Deutsche Christen verpilgern Juden

Tapfer im Nirgendwo

Auf der Seite evangelische.de wird frohlockt: „Pilgerreise von EKD und Bischofskonferenz am See Genezareth begonnen.“ Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen bei der Tour eine beeindruckende ökumenische Erfahrung machen.

„An der Fahrt zur Vorbereitung des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017 nehmen je neun Vertreter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz teil“, heißt es auf der Evangelischen. Was ist besser, als 500 Jahre nach Martin Luther den Ort zu bereisen, wo jene Menschen leben, über die Martin Luther einst so sprach:

„Wisse du, lieber Christ, und zweifle nicht daran, dass du nächst dem Teufel keinen bittereren, giftigeren, heftigeren Feind hast als einen rechten Juden, der mit Ernst ein Jude sein will.“

„Sie sind eitel Diebe und Räuber (…) Denn ein Wucherer ist ein Erzdieb und Landräuber, der billig am Galgen siebenmal höher als andere Diebe hängen sollte.“

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man…

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67 Antworten zu Deutsche Christen verpilgern Juden

    • Aristobulus schreibt:

      Danke.
      Ja, ganz große Kunst auf die äußerst Wittenbergische, zumal Luther (der Großschmockes himself) dieses rünstgesäugische Sau-Ding höchstpersönlich mit einem hl. Großabsatz in seinen hl. Großstellungnahmen bedacht hat.
      Bedeutet: Dass die Wittenberger weder die steinerne Judensau noch das papierne luthersche Großgetön jemals wegmachen werden. Zumal sie ja nicht klein beigeben, indem sie sowas einfach mal wegmachen. Nein, sie haben es vermehrt: Anno 1988 haben sie unter der Judensau ins Straßenpflaster eine Großbronzetafel eingelassen, auf der 1) das Tetragrammaton (vier hebräische Buchstaben als Name Gottes) und 2) ein Judenstern prangen.
      Warum und wozu die Verdoppelung, Ergänzung und Vervollkommnung der glorreichen lutherischen Judensau nun im Fußboden: Damit man als Passant endlich da DRAUFTRETEN kann. Oder soll. Weil die gotische Judensau dafür wohl leider zu hoch oben an der Mauer hängt.
      Auch’n Fortschritt, das

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Man fragt sich ja immer, was denn dem widerfahren ist, dass er da so drastisch und eleminatorisch wurde, in seinem Judenhass?

        Und ich habe letztens beim Feudeln die Anmutung gehabt… Nein, fängt weiter vorne an.

        Auf dem Weg dahin wurde er im Radio gepriesen, als jemand, der die Voraussetzungen geschaffen habe, dass ein jeder „Ich“ sagen könne und als mündiger Christ selber lesen und denken dürfe. Individuum statt Herdenhammel… So in der Richtung noch mehreres. Das schien mir, im Vergleich zu dem, was damals katholische Amtskirche war, eine inhaltliche Annäherung an die Schrift, an die ganze Schrift, also auch an die jüdischen Wurzeln zu sein.

        Und wann hat der sich besonders drastisch distanziert von Leuten, die sich da auf ihn beriefen? Doch jedenfalls dann, wenn sein schirmender Landesherr dies heischte: Bei den Pauren, zum Beispiel.

        Möglicherweise, dachte ich da, und der Sprachduktus wider die Pauren ist recht ähnlich dem seiner Bemerkungen zu den Juden, wollte er sich und sein Reformationswerk nur schützen, vor dem Verdacht…?

        Das macht es durchaus nicht besser, aber vielleicht kann man es so verstehen, ohne nun gleich Verständnis zu haben?

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      • Aristobulus schreibt:

        Vielleicht-. Zumal Du die Anmutung beim Feudeln hattest, also muss etwas dran sein.
        (Meine anmutigsten Anmutungen kommen mir mitunter beim Fensterputzen unter🙂 , obzwar selten, weil ich selbige zu selten putze)

        Luther musste, nein, er wollte sich höchstwahrscheinlich sehr, sehr und mehr als sehr vorsehen, um weder allzu sozialrevolutionär, noch allzu judenfreundlich zu werden. Weswegen er allzeit an seine Fürsten sich angedockt hat, um in seinem Gesamtkunst- nein Großgesamtreligionswerk so allerchristlichst zu werden, wie es nur ging: Also denkbar obrigkeitsfromm und hungrigst judenfressend wurde er dann (Kunststück, er war’s vorher auch schon).

        P.S.
        Christentum-Bashing… pardon, ich ertappe mich dabei. Das ist nicht gut. Christen werden im Orient so ausgemordet, verstümmelt, vergewaltigt, vertrieben und versklavt wie seit dem sieben Jahrhundert nicht mehr. Schum hatte das woanders festgestellt; und dass man dann unter diesen woanders mörderischen Umständen hiesigenfalls nicht auf deren Lehre treten sollte.
        Jedoch: Die EKD, die Synode des Bischofs Bustros, überhaupt alle Christenoffiziellen treten derzeit vermehrt auf die Juden drauf.
        Hm hm. Da sollte man drüberstehen🙂

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Also, soweit das Drauftreten in Anwanzung an die Ausmörder geschieht, scheint mir, man dürfe und solle sich das verbitten. Müsse das. Für- und Vorsorge ist das.

        Bashen soll man eh so wenig wie möglich, aber Vorbehalte zu behalten, wenn alle am Luther jubeln: Das ist kein Bashing. Und Luther ist nicht das Christentum.

        Das aus jüdischer Sicht als entbehrlich, überflüssig und gefährlich, zudem in der Vergangenheit als schädlich und in der Gegenwart als um Schädlichkeit bemüht zu verstehen, wiewohl als umgänglicher, als den Islam: Realitätssinn?

