Italien gewinnt den Prozess der Kruzifix-Beschwerde

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte EGMR (European Court of Human Rights ECHR) hat im März 2011 in Strasbourg geurteilt, dass der Italienische Staat Kruzifixe in Klassenzimmern anbringen darf. Italien verletzt damit keine Menschenrechte.

Das Verfahren wurde von einer in Finnland und im Antitheismus aufgewachsenen italienischen Staatsbürgerin 10 Jahre früher angestoßen, als ihre beiden Kinder in Italien die Schule besuchten

Der Italienische Außenminister Franco Frattini sieht im Kruzifix nicht ein Symbol, welches die Menschen trennt, sondern ein Symbol, welches die Menschen eint. „Eine wichtige Schlacht für die Freiheit des Glaubens wurde gewonnen! Die Gläubigen brauchen sich nicht wie einst in den Katakomben zu verstecken.“

Seit 1984 sind in Italien Staat und Kirche getrennt, seitdem ist der Katholizismus nicht mehr Staatsreligion.

Neben Italien gab es noch weitere 10 Beschwerdeführer: Armenien, Bulgarien, Zypern, Griechenland, Litauen, Malta, Monaco, Rumänien, Russland und San Marino. Sie wurden alle vom US-amerikanischen Juristen Joseph Weiler vertreten, dessen These lautete: „Italien ohne Kruzifix ist nicht mehr Italien. Das Kruzifix ist ein nationales und religiöses Symbol.“

Im August 2016 traf sich der emeritierte Papst Benedikt XVI. mit seinen früheren Studenten in Castel Gandolfo, um die spirituelle Krise Europas zu besprechen. Es wurden zwei Vortragende eingeladen: neben dem emeritierten Bischof Egon Kapellari aus Graz, der überzeugte und praktizierende Jude, für die Katholische Kirche erfolgreich kämpfende Jurist und Präsident des European University Institute in Florenz, Prof. Joseph H.H. Weiler.

Der Ratzinger-Schülerkreis trifft sich seit 1978, kurz nachdem Ratzinger zum Bischof geweiht worden ist und somit die Universität verlassen hat. Die etwa 40 Mitglieder des Schülerkreises bilden den Nukleus einer „theologischen Familie“. 2008 gründet sich eine zweite Gruppe jüngerer Theologen, die die Gedanken Benedikts vertiefen. Seit seinem Rücktritt im Jahre 2013 hat Benedikt nicht mehr am Schülerkreis teilgenommen. Lediglich an der Abschlussmesse ist er stets anwesend gewesen. Statt einer Abschlussmesse gab es 2016 ein persönliches Treffen mit dem emeritierten Papst und allen seinen Anhängern, einschließlich der beiden Vortragenden.

Papst Benedikt ist bei der Themenauswahl des Schülerkreis bis heute maßgeblich involviert.

Welche sind die Ideen des Jüdischen Philosophen, die die Katholische Kirche, vor allem die Anhänger des emeritierten Papstes, ansprechen? In seinem Vortrag setzt Prof. Weiler beim „demographischen Suizid“ Europas an, der eine geistliche Sinnkrise ist. Es gibt kein Vertrauen mehr in die Zukunft. Ins Zentrum rückt das egoistische Denken. Dies ist eine direkte Folge der Situation nach dem Zweiten Weltkrieg. Begriffe wie Patriotismus sind seitdem in großen Teilen Europas negativ besetzt und ein merkantilistisches Denken tritt in den Vordergrund, bei dem die Bürger sich als „Kunden einer Kooperation“ betrachten. Wahlen mutieren zu Eigentümerversammlungen. Überall werden Rechte eingefordert, von Pflichten ist keine Rede. Rechte werden zum Selbstzweck und innerlich entleert.  Der Begriff der „Identität“ ist heute in die Krise geraten. Jedes Sich-Unterscheiden wird irrtümlich als Diskriminierung aufgefasst. Europas „Seele“ ist seine bleibende und absolut notwendige Identität: Sie besteht nicht nur in der Philosophie Griechenlands und im Rechtsgedanken des antiken Rom, sondern vor allem in der überragenden Rolle der jüdisch-christlichen Tradition.  Diese Wurzeln haben Europa in der ihm eigentümlichen Gestalt hervorgebracht. Europa ist eine Schicksalsgemeinschaft, die es wiederzuentdecken gilt.

