt? Insgesamt wird so getan, als habe der Mars angegriffen. Der ´islamistische Terror´ rettet Wunsch und Wille, Gegenwart und Zukunft. Und wie ein pampiger Trotzkopf, der einfach nicht zugeben kann, dass er Mist gebaut hat, wiederholt sie: Wir schaffen das. Dass noch am selben Vormittag eine Hildesheimer Moschee durchsucht wurde, hätte in der Sache gut in diesen Kontext gepasst, im Ergebnis aber nur gestört. Gesetzt, es gäbe einen Menschen, der die letzten Wochen und Monate im Tiefschlaf verbracht hätte: Die Rede der Kanzlerin müsste dem vorgekommen sein wie das Gebrabbel einer etwas übernächtigten Vertretungslehrerin, die den Rackern aus der Förderklasse schnell noch das Märchen vom Weihnachtsmann steckt, bevor der erlösende Gong ertönt. Irgendwie wollen mir die Worte des Dichters Rimbaud nicht aus dem Sinn: Besser sei es, diesen Kontinent zu verlassen, auf dem bereits der Irrsinn umherstreift. Allein: wohin?

Ob Oberhirte oder mächtigste Frau der Welt: Beide gleichen Totengräbern, die einen siechenden Torso pudern, bevor der endgültig zum Leichnam erstarrt.

Armes Europa, arme Welt. –

 

Shanto Trdic, 28.07.16

 

 

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55 Antworten zu Totengräber

  1. caruso schreibt:

    Danke, Shanto Trdic, ein wunderbarer Beitrag, inhaltlich wie stilistisch. – Bin nicht wenig anmaßend, denn einen deutschen Text stilistisch zu beurteilen zu können fehlen mir sämtliche Voraussetzungen. Aber so empfinde ich es.
    lg
    caruso

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  2. schum74 schreibt:

    „Das WIR ist nur ein bequemer Schutzpanzer, hinter dem sich der Einzelne aus Angst oder Verlegenheit versteckt. So auch die Mutti der Nation.“

    In der Tat. Wen meint Merkel mit „Wir“ in dem totgeborenen Satz: „Wir verurteilen den Angriff auf gläubige Christen in Frankreich auf das Schärfste“? Sich und die Mohämmer von Neukölln? Sich und die Zuwanderer aus Syrien, Tschetschenien, Afghanistan?

    In einem Artikel für Al Huffington Post [Maghreb – Tunisie] lüftet Ferid Chikhi ein streng gehütetes Staatsgeheimnis. Hören Sie zu:
    Im Islam lernt man von Kindesbeinen beten: „Mein Gott, schütze mich vor dem Hassenswerten, hilf mir das Wörtchen „ich“ nicht auszusprechen, denn es ist hassenswert.“ Der Muslim darf niemals in der ersten Person Singular sprechen, denn nur Allah darf „ich“ sagen.

    http://www.huffpostmaghreb.com/ferid-chikhi/terrorisme-pourquoi-les-musulmans-ne-parlent-pas_b_11192162.html

    Das wars also. Angela Merkel ist eine Mohämmische.🙂

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    • aurorula a. schreibt:

      Wen meint Merkel mit „Wir“?

      Sich selbst. Nur sich selbst. Schließlich ist sie die Mutti der Nation; und dieser pluralis majestatis maternalis ist auch bei anderen Müttern im Gebrauch. Ad nauseam, hätte ich fast geschrieben; hätte das was Mutti Merkel von sich gegeben hat nicht so und so schon ein flaues Gefühl in meinem Magen und einen schalen Geschmack bei mir im Mund hinterlassen.

      Keine Mutter von kleinen Kindern – zumindest ist mir noch keine begegnet – die nicht die erste Person Plural nimmt, wenn sie sich selbst im Singular meint: „So, wir brauchen…“, „Uns fehlt…“, „Wir haben gerade…“, „Das kennen wir schon“. Ab und zu meint sie mit „wir“ auch ihr Kind und nicht sich selbst mit, häufiger aber sich und nur sich allein. Mutti Merkels „wir“ überträgt das auf die Politik; während mir das generische Mutti-Wir im Alltag einfach nur die Arbeit erschwert (die passenden Medikamente und Dosierungen herauszufinden für jemanden bei dem ich weder dessen Gewicht noch Alter kenne, noch bei der so-wir-brauchen-Variante was ihm genau fehlt, ist keine Kleinigkeit); eine Nachfrage wer genau „wir“ ist wird in 110% der Fälle als Beleidigung empfunden, da Mammis sich nicht nur für „wir“ halten, sondern für eine Art „exklusive Gesundheitsmanagerin“ ihrer Familie: jede Nachfrage ist da ungehörig!

      Mutti Merkels „Wir“ überträgt das alles auf die Politik. Eins zu eins. Sie geht in ihrer Rolle als Mutti der Nation wirklich auf. Sollte sie eines hoffentlich nicht zu fernen Tages endlich abgewählt werden, wette ich darauf daß sie das gegenüber ihren Nicht-mehr-Wählern mit Worten kommentieren wird, die auch eine Mutti an pubertierende Teenager richten könnte.