        Also vielleicht: Hilfe und Solidarität dem Christen, aber dennoch kritische Distanz zur Lehre, und zu dem, was er glaubt? Und ein grundlegender Zweifel, ob das nötig gewesen sei, dieses Christentum? Bei völliger Ratlosigkeit hinsichtlich der Notwendigkeit des Islam?

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      • Lancelot schreibt:

        Warum wird Luther eigentlich so an den Pranger gestellt? Es gibt und gab tausende prominente Personen, egal ob sie Politiker, Geistliche, Wissenschaftler, Autoren oder Philosophen waren, die nicht minder antisemitisch waren und dies auch in Rede oder Schrift veröffentlichten. Aber Menschen wie Goethe, Kaiser Wilhelm II und Kant werden offenbar nicht belangt. Nicht zu vergessen, dass sicherlich der Großteil des einfaches Volks auch antisemitisch eingestellt war, wobei dies auch auf die Kirche zurückgeht, die das dem einfachen Volk predigte.
        Luther war nicht der schlimmste Antisemit aller Zeiten, das waren eindeutig die Nazis.

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      • Aristobulus schreibt:

        … wegen Ihrer ausufernd ubiquitären Mediortität und wegen Ihrer erschütternd allüberalligen Weitest-Unterdurchschnittlichkeit gebührt Ihnen natürlich kein Lorbeer.
        Aber den Lorbeer für’s permanente Verdrecken des Christentums (durch permenante Selbstbeschmutzung), den haben Sie droben auf dem Restschädeln knistern.

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      • Aristobulus schreibt:

        … MedioKrität.
        Nicht Mortalität. Hm hm, leider eher nicht diese👿

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      • luminescent schreibt:

        Mit der Bodenskulptur ( http://www.christliche-sauerei.de/Bilder/wittenb-platte.jpg ) und deren Aussage kann man ein Bemühen sehen zu erklären, wohin Luthers Antisemitismus führte. Man muss es jedoch nicht. Ich persönlich halte sowohl Luthers Aussagen zu Juden (auch im Kontext zu seinem „Gesamtwerk“) sowie die Darstellungen der „Judensäue“ an sogenannten Gotteshäusern für Volksverhetzung im Sinne des deutschen Strafrechts. Wer Luther ehrt ohne seinen Antisemitismus zu explizit zu verdammen, huldigt dem Antisemitismus und damit direkt seinen besten Schüler, den Verbrecher Adolf Hitler! Warum der Staat Israel solchen Gruppen die Einreise gestattet, bleibt zu (er)klären.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Luther ist seit Jahrhunderten tot, keiner stellt den an den Pranger und keiner belangt ihn. Es hat das auch nie jemand getan. Die anderen, von Ihnen genannten sind ebenfalls tot, und keiner belangt sie mehr. Vielleicht mit Ausnahme einiger Restnazis.

        Er ist aber Gründer einer Konfession, der er von seinem reichlichen Judenhass mitgegeben hat, sei der nun bündnistaktitsch motiviert gewesen oder ihm von jeher eigen. Diese Konfession hat den Hass kultiviert. Hier geht es im Moment um das Verständnis, woher er rührt, und es wäre angenehm, wenn Sie den Diskurs darüber ungestört sich entwickeln ließen.

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      • Lancelot schreibt:

        Luther hat zwar die evangelische Kirche begründet, er selbst war trotzdem katholisch. Und 1500 Jahre lang hat das Christentum bzw die katholische Kirche in Deutschland judenfeindlich gepredigt, immerhin stehen judenfeindliche Zitate in der Bibel, welche die Wahrheit sagen soll. Luther hat seine Äußerungen nicht aus der Luft gegriffen, diese Äußerungen gab es schon lange vorher und daher rührt auch der ganze Hass gegen das Judentum. Die evangelische Kirche war genau antisemitisch, wie die katholische Kirche.

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      • Aristobulus schreibt:

        … schon wieder so eine scheißapologetische, dumme, am Thema vorbeigehende Schwafelantwort, obgleich Clas Lehmann sich weitere Störungen von Ihrer Seite wirklich sehr höflich verbeten hatte.
        Haben Sie keinen Anstand und kein Sozialempfinden?!

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      • schum74 schreibt:

        1) Goethe war nicht antisemitisch; das war seine liebe Mutter.
        2) Kant war mäßig antisemitisch, ja? Solche Texte wie Luther sie verfasst hat, wären ihm nicht im Traum eingefallen.
        3) Es steht kein Hitler-Jubiläum an. Und richtig: Der Fureur hat keine Konfession gegründet.

        Luther als unechter, bündnistaktischer Antisemit: eine interessante Vermutung. Sie scheint mir zu dem Mann, den ich in Erinnerung habe, nicht zu passen; aber es ist lange her, dass ich die Friedenthalsche Luther-Biographie gelesen habe.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Zu dem Mann vielleicht nicht; was aber, wenn er ein größeres Wohl verfolgt hätte? Ein großes und gutes Ziel und Werk und das nicht gefährden wollte oder konnte? Und vielleicht selber die Nähe sah und spürte und sie vorgehalten bekam und daher derartig in Äußerungen verfiel, die es unmöglich erscheinen ließen, es sei diese Nähe aus anderen Gründen als aus der reinen Schrifttreue entstanden? Als Abwehr?

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      • Lancelot schreibt:

        Luther missfiel, dass die Kirche durch Ablassbriefe sich dumm und dämlich verdiente, damit die hohen Geistlichen in Saus und Braus leben konnten. Daneben wimmelte es von Korruption, wenn es um hohe Ämter ging. Vom Sittenverfall ganz zu schweigen, die Stadt Rom, die das Zentrum des Christentums darstellte, war ein Sündenbabel.
        Luther wollte mit alldem aufräumen, in guter Absicht die Kirche wieder zu dem machen, wie sie früher war und sein soll. Er hatte im Übrigen nie den Sinn gehabt, eine neue Konfession zu gründen, aber am Ende geschah dies doch.

