Judenhass über den eigenen Tod hinaus

Rupert Neudeck ist tot. Möge es keinen Jüngeren treffen! Der Mann hat vielen Vietnamesen das Leben gerettet, als er sie vor dem Ertrinken im Südchinesischen Meer bewahrt hat. Diese Vietnamesen und deren Nachkommen sind Rupert Neudeck dankbar. Das ist ihr gutes Recht. Der farblose, protestantisch wirkende Kölner Kardinal Woelki zelebriert die Messe. Keinen Eingeweihten wundert es, dass Woelki und Neudeck dicke Freunde sind.

Eine ergreifende Schilderung der Trauerfeier wird in der Aachener/Dürener Zeitung AZ/DZ für die desinteressierte Nachwelt abgedruckt. Rupert Neudecks Verdienste werden vor den Augen des lesenden Publikums breit ausgewalzt: Ein guter Mensch scheint von uns gegangen zu sein. Nebbich. Es sind schon Bessere von uns gegangen, ohne Spuren zu hinterlassen.

Soweit, so gut. In lauterer Absicht bleiben Rupert Neudecks weniger guten Taten unerwähnt. De mortuis nihil nisi bene. Dummerweise gibt es Leser der AZ/DZ, die Rupert Neudecks Lebenswerk derart verinnerlicht haben, dass sie ein Fehlen jeglicher noch so vergessene „Verdienste“ bemerken und sich leserbriefschreibend bei der AZ/DZ beschweren. Und da die Redakteure, die die Entscheidungshoheit über die Veröffentlichung von Leserbriefen inne haben, nicht dieselben sind, die den geschönten Lebenslauf von Rupert abgefasst haben, erscheint der Leserbrief an hervorragender Stelle in der AZ/DZ und ramponiert das göttliche Werk des Dank Woelki alsbald katholischen Seligen.

Auszug aus dem Leserbrief:

Zum Tod von Rupert Neudeck bringen Sie einen längeren Artikel, in dem Sie Leben und Werk dieses Mannes würdigen. Mit keinem Wort gehen Sie auf sein großes Engagement für Palästina ein. In seinen Veröffentlichungen protestierte Rupert Neudeck gegen israelische Menschenrechtsverletzungen und gegen eine neue Apartheid. Dabei musste er sich mit dem Vorwurf auseinandersetzen, dass „eine Kritik an Israel oder auch nur die Darstellung von Fakten, die für das israelische Selbstverständnis ungünstig sind, einem Deutschen nicht anstehe“.

Selbst der Philosoph Jürgen Habermas, nach seiner Meinung zur israelischen Politik befragt, antwortete, dass die Politik der israelischen Regierung zwar eine politische Bewertung erfordert, dass diese aber nicht „Aufgabe eines privaten deutschen Bürgers meiner Generation“ sei. Hier kommt zum Ausdruck, dass viele deutsche Intellektuelle, viele deutsche Politiker und deutsche Medien in der Palästina-Israel-Frage keinen Klartext reden. In einem Interview, das Rupert Neudeck 2007 gab, sagte er: „In allen Fragen richten sich die Herrschenden nach der öffentlichen Meinung. In der Palästina-Israel-Frage geschieht es aus Feigheit und Ängstlichkeit nicht.“

Nun möchte man dem unbekannten und irrelevanten Leserbriefschreiber eines genauso irrelevanten Lokalblattes zurufen: Si tacuisses! Doch dies ist eine vergebliche Mühe. Denn der Leserbriefschreiber versteht seine eigenen Gedanken ebenso wenig wie die Redakteure und die hastigen Leser der AZ/DZ, die wenig Zeit und Lust aufbringen, fremde Leserbriefe zu lesen, um deren Intention zu verstehen. Dabei sagen Leserbriefe viel mehr über das Seelenleben der Lokalbevölkerung aus als sülzige Worte des Chefredakteurs, die man in unregelmäßigen Abständen über sich ergehen lassen muss – so man sie aus Masochismus liest.

Den Leserbriefschreiber erregt es, dass man die israelkritischen Hasstiraden des Rupert Neudeck übersprungen hat. Seiner unmaßgeblichen Meinung nach, die in Deutschland höchste Anerkennung genießt, tut Israelkritik Not, da Judenhetze leider nicht mehr angebracht ist! Da tut es doch richtig gut, dass der Kölner Kardinal Woelki beim verspäteten Totenschmaus zugegen gewesen ist. Ist es nicht derselbe Woelki, der sich öffentlich echauffiert hat, dass die Juden die Christen in Israel unterdrücken und vor allem die Katholiken dort am Vermehren hindern? Als Beweis bringt der fromme Kirchenmann statistische Zahlen an, die jeden Mathematik unbegabten sofort überzeugen, dass die Menge der Christen in Israel zurückgeht. Doch leider (Gott sei Dank?) werden die Zahlen absichtlich falsch interpretiert. Die Zahl der Christen steigt in Israel nämlich steil an, weil Israel das einzige Land im Nahen Osten ist, welches die Christen nicht verfolgt, sondern schützt. Die Zahl der Katholiken im Erzbistum Köln – von den wenigen Protestanten wollen wir schweigen – nimmt hingegen im gleichen Zeitraum stetig ab, wenn auch gemächlicher als im Islamischen Staat.