      Ich hoffe, der Tag der Merkel-Abwahl ist nicht mehr fern. Denn hinter dem was Angela Merkel für ihre Mutti-Inszenierung verwurstet stecken immer noch echte Anschläge, echter Terror, echte Verzweiflung (und zwar auf Seiten der Opfer, nicht der Täter!), echte Verletzte, echte Tote, blood, sweat, toil and tears.
      Dadurch, daß Mutti Merkel dieses ganze Leid auf das Niveau eines unaufgeräumten Zimmers bagatellisiert werden der Anschlag nicht ungeschehen, die Verletzten nicht gesund, die Toten nicht wieder lebendig. Natürlich nicht. Das würden sie auch durch bessere Worte nicht; das, die Instrumentalisierung für Banales, aber macht Merkels schlechte Worte so abgeschmackt.

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      • schum74 schreibt:

        Aurorula, à propos passende Medikamente eine Frage am Kinderzimmer-Rand:
        Hab ich richtig verstanden, dass Ratiopharm seine Präparate vom israelischen Teva-Konzern bezieht? So dass eine Schachtel Paracetamol mit dem Aufdruck „Ratiopharm“ aus Israel stammt oder in Lizenzverfahren hergestellt wurde, während eine Schachtel Paracetamol mit dem Aufdruck „Stade“ nichts mit Israel zu tun hat?

        Gut Wochenendschabbes an Alle!

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      • aurorula a. schreibt:

        Gut Schabbes zurück und/oder schönes Wochenende an alle😀

        Betreffs ratiopharm und Teva: die Firma ratiopharm gehört zu 100% der Teva. Die sie von Merckle aufgekauft hat, in deren Besitz widerum sie einige Jahre war, nachdem der Firmengründer Selbstmord begangen hatte. Merckle hatte eher wie eine Investmentfirma gehandelt, während Teva richtig viel gutes Geld in den Firmenaufbau gesteckt hat. Weil sie selbst ein Pharmaunternehmen sind, das was sie herstellen aber eher unbekannt (Beispiele: vorletztes Jahr ist eine wirklich innovative HepatitisC-Behandlung auf den Markt gekommen; oder Medikamente gegen Multiple Sklerose; … kurz gesagt was eher Spezialisten über den Weg läuft). Ratiopharm dagegen ist ein Vollsortimenter mit einem bekannten Namen, es lohnt sich also für beide.
        Außerdem gehören jeweils entweder Teva oder ratiopharm noch die Firmen AWD, AbZ, ct und TAD.
        Für die informierten (Ver-)Kaufsentscheider unter uns😛 .
        Die Firma Stada gehört meine ich zum selben Haufen wie Hexal und beta (die sitzen in Holzkirchen); da kann ich mich aber auch irren.
        Jedenfalls habe ich mir nach der Übernahme von ratio durch Teva immer das geänderte Firmenlogo angeschaut, die Flaggen vom roten Kreuz und der Schweiz, die Flagge Israels, blau und orange als Komplementärfarben; und mich immer gewundert ob das Absicht ist mit den beiden orangefarbenen Balken.

        Und das ist so das was mir spontan zur Frage Paracetamol-und-Anti-BDS und zu ratiopharm und Teva einfällt.

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      • schum74 schreibt:

        Danke, Aurorula. Für mich nur noch Ratiopharm-Zigaretten.

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      • Aristobulus schreibt:

        😀
        Aber steckt da drin steckt nicht dieser entsetzlich unmoralische Golden Gen-Toback, den die Monsanto-Zionisten in der Westbank anbauen, damit die Haschischbauern aus Ramallah völlig verhungern?
        Zehntausend Jahre haben dort die edlen Philister das Tofu, die Alfalfa-Sprossen und die Birkenstocksandalen erfunden, und jetzt macht Bilderrothschilderberg da sowas.

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      • aurorula a. schreibt:

        Schilmmer. Teva kommt aus Tel Aviv; bei Monsanto gibt’s nur amerikanische Zustände😛

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    • Lancelot schreibt:

      „Das wars also. Angela Merkel ist eine Mohämmische.:)“

      Wie wäre es, wenn wir sie in Zukunft nicht mehr „Mutti Merkel“, sondern „Mufti Merkel“ nennen?🙂

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      • Aristobulus schreibt:

        Wer zu Geier soll dieses wir sein?
        Nein, das war keine Frage.

        „Mufti-Merkel“ ist eine völlig sinnlose Bezeichnung, die bloß das verunklärt, was Merkel verkörpert: Eine Hausverwalterin, die die Türschließmechanismen sabotiert hat, und die im Hausflur Reden hält, damit die Hausbewohner möglichst aus Langeweile einschlafen, bevor in der Nacht wieder die Muftigesteuerten reinkommen und tun, was sie halt so tun.

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      • Aristobulus schreibt:

        Reden?, seelenlose Reden. Ent-seelte Reden.

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  3. schum74 schreibt:

    Und jetzt zum unsäglichen Papst Franziskus.
    In einem von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Beileidstelegramm an den Erzbischof von Rouen, lässt Seine Heiligkeit bestellen, er sei (3. Person!) „zutiefst erschüttert“ und „bitte Gott, dass sich in dieser neuerlichen Prüfung alle vom Gedanken der Versöhnung und der Brüderlichkeit leiten ließen“.

    Brüderlichkeit mit Menschenmetzgern? Versöhnung mit der Ausgeburt der Hölle? Falls der Papst zwischen Gast Mahmud Abbas und Gast Ahmed Al-Tayyeb eine Freistunde einschieben kann, empfehle ich seinen Überlegungen den Tora-Abschnitt dieser Woche: Pinchas.