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      • Aristobulus schreibt:

        Meinegüte, hier ist keine Hilfsschule!, Sie dumme Sau.

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      • Lancelot schreibt:

        Im Übrigen war Luther nicht nur judenfeindlich, sondern auch judenfreundlich. Er wollte auch, dass die Menschen mit Nächstenliebe den Juden begegnen.
        http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/das-ganze-arsenal-des-antijudaismus

        P.S. Warum wird das Wort „judenfreundlich“ rot unterstrichen, während ich schreibe?

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      • schum74 schreibt:

        Stichwort: Nähe.
        Clas, was hältst Du von Broders Antwort (19.03.2015)? Zitat:

        Die Jüdische Volkshochschule in Berlin lädt für Donnerstag zu einem Vortrag über die Frage „War Luther Antisemit?“ ein. Dabei soll „Luthers rätselhafter Wandel vom Judenfreund zum erbitterten Judenfeind“ beleuchtet und als „Tragödie der Nähe“ gedeutet werden. Es gehört seit jeher zu der Praxis der Antisemiten, den Juden so nahe wie möglich zu kommen. Was für die Juden meistens schrecklich endete. Von einer „Tragödie der Nähe“ zu sprechen, erscheint allerdings ein wenig frivol. Eine Tragödie zeichnet sich dadurch aus, dass der Held schuldlos schuldig wird. Das war bei Luther ganz bestimmt nicht der Fall. Aber vielleicht ist das Ganze eine Satire. Wie das Titelblatt der „Titanic“ vom Juli 2002: „Schrecklicher Verdacht: War Hitler ein Antisemit?“

        http://www.welt.de/kultur/article138534457/Schrecklicher-Verdacht-war-Luther-Antisemit.html

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      • schum74 schreibt:

        Die Bibel allerdings, scheint Luther aufrichtig geliebt zu haben, wie diese Passage aus Pinchas Lapide: Ist die Bibel richtig übersetzt?, Gütersloh 1989 (3. Auflage) belegt:

        Aus dem Kapitel: „Luthers Ringen mit der Schrift“:

        „Wir mühen uns jetzt ab, die Propheten zu verdeutschen. Was ist das doch für ein großes, beschwerliches Werk, die hebräischen Erzähler zu zwingen, Deutsch zu reden. Wie sträuben sie sich, da sie ihre hebräische Ausdrucksweise nicht verlassen, und sich dem groben Deutsch nicht anpassen wollen, gleich als ob man eine Nachtigall zwänge, ihren melodischen Gesang aufzugeben und den Kuckuck nachzuahmen, dessen eintönige Stimme sie verabscheut.“ Wie schwer sich Luther mit seiner Bibelübersetzung tat, bezeugt dieser Brief, den er am 14. Juni 1528 an Wenzelaus Link schrieb. Und mit gutem Recht. Denn zeitlebens schwankte er zwischen widersprüchlichen Grundsätzen, die ihn zu wiederholten Textrevisionen zwangen, die aber letztendlich nie ganz seinen hohen Forderungen gerecht werden konnten. Er wollte zwar, wie er in seinem Sendbrief vom Dolmetzschen erklärt (Nürnberg 1530) „zuweilen die Worte steif behalten, zuweilen allein den Sinn geben“, sein Hauptziel blieb aber „meinen Deutschen“ zu dienen, indem er ihnen eine vom deutschen Sprachgeist erfüllte Übertragung zu schaffen strebte. Einerseits gab er den Rat: „Wer Deutsch reden will, der muß nicht der ebräischen Worte Weise führen“, andererseits betonte er: „Ich habe eher wollen der deutschen Sprache abbrechen, denn von dem (ebräischen) Worte weichen.“ (S. 19)

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      • schum74 schreibt:

        … so sehr hat Luther die Bibel geliebt, dass er deren Gebrauch ungern Juden überließ:

        Zitate aus: Prof. Dr. Luther, Von den Juden und ihren Lügen, Wittenberg 1543:

        Luther zu den Juden: „Ihr seid nicht wert, daß ihr die Bibel von außen ansehen sollt, geschweige daß ihr darin lesen sollt“.

        Luther zu den Juden: „Ihr sollt allein die Bibel lesen, die der Sau unter dem Schwanz steht und die Buchstaben, die da herausfallen, fressen und saufen.“

        „Darum, wo du einen rechten Juden siehst, magst du mit gutem Gewissen ein Kreuz für dich schlagen und frei und sicher sprechen: Da geht ein leibhaftiger Teufel.“

        (Quelle: Die Neo-Lutheraner – Online-Dokumentation)

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      • luminescent schreibt:

        Warum wird Luther eigentlich so an den Pranger gestellt?

        will ich Ihnen, @ Lancelot mit einer Anekdote (aus dem Gedächtnis) kurz beantworten: Julius Streicher, über dessen Rolle im Hitler-Regime alles bekannt sein dürfte, verteidigte seine Verbrechen vor dem Kriegsverbrechetribunal Nürnberg mit den Worten, „er hätte nur aufklären wollen“ und verwies dann auf Luther, dessen Buch „Von den Juden und ihren Lügen“ und erklärte, dass wenn man dieses Buch zur Grundlage nehmen würde, „säße sicher heute Luther an meiner Stelle auf der Anklagebank“. Streicher wurde hingerichtet, Luthers Hetze lebt leider weiter.

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      • schum74 schreibt:

        Zu der Hypothese, Luther habe die Juden sozusagen theatralisch angegriffen, um sein Werk zu retten, fragt sich, warum andere Reformatoren demonstrativen Judenhass nicht nötig gehabt haben.
        In einem Interview vom 1. Juni 2007 (“Post-Holocaust and Anti-Semitism”) bemerkt der niederländische Religionswissenschaftler Hans Jansen zu Manfred Gerstenfeld:

        “Among the Protestants’ founding fathers, Martin Luther was particularly anti-Semitic. His writings were precursors of twentieth-century National Socialist texts. Adolf Hitler, Joseph Goebbels, and Julius Streicher gladly quoted from Luther’s works, even if he never recommended the physical destruction of the Jews. Luther did, however, advise burning synagogues in honor of God and Christianity, confiscating Jewish books, and expelling Jews from Christian countries. In 1985 the World Federation of Lutheran Churches distanced itself from these statements of Luther.