Der Leserbriefschreiber und manch friedensorganisierter Aachener kann den Sinn der Worte des großen Philosophen Jürgen Habermas nicht verstehen. Jürgen Habermas schreibt, dass auf Grund der bestialischen Morde an 6.000.000 Juden die Deutschen seiner Generation keinen Antisemitismus verbreiten mögen, damit kein weiterer Holocaust entfacht werde. Für nur eine geschichtlich kleine Weile sollen die Deutschen – Pazifisten wie Antisemiten – ihr Maul halten und nicht gegen die Juden samt ihren Judenstaat Israel hetzen. Jürgen Habermas ist sich bewusst, dass dies seinen Landsleuten niemals gelingen wird. Hitler hätte ohne den in Deutschland und in Osteuropa endemischen Antisemitismus nicht seine bestialischen Ermordungen der Juden und einiger anderen Störenfriede durchgesetzt. Der Philosoph Habermas befürchtet, dass die Fortsetzung des vorhitlerischen Antisemitismus erneut ein großes Unglück für Juden bewirken werde.

Wir dürfen dem Leserbriefschreiber und den für die Leserbriefauswahl verantwortlichen Redakteuren nicht vorwerfen, den Philosophen Habermas nicht verstanden zu haben. Als gute Deutsche, die im guten Glauben an die Redlichkeit und Notwendigkeit des Judenhasses aufgewachsen sind, sind sie unfähig, die richtigen Schlussfolgerungen aus dem Holocaust zu ziehen. Genauso wenig wie der betrauerte Rupert Neudeck. Rupert Neudeck hat seine gute Position, Vietnamesen gerettet zu haben, schamlos ausgenützt, um gegen Juden und Israel vorzugehen. Sein Freund Woelki ist ebenfalls nicht mit dem göttlichen Durchblick gesegnet.

Rupert Neudecks Sätze: „In allen Fragen richten sich die Herrschenden [Deutschlands] nach der öffentlichen Meinung. In der Palästina-Israel-Frage geschieht es aus Feigheit und Ängstlichkeit nicht“, ist derart falsch, sodass nicht einmal das Gegenteil wahr wird. Richtig muss es heißen:

Kaum ein Thema wird in Deutschland öffentlich vehementer und antijüdisch diskutiert, wie das Verhalten der Juden Israels gegenüber den Arabern. Nachweislich mündet die Diskussion gewöhnlich in Hetze gegen Juden aus. Das seltene Schweigen der Deutschen in den Auseinandersetzungen zwischen Juden und Arabern im Nahen Osten geschieht nicht aus Feigheit und Ängstlichkeit, sondern aus Anstand und Respekt den 6.000.000 von den Deutschen bestialisch ermordeten Juden und den lebenden Juden gegenüber. Die zu Recht schweigenden Deutschen befürchten auf Grund der damit verbundenen Judenhetze, dass sich der Holocaust an die Juden wiederholt. Entweder hat der Intellekt des Verstorbenen nicht ausgereicht, diese einfache Folgerung zu verstehen, oder er hat sie nicht verstehen wollen, weil er den Judenhass mit der Muttermilch aufgesogen hat.

Dankenswerterweise hat ein unvoreingenommener Leserbriefschreiber darauf aufmerksam gemacht.

Schade, dass Rupert Neudeck diese Peinlichkeiten nicht mehr mitkriegt.

Erschienen unter

https://www.fischundfleisch.com/anti3anti/judenhass-ueber-den-eigenen-tod-hinaus-22122

 

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20 Antworten zu Judenhass über den eigenen Tod hinaus

  1. caruso schreibt:

    Die alten Israeliten mußten einmal die umgebenden Völker dermaßen in Rage bringen mit ihrer Freiheitsliebe, den Zehnerworten (vor allem mit „morde nicht“), mit dem Gebot der Nächstenliebe usw., daß es bis heute anhält. Und immer wieder neue Facetten dazu kommen. Naja, warum auch
    konnten sie nicht so leben, so denken, wie ihre Umgebung?:-))) Insofern sind sie, sind wir selber schuld, wenn man uns so haßt. Viele Völker haben viele Ideen, Gedanken, Vorstellungen von den Alten übernommen. Aber den Ursprung dieser Ideen usw., und die Nachfolger jener, die all das… nein, nicht alles, nur vieles „erfanden“, würden sie am liebsten von der Erde tilgen. Auch wenn es ihnen nicht unbedingt bewußt ist. Eine zweite Gruppe übernahm (fast) nur Formales, vom Inhalt
    (fast) nichts, doch haßt sie uns vielleicht noch mehr als die erste Gruppe. Nein, nicht vielleicht sondern tatsächlich. Bei der ersten Grippe ist der Haß schwächer und / oder unbewußt geworden.