    Keine sympathische Gestalt dieser Pinchas, Sohn von Elasar Sohn von Aharon ha-Kohen. Ganz ehrlich? Er macht Juden bis heute verlegen. Was soll man auch von einem halten, der ein Liebespaar mittendrin mittendurch mit einem Schwert durchbohrt? Sicher, es war kein gewöhnliches Liebespaar: Hier trieben ein Hebräer und eine Midjatinerin herausfordernd vor aller Augen sakralen Beischlaf zur Ehre von Baal-Peor. Trotzdem.
    Haschem scheint mit Pinchas einverstanden zu sein: hinneni notén lo et Briti Schalom – Ich gebe ihm Meinen Friedensbund (Num 25, 12).

    Die Talmud-Rebbes widersprechen: Wie? Ohne Anklage? Ohne Gerichtsverhandlung? Im Talmud Jeruschalmi (Sanhedrin 9, 7) halten sie fest: Diese Handlung wurde „gegen den Willen der Weisen“ ausgeführt. Meinen sie mit „Weisen“ die Richter im Lager der Hebräer? Wohl vor allem sich selbst: „Nicht in unserem Namen“.
    In den hebräischen Tora-Ausgaben ist deshalb der Waw-Buchstabe

    ו
    in dem Wort „Schalom“
    שלום

    in der Mitte durchtrennt, so dass zwei vertikale Striche übereinander stehen. Das ist kein richtiger, durchgehender schulem.

    Aber das ist nur die eine Seite.
    In einem AKADEM-Vortrag « Pin’has: tuer au nom de Dieu – töten im Namen G’ttes » (Juni 2015) gibt Penina Soussan-Bitton zu bedenken, dass durchgehender Friede nicht vom Himmel fällt. Vor allem rechtfertigt die Sehnsucht nach Frieden nicht Nachgiebigkeit in wesentlichen Fragen. Und jetzt zitiere ich sie:

    Bei allem Willen zu Schalom: Die parsche erinnert daran, dass Friede um jeden Preis auch nicht der richtige Weg ist. « Pinchas, c’est l’homme qui sait rompre quand il n’est plus possible de s’entendre » ‒ Pinchas ist der Mann, der Schluss zu machen weiß, wenn keine Verständigung mehr möglich ist. Oder wie Emmanuel Lévinas zu Simone Weil gesagt hat: « On ne lutte pas contre le Mal par compassion pour les méchants. Un peuple endossant la responsabilité éthique et morale de l’humanité se doit d’éliminer le Mal sans hésitation et sans pitié si cela l’exige. » ‒ Man bekämpft nicht das Böse durch Mitgefühl mit den Bösen. Ein Volk, das moralische Verantwortung auf sich genommen hat, hat die Pflicht, das Böse auszumerzen – gegebenenfalls ohne Zögern und ohne Mitleid.

    Was ist mit dem Christenvolk, Eure Heiligkeit? Hat es nicht dieselbe Verantwortung auf sich genommen? Und wo ist Ihr Mitleid mit den massengemordeten Christen weltweit? Und mit Pater Jacques Hamel? Mir drehen sich die Eingeweide, wenn ich an ihn denke, sein Gesicht betrachte. Und Sie lassen Beileid bestellen?

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    • Lancelot schreibt:

      Auch wenn Jesus selbst davon sprach, dass man seine Feinde lieben soll, auch wenn das Christentum seit 2000 Jahren von christlicher Nächstenliebe predigt, so hat das weder die Päpste, noch christliche Herrscher abgehalten, ständig Kriege zu führen.
      Auch wenn der Islam seit 1400 Jahren von Christentum gehasst und auch bekämpft wurde, so hält das in der heutigen Zeit niemand ab, auch nicht der Papst, sich mit muslimischen Staatsoberhäuptern und muslimischen Geistlichen freundlich zu unterhalten.

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    • Aristobulus schreibt:

      Als der SD 1944 beim Massaker in den Ardeatinischen Höhlen bei Rom viele Geiseln ermordet hat, was hätte wohl der unsägliche Papst Franzl an die Adresse de Résistance schreiben lassen, als die Leichen noch nicht kalt waren: Er lasse bestellen, er „bitte Gott, dass sich in dieser neuerlichen Prüfung alle vom Gedanken der Versöhnung und der Brüderlichkeit leiten ließen“.

      Einer, der sowas nach dem Mord am Priester Hamel schreiben lässt!, der kollaboriert mit den Mördern.

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    • caruso schreibt:

      Hab Dank, liebe schum. Wieder etwas, was ich nicht kannte, mit dem ich aber 100% einverstanden sein kann. Ich meine, die Denkweise kannte ich irgendwie schon, vor allem vom meinem Vater, der aus einer sehr orthodoxen Familie kam, ich wußte nur nicht, woher es kommt.
      lg
      caruso

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  4. schum74 schreibt:

    Fragt im März 2016 die saudische Journalistin Nadine Al-Budair in der kuwaitischen Tageszeitung Al-Rai: Wie würdet ihr reagieren, wenn christliche Terroristen sich mitten unter euch sprengen würden? Würdet ihr darauf bestehen, zwischen dem friedlichen Christentum und dem gewalttätigen Christianismus zu differenzieren?

    http://www.tribunejuive.info/societe/sarah-cattan-chercher-a-distinguer-lislamisme-de-lislam-je-ny-suis-pas-parvenue#_ftn1

    Wobei schon ein Konfirmand anhand der Grundtexte Christentum und Christianismus leicht ausmachen könnte. Wie schaffen das aber außer Papst Franziskus und Kanzlerin Merkel alle Anderen, Islam und Islamismus auseinander zu pusseln? Normalo Broder schafft das nicht wirklich.