        Other sixteenth-century Protestant reformers such as John Calvin, Ulrich Zwingli, and Philipp Melanchton also considered Judaism archaic but were against drawing operational conclusions from this. Another reformer, Martin Butzer, took a more favorable position toward the Jews.”

        “No other important Catholic or Protestant theologian throughout the centuries who wrote major works of exegesis had as many horrible things to say about the Jews as Luther. His anti-Semitism is fully interwoven with his exegesis of the Hebrew Bible. I sometimes ask Protestant theologians: ‚What do you think, for instance, of his 1543 book From the Jews and Their Lies?‘ They often answer: ‚I really don’t know it.‘ This is despite its being one of his important works.”

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      • schum74 schreibt:

        Und noch ein Umstand spricht gegen Clas’ reizvolle Hypothese von der Zweckdienlichkeit eines zur Schau getragenen Judenhasses: der Umstand nämlich, dass Luther ihn nicht nur öffentlich, sondern auch privat geäußert hat.

        Im Münchner Buchverlag (Münchner Lesebogen Nr. 61) ist 1941 ein lesenswertes Büchlein, Luthers letzte Tage. Briefe und Dokumente, erschienen.

        Noch in einem seiner letzten Briefe an „Meiner herzlieben Hausfrauen Katherin Lutherin, Doktorin, Zulsdorferin [nach dem von Luthers Frau bewirtschafteten Gut Zülsdorf], Säumärkterin und was sie mehr sein kann“ kann Luther antisemitische Ausfälle nicht sein lassen.

        (Anmerkung des Herausgebers Walter Schmidkunz zu Luthers Brief vom 1. Februar 1546:
        „Martin Luther, der große Streiter und Streitschlichter, war in den Wintertagen des Januar 1546, trotz seines leidenden Zustandes, dem Ruf des Grafen von Mansfeld gefolgt, um die Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Linien des Mansfeldischen Hauses in Eisleben, seiner Geburtsstadt, zu schlichten.“)

        Jetzt der Brief an „Meiner herzlieben Hausfrauen Katherin Lutherin“ etc.:

        „Ich bin ja schwach gewest auf dem Wege hart vor Eisleben, das war meine Schuld. Aber wenn Du wärest da gewest, so hättest Du gesagt, es wäre der Juden oder ihres Gottes Schuld gewest. Denn wir mußten durch ein Dorf [Rißdorf] hart vor Eisleben, da viel Juden inne wohnen; vielleicht haben sie mich so hart angeblasen. So sind hie in der Stadt Eisleben itzt diese Stunde über fünfzig Juden wohnhaftig. Und wahr ists, da ich bei dem Dorf fuhr, ging mir ein solch kalter Wind hinten zum Wagen ein auf meinen Kopf durchs Barett, als wollt mir’s das Hirn zu Eis machen.“

        Das ist schon krankhaft, nicht? Und bei der Gelegenheit erfährt man, dass die ehemalige Nonne den Judenhass des ehemaligen Mönchs teilte. Eine feine Liebesreligion ist mir das.

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      • schum74 schreibt:

        Anmerkung zu: Goethe war nicht antisemitisch; das war seine liebe Mutter.
        Goethe ist ein gutes Beispiel dafür, dass man nicht ein Leben lang wiederholen muss, was Mutti oder der Religionslehrer gesagt haben. Man kann die Dinge prüfen und zu eigenen Schlüssen kommen.

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      • aurorula a. schreibt:

        Irgendwie klappen meine Zehennägel wenn ich Lutherzitate lese inzwischen genauso hoch wie wenn ich hier etwas von L. sehe, und aus größtenteils denselben Gründen. Das wollte zwar keiner lesen, ich aber mal loswerden.

        Nebenbei denke ich mir: wie Dr. Martin Luther King wohl **** hat über seine beiden Vornamen, ist bestimmt auch alles andere als druckreif; angesichts der Äußerungen von diesem, und von jenem. Soviel kann ein einzelner garnicht fluchen.

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      • Aristobulus schreibt:

        Ja, Aurorula, und diese erstaunliche Zehenklabbeffekt-Parallele zwischen dem selbstmitleidigen Wittenbergischen Kaltwind-Schädeldröhn-Hasser und jenem L. sollte uns freilich stören, sollte uns aber kaum zu denken geben🙂 , weil der Letztgenannte ja alles tut, was er kann (wobei er aber nichtmal das kann), um den leider fortbestehenden lutherschen Ekelpfropf im Christentum um so ekliger zu machen.
        Unterschied: Luther war nicht dumm, nur schäumend selbstverblendet, und sein Ekelpfropf blieb immerhin einigermaßen eloquent. Hingegen der Andere da, hélas, ist ein gedankenbefreiter Verblendeter auf die kleinstdenkbare Art der Stammler, Afterepigonen, Sozialterroristen und feuchten Ohrabkauer.

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      • Aristobulus schreibt:

        … noch meine fünf Schekel zur These über Luthern als unechtem, bündnistaktischem Antisemiten: Ich lese in seinen gern wiederholten, gern ausgeweiteten, gern formulierten Ausfällen seine große Lust und sein großes Leid. Beides: Die Lust am Leidzufügen.
        Extravertierte Judenhasser haben das gemeinsam, und sie schreiben so. Sie fühlen sich gezwungen und genötigt, immer wieder von Neuem ihre Verachtung des Jud‘ in die Gegend zu speien, und sie leiden öffentlich so daran, während sie es insgeheim genießen. Luther hat sein Geschäum wegen des Jud‘ so genossen, dass ihm sogar als Krankem nach einer miserablen Kutschenfahrt (ach, die Kutschen des sechzehnten Jahrhunderts!, wer darin fuhr, der litt schon bei schönem Wetter, sogar wenn gar kein Jud‘ in der Nähe lauerte) gar nichts sonst einfiel.
        So einer kalkuliert nicht damit… er zieht sich daran hoch und ergießt sich.