    Was unsere größte Sünde ist, daß wir jene uralten Ideen, Gedanken, Vorstellungen nicht verlassen.
    Wir bleiben dabei, auch wenn wir manches den sich immer wieder verändernden Lebenswelten anpassen. „Morde nicht“, „lüge nicht“, „stehle nicht“ usw., das Gebot der Nächstenliebe und noch
    etliches -. sie bleiben. Auch bei der ersten Gruppe.

    Menschen früherer Epochen verzeihe ich natürlich. Sie wußten es nicht besser. Aber den heutigen, die jede Möglichkeit haben sich zu informieren, die doch jede Lüge, jede Verleumdung ungeprüft
    übernehmen, denen verzeihe ich nicht. — Und nun frage ich mich, warum ich diese ganze Soße
    geschreiben habe. Keine Ahnung. Aber wenn schon, dann schicke ich es auch weg.
    lg
    caruso

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    • Heimchen am Herd schreibt:

      „Was unsere größte Sünde ist, daß wir jene uralten Ideen, Gedanken, Vorstellungen nicht verlassen.
      Wir bleiben dabei, auch wenn wir manches den sich immer wieder verändernden Lebenswelten anpassen. „Morde nicht“, „lüge nicht“, „stehle nicht“ usw., das Gebot der Nächstenliebe und noch
      etliches -. sie bleiben. Auch bei der ersten Gruppe.“

      Das sind nicht Eure größten Sünden, liebe Caruso, das sind Eure größten Stärken!
      Und darauf könnt Ihr sehr stolz sein! Das hält Euch zusammen! Das verbindet
      Euch, egal wo Ihr lebt! Und das ist wunderbar!

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    • schum74 schreibt:

      Caruso liebe, die Ablehnung der Völker könnte in der Gegenwart einen zusätzlichen Grund haben – Hass hat immer viele Gründe, er sucht sich ja eine Vielheit von Gründen.
      Wir leben in einer Zeit, da die Führer der westlichen Welt, die man früher die ‚freie‘ nannte, den Nationalstaat abschaffen wollen. Das ist keine Pegida-Wahnvorstellung, sondern ein offen bekundetes Projekt. Angela Merkel warnt vor einem „Rückfall zu Nationalstaaten“ (Merkur, 03.05.2016); Soziologe Ulrich Beck will mit ‚pro-aktiver Asylpolitik‘ Deutschland ‚denationalisieren‘ (Die Welt, 16.02.2016). Kürzlich hat Wolfgang Schäuble mit einer neuformulierten Rassenlehre überrascht.
      Was haben die Herrschaften plötzlich gegen den Nationalstaat, der als Ordnungsmodell allein imstande ist, Demokratie auf Rechtsgrundlage zu gewährleisten? Er sei obsolet, mit der Globalisierung und einer Multikulti-Utopie nicht verträglich.
      Und hier kommen unsere Jidn ins Spiel.

      Die Väter des modernen Rechtsstaates, der jüdische Jean Bodin im 16. Jahrhundert und Jean-Jacques Rousseau im 18. Jahrhundert, haben sich ausdrücklich auf das Modell des Geschehens am Sinai berufen, um ihre Vorstellung von einer Nation zu begründen: ein aus Fremden (entlaufenen Ägyptern) und Eigenen (Hebräern) bestehendes Kollektiv schmilzt durch die freiwillige Annahme einer Verfassung zu einem einheitlichen Volk zusammen: Die Zustimmung zu einer Verfassung (J.-J. Rousseau: ‚Gesellschaftsvertrag‘) macht aus verschiedenen Individuen unterschiedlicher Herkunft und aus den Angehörigen verschiedener Schichten eine Nation. Einheitliche Gesetze erzeugen eine einheitliche Nation.

      Das erklärt Prof. Shmuel Trigano in einem AKADEM-Interview (Februar 2016) besser als ich es kann:
      « L’idée de Rousseau (Du contrat social), c’est qu’une collectivité humaine dont on ne sait pas comment elle s’est crée au départ – une assemblée d’individus – contracte entre eux ; et ce contrat, c’est le souverain. »

      [Rousseaus Grundidee in seinem Gesellschaftsvertrag (1762) ist, dass ein Menschenkollektiv, von dem man nicht weiß, wie es ursprünglich entstanden ist, also eine Ansammlung von Individuen, unter sich eine Abmachung trifft. Diese Abmachung, dieser Vertrag, das ist der Souverän.]

      Das ist am Sinai geschehen, und da ist es unwichtig, ob die Ereignisse so stattgefunden haben wie beschrieben, und was überhaupt stattgefunden hat. Wichtig ist nur, dass die Juden sich als ein Volk verstanden, das mit der Zustimmung zu einem fortan verbindlichen Gesetz (na‘asse we-nischma: wir werden tun und hören) ihren Anfang nahmen und den Weg gemeinsam fortsetzen wollten.