    Aus: Henryk M. Broder, „Der normale Wahnsinn des Islam“, Die Welt, 29.01.2015:

    Im Jahre 1990 verabschiedete die Organisation [OIC] auf einer Konferenz in Kairo eine Erklärung der Menschenrechte im Islam als Alternative zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die 1948 von den Vereinten Nationen verkündet wurde.

    Die Kairoer Erklärung fußt vom ersten bis zum letzten Absatz auf der Scharia und stellt fest, diese sei die „einzig zuständige Quelle für die Auslegung oder Erklärung jedes einzelnen Artikels dieser Erklärung“, das Recht auf freie Meinungsäußerung etwa gilt nur insoweit, wie es nicht die Grundsätze der Scharia verletzt. Es sei verboten, „die Heiligkeit und Würde der Propheten zu verletzen, die moralischen und ethischen Werte auszuhöhlen und die Gesellschaft zu entzweien, sie zu korrumpieren, ihr zu schaden oder ihren Glauben zu schwächen“.

    Auf diese Erklärung der Menschenrechte, die nichts anderes als eine Ausführungsbestimmung zur Scharia ist, berufen sich Politiker in Teheran, Islamabad, Riad und Ankara, wenn sie behaupten, auch in ihren Ländern würden Menschenrechte gelten. Wenn Homosexuelle aufgehängt, Ehebrecherinnen gesteinigt, Dissidenten ausgepeitscht, Gotteslästerer zum Tode verurteilt und kritische Journalisten eingekerkert werden, liegen keine Verstöße gegen Menschenrechte vor, denn diese Strafen werden im Einklang mit der Scharia verkündet und vollstreckt. Und die ist die Grundlage der Menschenrechte.

    Vergessen wir also die Exzesse der Islamisten, die Terroranschläge wie zuletzt in Paris, von denen sich viele Muslime distanziert haben, unter anderem auch deswegen, weil solche Verbrechen ein schlechtes Licht auf den Islam werfen.

    So wie der Nationalsozialismus bis heute vielen Sozialisten peinlich ist, weil er den Sozialismus in Misskredit gebracht hat. Halten wir uns an den Islam in seiner gemäßigten institutionellen Ausprägung, so wie er in den Ländern der Organisation für Islamische Zusammenarbeit praktiziert wird.

    Schon möglich, dass der Islamismus die hässliche Fratze des Islam ist. Das Problem aber ist und bleibt das wahre Gesicht hinter der Maske.

    Zitat Ende.

    Ach ja! Der IS hat inzwischen angeregt, Kinder zu entführen (Tribune Juive, 28.07.2016). Aber keine Bange: So was tun keine gestandenen Terroristen; nur die paar Verwirrten, die es in jeder Gesellschaft gibt.

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  5. schum74 schreibt:

    Hier zur Gutenacht ein vergnüglicher Text des Philosophen Michel Onfray, dem die Meinungswächter im Januar 2015 vorwarfen, Islam und Islamismus gleich zu setzen. Zuerst auf Französisch, ja? (So ist es am lustigsten.):

    « Le soleil n’a rien à voir avec le jour, ni la lune avec la nuit ; la casserole n’a rien à voir avec la cuisine ; la salle de bain n’a rien à voir avec la propreté ; ni la bibliothèque avec l’intelligence ; le Christ n’a rien à voir avec le christianisme ; ni Marx avec le marxisme ; ou Mao avec le maoïsme ; le médicament n’a rien à voir avec la maladie, ni le médecin, ni l’infirmière ; l’alcool n’a rien à voir avec le vin, pas plus que le vin n’a à voir avec l’alcool ; l’Assemblée nationale n’a rien à voir avec les députés, ni le Sénat avec les sénateurs ; les oiseaux n’ont rien à voir avec le ciel, ni les taupes avec la terre, ni les poissons avec l’eau ; l’école n’a rien à voir avec les élèves ; la sépulture n’a rien à voir avec la mort ; les doigts n’ont rien à voir avec la main, ni les poumons avec la respiration, ni le cœur avec la circulation sanguine ; les dents n’ont rien à voir avec le dentiste ; le chien n’a rien à voir avec l’aboiement, ni le chat avec le feulement, ou la grenouille avec le coassement ; le loup n’a rien à voir avec l’agneau, ou le chêne avec le roseau, ou la belette avec les petits lapins, ou la cigale avec la fourmi, ou le rat des villes avec le rat des champs, ou Perette avec le pot-au-lait ; Descartes n’a rien à voir avec la philosophie, ni Mozart avec la musique, ni Michel-Ange avec la peinture, ni Praxitèle avec la sculpture, ni Le Corbusier avec l’architecture ; les lunettes n’ont rien à voir avec la vue, ni la vue avec l’oculiste, ni l’oculiste avec l’opticien, ni l’opticien avec l’ophtalmologiste ; le coton tige n’a rien à voir avec l’oreille, ni la brosse à dents avec les dents, ni le papier toilette avec … le papier ; justement : le rectum n’a rien à voir avec le proctologue, ni le cerveau avec le neurologue ou la bouche avec le stomatologue ; le beurre n’a rien à voir avec l’argent du beurre ; l’hirondelle n’a rien à voir avec le printemps ; le rabbin n’a rien à voir avec le judaïsme, ni le prêtre avec le christianisme, le pasteur avec le protestantisme ; Platon n’a rien à voir avec le platonisme, Aristote avec l’aristotélisme, Descartes avec le cartésianisme, Kant avec le kantisme, Hegel avec l’hégélianisme ; le taureau n’a rien à voir avec la corrida , la viande avec le végétarisme, le chasseur avec le fusil, le clown avec le cirque ; le miroir n’a rien à voir avec le reflet ; le crayon avec l’écriture ; la partition avec la musique ; les feux rouge avec le code de la route ; les pompes funèbres n’ont rien à voir avec la mort ; les prostituées n’ont rien à voir avec la prostitution ; la télé rien à voir avec la télévision ; mon Traité d’athéologie n’a rien à voir avec les trois monothéismes, ni avec Dieu d’ailleurs ; les poubelles n’ont rien à voir avec les ordures, ni les journalistes avec les journaux ; Apollinaire n’a rien à voir avec la poésie, ni Gabin avec le cinéma ou Picasso avec la peinture ; ni ma mère ni mon père n’ont à voir avec le fait que je sois né ; les jupes n’ont rien à voir avec les filles, le sexe avec la biologie, les notes avec les copies, enfin, je crois… ; la prison n’a rien à voir avec les prisonniers ; les arrêts de bus n’ont rien à voir avec les bus ; les pilotes d’avion n’ont rien à voir avec les avions, ni les conducteurs de train avec les trains, ou les chauffeurs de taxi avec les taxis ; la main de ma sœur n’a rien à voir avec la culotte d’un zouave ; 1984 n’a rien à voir avec Orwell, ni Le Meilleur des mondes avec Huxley ; le réel n’a jamais rien à voir avec ce qui a lieu – pas d’amalgames, vous risqueriez de faire le jeu du réel. »