Bischof Kapellari fordert mit Blaise Pascal und Benedikt XVI. für Europa ein Leben und Denken gemäß der Annahme, die Gott voraussetzt. Europa wird nicht allein auf rechtliche und marktwirtschaftliche Grundlagen überleben. Das Bild vom „Salz in der Suppe“ illustriert eindrucksvoll, wie stark Minderheiten wie das Christentum wirken. Auf die praktische Frage der Immigrationsbewegung plädiert Bischof Kapellari für einen realistischen Idealismus, der nicht identisch ist mit einer gutgemeinten „political correctness“. Mit dem ehemaligen Bundesverfassungsrichter Udo di Fabio betont der Bischof, dass ein Staat die Kontrolle über seine Grenzen, die Zusammensetzung der Bevölkerung und die eigene Staatsgewalt dringend benötigt. Er erinnerte an den christlichen Hintergrund der Europäischen Union und fordert die Christen zu einer kritischen Solidarität auf. Nicht nur in Fragen des Lebensschutzes geht es darum, Europa eine Seele zu geben.

In Zeiten der Not stützen sich Judentum und Katholisches Christentum gegenseitig, nicht um das Ende Europas zu verzögern, sondern es zu verhindern! Doch die allermeisten Europäer ersehnen den Untergang ihrer Kultur, die sie nicht einmal kennen. Sie greifen deshalb Juden und Katholiken bewusst an, um Europa zu vernichten. Dazu verbünden sie sich mit den Feinden der Juden und der Katholiken, weil sie den alten Kontinent nicht wollen. Sie liebäugeln eher mit dem „fortschrittlichen“ Islamismus und mit anderen mehr oder weniger brutalen Diktaturen, kommen sie aus Russland, aus China oder gar aus Nordkorea. In ihrer Todessehnsucht lieben und unterstützen sie den Terror, der sie ausmerzen wird. Sie unterstützen gutmenschliche Links- und Rechtsextreme, wenn sie ihr eigenes Land wie Venezuela zu Grunde richten. Sie hassen die Demokratie des einfachen Volkes Ecuadors, weil sich dieses einfache Volk gegen die Akzeptanz des Terrors wendet. Sie unterstützen arabische Terroristen nur deshalb, weil sie Juden morden. Die Liste des Selbsthasses ist unendlich. Sie verneinen ihre religiösen, moralischen und philosophischen Wurzeln, um die göttlich verordnete Moral und Ethik durch den Dreck zu ziehen. Auch viele sich Christen Nennende sind unter diesen Jüngern des satanischen Weltzerstörers.

Die Willkommenskultur den Kriegsflüchtlingen gegenüber ist eine falsche Maske. Die Flüchtlinge sind Mittel zum bösen Zweck. Auch die Flüchtlingsgegner reihen sich ein in die bösartige Kolonne, die festlegt, was ungestraft gesprochen werden darf. Wahrscheinlich ist es zu spät, das Ruder herumzureißen, um Europa zu retten. Versuchen wir es trotzdem!

Erschienen unter

https://www.fischundfleisch.com/anti3anti/italien-gewinnt-den-prozess-der-kruzifix-beschwerde-26912

http://www.tabularasamagazin.de/artikel/artikel_7409/

 

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17 Antworten zu Italien gewinnt den Prozess der Kruzifix-Beschwerde

  1. ceterum censeo schreibt:

    Hervorragend! Vielen Dank!
    ( Werde ich dem Dorfpfaffen vorlegen. Wenn auch wohl vergebens.)

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  2. schum74 schreibt:

    Zwar weiß ich nach Jahren immer noch nicht, wann Dr. Warszawski ernsthaft einen eigenen Standpunkt vertritt und wann er mit Buster-Keaton-Miene den „Nazis im Alltag“ (der Freitag) eine Falle stellt, aber ich liebe diesen Prof. Weiler ebenso wie den Grazer Bischof Kapellari. Zusammen mit dem emeritierten Papst Benedikt XVI., der 2005 Oriana Fallaci in Castel Gandolfo empfangen hat, bilden sie ein Trio, das zu zaghafter Hoffnung berechtigt. Gut zu wissen, dass der Überlebenswille das arme Europa nicht ganz verlassen hat.

    Gefällt 2 Personen

    • schum74 schreibt:

      Zu: Giulio Meotti, „Linke Unterwerfung: Islam schützen, Christentum verleumden“, Gatestone Institute, 25.10.2016

      Meotti ausgezeichnet wie immer.