      („Mumpitz“, sagt Ex Gotha, vor dem Bodin und Rousseau sich gefälligst zu verkrümeln haben.)

      Um gemäß seiner Verfassung leben zu können, braucht das Volk einen Boden mit verteidigbaren Grenzen. Eine Nation, eine Verfassung, ein Land. In unserem Jargon: Am Israel, Torat Israel, Erez Israel.
      Einen Vertrag schließt man nicht mit der ganzen Menschheit auf der ganzen Erdoberfläche. Die Multikulti-Utopie ist eine Freikarte in die Barbarei.

      Langer Rede kurzer Sinn: Wer den Rechtsstaat zerstören will, der sich nur in nationalen Grenzen entfalten kann, muss seine jüdischen Ersinner hassen.

      Gute Woche und schönes Rest-Wochenende!

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      • caruso schreibt:

        Danke, liebe schum74! Manches „wußte“ ich, aber daß z.B. Jean Bodin Jude war, wußte ich nicht. Auch nicht, daß sowohl er als auch Rousseau sich auf Sinai berufen haben. Was alles aus dieser „verfluchten“ Sinai entwachsen ist!
        Ähnliche Gedanken von der Volksentstehung am Sinai fand ich in Jan Assmanns Buch „Exodus“. Ein hoch interessantes Buch, aber keine leichte Lektüre. Nicht für mich. Es fehlt mir Vieles an Vorwissen, aber auch sprachlich nicht einfach. Egal. Was immer ich von einem Buch verstehe, ist ein Gewinn. Und von Deinen Ausführungen lerne ich auch immer was. Woher hast Du diese Umenge an Wissen in Deinem Kopf?:-)) Ja, ich lache über die Frage, möchte es aber doch wissen. Ich war immer so ziemlich an allem interessiert, aber nie so richtig neugierig. Erst im Alter bin ich eine neugierige Jidene geworden.
        lg
        caruso

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      • schum74 schreibt:

        Dass Jean Bodin Jude war, ‒ genau: ein Abkomme von Marranen ‒, weiß auch ich erst seit kurzem. Das wurde auch nicht heraustrompetet. Universitätsprofessor Blandine Kriegel, die sich mit dem Einfluss des Judentums auf das zeitgenössische Denken (Politik und Wissenschaften) befasst, berichtet, dass Jean Bodin geradezu Gegenstand von identitätsverschleiernden Fälschungen war. Und das, obwohl Bodin nach Zeugnis mehrerer Zeitgenossen „als Juden [starb], nicht als Christen“. François Pithou: „Er neigte zum Judentum“. In seinem Colloquium Heptaplomeres („Siebengespräch“, 1581) beschreibt Jean Bodin den „Sieg des Judentums und der philosophie naturelle“ (B. Kriegel) und tritt ein für die Unabhängigkeit der religiösen Bekenntnisse vom Staat. Noch im 18. Jahrhundert sagen Jesuiten wie Poissevin oder Pater Le Long aus: « il fait plaider la religion naturelle et la religion juive contre la religion chrétienne » ‒ er (Bodin) verteidigt die positive Religion und das Judentum gegen das Christentum.

        Interessant, dass J.-J. Rousseau im Gegensatz zu seinen antisemitischen Kollegen ein Sympathisant der jüdischen Sache war. Er hatte nicht wie Lessing einen jüdischen Freund, aber er hat besser verstanden als Lessing, was Judentum ist: keine Religion nach christlichem Muster, keine „Konfession“, sondern zuerst ein Gedanken- und Wertesystem.

        Woher ich „diese Unmenge“ Zeugs im Kopf habe? Weil ich richtig neugierig bin? Weil ich ein Lesewurm war? – war, denn heute verbringe ich mehr Zeit am Computer als bei Büchern. *seufz* Wie schreibt irgendwer in einem Artikel: Früher las ich, heute like ich.

        Caruso, tust Du mir eine tojwe und lässt die blöde Zahl 74 nach Schum fallen? 74, das ist für wordpress nötig, wegen der anderen Schums im Internet ‒ darunter ein (koscheres?) Pariser Restaurant.

        Neschika,
        Schum

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      • schum74 schreibt:

        Caruso, bist Du immer noch mit mir? Heimchen?
        Schnell noch zu Rousseau: Der Mann hatte teilweise eine richtig jüdische Denke. Unglaublich! Seht nur, wie er den Talmud trifft, den er mit Sicherheit nie gelernt hat.

        Was steht in der Tora zu den Tafeln, die Mosche Rabenu am Berg Sinai in Empfang nimmt?

        וְהַלֻּחֹת מַעֲשֵׂה אֱלֹהִים הֵמָּה וְהַמִּכְתָּב מִכְתַּב אֱלֹהִים הוּא חָרוּת עַל הַלֻּחֹת. (שמות לב, טז)

        We-ha-Luchot Ma’assé Elokim héma we-ha-Michtáw Michtáw Elokim hu charút al ha-Luchot

        [Und die Tafeln sind das Werk G’ttes und die Schrift ist die Schrift G’ttes graviert auf die Tafeln. (Ex 32, 17)]

        Was sagt dazu R. Jehoschua Ben Lewi (Mischna Awot 6, 2)?

