Zukunft oder keine Zukunft

„Zukunft“ heißt das 8-seitige Informationsblatt des Zentralrates der Juden in Deutschland, welches 1x im christlichen Monat erscheint. Eigentlich sind es nur 4 Seiten, denn die untere Hälfte wird von der russischen Übersetzung eingenommen. Der Zentralrat ist wohl der Meinung, dass die russischen Juden, die vor einem Viertel Jahrhundert nach Deutschland gekommen sind, wie die Anatolier des Deutschen unfähig sind. Das mag stimmen. Der Vorteil an der Doppelsprachlichkeit besteht darin, dass der Leser der Zukunft seine Russischkenntnisse regelmäßig auffrischt.

Warum nennt sich das Blatt „Zukunft“ und nicht „Vergangenheit“? Die Antwort liegt im folgenden Witz, den hoffentlich nicht alle Leser bereits kennen:

Ein kapitalistisches Märchen beginnt mit „Es war einmal …“,
ein kommunistisches mit „Es wird einmal …“

Viele Artikel der „Zukunft“ haben allein die ehrenvolle Aufgabe, den Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Herrn Dr. Schuster aus Würzburg in Unterfranken/Bayern, zu verherrlichen, der weitere wichtige Posten im Jüdischen Leben in Bayern besetzt. Früher aufdringlicher, heute dezent. Weltweit gibt es noch heute genügend Zeitungen mit einer ähnlichen Aufgabenstellung.

Für Liebhaber der jüdischen Kunst ist die „Zukunft“ vom unschätzbaren Wert. Aufführungen von Kantoren, jüdische Sängern, Klavierspielern und Geigern werden penibel und korrekt nach Datum und Ort aufgeführt.

Ich gebe unumwunden zu, dass ich das Blatt genau lese. Dieses Mal habe ich nach vielen Jahren zum ersten Mal einen Artikel gefunden, der mich derart verwirrt hat, dass ich mich nicht entscheiden kann, ob ich lachen oder weinen soll. Die Überschrift ist unaufdringlich:

Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster nahm zu Problemen des Rechtsextremismus und der Flüchtlingspolitik Stellung

Interessant sind die letzten beiden Absätze, die ich leicht gekürzt, aber sinnerhaltend wiederhole:

Der Zentralratspräsident führte aus: „Wir möchten, dass die, die Asyl erhalten, Bürger dieses Landes werden. Das bedeutet, unsere Wertvorstellungen und unsere Kultur anzuerkennen, die ‚kulturelle Erbschaft’ Deutschlands nicht auszuschlagen, … Joachim Gauck … hat gesagt: ‚Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz’“.

 Für die jüdische Gemeinschaft seien Null Toleranz für Antisemitismus, die Erinnerung an die Schoa, das Anerkennen der deutschen Verantwortung und das Eintreten für das Existenzrecht Israels zentrale Werte, die jeder Bürger in Deutschland verinnerlichen sollte – egal, welcher Herkunft und Religion.

Der Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster erhofft sich, dass Asylanten aus islamischen Staaten auch diejenigen Werte der deutschen Kultur übernehmen, die Juden und Israel betreffen. Dabei ist ihm bekannt, dass für die meisten Indigenen diese „Werte“ nur Lippenbekenntnisse sind, die zu bestimmten Gedenktagen ertönen. In letzter Zeit werden in den offiziellen Reden „Juden“ vermehrt durch „Muslime“ ersetzt und das Existenzrecht Israels wird mit Absicht übergangen. Schließlich erleiden nach neudeutschem Narrativ, an dem sich sogar ausgemusterte Antisemtismusforscher beteiligen, die heutigen Muslime dasselbe (sic!) Unrecht wie die Juden damals unter Hitler!

Die arabischen und muslimischen Asylanten sind in ihrer ganz großen Mehrheit – um nicht „beinahe alle“ zu schreiben – Israelhasser und Antisemiten. Seit Jahrzehnten werden in der islamischen Welt alle Kinder und Heranwachsende in Kindergärten, Schulen und sogar in den Universitäten ständig mit antisemitischer und antizionistischer Propaganda erfolgreich berieselt. Selbst Flüchtlinge aus Syrien, die der Diktator Assad hat foltern lassen, sehnen sich danach, dass der Judenstaat Israel vernichtet und die Juden von dort vertrieben werden. Die einzigen Flüchtlinge, die in ihrer großen Mehrheit keine Israelhasser oder Antisemiten sind, sind die von den Türken verfolgten Kurden, weil sie mit Hilfe der NATO den IS erfolgreich bekämpfen, den der Diktator Erdogan offen unterstützt.