        Also wird sich’s doppelt nicht um eine „Tragödie der Nähe“ handeln, sondern um eine mindfucking Form von Eigenseelenverstümmelung, naturgemäß pro bono, damit das Dauerärgernis und das Verderbnis der Welt, der Jud‘, endlich ausgerottet werde. Als Nähe besteht bloß der Genussmoment, wenn man mit dem Messer zusticht, und die Tragödie tönt mehr wie ein Satyrspiel.

        Sogar in Deinem (Schum) anderen Fund, mitten auf den Punkt, der!, steht diese Mischung aus Selbstmitleid und Ausrasterei (gleich Judenhass) so deutlich hingeschrieben wie nur was:
        (Luther 1538) „Was ist das doch für ein großes, beschwerliches Werk, die hebräischen Erzähler zu zwingen, Deutsch zu reden…“
        Seufz! Schreiben fällt so schwer. Der, der schreibt, muss sich zwingen und muss am Auferzwungenen herumleiden, und je mehr er leidet, um so größer gerät ihm sein Geschreib. Am größten geht es aber beim Schreiben zu, wenn man über das Leid des Schreibens schreibt. Und am Allergrößten blasen sich das eigene Leid und die eigene Rolle auf, indem man über den Hass am Jud‘ schreibt. Weil der Jud‘ dem großen Luther das angetan hat. So, wie er es ihm angetan hat, Erzähler und Protagonisten der hebräischen Bibel zu sein: Ungeziefer, das es wagt, das größte Schriftstück überhaupt hinzukriegen. Das kann ja nur mit dem Satan zugehen – oder auf gut Luthersch mit der Sau, dem Fressen & Saufen, mit der Sau unterm Schwanz, usw. usf.

        Luther weiter: „…Wie sträuben sie sich (die hebräischen Erzähler), da sie ihre hebräische Ausdrucksweise nicht verlassen, und sich dem groben Deutsch nicht anpassen wollen, gleich als ob man eine Nachtigall zwänge, ihren melodischen Gesang aufzugeben und den Kuckuck nachzuahmen, dessen eintönige Stimme sie verabscheut.“
        Da sagt er, dass der Jud‘ die groben Deutschen verabscheue. Obgleich er, nicht dumm!, erkennt, dass die hebräische Bibel ein Nachtigallengesang ist, den keiner nachahmen kann. Aber, so Luther, der Jud‘ wolle sich dem Deutschen nicht anpassen, ja er zwinge den Deutschen, grob und ein Kuckuck zu bleiben.
        So steht das da…

        Er hat diesen unendlichen Neidgroll ebenso genossen, wie er daran litt. Hat er nicht gesagt, „hier stehe ich, ich kann nicht anders!“
        Ah wah, Leid-Schmeid. Er hat sich dran hochgezogen, weil Judenhass das Billigste und das herrschaftlich-bäurisch-Anbiederndste ist, das man da draußen so für umme bekommt.

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      • aurorula a. schreibt:

        @ Sonntagsblattartikel:
        In einem Satz zusammengefasst versucht der Autor des Artikels zu erklären, daß Luther kein Antisemit war, oder nicht gemessen an den Maßstäben seiner Zeit, oder aus Mißverständnis (wessen auch immer) – und erläutert dabei, warum er das war. Oder ist, je nach Bezug.
        Was hier an belastendem „Ent“lastendem aufgeführt wird, finde ich fast noch schlimmer als die Stellen, die ein einfaches „ja“ als Antwort auf die Frage ob Luther Antisemit war untermauern würden.

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      • aurorula a. schreibt:

        P.S: was mich am Artikel (und anderswo) besonders nervt sind Formulierungen wie „Für Christen ist…“, und zwar nach Meinung des Autors für alle, auch für die für die das nicht so „ist“. Dieses verkollektiviert werden in das, was der Sprecher gerade für das ganz große Wir hält (ob nun wie hier das Christentum-an-sich, oft das Wir-als-Gesellschaft, moralisierend das Wir-haben-die-Erde-nur-geborgt, politisch das Wir-schaffen-das, oder überhaupt das Wir-auch-immer) kann ich einfach nicht ab. Wenn sich meine Nachbarn irgendwann beschweren, daß ich viel zu laut „Verdammt, ich bin nicht Du!“ brülle; dann wird etwas ähnliches der Grund gewesen sein.😉

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      • Aristobulus schreibt:

        Ja, ein dämlicher Artikel, der nur so tut, als fasse er die Dinge übern Luther zusammen. Dieses so-Tun überhaupt. Ach, diese geistige nein antigeistige Falschmünzerei, ja und das Wir, das inkludierende.
        Das Allerdämlichste an diesem inkludierenden Wir ist ja, dass der inkludierende Ellenbogen, der Dir da in die Seite sticht, überhaupt nicht verschwindet, wenn Du rufst, verdammich, gehenSe wo Sie wohnen. Sondern einer, der qua Ellenbogen allgemein inkludieren will, versteht das dann nur so, wie das Sonntagsblatt den Luther versteht. Also in einem besonderen Maße von gar nicht.

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      • schum74 schreibt:

        Zum Neidischwerden🙂 diese Deutung des Briefs vom 14. Juni 1528: wie Du Luthers ambivalente Beziehung zum Tanach, dem allerjüdischsten Werk, erkannt hast, und wie Du sie benennst; dazu noch „der Deutsche“ heraushörst, wo Luther „das Deutsche“ zu meinen vermeint.
        Kol ha-Kawod, Aristobulus!