        אל תקרא חָרוּת אלא חֵרוּת

        Al tikra charut éla Cherut – Lies nicht charut (graviert), sondern Cherut (Freiheit)

        Und jetzt J.-J. Rousseau – bitte tief einatmen:

        « … l’obéissance à la loi qu’on s’est prescrite est liberté. » (Du contrat social, Livre I, chap. 8)

        [… der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selbst gegeben hat, ist Freiheit.]

        Im Kontext:
        „Zu den erwähnten Vorteilen kommt in der organisierten Gesellschaft noch der Erwerb der sittlichen Freiheit, die allein dem Menschen die Herrschaft über sich selbst gibt; denn die ungebändigten Naturtriebe machen den Menschen zum Sklaven, der Gehorsam gegen ein eigenes Gesetz macht ihn frei.“ (Vom Gesellschaftsvertrag, Erstes Buch, achtes Kapitel; Übertragung: Fritz Roepke)

        Was sagt Ihr dazu? Muss man den nicht umarmen?

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      • Thomas ex Gotha schreibt:

        Sie enttäuschen mich: Bedauerlicherweise überzeugen Ihre Herleitungen immer weniger, zudem argumentieren Sie unredlich.

        Dass Sie ausgerechnet Merkel glauben, sie wolle den Nationalstaat, für dessen Kapital sie so Großes leistet, dass die EU unter seiner Knute steht, abschaffen, zeigt eine gewisse Unvertrautheit mit politischer Rhetorik.
        Ulrich Beck, so schreiben Sie weiter, wolle „Deutschland denationalisieren“ und Sie berufen sich auf die „Welt“ vom 16.2.16. Den Artikel kann Beck, der am 1.1.15 starb, kaum geschrieben haben und in der Tat hieß dieser Ulrich Clauß mit Nachnamen und drechselte Sätze wie diesen: „Analog zum „Gender-Mainstreaming“ in der Denkart des Soziologen Ulrich Beck soll demzufolge mit „proaktiver Asylpolitik“ Deutschland „denationalisiert“ werden.“ Man müsste einmal nachforschen, wie sich Beck zum GenderMainstreaming verhielt, vielleicht hat aber auch Clauß nur seine eigenen Notizen zu diesem Artikel (http://www.goethe.de/lhr/prj/daz/mag/igd/de5499788.htm) nicht mehr recht zusammenbringen können.
        Dann schreiben Sie, Rousseau habe sich „ausdrücklich auf das Modell des Geschehens am Sinai“ berufen – können Sie bei Gelegenheit die Stellen aus dem „Gesellschaftsvertrag“ zitieren? Ich finde sie grad nicht.
        Und schließlich zitieren Sie mich („Mumpitz“, sagt Ex Gotha, vor dem Bodin und Rousseau sich gefälligst zu verkrümeln haben.), aber, wie angedeutet, 1.) halb und 2.) auf eine unredliche Art und Weise, suggerieren Sie doch, dass ich mit „Mumpitz“ die Idee eines Gesellschaftsvertrages meinte. Was falsch ist, sieht man sich das ursprüngliche Zitat im Kommentarbereich zu „Das Glück der Eifel“ an: „Reicht es nicht zu sagen, dass man mit religiösem Mumpitz generell wenig anzufangen weiß?“

        Noch etwas Inhaltliches: Der Nationalstaat, schreiben Sie, sei in den Augen Merkels, Becks, Schäubles „obsolet, mit der Globalisierung und einer Multikulti-Utopie nicht verträglich.“ Auch hier gehen Sie politischer Rhetorik allzuleicht auf den Leim. Globalisierung wie Multikulti sind keine abstrakten Ziele oder gar Utopien, sondern Beschreibungen der kapitalistischen Wirklichkeit. Und Nationalstaaten werden so lange noch gebraucht werden, wie sie dem einheimischen Kapital stabile Verhältnisse und großzügige Unterstützung gewährleisten. Dass das nicht immer resp. nur in Ausnahmefällen eine „Demokratie auf Rechtsgrundlage“ hervorbringt, wissen Sie ja.

        P.S.: „Pegida-Wahnvorstellung“ ist ein Pleonasmus.

