Kommt die Vernunft, wenn das Recht geht?

Die geplante Asylunterkunft im Rostocker Stadtteil Groß Klein wird nicht gebaut. Nach fremdenfeindlichen Protesten hat die Stadt Rostock die geplante Einrichtung für Flüchtlingsfamilien gestoppt. Der Sozialsenator (Linke) begründet die Entscheidung mit der angespannte Sicherheitslage in der Plattenbausiedlung. Es hatte es Proteste gegen Flüchtlinge und mehrere Zwischenfälle gegeben.

Der Entscheidung liegt eine Gefahrenbewertung der Rostocker Polizei zugrunde, die von der Einrichtung von Asylunterkünften in dem Stadtteil abrät. Ein Grüner Rostocker Bürgerschaftsmitglied wertet die Entscheidung als fatales Signal. Pöbeleien und rassistische Gewalttaten gegen Geflüchtete haben Erfolg. Ein Ortsbeiratsvorsitzender findet es bedenklich, wenn man sich von den Rechten diktieren lässt, wo Flüchtlinge leben dürfen und wo nicht. Diese Entscheidung ist ein Sieg der Rechten.

Erst vor einer Woche ist im selben Rostocker Stadtteil eine Asylunterkunft für unbegleitete minderjährigen Flüchtlingen nach rechten Protesten geräumt worden. Das Grüne Bürgerschaftsmitglied hat die Entscheidung damals „eine Katastrophe für den Stadtteil“ genannt.

Der Sozialsenator (Linke) sagt, dass er die Entscheidungen ungern getroffen hat und sie ihn schmerzen. Er fühlt sich für die Sicherheit der Flüchtlinge verantwortlich. Der Innenminister (CDU) hat ihm mitgeteilt, dass er eine Unterbringung von Migranten in diesem Stadtteil ablehnt. Für die Sicherheit ist der Innenminister verantwortlich.

Hat nun die Vernunft über das Recht oder die Einsicht in die Notwendigkeit gesiegt? Beginnen nun alle und überall in der Republik zu merkeln?

Erschienen unter

https://www.fischundfleisch.com/anti3anti/kommt-die-vernunft-wenn-das-recht-geht-23920

 

Dieser Beitrag wurde unter Ethik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

28 Antworten zu Kommt die Vernunft, wenn das Recht geht?

  1. Aristobulus schreibt:

    Zutreffendes bitte ankreuzen:

    Möglichkeit a) : Die Angst vor Übergriffen durch die Migranten hat gesiegt.
    Möglichkeit b) : Die Angst vor Übergriffen durch Rechte hat gesiegt.
    Möglichkeit c) : Das deutsche Gefühl deutschen Ausgeliefertseins hat gesiegt, weil alle Angst ja irgendwie stimmt, wohingegen man selber, auf Merkels Linie, gestern (da man alle den Geflüchteten ausliefern wollte) Recht hatte, wobei man heute (da man nicht alle den Migranten mehr ausliefern will) noch immer auf Merkels Linie noch immer Recht hat.

    Gefällt 1 Person

    • Lancelot schreibt:

      Irgendein Quizmaster meinte mal, dass bei Quizfragen statistisch gesehen die Antwort C oder die längste Antwort am häufigsten richtig seien, daher nehme ich C.🙂

      Gefällt mir

      • Aristobulus schreibt:

        Falsch – obwohl Sie sich bemüht haben, so weit Sie wohl können.
        Alle drei Antworten sind richtig, plus die vierte allerlängste da draußen in Groß-Klein, um Groß-Klein, und um Groß-Klein herum.

        Gefällt mir

  2. Lancelot schreibt:

    „Ein Ortsbeiratsvorsitzender findet es bedenklich, wenn man sich von den Rechten diktieren lässt, wo Flüchtlinge leben dürfen und wo nicht. Diese Entscheidung ist ein Sieg der Rechten.“

    Woher weiß der Mann denn, dass es sich um Rechte handelt? Wurde jeder einzelne Mensch, der dagegen protestiert, nach seiner politischen Meinung gefragt? Sicher nicht, zumal es auch unter Menschen, die mitte, links oder überhaupt nicht politisch interessiert sind, auch Flüchtlingsgegner gibt. Aber es ist ja einfacher, Gegner als Rechte zu bezeichnen, nur weil sie keine Flüchtlinge wollen.

    Gefällt mir

    • aurorula a. schreibt:

      Bei Terry Pratchett gibt es eine Romanfigur, die „etwas gegen Leute aus dem Süden“ hat. Ein paar Sätze später fällt ein Kommentar in Richtung: er lebt ideologisch gesehen am Nordpol, was „Südländer“ betrifft.
      Nun wird die Bezeichnung „rechts“ oft ähnlich geäußert wie „Südländer“ von dieser Figur. Ob der Ortsbeiratsvorsitzende zu denen gehört, die politisch am Linkspol leben, möchte jeder selbst schließen.
      Mein Schluss: In Rostock allerdings waren es wohl Gewaltdrohungen aus einer Richtung die nicht nur vom Linkspol aus gesehen rechts ist. Wie weit weg davon? Dazu weiß ich zuwenig von dem was passiert ist.