Der Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster unterliegt einem großen Trugschluss. Er unterstellt den Deutschen, die die arabischen und muslimischen Flüchtenden willkommen heißen, dass sie – die Deutschen – den arabischen und muslimischen Flüchtenden deutsche Werte beibringen wollen und werden, um sie – die Flüchtenden – vom Juden- und Israelhass abzubringen. Weit gefehlt. Die arabischen und muslimischen Flüchtenden werden von sehr vielen Deutschen willkommen geheißen, weil sie Israel- und Judenhasser sind und dem Juden- und Israelhass in Deutschland neuen Schwung geben sollen. Heute kommt es vielen Menschen unsinnig vor, ihr Leben und ihr Land aufs Spiel zu setzen, nur um ihren Judenhass zu befriedigen. Doch jeder Schüler, der sich für Geschichte und Literatur interessiert, weiß, dass Menschen bereit sind, für die verrücktesten Ideen und ihre Überzeugungen ihr Land, ihr Leben und das ihrer Familie und Freunde zu opfern. Die Nazis haben danach gehandelt, der IS handelt so momentan. Überzeugte Antisemiten sind zu solch unsinnigen Taten fähig.

Frankreich und Schweden sollen für Juden in Deutschland eine Lehre sein, dass sich die dortigen antisemitischen Horrorszenarien in Deutschland wiederholen werden, sobald der Bevölkerungsanteil an Juden und Israel hassenden Muslimen einen berechenbaren Wert übersteigt!

Zu den Juden in Deutschland zählt auch der Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster.

Erschienen unter

https://www.fischundfleisch.com/anti3anti/zukunft-oder-keine-zukunft-25095

 

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27 Antworten zu Zukunft oder keine Zukunft

  1. Hessenhenker schreibt:

    Wer in Deutschland eine Zukunft will,
    der „hat keinen moralischen Kompaß“.

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  2. caruso schreibt:

    Wäre ich jünger und gesund, wäre ich schon längst weg. Nicht nur D, ganz Europa hat von seiner Geschichte kaum etwas bis nichts gelernt. Wie es scheint, die Juden in D auch nicht. Blind wie in den 30-er Jahren. Damals hatten sie die Entschuldigung, daß sie es nicht hätten wissen können, wie das alles endet. Heute haben sie diese Entschuldigung nicht.
    Selbstverständlich weiß ich, daß in D, in Europa eine Menge hoch anständige, „normal“ denkende Menschen gibt. Nur hört, liest man sie kaum. Nicht hier in Österreich. Die andere Seite „schreit“ laut, die hört man. Wird sich je daran was ändern?
    lg
    caruso

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  3. schum74 schreibt:

    Von den vier Forderungen des Zentralratspräsidenten an die einzubürgernden Mohämmer erfüllen diese von Hause aus schon zwei: die Erinnerung an die Schoa und das Anerkennen der deutschen Verantwortung für die Vernichtung der europäischen Juden.
    An die Schoa denken die eingesessenen und dazukommenden Mohämmer gerne zurück, und an der deutschen Verantwortung für Auschwitz halten sie fest. Wie sagte noch Friedenspartner Gamal Abdel Nasser in einem Spiegel-Interview (03.07.1967):
    „Seit der Zeit Hitlers haben wir das deutsche Volk bewundert. Wir bewundern es wirklich.“

    Somit hat Dr. Josef Schuster mindestens zwei Gründe, Merkels Kurs zu unterstützen. Das macht er auch außerhalb der Zukunft. Was meldet Die Zeit vom 29.06.2016? „Schuster fordert Toleranzbündnisse gegen Rechtsruck“.
    Und weil die jüdische Lobby in Deutschland immer noch allmächtig ist, vergingen keine 48 Stunden, und schon hatten sechs Parteien den sogenannten „Berliner Konsens“ unterzeichnet, der die AfD ‒ ob mit 10%, ob mit 20% Wählerstimmen ‒ außerhalb der Parteienlandschaft stellt (RBB, 01.07.2016).
    Egal wie die Wahlergebnisse ausfallen, der Sieger steht schon fest: die Demokratie.