    http://www.marianne.net/agora-pas-amalgame-200115.html

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    • schum74 schreibt:

      [Die Sonne hat nichts zu tun mit dem Tag, noch der Mond mit der Nacht. Der Kochtopf hat nichts zu tun mit der Küche. Das Badezimmer hat nichts zu tun mit Sauberkeit, noch die Bibliothek mit Geist. Christus hat nichts zu tun mit Christentum, noch Marx mit Marxismus oder Mao mit dem Maoismus. Medikamente haben nichts zu tun mit Krankheit, auch nicht der Arzt oder die Krankenschwester. Alkohol hat nichts zu tun mit Wein, so wenig wie Wein mit Alkohol. Die Nationalversammlung hat nichts zu tun mit den Abgeordneten, noch der Senat mit den Senatoren. Die Vögel haben nichts zu tun mit dem Himmel, noch die Maulwürfe mit der Erde, noch die Fische mit Wasser. Die Schule hat nichts zu tun mit den Schülern. Bestattung hat nichts zu tun mit dem Tod. Die Finger haben nichts zu tun mit der Hand, noch die Lunge mit der Atmung, noch das Herz mit dem Blutkreislauf. Die Zähne haben nichts zu tun mit dem Zahnarzt. Der Hund hat nichts zu tun mit Bellen, die Katze mit Miauen oder der Frosch mit Quaken. Schneewittchen hat nichts zu tun mit den sieben Zwergen, oder Brüderchen mit Schwesterchen, oder der Teufel mit seiner Großmutter, oder der Fischer mit seiner Frau. Descartes hat nichts zu tun mit Philosophie, noch Mozart mit Musik, noch Michelangelo mit Malerei, noch Praxiteles mit Bildhauerei, noch Le Corbusier mit Architektur. (…) 1984 hat nichts zu tun mit Orwell, noch Schöne Neue Welt mit Huxley. Die Wirklichkeit hat nie was zu tun mit dem, was geschieht – keine Gleichsetzungen, das könnte der Wirklichkeit in die Hände spielen.]

      Angela Merkel hat nichts zu tun mit Silvester, noch Erdogan mit Böhmermann. Die Linke hat nichts zu tun mit BDS, noch Ribbentrop mit Molotow. Die Axt hat nichts zu tun mit dem Lastwagen, noch Antisemitismus mit bürgerlicher Pflicht. Usw. usf.

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      • Lancelot schreibt:

        Klatsch Klatsch Klatsch

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      • Lancelot schreibt:

        Ich applaudiere Ihnen, die Ausführungen, die Sie schreiben, machen selbst dem dümmsten Menschen klar, dass Islamismus mit dem Islam zu tun hat.

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      • Aristobulus schreibt:

        Latzeschmock, ich bedaure die hiesige anonyme Virtualität sehr. Wenn Sie mir real gegenüberständen, würde ich sie wegen dieser permanenten, gezieltenn, unaufhörlichen Dummquasselei sowas von ausm Zimmer raustreten, dass Sie eine Woche lang nicht zwischen Kopf und Arsch und dem kläglichen Rest unterscheiden könnten.
        Sie sinnloser Schwätzer. Sie feiger Störenfried. Sie Qualle.
        Ihr geistloses Gequake hat hier nichts verloren.

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      • Aristobulus schreibt:

        – Bin begeistert von Michel Onfrays Gedicht, ma chère😀 , danke für Deinen Fund.
        Am Besten gefällt mir die Zeile „la main de ma sœur n’a rien à voir avec la culotte d’un zouave“, weil sie so irritierend plötzlich unpassend persönlich, ja voll indiskret ist, nicht?, aber man hatte just darauf gewartet, und weil das Alles ebenso wie diese Assoziationen mit Körperteilen so entwaffnend viel über ihn selber verrät, und durch dieses Persönliche wird das Ganze so glaubwürdig!