      Weil [eigene Hervorhebung] islamische Schleier den westlichen Werten von Freiheit, Gleichheit und Menschenwürde so völlig widersprechen, verteidigt diese relativistische fortschreitende Mentalität diese islamischen Schleier…“

      „Weil“. Da kriegt man einen Schreck, nicht? Daher Gegenprobe:

      “It is because Islamic veils contradict Western values of freedom, equality and human dignity so totally that this relativistic progressive mentality defends these Islamic veils…”

      Der Schreck bleibt ‒ warum eigentlich?

      Ist es nicht so, dass die Linke in der Praxis immer gegen Freiheit, Gleichheit und Menschenwürde war? Oder kennen Sie ein sozialistisches/kommunistisches Land, das abweichende Meinungen geduldet und volle Bewegungsfreiheit gestattet hätte? Das die Gleichheit der Bürger sichergestellt hätte? Wäre noch schöner, wenn ein hergelaufener Kulak so viel zu sagen hätte wie ein KPdSU-Mitglied. Die Menschenwürde? Die Menschenwürde eines „Konterrevolutionärs“, sein Naturrecht auf Leben, wog nicht schwerer als die Menschenwürde und das Lebensrecht eines geistig Behinderten im NS-Staat.

      Das Neue – falls ‒, ist dass die Linken außerhalb eines eigenen Staates operieren. Sie benehmen sich so, als hätten sie die absolute Macht. Neu ist auch, dass sie deklarierte Obskurantisten verteidigen: eine Höhlenmenschen-Religion, Frauen- und Schwulenfeinde.

      Warum tun sie das? Nach allgemeiner Meinung (Pascal Bruckner, Gilles-William Goldnadel, Ivan Rioufol, Alain Finkielkraut) aus Selbsthass bzw. aus Hass auf den Westen. Der Kolonialismus, die zwei Weltkriege des 20. Jahrhunderts, vor allem die Schoa, würden die Linken zu dem mehr oder weniger bewussten Entschluss geführt haben: Die christliche Welt, dieses „Stück Scheiße“, muss weg!

      Die These ist nicht haltbar, fürchte ich.
      Hat die längste Kolonialzeit in der europäischen Geschichte (Algerien, 130 Jahre) so viel länger gedauert als die mohämmische Kolonisierung Spaniens (800 Jahre) und des Balkans (600 Jahre)?
      Die Erschütterung über die Schoa glaube ich den Linken nicht eine Sekunde: Wer über die industrielle Entsorgung von Juden erschrickt, geht nicht hin und macht lebenden Juden das Recht auf einen Flecken auf Erden streitig.
      Aber wenn die These vom Selbsthass nicht stimmt, welche dann? Womit hat es die “common sense majority” (Pat Condell) zu tun?

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      • aurorula a. schreibt:

        Aber wenn die These vom Selbsthass nicht stimmt, welche dann?
        Spontan gedacht habe ich eben an Alkoholiker: warum trinken sie? Selbstmord in Zeitlupe begehen wollen sie ja eigentlich nicht (oder vielleicht wollen sie schon, Püschologe müßte man sein, (c) Ari). Sie wissen, daß sie das tun – trotzdem trinken sie. Warum? Kein Alkoholgenuss, jedenfalls.
        Auch die Gutdenker mit ihrer Sprenggläubigen-Anwanzerei ( (c) Mike Hammer) und ihrem Halal-Hippietum ( (c) EoZ ) wollen eigentlich keinen (kollektiven) Selbstmord begehen: warum tun sies? Kein Genuss der Diversität, jedenfalls.

        Nun kenne ich glücklicherweise Alkoholiker nur aus dem (amerikanischen) Fernsehen; trotzdem zeigt mein Kopfkino gerade den Vergleich von dem, was auf ihr Alkoholproblem angesprochene von sich geben und dem was dem Stichwort „Islamophobiiiiiiiiiiiiiiie“ nachfolgt…

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      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @schum74

        Verspäteten Dank für Deinen tollen Kommentar!

        Gefällt 3 Personen

  3. aurorula a. schreibt:

    Nochmal zur UNESCO, ein Bild ersurft:

    .

    Gefällt 1 Person

    • caruso schreibt:

      Was für ein wunderbares Bild! Und wie berechtigt die Frage ist! —
      Hat bei der UNESCO keiner Geschichte studiert? Keiner, der nur ein wenig Geschichte
      gelesen hat, hätte so votieren können, wie sie es taten. Bei den Muslimen wundert es mich weniger. Aber der freie Westen, der so stolz auf seine Werte ist! – und die er doch – im Fall eines Falles – mit mehr oder weniger leichten Herzens vergißt.
      lg
      caruso

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