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    • schum74 schreibt:

      PS. „Toleranzbündnisse gegen Rechtsruck“

      Auf Toleranz gegen muss man erst kommen.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Tja, sowohl Genus als auch präpostionale Möglichkeiten ergeben sich bei zusammengesetzten Nomina aus dem letzten Wortteil, im Deutschen… Die Betonung liegt auf Bündnis, und was Toleranz ursprünglich bedeutete…? Wer weiß das heute noch so genau?

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      • schum74 schreibt:

        Das mit dem Genus und den präpositionalen Möglichkeiten – also, so schlecht war der Deutschunterricht im Nachbarland nicht, dass man es nicht gelehrt hätte.
        Es bleibt aber dabei, dass sich Tolerante gegen etwas zusammenschließen. Und das ist ein Novum. Um tolérance pflegten Voltaire und die Encyclopédisten für Menschen und Ideen zu werben. Ok, nicht für Juden, aber – Nobody is perfect, nicht?

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Ja, eben. Der Gedanke reichte hier nicht von Toleranz bis gegen, deswegen fiel es der Namengebenden Versammlung vermutlich nicht auf… Bündnisse sind nun mal gegen oder für, und wenn sie Toleranzbündnisse sind: Que faire, alors?

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      • Lancelot schreibt:

        Es stimmt schon, dass Tolerante gegen etwas sind. Wenn von der Gesamtheit der Menschen sich bezüglich eines Themas die Intoleranten abspalten, werden die restlichen Menschen automatisch zu Toleranten und damit haben wir zwei Gegner.

        Zu kompliziert? Einfaches Beispiel: Bevor es die AfD gab, gab es keine Befürworter und Gegner der AfD. Kaum wurde die AfD gegründet, kamen direkt die ersten kritischen Stimmen der Gegner auf, aber die Menschen, denen die AfD nicht missfiel, wurden somit zu den Toleranten, weil sie nicht bei den Gegnern mitmachten.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Und wahrscheinlich haben wir hier einen Nachweis, dass die französische Konstruktion diesen Widerspruch dichter aneinander herangeführt hätte und dadurch der Vermeidung Vorschub geleistet. Meinte das A. Gide?

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      • Lancelot schreibt:

        Die französische Sprache hat mir nie gefallen, viel zu schwer.😦

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      • aurorula a. schreibt:

        Mir gefällt der Klang (:
        Auch wenn ich Mühe habe, einen Text zu lesen, der über die Komplexität eines Comics hinausgeht – aber ich bin ja beim entziffern nicht auf der Flucht. Und Schum übersetzt dankenswerterweise sehr viel (:

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      • Lancelot schreibt:

        schum74 ist ja auch Französin, daher kann sie es ganz gut übersetzen.

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  4. schum74 schreibt:

    „Frankreich und Schweden sollen für Juden in Deutschland eine Lehre sein“

    Wie wahr! Dr. Josef Schuster kann sich z.B. noch nicht vorstellen, dass die hiesigen Blätter sich weigern könnten, einen Artikel von ihm zu veröffentlichen. Vielleicht sollte er nach Frankreich gucken? Genau das ist dem Straßburger Grand Rabbin René Gutman passiert, der in einem offenen Brief „die muslimischen Verantwortlichen“ auffordert, die Messerattacken auf jüdische Passanten einstellen zu lassen.
    Der Artikel sei „aggressiv“ fand der Chefredakteur der Dernières Nouvelles d’Alsace und sagte Nein.

    Aggressiv? Unter dem Titel « D’ieu n’est pas grand » (G’tt ist nicht groß) erzählt R. Gutman von Kain und Abel und stellt fest: Kains Religion war bereits eine Religion des Todes. Dann fragt er die muslimischen Gläubigen: Wie sollte der G’tt des Lebens beim Anblick eines Gewalttäters nicht erblassen, der mit dem Ruf „Gott ist groß?“ einen Juden als Juden von hinten erdolcht?