        Ich hatte bislang von Michel Onfray nur dieses Bild: Universitärer Fleiß, wohlgesetzte Vernünftigkeiten streng zur Sache, zurückhaltendes Gesicht, ernste Dinge. Ach, das ist ja gar nicht so. Der hat Sorgen und Vorlieben und Gewitztheiten und Angst, und er ist Nachts durch seine Wohnung gegangen, absolut genervt von diesem ewigen rien-à-voir-avec, und da hat er sich Worte auf einen Zettel gekritzelt🙂 , so kam er von der Perette und dem Tilchmopf direktemang zu Descartes.
        Ziss makes my day

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      • schum74 schreibt:

        Le zouave du Pont de l‘Alma – J. Maillan

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      • schum74 schreibt:

        Nicht mein Fund, sondern der Fund des israelischen Journalisten Jonathan-Simon Sellem, dessen Webseite JSS News den Besuch lohnt.
        http://jssnews.com/

        Und wer hat 2009 in Sellems Büro die mesuse befestigt? Der Berliner Raw Jizchak Ehrenberg. Comme quoi le monde est petit.

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      • aurorula a. schreibt:

        Ganz große Klasse, das Gedicht😀

        (wobei, je nach persönlichem Geschmack, das mit Le Corbusier und der Architektur: ist eine „Wohnmaschine“ denn Architektur?)

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      • Aristobulus schreibt:

        Ja. Michel Onfray hätte besser die Gleichung Architektur – Frank Lloyd Wright genommen, indem er ja keinen Michelangelo oder Giambattista Piranesi, sondern einen Modernen & Menschlichen dafür auswählen wollte, denn Le Corbusier ist leider kein Architekt, obwohl er riesige Ansammlungen von Beton errichtet hat.
        Le Corbusier * graus‘ * ist ein Totengräber.

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      • aurorula a. schreibt:

        Leider weiß ich nicht, wer die folgenden Zeilen in die Welt gesetzt hat, ich wollte es immer mal nachsehen:

        Le Corbusier, mit strenger Miene, erfindet eine ‚Wohnmaschine‘. Drinnen leben die Kaninchen; die würden ihn am liebsten lynchen.

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      • schum74 schreibt:

        Apropos mesuse:
        Warum wird die mesuse schräg zum Türpfosten angebracht? Antwortet ein Lubawitscher: Um zu veranschaulichen, dass Schlom Bajit, der Hausfrieden, von der Bereitschaft eines Jeden abhängt, sich dem Anderen zuzuneigen, Kompromisse zu schließen. Spar dir Unbeugsamkeit für politische Forderungen auf: nach Freiheit und Gerechtigkeit.

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      • Aristobulus schreibt:

        Unser Hammer (den vermiss ich), ma chère, würde dem zwar zustimmen🙂 , aber wahrscheinlich unter der unbedingten Prämisse, dass damit nur die Wohnung, nicht aber der ganze Häuserblock gemeint ist.
        À propos, meine Mesuse hängt drinnen am Türstock, damit sie draußen nicht auffällt. Geneigt ist sie, die obere Spitze (sie hat oben eine Spitze, weil aus den 1960ern, als sogar Mesusojss spacig aussahen) zeigt auf das Bild eines Beißzahntiers an der Wand, die untere Spitze (sie hat auch unten eine, weil spacig) zeigt auf ein Handbeil, das neben der Eingangstür hängt, und das hängt da, weil man ja nicht weiß, ob man’s mal gegen wen brauchen könnte.
        Dass die Mesuse so hängt, indem sie deutet, war mir bislang noch nicht aufgefallen.
        Jetzt aber. A dank!🙂

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  6. schum74 schreibt:

    Auschwitz hat nichts zu tun mit Juden.

    Am 24. Juli 2016, anlässlich des Papstbesuchs in Polen, bringt es das Staatsfernsehen TF1 in den 20-Uhr-Nachrichten fertig, eine Reportage über Auschwitz zusammenzuschneiden, in dem das Wort ‚Jude‘ nicht ein einziges Mal fällt. Auch dort scheint Antisemitismus Pflicht geworden zu sein.

    http://www.tel-avivre.com/2016/07/25/tf1-reussit-lexploit-de-faire-un-sujet-sur-les-camps-dauschwitz-de-birkenau-sans-jamais-prononcer-le-mot-juif-par-bely/

    Der Anschlag auf das HyperCascher hat nichts zu tun mit Juden; auch nicht die Ermordung von drei Kindern und einem Lehrer in der jüdischen Schule Ozar-Hatorah in Toulouse.

    In einem im Journal du Dimanche (JDD) erschienenen Manifest, in dem 42 „Franzosen und Muslime“ eine Reform des Islams fordern, und eine lange Liste der Attentate aufstellen, in der auch – wie sich‘s gehört ‒ „die Ermordung eines Polizisten-Paars“ in Magnanville erwähnt wird, so wie die jüngste Infamie, „die Ermordung eines Priesters während der Messe“, nicht fehlt, sind die zwei ausschließlich gegen Juden gerichteten Anschläge in Paris-Vincennes und in Toulouse vergessen worden.
    Ein stillschweigendes Angebot an die Herren Mörder? Ihr lasst „die unschuldigen Franzosen“ (Raymond Barre nach dem FPLP-Attentat auf die Synagoge in der Rue Copernic 1980) in Ruhe, dafür dürft ihr euch die anderen Franzosen holen?
    Ein Erfolg versprechender Reform-Ansatz.