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      • Aristobulus schreibt:

        🙂 😳
        Schankedön, ma chère, habe aber nur ausgepackt, was da eingepackt geschrieben steht (Du hattest es gefunden und in der Erwartung zitiert, dass einer es auspackt!)

        Luther also. Wie war der? Der hat sich die eigene Grobheit und Maßlosigkeit fleißig mit Judenhass hinweggelogen. Uh, und daran litt er so, weil er ja nicht grad der Dööfste gewesen ist und also die eitle ICH-bin-so-grorrß-und-bleibe-dabei-Selbstbelügerei wohl nur bis zum Abends Einschlafenmüssen hat bringen können.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Erstmal vielen Dank, an alle, die hier beitrugen, und die Bitte, mein Wegsein zu verzeihen: Zu viel zu tun hatte ich, und dann erstmal denken müssen.

        Auffällig immerhin, dass schon Luthern an den Juden vor allem störte, ausweislich des Briefes an seine Frau, dass sie siedelten und atmeten, wenn auch bei Eisleben, und nicht in Hebron…

        Im Radio hatten sie jetzt so eine Kirchengeschichtsprofessorin, die Antisemitismus bei Luther verneinte, da es den noch nicht gegeben habe, auf Nachfrage Judenhass jedoch einräumte und ihn letztlich auch mit der Halsstarrigkeit erklärte. Nicht mit der Luthers, sondern mit der, die die Juden hinderte, lutherische Christen zu werden und vorher bereits seit der Zeit des Erdenwandels katholische gewesen zu sein…

        Wenn sie da richtig läge, müsste dieser Brief gefälscht sein: Provokation durch Siedeln und atmen übersteigt eindeutigt den Antijudaismus und hat mit religiösen Differenzen genau nichts zu tun.

        Nicht, dass ich nun einer Schrift aus München 1941 das nicht zutraute, aber eine Kirchengeschichtsprofessorin…? Müsste die nicht diesen merkwürdigen Brief mit seiner hochseltsamen Mischung aus Charmanzen und Lieblichkeiten und dann anlasslosen, völlig unrasierten Antisemitismen kennen, und wissen, das dies kein Antijudaismus ist?

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      • Aristobulus schreibt:

        Danke, Clas. Die Kirchengeschichtsprofesorin als eine, die es besser wissen müsste, die es aber vorzieht, was Altneues über jüd’sche Halsstarrigkeiten zu verbreiten, baaah, das ist genau die selbe schlammige Ebene, nur wohl viel besser bezahlt, wie die des Glatzeschmotz, der oben tönte, dass Luther nur gegen jene in-Saus-und-Braus Lebenden was hatte, aber sonst wegen der Umstände und wegen allerlei neufrommer Reformatorik zu entschuldigen sei. (Er hat es freilich gestammelter hingemacht.)
        Wie hieß die würd’ge Dame?

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Prof. Dr. Dorothea Wendebourg, hieß die wohl und lehrt an der Humboldtuni zu Berlin…

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Und nein, den Namen habe ich mir nicht ausgedacht, obzwar man’s trefflicher kaum könnte.

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      • Aristobulus schreibt:

        … die Ordinariusia Dr. Wendelgund-Eulalia-Dorothea Wummenburg-Frommenberg, Esq., ihres Zeichens Erklärerin der lutherischen Unbeflecktheit.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Darüberhinaus dann noch das, was alle geschichtsstudierten Apologeten sagen: Die Zeit war halt so, und da war das gar nicht so ungewöhnlich… nachgerade üblich, und wenn man bedenkt, dass er ja nicht einen einzigen eigenhändig erwürgt hat, geschweige sechs, wie man es muss, damit man, zumindest in felix austria als Antisemit bezeichnet werden kann… Gut, da schmücke ich nun etwas aus. Diese Schlussfolgerung war mir als Hörer überlassen, und da ist sie nun.

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      • Aristobulus schreibt:

        Also nix passiert im Staate Wittenberg seit 1517, man lebt und webt wie eh und je.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Parbleu!

        Sozusagen: Aus dem Blitzeblauen heraus.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Nee, nee, 1517 war er noch gar nicht so da gegen die, das war mehr, als er älter wurde und sie sich immer noch nicht besserten, da hatte er denn so seine Schattenseite, die er, so als Mensch, alle Menschen haben doch so Schattenseiten, die wurde da denn etwas deutlicher.

        (Mit hörbar empathisch aufgerissenen Augen gesprochen zu denken)

        Natürlich kann man so heute nicht mehr denken.

        (Hier spricht die FvF)

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Des Mehreren hörte man sie auch sich nach einem Juden umsehen, dem sie hätte sagen sönnen, dass er das doch verstehen und bei des Luthers überragender Bedeutung auch verzeihen müsse… Aber: DLF.

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      • aurorula a. schreibt:

        … und war dann tödlich beleidigt, als alle die sie gefragt hat den Schabbes vorgezogen haben (in beiden Bedeutungen).

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Vermutlich ist sie auch nicht mehr so jung.

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  1. Aristobulus schreibt:

    Hatte zuerst gelesen:
    „…sollen bei der Tour eine beeindruckende ökonomische Erfahrung machen“.
    Leider lässt sich auf der Seite nicht der Preis dieser Reise nachlesen. Preise finden in dem Zusammenhang ohnehin nicht mehr statt, seitdem ein gewisser Jeeses einst die jüdischen Wucherer aus dem muselmanischen Tempel gepeitscht hat. Seitdem hat man dort rein geistige Interessen.