    Comment donc ce D’ vers lequel nous nous tournons, au moment où l’on agresse, en son nom, un être humain, ne ressentirait-il pas une douleur infinie devant le spectacle de cette violence telle que celle qui a motivé l’agression d’un juif parce que juif, en le poignardant par derrière et en criant « D’ est grand! » ?

    Der Islamisten-Gott, sagt R. Gutman, ist klein. Was ist daran aggressiv? Er unterstellt im Gegenteil, dass Juden und Moslems zum selben Gott des Lebens beten würden. Nur die Radikalen, die müsse man aufklären.

    An wen erinnert Herr Jung von den Dernières Nouvelles d’Alsace? An Ivo Opstelten, den liberalen Bürgermeister von Rotterdam 2004: Der ließ das „rassistische“ Bild eines Engels mit dem Gebot „Gij zult niet doden“, du sollst nicht töten, das der Künstler Chris Ripke nach der Ermordung von Theo Van Gogh an eine Mauer gemalt hatte, von der Polizei entfernen. Die Besucher der nahe gelegenen Moschee hatten den Text „beleidigend“ gefunden und sich beim Bürgermeister beschwert.

    Einen Unterschied zwischen 2004 und 2016 gibt es gleichwohl: Herr Jung hat die Beschwerde nicht abgewartet.

    http://www.consistoire.org/evenement/4826.dieu-nrest-pas-grand?PHPSESSID=ispd9tb5m1q275qein99tsq1r2

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    • schum74 schreibt:

      Giulio Meotti, « Dans la casbah de Rotterdam », Il Foglio, 14.05.2009

      Auf Französisch:
      http://chiesa.espresso.repubblica.it/articolo/1338480?fr=y

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    • caruso schreibt:

      „… Die Besucher der nahe gelegenen Moschee hatten den Text „beleidigend“ gefunden…“ -Solchen „Gläubigen“ nachzugeben … Warum begeht man nicht gleich Selbstmord? Man
      würde sich vieles, viel Schlimmes ersparen.
      lg
      caruso

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      • schum74 schreibt:

        Ja, Caruso. Du sprichst das Wesentliche an. „Lo tirzach“ – du sollst nicht morden: Das nannten die Rotterdamer Mohämmer „beleidigend“.
        So steht’s auf Französisch: „offensant“ (beleidigend, kränkend). Hier die Passage aus Meottis Artikel oder Essay; ein literarisches Stück:

        Chris Ripke est un artiste connu en ville. Son atelier est proche d’une mosquée dans Insuindestraat. En 2004, choqué par l’assassinat du metteur en scène Theo Van Gogh par un islamiste hollandais, Chris a décidé de peindre sur le mur de son atelier un ange et le commandement biblique « Gij zult niet doden », Tu ne tueras pas. Les gens de la mosquée voisine ont trouvé le texte « offensant » et ont appelé celui qui était alors maire de Rotterdam, le libéral Ivo Opstelten, qui a ordonné à la police d’effacer la peinture, jugée « raciste ».

        Man weiß schon nicht, was ungeheurer ist: die Bezeichnung „beleidigend“ für die Zehn Gebote oder die hundsfeige Reaktion des Bürgermeisters von Rotterdam.
        Was erklären die Politiker nach jedem Attentat: Wir werden nicht zulassen, dass unsere Werte…
        Und was heißt, das Bild eines Engels sei „rassistisch“? Oder ist Mordverbot rassistisch? Weil es die Rasse der Mörder diskriminiert? Die Begriffsverwirrung ist komplett.

        Die von Meotti geschilderte Polizeiaktion ist natürlich nicht unbemerkt geblieben. Ein Künstler namens Ephimenco, der daraufhin an sein Fenster ein weißes Tuch mit dem sechsten Gebot aufgehängt hat, meint dazu: „Wenn man in diesem Land nicht mehr ‚du sollst nicht töten‘ schreiben darf, dann heißt es, dass wir Alle im Gefängnis sind.“

        « Si on ne peut plus écrire “Tu ne tueras pas” dans ce pays, alors cela veut dire que nous sommes tous en prison. »

        Es ist schlimmer, Caruso. Du hast Recht. Dann können wir gleich Selbstmord begehen. Dann haben wir schon moralisch Selbstmord begangen.