      Gefällt 1 Person

      • Aristobulus schreibt:

        So isses.
        Der Adressat versteht das allerdings nimmermehr, weder dies, noch dies, noch das Weitere. Er versteht auch nicht, was Rostock nun mit dem Nordpol?, und wer sei dieser Pratchett?, und dann liest er die deutsche Wikipedische und versteht immer noch nischt, nein, das ist dem alles viel zu hoch🙂
        Aber es summt ihm schon jetzt im Resthirn, wie er das gegen Dich verwenden kann, verlass Dich drauf.
        Dann wendet er das Gesummse an.
        Und es misslingt wieder so peinlich.
        Und dann werd ich ihn wieder letztmalig verwarnen, dass er hier nix zu suchen hat und dass keinem (keinem!) an ihm gelegen ist.
        Und dann wird er sich wieder über die bösen Juden beschweren, die ihm so zusetzen😀
        Und dann werd ich ihn wieder rausschmeißen.
        Und dann wird er hier immer noch rumnerven, völlig indolent, geistlos, ideenlos, wiederkäuend, auf asoziale Weise interesselos. Bis ich dann mal Nathan fragen werde, ob er den nicht rausschmeißt.

        Gefällt mir

      • aurorula a. schreibt:

        und wer sei dieser Pratchett?
        Sir Terence Pratchett OBE, der Autor dessen Bücher im englischsprachigen Raum am meisten gestohlen werden.
        (Weiß ich, daß Du das weißt, I just couldn’t resist that one…)

        Gefällt mir

      • Lancelot schreibt:

        Die Romanfigur ist wohl einer der Götter auf Cori Celesti, na klar, von dort aus ist alles randwärts.🙂

        Gefällt mir

      • aurorula a. schreibt:

        Nö, das ist Shadwell aus <Good Omens. Das spielt auf der Erde. Während der Apokalypse. Die hat immerhin einen Nordpol – selbst während der Apokalypse. Die Scheibenwelt (mit Cori Celesti) ist, nun ja, eine Scheibe. Schaut schlecht aus mit Polen (und das trotz Borogravien, dem umbenannten Polen mit dem es auch schlecht ausschaut) auf der Scheibe.

        Gefällt mir

      • Aristobulus schreibt:

        Und er liest es dann ganz schnell bei der Wikipedischen nach, auch was OBE ist, um so zu tun, als habe er es gewusst und als gehöre er mit dazu.
        Dieser Fälscher.

        Gefällt mir

      • aurorula a. schreibt:

        *liest es dann ganz schnell bei der Wikipedischen nach, [,,,] was [ein] OBE ist*
        Knight Fever, Knight Feev-er-er (:
        http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/UsefulNotes/KnightFever
        Aber das englische Titelsystem verstehe ich immer noch nicht – und da sind schotische Sonderwege, von denen wirs gestern hatten, noch nicht mal mit dabei ):

        Gefällt mir

      • Lancelot schreibt:

        Nö, das weiß ich auch so, denn auch ich habe Pratchett gelesen.

        Gefällt mir

      • Aristobulus schreibt:

        Aha, Aurorula, also auf der Erde, klar, wegen der Apokalypse (und wegen Polen?, aber ganz so schlimm wie der Ostpol hinter Ostpolen in Weißrussland, wo man nicht nur auf der Landkarte furchtbar rechts ist, ist Polen ja nicht?)

        Das, also das mit Polen und dem Sir Terenceund überhaupt, hat der Andere da jedoch nicht nur nicht kapiert, sondern er kapiert nicht, dass er’s nicht usf., indem er sogar nichts von seiner eigenen Apokalyptischen kapiert.
        Dabei schlägt die grad über ihm zusammen.

        Gefällt mir

      • aurorula a. schreibt:

        Kein Nordpol während der Apokalypse würde auch ganz alleine das Ende der Welt bedeuten, aber nein. Immerhin zum Ausgleich: in einem anderen Pratchett-Buch (dem SciFi-Roman The Long Utopia) kommt die Apokalypse der Erde – einer Erde, es ergibt einen Sinn im Zusammenhang – quasi umgekehrt zustande. Damit der Nordpol verlorengeht müßte die Erde ja aufhören sich zu drehen. Im Buch wird die Erddrehung immer mehr beschleunigt (natürlich hilft jemand nach), bis der Planet schließlich auseinanderfliegt.
        Was die Leute von einem recht nahen Nachbarn ‚unserer‘ Erde dadurch beantworten, daß sie alle Bewohner von dort zu sich nach Hause evakuieren und anschließend aus diesem Planeten und denen die ihn zerstören eine Art „Un-Ort“ machen. Soll heißen sie senken die physikalische Wahrscheinlichkeit daß es diese Erde gibt auf Null (auch das ergibt Sinn im Zusammenhang) – für die Art von überlichtschnellem Reisen die im Buch über Manipulation der Aufenthaltswahrscheinlichkeit möglich ist gibt es diesen Ort nicht mehr, niemand kommt hin oder weg; und die Eroberer sitzen mit den auseinandergeflogenen Resten ewig da fest.