    Gefällt 3 Personen

      • schum74 schreibt:

        Marc Nacht, « La France sans les juifs ‒ La pétition du JDD oublie Merah et l’Hyper cacher », Causeur, 02.08.2016

        http://www.causeur.fr/juifs-daech-antisemitisme-merah-39473.html

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      • Aristobulus schreibt:

        … in Polen lautet die Assoziation zu Auschwitz etwa so wie „wir waren das nicht!“ mit doppelten Wegseh-Reflex, weil man dort 1) lieber als Opfer der Sowjetunion gilt, an der 2) bekanntlich die Juden Schuld sind. Weswegen sich just in Auschwitz die Wahrheit so mit der nationalen Vorliebe beißt, dass man sich immer mehr hinein-, nein wegsteigert. Schon Lily Brett hat vor etwa 20 Jahren in Krakau nur Hinweisschilder zu einem „Auschwitz-Museum“ gesehen, und auf ihre Fragen, was das seolle!, weil es kein Museum, sondern ein KZ sei, reagierten Taxifahrer, Fremdenführer, Beamte usf. erstaunlich allergisch.

        Und in Frankreich lautet die Assoziation zu „les juifs“ sofort „free Palestine!, libérez Marwan Barghouti!“, nicht?, womit sich dort die Wahrheit über Kollaboration und französische Verstrickung in die Schoah so unerträglich mit der derzeitigen islamophilen Leisetreterei beißt, dass man lieber die damaligen und die heutigen Jidn überhaupt nicht erwähnt, um bloß nicht Gurs oder Drancy oder gar le pogrome à la Bastille de 2014 denken zu müssen.
        Weil es die Franzosen schon ohne dieses Judenproblem so furchtbar schwer haben derzeit, nicht?, denn alles hat mit dem Islam zu tun, wobei doch nichts mit dem zu tun haben möge. Und das erfordert so furchtbar harte Verdrängungsarbeit, dass man daraufhin auch noch mit dem Thema Juuuden völlig überfordert wär

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      • schum74 schreibt:

        Ist es nicht erstaunlich, dass sich im Journal du Dimanche Muslime zu Anschlägen äußern, die mit dem Islam nichts zu tun haben? Wieso ausgerechnet Muslime? Und wieso würde eine Reform des Islams irgendeinen Einfluss auf nicht-muslimische Angriffe haben? Ebenso könnte man eine Steuer- oder Rentenreform vorschlagen, nicht wahr? Da die Angriffe définitivement nichts mit Religion zu tun haben. Logik, dein Name sei politische Korrektheit.

        Ist es nicht doppelt erstaunlich, dass nicht nur die Unterzeichner der JDD-Erklärung – die Crème de la Crème des französischen Mohämmertums ‒ Merah und Coulibaly vergessen, sondern dass auch die Erziehungsministerin Najat Vallaud-Belkacem die jüdischen Opfer vergisst? Was erklärt sie auf einem Regierungsseminar am 23. Juli: „Das Attentat von Nizza ist das erste Attentat in Frankreich, bei dem Kinder getötet worden sind.“ Ah bon! Myriam (8), Gabriel (6) und Arieh (5), die am 19. März 2012 in Toulouse ermordet worden sind, waren keine Kinder, sondern – Juden?
        Wie rief eine Bäuerin aus der Provence aus, als ein Pfarrer ihr ein Kind zum Verstecken brachte; „So jung, und schon jüdisch!“

        Ja, da kommt man aus dem Staunen nicht raus.

        http://www.atlantico.fr/decryptage/est-que-pour-mme-najat-vallaud-belkacem-enfants-juifs-ne-sont-pas-enfants-2781259.html

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      • Aristobulus schreibt:

        … man will einfach keinen Anstoß erregen, indem man dieses umstrittene Wort juif hinschreibt. Man will ja kein Missfallen erregen!, jedoch dieses umstrittene, obszöne Wort juif erregt doch sofort Anstoß, Missfallen, Zittern, Zetern, ja Zwist.
        Man will jedoch keinen Zwist. Man will Frieden.

        Dass ein Mohammed in Toulouse jüdischen Kindern in die Köpfe schoss?, ah, derlei Nennung von Tatsachen könnte ja Anschläge und Zwist und Schreie unter den Mohammedanern erzeugen, die den Juden keinen Landflecken gönnen, der so katastrophal groß ist wie ganz Hessen, und also muss man sorgfältig um das katastrophale Wort Jude herumdenken, damit man bloß nicht plötzlich DOCH wieder anfängt zu schreien und zu zittern und anzuschlägen.
        Denn es geht da um das Allernobelste: Um die Idee von Frieden und Islam, also um die Idee von Islam & Nichtzwist, um die Idee von Islam & Nichtgeschrei und ja, um die nobelste der Nobelideen!, nämlich um die Idee von Nichtmord im Islam, nicht?

        Indem es da um Himmel-Allahs Willen ja nicht um Juden geht!, sondern es geht um’s eigene verletzte Selbstbild und um die eigene verpasste Nobelhaftigkeit, denn es geht um’s Selbstbild als Helden, ja?, und es geht um eine äußerst kühne, ja unerhört kühne halbe Idee von einer Vielleichtreform des Islams. Und es geht um das Gedankenspiel unter Mohammedanern, wie es wäre, wenn man * drucks * im Islam auf Massaker verzichten könnte.
        Könnte man-?
        Also!, zeitweilig an manchen Nachmittagen und in manchen böhmischen Dörfern hat man das wohl schon mal gekonnt.
        Also könnte es wieder gehen?, zwar vielleicht begrenzt (Hudna für’n halbes Jahr?), aber immerhin, es könnte. Ein Mohammedaner muss heutzutage einfach mal so heldenhaft sein können dürfen, dazu sehr stolz darauf sein dürfen!, einfach mal zu behaupten, dass die Idee von Frieden im Islam vielleicht möglich sein können sollen könnte.