        Ephimenco spricht die Entchristlichung der Niederlande an. Ich weiß nicht. Ist es nicht noch schlimmer? Ich glaube nicht, dass die Athener im 5. Jahrhundert v. d. Z das Gebot als beleidigend empfunden hätten. Man hält sich dran oder nicht, aber man hält das Prinzip hoch, nicht? Wen oder was beleidigt das Gebot? Den kleinen Todesgötzen? Den Koran?

        *komplett verwirrt*

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      • schum74 schreibt:

        Caruso, kennst Du noch die Midrasch-Legende, wonach der Kadosch-baruch-hu, bevor Er den Jidn die Tora übergibt, nacheinander alle Völker der Welt fragt, ob sie bereit wären, seine Tora zu empfangen?

        Hier die hübsche Version aus einem Kinderbuch (ab 3 Jahren) aus Bnei-Brak (Oneg Schabbat):

        שָאַל אֶת בְנֵי עֵשָו:
        “הֲרוצִים אַתֶם לְקַבֵל אֶת הַתורָה?“
        שָאֲלו בְנֵי עֵשָו: “מַה כָתוב בָה?“
        עָנָה לָהֶם: “לא תִרצַח!“
        אָמרו בְנֵי עֵשָו:
        “לא וָלא! לא רוצִים אֶת הַתורָה!
        אֵין אֲנַחנו יְכולִים לְקַיֵים אותָה,
        כִי הֲרֵי אָנו רְגִילִים
        תָמִיד לַהֲרוג אֲנָשִים“.

        Schaál et Bne Essaw:
        „Ha-rozim atem le-kabél et ha-Tora?“
        Schaalú Bne Essaw: „Ma katuw ba?“
        Aná lahém: „Lo tirzach!“
        Amrú Bne Essaw:
        „Lo wa-lo! Lo rozim et ha-Tora!
        Ejn anachnu jecholim le-kajém ota,
        Ki haré ánu regilim
        Tamid la-harog Anaschim“.

        Fragte Er Bne Essaw:
        „Wollt ihr die Tora annehmen?“
        Fragten Bne Essaw: „Was steht darin geschrieben?“
        Antwortete Er ihnen: „Morde nicht!“
        Sagten Bne Essaw:
        „Auf keinen Fall! Wir wollen die Tora nicht!
        Wir können sie nicht einhalten,
        denn wir sind’s gewohnt,
        immer Menschen zu töten“.

        Von politischer Korrektheit halten unsere Brüder und Schwestern in Bnei-Brak nicht viel, wie?

        Die Geschichte geht natürlich weiter. Jedes Volk fragt zunächst, was in der Tora steht, und hat an irgendeinem Gebot was auszusetzen.
        Kommt Er schließlich zu Bne Israel:

        אַך כַאֲשֶר בָא אֶל הַיְהודִים, מִיָד עָנו כולָם פֶה אֶחָד:
        “נַעֲשֶה וְנִשמָע!“
        קודֶם “נַעֲשֶה“ וגו‘

        Ach kaaschér ba el ha-Jehudim, mijád anu kulam Pe echad:
        „Naassé we-nischma!“
        Kódem „naassé“ …

        Doch als Er zu den Jidn kam, sofort riefen sie wie aus einem Mund:
        „Wir werden tun und hören!“
        Zuerst „wir werden tun“ …
        🙂

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Wen beleidigt das? Zunächst offenbar die Besucher und Betreiber der Moschee dort. Von wegen der passenden Schuhe, die man sich anzieht, vielleicht?

        Den Rassismus sehe ich auch nicht; und weshalb es da keinen Rechtsschutz gegen die Entfernungsanordnung gab, verstehe ich nicht. Freiheit des Wortes? Freiheit der Kunst? Gab es doch in den Niederlanden auch, sowas?

        Und Beleidigung ist hierzulande ein Antragsdelikt, aber es muss doch irgendwie, außer durch Schaum vor dem Mund, dargetan werden, dass da auch ein Tatbestand besteht…?