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      • schum74 schreibt:

        Zu Rousseau und dem Geschehen am Sinai:

        1) Der Einfluss des Sinai-Geschehens auf die Rechtsstaatstheoretiker ist in Frankreich Schulstoff; genau: gehört in den Philosophie-Unterricht. Davon findet man ein Echo in folgender Passage aus: Mads Qvortrupp: The Political Philosophy of Jean-Jacques Rousseau, Manchester University Press, 2003:

        In The Spirit of the Laws Montesquieu wrote:

        “When the legislative and executive powers are united in the same person, or in the same body of magistrates, there can be no liberty … Again, there is no liberty if the judiciary power be not separated from the legislative and executive. …” (Montesquieu quoted in Vile 1998:99)

        Thus the history of constitutionalism did not follow a straight path or an orderly evolution. From its haziest origins on Mount Sinai, where rulers for the first time accepted the doctrine that they were bound by a higher law, through Marsilius, to Sydney, Locke and Montesquieu, the doctrine gradually took an institutionalist form, i.e. it was combined with the doctrine of the separation of powers. What remained was to make the doctrine democratic. It was this task what Rousseau sought to resolve. (p. 56)

        2) Aus: Marcus Gräser, Christian Lammert, Söhnke Schreyer: Staat, Nation, Demokratie: Traditionen und Perspektiven moderner Gesellschaften. Vandenhoeck & Ruprecht, 2001:

        In jenem Kapitel des Contrat social, das den Titel „Vom Gesetzgeber“ trägt, aber vom Verfassunggeber handelt, welcher zugleich Gründer des Staates bzw. der Nation ist, wird bereits klargestellt, daß die Gründung einer Nation durch nichts anderes bewirkt werden kann, als durch die Zustimmung der Individuen zum Entwurf einer ersten (Verfassungs-) Gesetzgebung. Als Beispiele für historische Gründerfiguren wird u. a. auf Lykurg und Moses verwiesen. In den „Politischen Fragmenten“ findet sich eine Passage, die nicht nur diese „Gesetzgebung“ als einzig konstitutives Moment eines Personenverbandes ansieht, sondern darüber hinaus eine völlige Dissoziation von Gesetz und Territorium für das eigentlich erhellende Moment unter den Beispielen erklärt und darum das jüdische Gesetz zum Prototyp aller Gesetzgebung erhebt. Es heißt bei Rousseau, nachdem er generell die Aufhebung jeder Bodenständigkeit der Völker und die Vermischung aller Rassen bis zur Unmöglichkeit ihrer Unterscheidung betonte:

        „Aber wahrhaft erstaunlich und wirklich einzigartig ist es, ein vaterlandsloses Volk zu sehen, das seit 2000 Jahren weder Ort noch Land mehr hat, ein Volk das seit noch längerer Zeit verstümmelt, beladen und mit Fremden vermischt ist; […] das trotzdem seine Bräuche, seine Gesetze, seine Sitten, seine Vaterlandsliebe und seine erste soziale Vereinigung bewahrt hat, als alle Bindungen zerrissen schienen. Die Juden geben uns dieses erstaunliche Beispiel. Die Gesetze des Solon, des Numa, des Lykurg sind tot, die viel älteren Gesetze des Moses aber leben noch immer. Athen, Sparta, Rom sind zugrunde gegangen und haben keine Kinder auf der Erde zurückgelassen. Das zerstörte Sion hat seine Kinder nicht verloren. Sie überdauern, sie vermehren sich, sie breiten sich auf der ganzen Welt aus. Sie erkennen einander, sie mischen sich unter alle Völker, aber sie lösen sich unter ihnen niemals auf. Sie haben keine Führer und bleiben immer Volk; sie haben kein Vaterland und sind immer Bürger. Welche Kraft muß eine Gesetzgebung haben, die solcher Wunder fähig ist.“

        « Sion détruite n’a pas perdu les siens, ils se conservent, ils se multiplient, s’étendent par tout le monde et se reconnaissent toujours, ils se mêlent chez tous les peuples et ne s’y confondent jamais ; ils n’ont plus de chefs et sont toujours un peuple, ils n’ont plus de patrie et sont toujours citoyens. » (Jean-Jacques Rousseau, « Fragments politiques », Œuvres complètes, édition La Pléiade, Vol. III, pp. 498-500)

        (Fette Hervorhebung de moi)

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      • schum74 schreibt:

        3) Aus: David Nirenberg, Anti-Judaismus: Eine andere Geschichte des westlichen Denkens, C.H.Beck 2015:

        Rousseau, ein gedankenreicher Theoretiker des „Volkscharakters“, der nicht oft über das Judentum nachdachte, stellte sich die Gründung von Nationen und die Entstehung von Verfassungen als „mosaische Momente“ vor. In seinen Betrachtungen über die Regierung Polens und über deren vorgeschlagene Reform schrieb er 1772:

        „[Mose] entwarf und vollführte das staunenswerte Unternehmen, einen Schwarm elender Flüchtlinge ohne Kunstfertigkeiten, ohne Waffen, ohne Talente, ohne Tugenden, ohne Mut, ohne einen Daumenbreit eigenen Grund und Boden […] zu einem Volkskörper zu formen. Mose wagte es, aus diesem umherirrenden Sklavenhaufen, einen Staatskörper, eine freie Nation zu bilden; und […] [er] gab [ihm] […] jenes Gefüge, dauerhaft gegenüber Zeit, Schicksal und Eroberungen, welches fünftausend Jahre nicht haben zerstören, ja nicht einmal entstellen können, und das noch heute in all seiner Kraft besteht, noch heute, da die Nation als Körper nicht mehr besteht.“ (Übers. David Nirenberg)
        „Nur dadurch hat sich diese bemerkenswerte, so oft überwältigte, so oft zerstreute und scheinbar zerstörte, doch in ihr Gesetz immer vernarrte Nation bis in unsere Tage erhalten […]; nur dadurch bestehen ihre Sitten, ihre Gesetze, ihre Riten immer noch und werden sich gegen den Hass und die Verfolgung des Menschengeschlechtes so lange erhalten wie die Welt.“ (Eigene Übers.)