        Wo wirs im anderen Thread schon von Un-Person hatten, jetzt der Un-Ort. Nicht zu verwechseln mit dem UN-Ort, die UN als Organisation sollte auch jemand immer schon verschwunden machen, aber das Buch ist eben leider SciFi.

        Gefällt 1 Person

      • Aristobulus schreibt:

        Ein Un-Ort also wie die Merkel, diese antipolitische Singularität, die auch nicht mehr heraus- oder hineinkommt, sondern um’s Leere kreist –
        Um viel, viele Kategorien klein-kleiner-am-Kleinsten ist sowas hier das Ding Latzelotze, bloß will man bei dem ja nicht wissen, wie oder wozu es dazu kam.

        Gefällt 1 Person

    • Lancelot schreibt:

      Die zeitliche Reihenfolge spielt bei den Kommentaren offenbar keine Rolle, wenn man sieht, dass spätere Kommentare vor früheren Kommentaren stehen.

      Gefällt mir

  3. Aristobulus schreibt:

    „Der Sozialsenator (Linke) sagt, dass er die Entscheidungen ungern getroffen hat und sie ihn schmerzen. Er fühlt sich für die Sicherheit der Flüchtlinge verantwortlich.“
    Das ist wohl recht nett von ihm. Warum ist ihm die Sicherheit der Bewohner von Groß Klein jedoch viel weniger wichtig?
    Haben die ihn zu wenig gewählt?
    Und weshalb glaubt er, dass die Flüchtlinge ihn wählen werden? Er ist doch noch kein Mohammedaner geworden.

    „Hat nun die Vernunft über das Recht oder die Einsicht in die Notwendigkeit gesiegt? Beginnen nun alle und überall in der Republik zu merkeln?“
    Stichwort merkeln. Es wurde gemerkelt. Was ist das: Also, zu merkeln ist, wenn man im Alleingang anderthalb Millionen (oder mehr?) Leute ins Land strömen lässt, von denen keiner weiß oder überhaupt herausgefunden hat, ob sie Flüchtlinge sind.
    Zu merkeln ist aber auch, das Recht zu brechen, indem man keinen fragt, ob derlei jemand will, und indem man mit den anderthalb Millionen (mehr?) wohl anderthalb Millionen (nein, mehr!) Frauenverächter, Antidemokraten, Terrorversteher und Hardcore-Judenhasser ins Land holt.
    Zu merkeln ist aber auch, wenn man sich zuerst weigert, a) Rechtlichkeit walten zu lassen oder b) eine Obergrenze festzulegen, um später festzustellen, dass das oder das Andere oder vielleicht beides immer schon falsch war – nein!, indem man das merkenderweise eben nicht zugibt und nicht sorrforrt zurücktritt, sondern indem man dann plötzlich wider Erwarten keine drei Millionen ins Land holt.
    Also ist Merkeln, wenn jemand eine Katastrophe lostritt und urplötzlich die Katastrophe nicht schlimmer macht, sondern es bei der Katastrophe belässt, indem er behauptet, es sei nie eine gewesen, sondern man schaffe das.
    Zum Stil des Merkelns: Ferner ist Merkeln, wenn man das alles so seelenlos und Trotz vieler überflüssiger Worte so gespenstisch wortlos tut.

    Das alles ist das Plötzliche, Brandgefährliche und überhaupt das komisch Komplizierte am Merkeln.

    Gefällt 2 Personen

    • Aristobulus schreibt:

      P.S.
      Pardon, zu merkeln ist ferner, wenn man sich um des Merkelns Willen mit einem Präsidentenputschisten zusammentut, ihn alimentiert und ihn stärkt und ihn hofiert, damit er erst auf die Idee komme, dass er das innere Merkeln außen für sich ausnutzen kann.

      Gefällt 2 Personen

    • Lancelot schreibt:

      Hoffentlich hat es sich bald ausgemerkelt. Aber wenn ich mir die Umfragewerte anschaue, dann gewinnt Merkel auch 2017 und wird weiterregieren, große Koalition geht jedenfalls immer. Merkel kann merkeln, so viel sie will, es merk(el)t von den vielen Wählern kaum einer, dass Deutschland so nicht weitermerkeln kann. Von mir aus kann sie wieder zurück nach Merkelburg-Vorpommern oder in die Uckermerkel, wo ist als Kind aufgemerkelt ist. Aber nein, Merkel bleibt uns nicht verschont, sie taucht sogar im diesem Blog Numerkeli249 auf. 🙂

      Gefällt mir

  4. aurorula a. schreibt:

    On a related note zu den beiden nichtswürdigen Kommentaren oben:

    dieses Zitat: Ob sie der Ansicht ist, dass Antisemitismus und Israelhass auch in einer zulässigen Weise propagiert werden können, blieb offen.
    aus diesem Artikel:
    https://lizaswelt.net/2016/08/07/hochschule-fuer-angewandten-antisemitismus/

    Gefällt 1 Person

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s