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      • aurorula a. schreibt:

        Oder ist Mordverbot rassistisch? Weil es die Rasse der Mörder diskriminiert? Die Begriffsverwirrung ist komplett.
        Ab und an ist zu hören, daß wer mordet sich damit außerhalb der menschlichen Gemeinschaft stellt. Öfter auch in Sonntagsreden der gründenkerischen Halal-Hippies (der „Halal-Hippie“ stammt aus dem Internet von vor ca. 10 Jahren). Nach dieser Logik, verquer ein wenig weitergedacht, ist das „rassistische“ Mordverbot sogar semantisch richtig: es diskriminiert gegen Mörder, also Nichtmenschen. Sinn ergibt es trotzdem keinen, da zum einen wer mordet sich ja freiwillig selbst zum Nichtmenschen macht; rassistische Vorstellungen erklären unfreiwillig andere dazu. Zum anderen verhindert es ja gerade diese Unmenschlichkeit, oder es vesucht es zumindest, indem es sie verbietet. Nach der nicht ganz funktionellen Logik der Gründenker wäre es also antirassistisch: gegen den Austritt einer Gruppe aus der Menschheit.

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      • schum74 schreibt:

        Nach der marsmännchenhaften Logik der Gründenker wäre das Böse demnach nicht menschlich. Weil der Mensch gut ist, nicht? Definitionsgemäß. Das Böse west außerhalb des Menschen.
        So weit der Erkenntnisfortschritt seit dem Aufkommen des Homo sapiens. Nein, seit noch früher. Denn der moderne Homo sapiens, liest man in einem Spektrum-Artikel, „lernte von seinen Vorfahren“. Der „Halal-Hippie“ nicht.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Aber der dazumalige Bürger(?)meister(?) dort wird als Liberaler bezeichnet. Was täte nun dies bedeuten? Ungrün, eigentlich.

        Aber: Grün aus blau und gelb gemischt? Und das mit rot gibt braun…?

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      • Lancelot schreibt:

        Bei Komplementärfarbmischungen kommt meist ein dunkles oder graues Braun heraus.
        Braun bzw Mittelbraun ist eine Mischung aus Schwarz und Rot.🙂

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  5. Jan schreibt:

    Eure Kommentare machen mich traurig, denn sie sprechen mir -wie so oft- aus der Seele. Herr Schuster möchte, „dass die, die Asyl erhalten, Bürger unseres Landes werden …“ Man möchte so Vieles; und wenn man es nicht bekommt, dann: na ja, dann eben nicht. Dass das Nachdenken über Konsequenzen tatsächlich eine Frage von Zukunft oder keine Zukunft ist, das wollen Herr Schuster, Herr Gauck, und alle, die irgendwelche hohen politischen oder andere Ämter bekleiden, auf Deibel komm raus verheimlichen. Keiner von denen würde eine Diskussion über Schwert- und andere Verse anleiern, ebenso nicht darüber, was Hijab und Burka wirklich symbolisieren. Dazu gehört auch, mit Verlaub, Schum, die Durchhalteparole, dass „Juden und Moslems zum selben Gott des Lebens beten würden. Nur die Radikalen, die müsse man aufklären.“ Nein, alle muss man aufklären. Passieren tut aber genau das Gegenteil, mit dem Ziel (bzw. der achselzuckenden Inkaufnahme), dass irgendwann „aller Glaube auf Allah gerichtet ist“. Keine Zukunft also, denn das ist schön einfach, angesichts der mohammedanischen Bevölkerungszahlen. Zukunft, das wäre anstrengend und gefährlich.

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    • schum74 schreibt:

      So ist es, Jan: Das Nachdenken über Konsequenzen ist eine Frage von Zukunft oder keine Zukunft. Und die Zukunft, die Merkel & Co nicht nur Deutschland, sondern Europa bereiten, ist anstrengend und gefährlich. Also denkt man lieber darüber nach, ob Guido Reil vor seinem Austritt aus der SPD ein Rechtssozi oder ein Linkssozi gewesen sei. Das ist die Frage, die dringliche; nein, die allerdringlichste.