    P.S.
    Positiv: Auf der Sete steht ja immerhin nichts von einer Reise „nach Palästina und Israel“, wie man es kirchlicherseits sonst so häufig vorgesetzt bekommt, sondern da heißt es, „Fahrt durch Israel und die Palästinensergebiete“.
    Wobei auch dieses schief ist, ja etwas ausdrücken soll: Dass Israel keine Palästinensergebiete habe? Nanu, 20% der Israelis sind Araber. Oder/und dass in den Palästinensergebieten genau Null% Juden erwünscht sind? Das steht da nicht.

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  2. schum74 schreibt:

    Bärenstark, wie G. G. gerne sagt. Buurmann at his best.

    Nur eine Bemerkung zu Buurmanns Satz:
    „Heute leben in Bethlehem Muslime und Christen zusammen im Wissen, dass dort … Juden verfolgt werden. Die Stadt ist so gut wie judenrein“ …

    Der Satz droht, unrichtig zu werden. Die Stadt ist vermutlich ganz judenrein und auf dem Weg, christenrein zu werden.

    Dazu ein Auszug aus: Katia Murmann, „Der Auszug der Christen aus Bethlehem“, SonntagsZeitung, 23.09.2012:

    Die Konflikte zwischen Christen und radikalen Muslimen in Bethlehem spitzen sich zu. Die Salafisten gewinnen im Epizentrum des Christentums an Einfluss. Immer mehr Christen verlassen das Heilige Land. (…) Die zunehmende Islamisierung werde für die Frauen und Mädchen zum Problem. Sie werden immer wieder angestarrt, wenn sie kein Kopftuch tragen. Auch von Übergriffen wird berichtet. „Viele Christen haben keine Hoffnung und keine Perspektive hier“, sagt Jimmy Zeidan. „Deshalb wandern sie aus, obwohl das ihre Heimat ist.“
    Vor 50 Jahren waren Christen wie Jimmy Zeidan die Mehrheit in Bethlehem. Damals waren 85 Prozent der Bevölkerung christlichen Glaubens. Heute sind es noch 35 Prozent. Und es werden jeden Tag weniger. (…)

    Der israelisch-amerikanische Anwalt Justus Weiner, der sich seit Jahren mit der Situation der Christen im Heiligen Land befasst, warnt: „Wenn man sich nicht um die Anliegen der Christen kümmert, wird es in 10 oder 15 Jahren keine Christen mehr in Bethlehem geben.“

    http://info.sonntagszeitung.ch/archiv/detail/?newsid=230258

    Nennt man das ein Zusammenleben?

    Ein anschauliches Bild der Lage gab Ulrich W. Sahm („Christenverfolgungen“) am 26. September 2013:

    „Beispielhaft für die Lage der Christen in der arabischen Welt sei hier ein von den Medien verschwiegenes symbolisches Ereignis erwähnt. Am 23. Dezember 1994, als PLO-Chef Jassir Arafat in Bethlehem feierlich einzog, wandte er sich vom Dach der Geburtskirche an das unter ihm, auf dem Krippenplatz, versammelte Volk. An der Kirchwand und auf den Kirchtürmen waren erstmals in der Geschichte (palästinensische) Nationalflaggen aufgehängt worden. Auf das Dach der heiligsten Kultstätte des Christentums hatte man ein Modell des muslimischen Felsendoms gehievt. Noch symbolhafter hätte die angestrebte Herrschaft des Islam über das Christentum nicht kundgetan werden können.“

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  3. schum74 schreibt:

    Nachdem über Luther alles Grässliche gesagt worden ist, was diesem herausragenden Vertreter des „zoologischen Antisemitismus Europas“ (Berl Katznelson, 1. Mai 1934) zukommt, darf man zu etwas anderem übergehen: zu Luthers Standhaftigkeit vor mächtigen Gegnern: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“. Der hätte auf dem Tempelberg sein Kreuz nicht abgenommen. Der würde den Gauckischen, die sich auf ihn berufen, in die Eier treten – ja, überhaupt daran erinnern, dass es so etwas wie Eier gibt.
    „… die Standhaftigkeit des Reformators hat zeitlos für alle Menschen Vorbildcharakter“ unterstreicht Michael Wolffsohn in einem phantastischen BILD-Artikel (03.11.2016).

    So ist es. Ach! Dass wir eine solche Type nicht auf unsere Seite haben ziehen können! Ein Trost bleibt dennoch: dass wir den Mohämme nicht auf unserer Seite haben.

    http://www.bild.de/politik/inland/kardinal/kardinal-und-bischof-verzichten-aufs-kreuz-48564234.bild.html?wtmc=fb.shr

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    • Aristobulus schreibt:

      … wollte etwas darauf antworten, ma chère, merke aber die Migräne kommen, wenn ich nicht sofort an der Matratze lausche (hoffentlich ein schabbesdiker Traum über Johannes Reuchlin, und was gewesen wäre, wenn er die Rolle Luthers übernommen hätte, so volles Programm mit Bibelübersetzung und Thesen und Einstehen vor den Mächtigen?, der hätte das gekonnt!, dann hätte wegen des völligen Mangels an judenhassendem Gehalt dieser Reformation Eisenmengers infames Buch (1701, der hat darin den modernen Antisemitismus erfunden) nicht geschrieben werden können, und in der Folge hätte vielleicht der Judenhass aufgehört, oder fast. Reuchlin als Vorbereiter des Moschiach. Nur so als Vorschlag, was gewesen wäre, wenn nicht Luther. Ah, davon wäre gut Träumen!🙂 )

      A gutten Schabbes.

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      • Clas Lehmann schreibt:

        Also, mit der, der Mme La Migrène: Nicht mal reden solltest Du mit der!

        Der Johannes Reuchlin scheint dagegen wirklich ein feiner Mann gewesen zu sein, da muss ich mehr drüber und vor allem von lesen…

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      • Aristobulus schreibt:

        Lieber eine Mademoiselle Migrène als etwa Madame Gangrène, denn Erstere geht wieder weg, wohl, wobei Zweitere sich dafür sehr sehr bitten ließe, sofern🙂

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      • schum74 schreibt:

        Gangrène, la reine du gang.