        « Moïse osa faire de cette troupe errante et servile un corps politique, un peuple libre, et tandis qu’elle errait dans les déserts sans avoir une pierre pour y reposer sa tête, il lui donnait cette institution durable, à l’épreuve du temps, de la fortune et des conquérants, que cinq mille ans n’ont pu détruire ni même altérer, et qui subsiste encore aujourd’hui dans toute sa force, lors même que le corps de la nation ne subsiste plus.
        C’est par là que cette singulière nation, si souvent subjuguée, si souvent dispersée, et détruite en apparence, mais toujours idolâtre de sa règle, s’est pourtant conservée jusqu’à nos jours éparse parmi les autres sans s’y confondre, et que ses mœurs, ses lois, ses rites, subsistent et dureront autant que le monde, malgré la haine et la persécution du reste du genre humain. » (Jean-Jacques Rousseau, Considérations sur le gouvernement de Pologne et sur sa réformation projetée, Chapitre II.)

        4) Im übrigen verweise ich auf Blaise Bachofen, « Rousseau et le peuple juif ‒ Le politique dans la Bible » (Sorbonne-Vorlesung, März 2005)

        http://www.akadem.org/sommaire/colloques/l-etat-de-moise-le-politique-dans-la-bible/rousseau-et-le-peuple-juif-11-04-2005-6526_4295.php

        5) Sie haben nicht verstanden, dass die Bemerkung über einen Ex-Gotha, vor dem sich Bodin und Rousseau zu verkrümeln haben, sich auf Bodins und Rousseaus Hinweis auf den Sinai-„Mumpitz“ beziehen? Sie enttäuschen mich aber.🙂

        5) Wie kommt es, dass kein Muslim bei der theoretischen Grundlegung des Rechtsstaates auftaucht? *staunt und wundert sich* Und überhaupt: Wo bleiben die geschätzten Nicht-Europäer?

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  2. Gudrun Eussner schreibt:

    Bertelsmann Religionsmonitor 2008
    http://www.eussner.net/artikel_2008-09-27_23-08-48.html

    Im Inhaltsverzeichnis trifft man auf alte Bekannte, den Großmufti von Europa Dr. Mustafa Ceric, einen an der Al-Azhar Universität ausgebildeten Imam, vorgestellt als „Symbol des bosnischen Widerstandes“ bei der Belagerung von Sarajevo, zwischen 1992 und 1996. „Strategisch verfolgt Dr. Ceric ein langfristiges Ziel; nämlich im Zuge eines umfassenden Reframings des öffentlichen Diskurses dem Islam in Europa den ihm gebührenden, gesellschaftlichen Platz zu verschaffen. Dies alles mit enger Beratung der internationalen, islamischen Gemeinschaft – natürlich auch der arabischen Seite,“ schreibt der Konvertit Rudolf Reshad Steinmetz, Berichterstatter der Islamischen Zeitung. Als Mitstreiter in diesem Projekt der Islamisierung wirken „Grünhelm“ Dr. Rupert Neudeck, Pater Dr. Lothar Bily, von der Philosophisch-theologischen Hochschule Benediktbeuern, Dr. Rainer Oechslen als Beauftragter der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern für interreligiösen Dialog und Islamfragen sowie Prof. Dr. Mathias Rohe, Rechts- und Islamwissenschaftler von der Universität Erlangen; die Bertelsmann Stiftung, wäre zu ergänzen. (15)

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    • schum74 schreibt:

      Über den bosnischen Großmufti Mustafa Cerić hat Nathan Warszawski auf der Achse des Guten (04.06.2011) einen bissigen Artikel geschrieben.

      http://www.achgut.com/artikel/wenn_der_praeses_mit_dem_mufti/

      Von Cerić stammt der ehrliche Satz: „Demzufolge ist die islamische Verpflichtung auf die Scharia immerwährend, nicht verhandelbar und unbefristet“ (Die Welt, 12.05.2008)

      Berührungsängste scheint „Grünhelm“ Neudeck tatsächlich keine gehabt zu haben: Er war nicht nur mit Aiman Mazyek befreundet; er stand auch der Avantgarde der Israelhasser nahe, mit denen er auf hmm Friedensveranstaltungen auftrat.
      Broder erzählt von einer Wochenendtagung 2010 über das Thema „Frieden in Israel und Palästina?!“:

      „Nun aber geht man hurtig zur Sache und hat zu der Tagung die Creme der Nahostexperten eingeladen, u.a. Felicia Langer, Rupert Neudeck, Udo Steinbach und Rolf Verleger. Das ist so, als würde man zu einer Tagung über Pornografie und Jugendschutz Dolly Buster, Teresa Orlowski, Gina Wild und Rocco Siffredi einladen. Oder zu einer Konferenz über Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus das ZK von Al-Kaida.“

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  3. Gudrun Eussner schreibt:

    Ilan Pappe: Die ethnische Säuberung Palästinas. Von Ludwig Watzal
    http://www.watzal.com/Ilan%20Pappe.pdf

    Weitere Sympathisanten von Rupert Neudeck über den Kasseler Friedensratschlag, das Netzwerk Schweiz für einen gerechten Frieden in Palästina/Israel, das die Rezension des Ludwig Watzal übernimmt, die Berliner Zeitung, die Israel-Boykott-Website des Schweizer BDS-Info, Kohlibri (erschütternde Dokumentation), die linke, Österreichs Sozialistische Alternative, Sophia Deeg für die Linke Opposition für ein solidarisches Europa, Ahlu-Sunnah, bis zum Beitrag auf 3sat, vom 15. November 2007, und die Muslim-Welt, die den 3sat-Beitrag kopiert, findet man beim Googeln nach „Ilan Pappe: Die ethnische Säuberung Palästinas“ alles, was man immer schon über rot-braune Antisemiten wissen wollte.

    Ilan Pappé, das „Gewissen Israels“. 23. März 2008
    http://www.eussner.net/artikel_2008-03-23_03-00-26.html

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  4. Gudrun Eussner schreibt:

    Zu einem Buch über die „ethnische Säuberung“ von Palästina des jüdischen Historikers Ilan Pappe. Von Rupert Neudeck – 4.2.07
    http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/Stimmen_deutsch/rupert_neudeck_ilan_pappe_buch.htm

    Eines scheint mir nach der Lektüre dringend geboten. Dieses Israel hat noch einen ganz wichtigen Akt, einen großen nationalen Akt vor sich, ohne den der Staat nie zur Ruhe kommen wird. Er muß sich bei den Arabern und den Palästinensern in einer ganz ernsten und feierlichen Form entschuldigen für das, was diesen Palästinenern damals angetan wurde. Daran wird der Staat zu seiner eigenen Vergewisserung und Selbstlegitimation nicht vorbeikommen.

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  5. Lancelot schreibt:

    Dass sich kein Prominenter eindeutig für Israel oder für Palästina entscheidet, ist kein Wunder. Er würde nichts als freche Kommentare ernten.

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  6. caruso schreibt:

    Wer keine freche Kommentare aushält, soll nicht Politiker werden. Meine bescheidene
    Meinung.
    lg
    caruso

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  7. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    anti3anti: „Das seltene Schweigen der Deutschen in den Auseinandersetzungen zwischen Juden und Arabern im Nahen Osten geschieht nicht aus Feigheit und Ängstlichkeit, sondern aus Anstand und Respekt den 6.000.000 von den Deutschen bestialisch ermordeten Juden und den lebenden Juden gegenüber.“

    Habe ich womöglich nicht verstanden, dass dieser Satz als Ironie zu verstehen ist? Inwiefern erweisen Israel-Skeptiker oder auch „Israel-Freunde“ den 6.000.000 ermordeten Juden Anstand und Respekt, wenn sie doch eigentlich oder insgeheim der Meinung sind, dass Israel zwar schlechte Kritik verdient, diese jedoch derzeit nicht salonfähig ist?
    Somit ist „das seltene Schweigen der Deutschen“ weder anständig noch respektvoll, sondern höchst verlogen.
    Mich überkömmt ein gewisser Ekel, wenn mir die amtierenden Weltmeister des Moralsportes erklären, Israel dürfe wegen der deutschen Vergangenheit nicht kritisiert werden.
    Offenbar glauben diese Figuren selbst nicht daran, dass Israel einfach nur im Recht ist.

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  8. Heimchen am Herd schreibt:

    schum74 schreibt:
    Juni 20, 2016 um 5:10 pm

    „[… der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selbst gegeben hat, ist Freiheit.]

    Im Kontext:
    „Zu den erwähnten Vorteilen kommt in der organisierten Gesellschaft noch der Erwerb der sittlichen Freiheit, die allein dem Menschen die Herrschaft über sich selbst gibt; denn die ungebändigten Naturtriebe machen den Menschen zum Sklaven, der Gehorsam gegen ein eigenes Gesetz macht ihn frei.“ (Vom Gesellschaftsvertrag, Erstes Buch, achtes Kapitel; Übertragung: Fritz Roepke)“

    „Was sagt Ihr dazu? Muss man den nicht umarmen?“

    Umarmen und küssen! 🙂

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