      „… Und jetzt kommen Menschen aus Nord-Afrika und aus dem Nahen Osten, aus dem Gebiet der Erde, das am gewalttätigsten, frauenfeindlichsten, antisemitischsten [ist] ‒ und wir denken, da wird alles gut, und wir schaffen das?“ („Hart aber Fair“, 05.09.2016)

      Stopp, Guido! Zuerst die nahliegende Frage: Warst du Rechtssozi oder Linkssozi?

      Ob Raw René Gutman wirklich denkt, dass Juden und Moslems zum selben G’tt des Lebens beten? Der monsieur Jung von den Dernières Nouvelles d’Alsace hat es ihm nicht abgenommen. Ich, offen gesagt, auch nicht. Schreiben tut er das zwar. Doch die Zeilen vor der konventionellen Beteuerung: „Sie sind mit uns die Kinder Abrahams, dessen G‘tt der G‘tt des Lebens ist…“ klingen frischer, emotionsgeladen:

      Or, lorsqu’une religion, ou ce qu’on en fait, devient une religion de la Mort, lorsque ceux qui y adhèrent ont choisi la mort, toute effusion de sang, toute agression, tout attentat font dire à D’ ce qu’il déclara à Caïn : « le sang de ton frère crie vers moi » Une telle idéologie symbolise ici un mode de civilisation, si tant est qu’on peut la qualifier ainsi, qui conduira Dieu à dire, devant la violence généralisée de la génération du Déluge (Genèse, 6,6) : « qu’Il regrettait d’avoir créé l’homme »!

      [Aber wenn eine Religion, oder was man daraus macht, zu einer Religion des Todes wird, wenn ihre Anhänger den Tod wählen, dann führt jedes Blutvergießen, jeder Angriff, jedes Attentat G’tt dazu, seine Worte an Kain zu wiederholen: „Das Blut deines Bruders schreit zu mir aus der Erde“ [Kol Dme Achicha zo’akim elaj min ha-Adama].
      So eine Ideologie steht hier für eine Zivilisation ‒ wenn man sie so nennen kann ‒, die G’tt angesichts der entfesselten Gewalt in der Sintflut-Generation hat sagen lassen, dass „Er bereue, den Menschen erschaffen zu haben“ [Wa-jinachem Haschem ki assa et ha-Adam] (Gen 6, 6)]

      Wie sagten irgendwo Chasal: Haschem hat wohl versprochen, die Erde nicht mehr mit Wasser zu zerstören. Von Feuer hat er nichts gesagt.

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      • schum74 schreibt:

        Frank A. Meyer, „Schaut auf dieses Bild“, Blick, 04.09.2016

        http://www.blick.ch/news/politik/fam/frank-a-meyer-fels-des-anstosses-id5452734.html

        Schaut Euch diesen Artikel an! Schaut in die Zukunft!

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      • Jan schreibt:

        Toller Artikel! Witzig: sogar das Smartphone muss Niqab tragen🙂 Entlarvend auch das Zitat der Sprecherin der Kommission gegen Rassismus, die den Burka-Kritikern vorwirft, sie wollten damit ja hinterhältigerweise eigentlich den Islam kritisieren. Unfreiwillig macht sie klar, worum es ihr und ihren Komplizen geht: Verbot der Kritik am Islam. Unterdrückung von Frauen ist zwar nicht so schön, aber wenn es der Ausbreitung des wahren Glaubens dient, ignorieren wir das mal ganz großzügig. Immer nach dem Motto, der Prophet, der Prophet, der hat immer Recht, und Genossen … oder auch: Wer Rrrrassist ist, besstimme ich!

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  6. caruso schreibt:

    Ja, liebe schum, ich kenne die Geschichte. Zwar in einer witzigen Form, aber doch. Und ich muß sagen, witzig oder nicht, das Original gefällt mir unvergleichlich besser. –
    Kannst Du mir bitte erklären, warum deutsche / westliche Politiker, Medienleute Selbstmord begehen wollen? Ich meine, wenn, dann sollen sie es alleine tun. Aber sie „wollen“ Millionen mit
    in den Tod reißen. Und warum können / wollen / beides sie nicht über den eigenen Tellerrand denken, sehen? Es gibt nach meiner Erfahrung (hoffentlich täusche ich mich!) kaum einen, der dies zumindest versucht.
    lg
    caruso

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