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      • schum74 schreibt:

        Zu Johannes Reuchlin (1455-1522)

        Aus: Peter Wortsman, „Verbrennt nicht, was ihr nicht kennt!“, Die Zeit, 05.01.2011:

        Vor genau 500 Jahren fand ein anderer deutscher Streit um eine andere Minderheit statt, in dessen Mittelpunkt bald ein einzelner Mann stand. Dieser Mann, ein humanistischer Gelehrter, hieß Johannes Reuchlin, und die Minderheit, um die es ging, waren die Juden. Seine Schrift Ratschlag, ob man den Iuden alle ire Bücher nemmen, abthun und verbrennen soll, die er in einem Buch unter dem Titel Dr. Johannes Reuchlins Augenspiegel 1511 in Tübingen veröffentlichte, schlug ein wie der Blitz. Sie zog, so kann man wohl sagen, unmittelbar vor dem Beginn der Reformation eine historisch bedeutsame Grenze. Reuchlins Botschaft ist so unverbraucht und treffend wie eh und je: Verachtet nichts, nur weil es fremd und anders ist!

        Die Schrift war eine Antwort auf düstere Vorgänge. Wenige Jahre zuvor, zwischen 1507 und 1509, hatte Johannes Pfefferkorn, ein gerade erst vom Judentum zum Christentum konvertierter Metzger, in verschiedenen Schmähschriften die Behauptung propagiert, dass der Talmud und andere jüdische Schriften Ruchlosigkeiten und Angriffe auf den christlichen Glauben enthielten. Er hatte gefordert, alle diese Schriften zu verbieten und zu vernichten. (…)

        Vor allem aber argumentiert er juristisch. „Als Einwohner des Heiligen Römischen Reiches“ haben die Juden Anspruch auf den Schutz durch das Kaiserliche Recht: „Kaiserliches und Königliches Recht sowie die anderen fürstlichen Gesetze sehen vor, dass niemand sein Eigentum durch Gewalt verliere.“ Auch müsse „ein jeder in seiner alten Gewohnheit, in Sitte und Besitz gesichert sein“. Und schließlich seien „derartige Schriften der Juden noch nie, weder nach geistlichem noch nach weltlichem Recht, verworfen oder verurteilt worden“. Dies war die erste schriftliche Bekräftigung des Rechts der Juden, Seite an Seite mit den Christen als gleichberechtigte Bürger des Heiligen Römischen Reichs zu leben. (…)

        Wie gesagt, Reuchlin will nicht das jüdische Volk selbst beschützen, sondern dessen Bücher. Im Übrigen hält er die Frage, ob die Bücher der Juden im Wesentlichen „falsch“, also „unwahr“ seien, für keinen Grund, sie abzutun: „Und wenn […] die jüdischen Schriften unserer Meinung nach falsch sein könnten, so sind sie es doch nicht nach ihrer Meinung und nach ihrem Glauben.“

        http://www.zeit.de/2011/02/Reuchlin-Religion-Toleranz

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      • schum74 schreibt:

        „Es war Reuchlin, welcher der Verbindung “jüdisch-christlich“ ihren jüdischen Teil zurückgab. Vielleicht ist es an der Zeit, angesichts unserer gemeinsamen kulturellen Wurzeln und der demografischen Wirklichkeit des heutigen Europa einen weiteren Bindestrich hinzuzufügen und uns zu unserem jüdisch-christlich-islamischen Erbe zu bekennen.“ (Peter Wortsman, Die Zeit, 05.01.2011)

        Wortsman missbraucht den Namen Reuchlin, um Juden und Moslems in denselben Sack zu stecken: So wie man sich im 16. Jahrhundert an den Juden versündigte, indem man ihre unverstandenen Bücher verbot und verbrannte, so versündige man sich heute an den Mohämmern: Die Multikulti-Gegner wüssten heute nicht, wen sie ablehnen.

        Das ist nicht richtig: Anders als das rabbinische Judentum (Bibel + Kommentarliteratur) z. T. bis heute ist der Islam bestens bekannt: durch offizielle Übersetzungen des Korans, des Hadiths und der Sira (Propheten-Biographie); durch die Arbeit anerkannter Wissenschaftler (Tilman Nagel, Hans Jansen, Anne-Marie Delcambre) ‒ nicht zu reden von den Studien arabischsprachiger Kritiker wie Hamed Abdel Samad und Ibn Warraq; vor allem aber vertraut ist der Islam durch seine Geschichte und seine Taten.
        Wie schrieb Einer am 11.09.2015: “Everything I need to know about Islam, I learned on 9/11.”

        Muss man Multikulti-Freund Peter Wortsman darauf hinweisen, dass die Juden zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für ihre Exilländer bedeutet haben?

        P.S.:
        Wortsman scheint anzunehmen, dass der Talmud (in engem Sinn; also dessen 2., “Gmara“ genannter Teil) auf Hebräisch vorliege. Weshalb er Reuchlins Hebräisch-Kenntnisse, sicher zu Recht, über den grünen Klee lobt. werch ein illtum! Die Gmara ist auf Aramäisch geschrieben.
        Was glauben Sie, wie dankbar ich der „Blödmaschine“ Internet bzw. den Jeschiwes dafür bin, dass sie die Gmara in klarem Iwrit wiedergeben! Ohne sie wäre ich auf Luthers Kleinen Katechismus angewiesen🙂. Aber wie Reuchlin das ohne Internet gepackt hat…
        Kol ha-Kawod!

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      • schum74 schreibt:

        Reuchlin im Wortlaut:

        Johannes Reuchlin, „Ratschlag ob man den Juden alle ire buecher nemmen, abthun unnd verbrennen soll“, Anno 1510

        http://www.reinhard-doehl.de/poetscorner/reuchlin2.htm

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