        Doch. Also das geht. Kann man machen. Man hat es ja gemacht, gestern oder so. Also die Idee geäußert. Bravo. Gut gemacht habt ihr das. Helden seid ihr, mutige Friedensmenschen, wahre Friedensaktivisten seid ihr, die Crème de la Crème des französischen Universitärmohammedanismus. Ihr seid so GUT. Wer hätte das gedacht!

        P.S.
        – Nur… wir sind ja hier unter uns, ja?, also hier kann ich das hier entre-nous heimlich und ganz leis‘ mal so hinsagen: Es geht islamischerseits vielleicht mal kurz ohne Massaker, aber ohne den Judenhass geht es da nicht. Geht nicht. Geht einfach nicht ohne!, denn wo der Islam weilt, da weilen der Koran, die Schia und die Hadithe, und da weilt als Grundbaustein der Grundbausteine der eingeschriebene, eingebrannte, seit 1400 Jahren ein- und ausgeatmete und erbrochene und wieder eingeatmete Judenhass.

        Jedoch auch Nichtmohammedaner lesen den mohammedanischen Aufruf. Auch an die musste man denken!, denn die haben es schwer: Sie leiden neuerdings unter islamischem Terror, der nichts mit dem Islam zu tun hat, aber man weiß, dass sie seit ungleich längerer Zeit am Juden und wegen des Juden leiden und hadern und zetern und schreien. Sehr. Ach.
        Und also müssen Mohammedaner ihren Mitmohammedanern und den Anderen, denen man mitteilt, dass man eine edle mohammedanische Idee haben will, bei solchen und bei anderen Aufrufen zum Frieden unbedingt den Juden ersparen. Weil doch sonst sofort jemand schreit!, und dann geht alles von vorne los.

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      • schum74 schreibt:

        Jetzt verstehe ich, was für ein Islam der Crème fraîche der Mohammedaner vorschwebt. Das wird ein lichtiger Islam sein, gleichzeitig menschenfreundlich und judenhasserisch, genderverliebt und frauenverachtend, friedfertig und eroberungswillig; eben ein „Islam des Lumières“, sprich: Obskurantismus der Lichter.

        Gedankenspiel: Die Islamreformer rufen den Papst zum Kalifen aus. Natürlich werden Erdogan und Al Bagdhadi Zeter und Mordio schreien, aber nur kurz, weil sie nicht doof sind. Schnell werden sie begreifen, dass es auch für sie das Beste ist. Lasst Abu Franziskus der erste Kalif sein, ja? Darauf folgen Kalif II und Kalif III. Die müssen nicht katholisch sein. Hauptsache, das Kalifat steht wieder da, von der UNO und der Sozialistischen Internationalen anerkannt, unangefochten. Ein Kalifat der Lichter.

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      • Aristobulus schreibt:

        Ja, lasst Vollbart-Menschenketten für den Frieden, Burka-Feminismus für die Ehre der Frau, sozialislamische Menschenrechte gegen die verderbte jüdische Wallstreet und ganz grüne Regenbogenfahnen erblühen.
        Kalif Ali-Franzek wird’s schon richten, obwohl dann laut Twitter leider Mohämme persönlich in ihn verschossen sein muss.

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      • aurorula a. schreibt:

        „Burka-Feminismus“ ist ein verwandtes Thema, nicht?
        Ein Kind, das grausam ermordet wird, ist kein Kind, wenn es nicht in die gängige Vorstellung des Mordmotivs passt: der Attentäter hat nicht sprenggläubig zu sein, er hat „mehrere schwere Kindheiten“ (c Ari) gehabt zu haben. Kann man die ihm beim besten Willen nicht andichten, ist das Kind nicht ermordet, oder kein Kind, oder es hat es nie gegeben.
        Eine Stufe weniger gewalttätig ist eine Frau die unterdrückt wird keine Frau, wenn sie nicht in die gängige Vorstellung der Unterdrückten passt: wer ihr Burka und Zwangsheirat oktroyiert, hat das nicht aus Gründen des Islams zu tun, sondern aus atavistischen Machovorstellungen. Kann man beim besten Willen nicht leugnen daß der Islam eine solche ist, ist die Frau nicht unterdrückt, oder keine Frau, oder jemanden wie sie hat es nie gegeben.

        Noch etwas anderes als die Weigerung das eigene Doppeldenk zu erkennen spielt da vielleicht auch hinein: als verschärfte Form der Hinrichtung zusätzllich die Erklärung zur Unperson, auch die soll öfter belegt sein. Etwa im linken Kommunismus. Wer Stalin nicht passte, den hat es nach seinem Tod nie gegeben. Diese alte Tradition führen unsere linken Journalisten, bewusst oder unbewusst, fort: wer der Linken nicht passt, den hat es nie gegeben.
        Doppeldenk, Unperson, … ich höre mich schon an wie Orwell, aber so ist es. Kotz, der Linksextremismus der political correctness!

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    • Lancelot schreibt:

      Sind Sie Franzose, weil sie regelmäßig französische Texte schreiben und verlinken?

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